Die Taufe: Vorbereitung, Ablauf und Unterschiede zwischen der katholischen und evangelischen Taufe

Die Taufe bedeutet die Aufnahme des Kindes in eine kirchliche Gemeinde. Ihm zur Seite stehen die Taufpaten, die versprechen, das Kind in das religiöse Leben einzuführen und ihm den Glauben nahe zu bringen. Die Taufe wird von der Entscheidung der Eltern getragen. Der Ablauf der Taufe ist in der katholischen und in der evangelischen Kirche unterschiedlich. Informieren Sie sich über die Bestandteile der Taufe und über die Unterschiede in der katholischen und evangelischen Kirche.

Bestandteile der Taufe und ihre Bedeutung im christlichen Glauben sowie Tipps zur Planung der Taufe und der anschließenden Feier

Durch die Taufe wird das Kind mit der Kirche und Konfession verbunden, in der es getauft wird. Die Taufe steht unter dem Zeichen der Liebe und Vergebung Gottes.

Es ist Brauch, dass dem Kind bei der Taufe ein weißes Taufkleid angezogen wird. Das weiße Taufkleid ist ein Symbol des ewigen Lebens.

Bestandteile der Taufe

Da in der Regel meist Kleinkindertaufen üblich sind, sprechen die Paten das Glaubensbekenntnis für das Kind. Zur Taufe wird jeder Mensch zugelassen, der bereit ist den Glauben an Jesus Christus anzunehmen. Die Taufe ist ein heiliges Sakrament und alle getauften Menschen gehören zu der weltweiten Gemeinschaft der Christen.

  • Zu Beginn der Taufe steht der Taufspruch im Mittelpunkt, dieser sollte mit Bedacht gewählt werden, denn er soll das Kind auf seinem Lebensweg begleiten.
  • Die Tauffeier kann während eines Sonntagsgottesdiensts oder an einem gesonderten Tag stattfinden. Im ersten Teil gehören auch Musik und Gesang zu der Feier.

Die eigentliche Taufhandlung

Im zweiten Teil der Tauffeier findet die eigentliche Taufhandlung statt. Die Eltern und Paten werden vom Pfarrer befragt,

  • ob sie wollen, dass das Kind getauft wird und
  • ob sie versprechen, das Kind nach bestem Gewissen im christlichen Glauben zu erziehen.

Dann lässt der Pfarrer über dem Taufbecken das Wasser über den Kopf des Kindes rieseln und spricht die Worte: "Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes". Dabei wird das Wasser dreimal über den Kopf gegossen. Das Wasser symbolisiert hier die Wiederauferstehung und durch das Wasser das Eintreten in ein neues Menschsein.

Im zweiten Teil der Taufhandlung wird auch die Taufkerze entzündet, sie soll ein Hinweis sein auf den Satz, den Jesus sagte: "Ich bin das Licht der Welt". Zum Schluss werden noch Fürbitten gelesen und die Gemeinde erhält den Segen.

Die Taufe bedarf zahlreicher Vorbereitungen; auf diese wird weiter unten im Text eingegangen.

Unterschiede zwischen der katholischen und evangelischen Taufe

Die Taufe ist ein christliches heiliges Sakrament. Der Ablauf ist in der katholischen und in der evangelischen Kirche unterschiedlich.

Die Sakramente

In der katholischen und in der evangelischen Kirche gibt es Sakramente (aus der lateinischen Sprache sakramentum, was soviel wie "religiöses Geheimnis" oder "Mysterium" bedeutet). In der katholischen Kirche kennt man:

  1. die Taufe
  2. die Firmung
  3. die Ehe
  4. das Abendmahl (Eucharistie)
  5. die Beichte
  6. die Krankensalbung
  7. die Priesterweihe

In der evangelischen Kirche hingegen werden nur zwei Sakramente anerkannt:

  1. die Taufe
  2. die Eucharistie

Die anderen Sakramente der katholischen Kirche werden von den Protestanten als Ritus verstanden.

In der Regel findet bei beiden Konfessionen die Taufe im ersten Lebensjahr eines Kindes statt. Aber auch spätere oder Erwachsenentaufen sind möglich. Bei beiden Taufen wird das Kind oder der Täufling in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Bei beiden Konfessionen wird der Täufling durch Gott angenommen und sie setzt ein besonderes Zeichen im Leben.

Die Taufe in der evangelischen Kirche

Normalerweise ist für die Taufe die eigene freie Willensbekundung nötig. Da dies bei einem Säugling nicht möglich ist, übernehmen die Eltern diese Aufgabe im Namen des Kindes.

