Gartenbewässerung - Hinweise und Tipps zu unterschiedlichen Bewässerungsmethoden

Muss man an heißen Sommertagen wirklich jeden Tag den Garten gießen? Muss man ihn überhaupt gießen? In Sachen Gartenbewässerung gibt es einige Dinge, die man wissen sollte, denn sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser können den Pflanzen schaden. Was die Bewässerungsmethoden angeht, gibt es zudem viele unterschiedliche Möglichkeiten. Lesen Sie, was bei der Gartenbewässerung zu beachten ist.

Zum Bewässern des Gartens eignen sich die klassische Gießkann sowie der Gartenschlauch - wer größere Flächen zu bewässern hat, wählt eher eine automatische Bewässerungsanlage

Häufigkeit

Es ist richtig: auch an den heißesten Tagen im Sommer muss man den Garten nicht unbedingt jeden Tag komplett bewässern. Im Gegenteil - für die meisten Pflanzen ist es sogar besser, wenn man sie nur alle zwei bis drei Tage, dafür aber umso ausführlicher gießt.

Hier ist vor allem der Unterschied zwischen Gießen und Wässern zu beachten. Beim Gießen wird der Pflanze nur eine bestimmte, eher geringe Menge Wasser zugeführt. Beim Wässern wird auch der Boden rund um die Pflanze gut getränkt.

Die Natur hat es so eingerichtet, dass es meistens nicht jeden Tag ein kleines bisschen regnet, sondern nur ab und zu, aber dann gleich in größeren Mengen. Im Laufe ihrer Evolutionsgeschichte haben sich die meisten Pflanzen an diesen Rhythmus angepasst.

Sie können auch kürzere Trockenperioden gut überstehen. Dafür lagern sie sich bei Regen einen guten Wasservorrat ein. Wer also zu häufig gießt, der irritiert seine Pflanzen nur.

Doch man muss auch bedenken, dass die meisten Zierpflanzen heute ja aus Gewächshäusern stammen, und von den Abläufen in der freien Natur meist nichts mehr wissen. Hinzu kommt, dass sie in luftigen und lockeren Pflanzballen geliefert werden, die auch sehr viel schneller austrocknen als das ursprüngliche Erdreich.

Die richtige Tageszeit zum Gießen

Eine alte Gärtnerregel besagt, dass man nicht in der prallen Sonne gießen soll, weil Pflanzen sonst verbrennen könnten. Besser man wartet bis in die Abendstunden, wenn die Sonne nicht mehr so glühend ist oder man gießt in den Morgenstunden.

Wenn Gartenflächen mit einem Sprenger berieselt werden, kann in den Mittagsstunden ein Großteil des Wassers verdunsten, das kostet einen höheren Wasserverbrauch. Wenn die Sonne noch nicht oder nicht mehr so hoch am Himmel steht, kann das Gießwasser gut in den Boden sickern und steht den Pflanzen zur Verfügung.

Es ist auch besser, wenn die Pflanzen mit leicht temperiertem Wasser, etwa aus einer Zisterne oder eine Regentonne gegossen werden. Eiskaltes Wasser könnte ihnen schaden.

Verschiedene Pflanzen, verschiedene Bedürfnisse

In der besonders heißen Zeit kann es nicht schaden, vor allem die groß- und vielblütigen Pflanzen täglich zu gießen. Manche Arten benötigen auch sehr viel Wasser, allen voran Rosen und Hortensien.

Auch das fleißige Lieschen oder die Engelstrompete brauchen täglich Wasser. Der erfahrene Hobbygärtner kennt seine Pflanzen und deren Wasserbedarf.

Wenn Ihre Pflanze also so aussieht, als würde sie Wasser benötigen, dann gießen sie sie. Ein allabendlicher Inspektionsgang durch den Garten lohnt die Mühe. Kräuter und Gemüsepflanzen benötigen ihre tägliche Wasserration.

Wenn bewässert wird, dann sollte es langanhaltend und ausreichend sein. Denn nur so dringt das Wasser auch in tiefere Bodenschichten, ansonsten trocknen diese aus.

Dies kann den Wurzeln schaden und die Pflanzen verkümmern. Da das Wasser nur langsam in den Boden einsickern kann, sollte man zwischendurch eine Gießpause machen und dann noch einmal gießen.

