1. März 2010
Die Trennung der Eltern bedeutet für die Kinder einen Verlust, den Verlust eines Elternteils und den Verlust der Herkunftsfamilie. Oft geht auch ein sozialer Abstieg mit der Trennung einher.
Nach der Trennung will diese von den Kindern erst einmal verarbeitet werden. Dies kommt einem Trauerprozess und einer Trauerarbeit gleich. Das Leben und die Lebensumstände müssen neu organisiert werden. Die Kinder brauchen jetzt vor allen Dingen einen Halt und Sicherheit, also eine zuverlässige Bezugsperson, die liebevolle Zuwendung gibt und Verständnis hat. Aus dem Partnerschaftskonflikt müssen Kinder grundsätzlich heraus gehalten werden. Dieser sollte nur auf der Erwachsenenebene ausgetragen werden. Oft kommen Kinder bei einer Trennung in einen Loyalitätskonflikt. Sie müssen ihren anderen Elternteil, der nicht mehr im Haushalt lebt, lieben dürfen und sollten auch einen unbelasteten Umgang pflegen dürfen. Je nach Alter reagieren Kinder unterschiedlich auf eine Trennung. Oft geben sie sich die Schuld und das ist verheerend. Kinder brauchen in dieser Phase Sicherheit und sie müssen ihre Ängste und Befürchtungen offen aussprechen dürfen. Da auch die getrennten Eltern mit belastenden Gefühlen zu kämpfen haben, ist es oft schwierig, richtig auf die Kinder einzugehen. Aber vor allem der Elternteil, bei dem das Kind lebt, muss ihm Stabilität und Zuversicht bieten, um die Trauerarbeit bewältigen zu können.
Das getrennte Paar sollte sich den Kindern zuliebe mit Wertschätzung und Achtung begegnen, damit erleichtern sie den Kindern den Umgang. Nach einer Trennung sind Kinder oft durcheinander und zeigen einen schulischen Leistungsabfall. Da brauchen sie unbedingt jemand, der sie unterstützt und fördert. Die wirklich Leidtragenden bei einer Trennung oder Scheidung sind meist die Kinder, denn ihre heile Welt ist zusammengebrochen. Oft gibt es einen neuen Partner der Mutter oder des Vaters, dies stellt für das Kind eine weitere Herausforderung und auch Belastung dar. Sie fühlen den leiblichen Elternteil verdrängt und auch Eifersucht kann eine Rolle spielen. Am schlimmsten ist es wohl, wenn dann noch ein Gerangel um die Kinder losgeht, dann sind Kinder verstört und hilflos, wenn sie sich entscheiden müssen. Am besten ist es, wenn sich die Erwachsenen einigen und zum Wohle des Kindes es nicht belasten. Auf Wünsche des Kindes sollte Rücksicht genommen werden.
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