Taufpaten

Außerdem stehen dem Täufling Taufpaten zur Seite. Sie sollen das Kind religiös erziehen und in die Gemeinschaft der Kirche einführen. Zu früheren Zeiten ging man davon aus, dass die Paten für das Kind Verantwortung übernehmen, wenn den Eltern etwas passieren sollte. Noch heute geht man davon aus, dass Paten ihren Patenkindern Geschenke machen und bei besonderen Anlässen wie Geburtstag oder Einschulung dabei sind.

Auch bei der späteren Konfirmation kann der Pate wieder eine wichtige Rolle übernehmen. Bei der Konfirmation wird der Glaube eigenverantwortlich wiederholt und angenommen und die damalige Taufe bekräftigt.

Ablauf der Taufe

In der evangelischen Kirche wird, im Gegensatz zur katholischen Kirche, kein geweihtes Wasser verwendet. Der Täufling erhält, meist von den Eltern, ein weißes Taufkleid. In der evangelischen Kirche ist es aber weniger verbreitet, als in der katholischen Kirche. Das Taufkleid geht bis in frühchristliche Zeiten zurück.

Die Eltern und die Paten bereiten sich in der Regel auf die Taufe vor. Eine große Bedeutung kommt auch dem Taufspruch zu. Der Pate muss in einigen Landesteilen evangelisch sein, ansonsten muss er einer christlichen Konfession angehören.

Ein wichtiges Symbol ist auch die Taufkerze. Die Taufkerzen sind meist liebevoll gestaltet und werden während der Taufe an der Osterkerze entzündet. Sie sollen das Licht symbolisch in die Welt bringen und den christlichen Weg, bzw. die Christusnachfolge des Kindes kennzeichnen.

Meist liest der Pfarrer aus dem Johannesevangelium die Stelle: "Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben". Die Kerze soll symbolisch den Weg des Täuflings erhellen.

Im Rahmen eines Gottesdienstes wird das Kind über das so genannte Taufbecken gehoben und der Pfarrer gießt ihm etwas Wasser über den Kopf. Mit dem bereitgehaltenen Handtuch wird das Kind abgetrocknet. Für alle Anwesenden ist das ein sehr feierlicher Moment.

Die Taufe in der katholischen Kirche

Der Taufe wird eine wichtige Bedeutung zugesprochen. Sie soll das Neugeborene oder den Täufling in die Gemeinschaft der katholisch Gläubigen aufnehmen.

In der katholischen Kirche kennt man sieben Sakramente und die erste und wichtigste ist die christliche Taufe. Die weiteren Sakramente können nur im Anschluss an die Taufe empfangen werden.

Das Wort "Taufe" entspringt ursprünglich dem Wort "tauchen", denn zu frühchristlicher Zeit wurden Erwachsene in Wasser, beispielsweise in einen Fluss, getaucht, um den Glauben anzunehmen. Außerdem soll in der katholischen Kirche mit der Taufe von der Erbsünde befreit werden.

Auch in der katholischen Kirche gibt es Taufpaten und das weiße Taufkleid spielt eine ganz besondere Rolle. Es steht für Unschuld und Reinheit. Die Taufpaten müssen katholisch sein.

Auch die Taufkerze ist bedeutend und wird oft von Angehörigen des Täuflings liebevoll gestaltet. Dafür werden hochwertige große weiße Kerzen verwendet, die mit christlichen Symbolen mit Wachsornamenten verziert werden.

Ein wichtiger Bestandteil der katholischen Taufe stellt die Absage an den Teufel und alles Böse dar. Sie wird von allen Anwesenden, Eltern und Paten eingeschlossen bekräftigt. Auch das Glaubensbekenntnis wird gemeinsam gesprochen.

Im Taufbecken befindet sich geweihtes Wasser. Damit wird der Täufling getauft. Erst durch die Taufe kann die Firmung erhalten werden. Hiermit wird der Glaube bekräftigt und es handelt sich um das zweite Sakrament. Die Firmung schließt sich an die Kommunion an.

Oft findet im Rahmen der Taufe auch eine außerbiblische Lesung vor, die von Paten oder Angehörigen vorgenommen wird. In der katholischen Kirche findet auch eine Salbung des Täuflings mit Katechumenenöl statt.

Fürbitten und das gemeinsame Beten des "Vater unser", haben in beiden Kirchen ihren festen Platz im Rahmen einer Taufe. Außerdem gibt es Lieder und oft auch ein musikalisches Nachspiel. Segensverse und gute Wünsche werden meist durch die Eltern und die Taufpaten ausgesprochen.