Mehrjährige Gewächse, die schon gut angewachsen sind und nicht gerade erst in der laufenden Saison gepflanzt wurden, benötigen meist weniger Aufmerksamkeit. Sträucher und Büsche benötigen wenig Gießwasser, da sie meist tief ins Erdreich wurzeln.

Ebenso verhält es sich mit Bäumen. Dennoch kann man guten Gewissens in der sehr warmen Zeit auch Sträucher und Büsche wässern, einmal in der Woche sollte aber genügen.

Wenn die Bewässerung bei hohen Temperaturen stimmt, können Pflanzen diese gut überstehen und danken es durch ihre Grün- und Blühpracht. Auch der Rasen behält dann seine satte grüne Farbe und weist keine braunen Stellen auf.

Im Folgenden gehen wir auf unterschiedliche Bewässerungsmöglichkeiten ein.

Bewässerung mit Regenwasser

Wenn Sie Wasser aus Ihrem Wasserhahn entnehmen, dann zahlen Sie dafür einen doppelten Preis. Denn der Preis für jeden Kubikmeter Trinkwasser setzt sich sowohl aus den Kosten für Wasser, als auch aus denen für Abwasser zusammen.

Dabei gehen die Wasserwerke davon aus, dass Wasser nach dem Gebrauch auch wieder in die Kanalisation eingeleitet wird; bei Spülwasser, Duschwasser oder dem Wasser für die Waschmaschine ist dies zum Beispiel auch der Fall.

Das Wasser, mit dem Sie Ihren Garten gießen, versickert aber im Erdreich, und wird nicht in die Kanalisation zurück geführt. Die Frage ist also berechtigt, warum Sie dafür Abwassergebühren entrichten sollten.

Gerade in den Sommermonaten erhöht sich der Wasserverbrauch einer Immobilie mit Garten oder Gartenanteil meist spürbar. Es fallen also tatsächlich Kosten an.

Anschaffung einer Regentonne

Wertvolles Regenwasser sammeln kann man ganz einfach, indem man eine Wassertonne oder mehrere Wassertonnen aufstellt, und über die Regenrinne Regenwasser einleitet und dort sammelt. Solche Tonnen sind je nach Größe und Fassungsvermögen schon für um die 50 EUR in Baumärkten zu erhalten.

Sie bestehen aus langlebigem Kunststoff und sind eine Investition für die nächsten 10 bis 20 Jahre. Die Verwendung ist denkbar einfach: mit einem Hahn kann Wasser aus der Tonne abgelassen und in Gießkannen eingefüllt werden. Damit können Sie Ihren Garten ohne Kosten gießen. Die Anschaffung der Tonne amortisiert sich meist schon in der ersten oder zweiten Saison.

Ein Irrtum ist es zu glauben, dass das Wasser in der Tonne an Qualität verliert oder gar schimmelt. Natürlich geraten über die Regenrinne auch etwas Staub und Blätter in das Wasser.

Da dieses aber ständig erneuert wird, nimmt die Wasserqualität keinen Schaden, zumal das Wasser ja auch nicht als Trinkwasser genutzt wird. Technisch versierte Gartenbesitzer installieren eine Elektropumpe an oder in der Wassertonne, und können so ihren Garten wie gewohnt mit dem Wasserschlauch gießen, ohne schwere Gießkannen tragen zu müssen.

Wer ein größeres Budget zur Verfügung hat, der kann sich auch eine Zisterne im Garten einbauen lassen. Dieser unterirdische Wassertank speichert immens große Mengen Regenwasser, die mit Sicherheit auch in den trockensten Monaten zur Bewässerung ausreichen.

Geräte zur Gartenbewässerung - von Gießkanne bis Wassersprenger

Jeder kennt sie, die gute alte Gießkanne und den althergebrachten Gartenschlauch. Das sind die einfachsten Mittel, einen Garten zu bewässern.

Gärten sind so individuell und unterschiedlich wie ihre Besitzer. Nicht die Größe, sondern auch die Bepflanzung entscheidet über die richtige Bewässerung.

Neben dem Wassersprenger gibt es viele Geräte zum Bewässern, welche die Gartenarbeit erleichtern. Die Gartenspritzpistole oder eine Handbrause kommen mit einer Steckkupplung auf den Gartenschlauch. Sie werden durch einen Drücker betätigt, können in der Regel stufenlos von Sprühstrahl auf Vollstrahl gestellt werden und lassen sich zum Bewässern feststellen.

Gießkanne und Gartenschlauch

Das Bewässern mit Gießkanne und Gartenschlauch stellt die traditionelle Bewässerungsmethode dar. Der große Vorteil ist, dass sie recht preisgünstig umzusetzen ist. Wer sich für den Schlauch entscheidet, benötigt noch einen Wasserhahnanschluss.

Für das Gießen mit Gießkanne entscheidet man sich in der Regel, wenn die Gartengröße oder die Pflanzenmenge nicht sonderlich groß ausfällt, da diese Methode ansonsten sehr aufwändig ist. Zudem ist sie oft das Mittel der Wahl, wenn man Regenwasser in einer Tonne gesammelt hat.

Nutzt man eine Pumpe, kann man das Bewässern mit Regenwasser auch mithilfe eines Schlauchs durchführen. Häufig jedoch erweist sich diese Methode als unhandlich; zudem können die Pflanzen durch den Schlauch auch beschädigt werden. Ein großer Vorteil ist wiederum der, dass sich an den Schlauch verschiedene Regner-Varianten anschließen lassen.

Der Sektorenregner

Mit einem so genannten Sektorenregner werden bestimmte Abschnitte im Garten bewässert. Ein Viereckregner ist für Kleinstflächen gedacht; damit lässt sich auch eine schmale Bewässerung einstellen.

Für größere Flächen eignen sich der Flächenregner und der Kreisregner. Bei manchen Flächenregnern lassen sich verschiedene geometrische Flächen einstellen. Mit dem 2-Wege-Verteiler können zwei Anschlussgeräte betrieben werden.

Sektorenregner für die Bewässerung

Ein Sektorenregner ist für die Bewässerung bestimmter Abschnitte geeignet.

Die Bewässerungsuhr

Mit einer Bewässerungsuhr kann man einige Tage bewässern. Sie verfügt über eine Start- und Abschalteautomatik und sie bewässert bis zu drei Stunden.

Das ist besonders sinnvoll, wenn man unterwegs ist und auch niemanden hat, der einem den Garten bewässern kann. Man findet auch solarbetriebene Bewässerungsuhren und Bewässerungscomputer.

Der Bodenfeuchtsensor

Ein Bodenfeuchtsensor ist sehr praktisch, so weiß man genau, wann man bewässern muss und wann der Boden noch genug Feuchtigkeit aufweist. Das kann unter Umständen Wasser sparen.

Auf eintretenden Niederschlag reagiert ein elektronischer Regensensor. Dieser kann dann in die Bewässerungssteuerung mit einbezogen werden. Eine Urlaubsbewässerung für Kübelpflanzen findet man als Komplettset; sie wird über eine Zeitschaltuhr gesteuert.

Dieses Bewässerungssystem gibt es auch für den Balkon für die Blumenkästen. Auch speziell für die Terrasse werden elektronisch gesteuerte Bewässerungssysteme angeboten.

Der Perlregner

Ein so genannter Perlregner gewährleistet eine wassersparende Bewässerung von Pflanzreihen. Er funktioniert schon bei geringem Wasserdruck.

In Verbindung mit einem Bewässerungscomputer wird der Wasserverteiler eingesetzt. In mehreren Strängen kann hiermit das Wasser verteilt werden; dabei wird der unterschiedliche Wasserbedarf von einzelnen Pflanzenbereichen berücksichtigt. Ein Versenk-Regner wird im Boden versenkt und besprengt so die Rasenfläche. Manchmal fehlt die Reichweite, um an jede Pflanze zu kommen, dafür eignet sich ein Gießstab.

Unterflur- bzw. Tröpfchenbewässerung

Die Unterflur- oder auch Tröpfchenbewässerung wurde im Süden Europas entwickelt. Sie kam zunächst vorwiegend im gewerblichen Bereich zum Einsatz, wird mittlerweile aber auch immer häufiger in privaten Gärten genutzt.