Nach der eigentlichen Taufhandlung, bei der das Haupt des Täuflings mit Wasser benetzt wird, findet oft auch eine Segnung der Eltern und der Familie statt. Das Tauflied und der Schlusssegen bilden den Abschluss. Im Schlussteil findet eine Kollekte, die auch als Dankopfer verstanden wird, statt.

Die Vorbereitung der Taufe und Tauffeier

Bei der Taufe ist die Entscheidung der Eltern ausschlaggebend, das Kind im christlichen Glauben erziehen zu wollen. Die Paten sind nicht nur Zeugen der Taufe, sie sollen auch die christliche Erziehung des Kindes unterstützen und ihm helfen, in die christliche Gemeinde hineinzuwachsen.

Jede Taufe ist ein Ehrentag und dieser besondere Anlass will auch gebührend vorbereitet werden. Dazu gehören

  • die organisatorischen Belange der anschließenden Tauffeier
  • das Besorgen der Taufkerze und
  • das Kaufen des Taufkleides.

Aber auch die Taufhandlung bedarf einer Vorbereitung.

Die Wahl der Taufpaten

Erst einmal müssen geeignete Taufpaten gefunden werden, davon muss in der Regel mindestens einer der Konfession angehören, in welche das Kind aufgenommen werden soll. Menschen, die keiner christlichen Kirche zugehörig sind, können kein Patenamt ausüben. Die verschiedenen christlichen Kirchen erkennen die Taufe gegenseitig an.

Das Taufgespräch

Zur Vorbereitung auf die Taufe findet mit dem zuständigen Pfarrer ein Taufgespräch statt. Hier sollen auch die Paten anwesend sein. Die Eltern, die Paten oder beide zusammen suchen für das Kind einen Taufspruch aus. Dies ist in der Regel ein Bibelvers, welcher das Kind ein Leben lang begleiten soll.

Eine besonders schöne Handlung ist es, die Taufkerze selbst zu gestalten, mit

  • Taufsymbolen
  • dem Namen des Kindes und
  • dem Taufdatum.

Diese kann man beim Taufgespräch beim Pfarrer erwerben und mit dünnen Wachsplatten dann phantasievoll dekorieren. Die Kerze ist häufig groß und weiß Beim Kauf der Kerze sollte man unbedingt auf das RAL-Gütezeichen achten, denn dieses verspricht beste Qualität und ein raucharmes Abbrennen; auch wird garantiert, dass bei der Herstellung auf schädliche Lacke und Farben verzichtet worden ist.

Wer möchte, kann die Taufkerze auch noch mit schönen Motiven und Verzierungen schmücken, schließlich ist die Taufe ein besonderer Brauch, der allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben wird.

Wer nicht vertraut ist mit dem Ablauf der Taufhandlung, wird im Taufgespräch darüber aufgeklärt. Es ist auch sinnvoll im Vorfeld einer anderen Taufe beizuwohnen, dann sind Eltern und Paten schon vertrauter mit dem Vorgang.

Die Gottesdienst-Ordnung

Von dem Pfarrer kann man auch eine Gottesdienst-Ordnung erhalten. Zu dem Vorgespräch muss man die Geburtsurkunde des Kindes mitbringen; die Standesämter stellen dafür eine Urkunde für religiöse Zwecke aus. Im Vorfeld wurde wahrscheinlich schon ein Antragsformular ausgehändigt, dieses muss ausgefüllt mitgebracht werden.

Die Tauffeier

Es ist erwünscht und wird begrüßt, dass die Eltern und die Paten die Tauffeier mitgestalten. Gesänge, Musik und Fürbitten können von den Eltern ausgesucht werden.

Wenn keine eigenen Ideen vorhanden sind, kann der Pfarrer auch Vorschläge machen. Es ist sinnvoll, wenn die Taufpaten die Eltern begleiten, denn sie erfüllen eine wichtige Funktion bei der Taufe.

Quellen:

  • Marita Velten: Gedichte und Sprüche, Gedanken zur Geburt und Taufe: Idealer Ratgeber für Eltern, Grosseltern und die Paten. Vorlagen zur Gestaltung einer Geburts- und Taufzeitung, Velten Verlag, 2005, ISBN 3938113081
  • Inge Wolff: Taufe feiern: 100 Fest-Ideen, Urania Verlag, 2008, ISBN 3783161282
  • Dorothee Boss: Taufe kompakt, Echter, 2009, ISBN 3429031052
  • Claudia Hofrichter und Matthias Ball: Wir möchten, dass unser Kind getauft wird: Die Taufe verstehen und feiern, Kösel-Verlag, 2009, ISBN 3466369010

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