Bei dieser Methode setzt man, in der Regel unterirdisch, Rohre ein, an denen sich Auslässe befinden. Aus diesen werden Wassertropfen in eine Bodentiefe von etwa 10 Zentimeter abgegeben. So können die dortigen Pflanzen sowie deren Umgebung bewässert werden.

Diese Bewässerungsmethode eignet sich vor allem für größere Flächen. Von Vorteil ist die Möglichkeit, die Wasserzufuhr präzise auf die jeweilige Pflanze abzustimmen. Es werden lediglich die Wurzeln benetzt, sodass man keine Verdunstungsverluste befürchten muss. Die Rohre können auch oberirdisch verlegt werden, was was nicht ganz so aufwändig und besonders bei Gärten, die einen ungüngstigen Zuschnitt aufweisen, zu empfehlen ist.

Fazit

Welche Anschaffung eines Bewässerungsgerätes sinnvoll ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Für welchen Zweck sie gebraucht werden und auch die Vorlieben des Hobbygärtners spielen eine entscheidende Rolle.

Wann sich eine automatische Bewässerungsanlage lohnt

Ein eigener Garten macht Freude, aber er kann den Gartenbesitzer auch vor Probleme stellen. Wer einen großen Garten hat und damit viele Pflanzen, ist in der warmen Jahreszeit wirklich gut beschäftigt.

Wenn manuell gegossen werden muss, kann das richtig viel Arbeit sein. Das Schleppen von Gießkannen ist mühselig und belastet auch den Rücken. Aber auch ein Gartenschlauch kann nerven, man muss ihn ständig hinter sich herziehen und er kann sich überall verheddern.

Vorzüge der automatischen Bewässerungsanlage

Da kann eine automatische Bewässerungsanlage das Leben enorm vereinfachen. Wirklich problematisch ist es bei Abwesenheit oder wenn man in den Urlaub fahren möchte. Meist ist es ja nicht nur der Garten, sondern auch Kübelpflanzen, die gegossen werden müssen. Vielleicht findet man sogar eine Person, die das Gießen übernimmt.

Dann kann es aber sein, dass sie mit dem Garten, den Pflanzen und eben dem richtigen Gießen nicht vertraut ist und die Pflanzen bei der Heimkehr vertrocknet oder übergossen und kaputt sind. Beides ist sehr ärgerlich und die jahrelange Arbeit umsonst.

Auch für Senioren kann eine automatische Bewässerungsanlage eine echte Erleichterung sein. Mit zunehmendem Alter können die Gartenarbeit und damit auch die Bewässerung zusehends schwerer fallen.

Ebenso gesundheitliche Gründe oder ein Krankenhausaufenthalt des Gartenbesitzers können dafür sorgen, dass der Hobbygärtner ausfällt. Dann ist eine automatische Bewässerungsanlage sehr hilfreich.

Welches Modell ist das richtige?

Nun gilt es nur noch, sich für die richtige Bewässerungsanlage zu entscheiden. Das ist gar nicht so einfach, denn das Angebot ist groß und damit auch etwas unübersichtlich. Es gibt unterschiedliche Systeme und damit auch Vor- und Nachteile.

Als bedenklich können Systeme eingestuft werden, die über die Wasserleitung funktionieren. Wenn es da einmal zu Problemen kommt, beispielsweise mit der Elektronik oder ähnlichem, könnten erhebliche Mengen an Wasser verloren gehen.

Es ist besser, so scheint es, wenn die Bewässerungsanlage aus einem Brunnen oder einer Zisterne gespeist wird; damit wird dann auch noch Wasser und Abwasser gespart. Am besten lässt man sich von einem Fachmann beraten.

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Quellenangaben
  • watering the plants with a garden hose © itestro - www.fotolia.de
  • arrosage du jardin © AlexQ - www.fotolia.de
  • Rasen wässern © Marco2811 - www.fotolia.de
  • Sprinkler © fotoedgaras - www.fotolia.de
  • rasensprenger © cede - www.fotolia.de
  • Sprenkler © Thomas Weitzel - www.fotolia.de
  • Sprinkler watering lawn grass © John Casey - www.fotolia.de

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