17. März 2010
Die Gründung einer Stieffamilie beruht auf besonderen Umständen und bringt viele Veränderungen mit sich. Die Kinder erleben einen Verlust des leiblichen Elternteils und müssen sich an ein neues Stiefelternteil gewöhnen. Das Zusammenwachsen der Stieffamilie braucht vor allen Dingen Zeit.
Die Kinder sollten in der Stieffamilie liebevolles Verständnis und Einfühlungsvermögen erfahren, auch sollten sie einen ungetrübten Kontakt zum leiblichen Elternteil halten können der nicht mehr im gemeinsamen Haushalt lebt. Eine Stieffamilie ist eine besondere Lebensform und kann sich über mehrere Haushalte erstrecken. Dies bedeutet mehr Bezugspersonen, neue Freunde, vielleicht auch eine neue Umgebung, es ist ein neuer Abschnitt, der im Leben beginnt. Wenn alle Beteiligten gut mit der neuen Situation umgehen, kann das neue Leben sogar zu einer Bereicherung werden. Es gibt viele positive Beispiele von Stieffamilien, bei denen dies glückt.
Dabei hat der Stiefelternteil eine schlechte Ausgangsposition, denn er verdrängt den leiblichen Elternteil und damit bei dem Kind oft die Hoffnung, dass seine Herkunftsfamilie wieder zusammenkommt. Es hängt viel davon ab, wie das Kind oder auch die Kinder die Trennung oder Scheidung der Eltern verkraftet haben. In keinem Fall bedeutet eine Trennung das Ende der Elternschaft. Die leiblichen Eltern sollten immer für das Kind da sein und ihre Pflichten wahrnehmen. Kinder reagieren je nach Alter ganz unterschiedlich auf die jeweilige Situation. Die aufkommenden Emotionen sollte man ihnen zugestehen und wenn sich Gefühle gegen den Stiefelternteil richten, dürfen diese nicht persönlich genommen werden. Bei einer Stieffamiliengründung bringen sich viele unterschiedliche Persönlichkeiten in die neue Familie mit ein. Der Stiefelternteil und das Stiefkind haben keine gemeinsame Vergangenheit, keine schönen Erlebnisse oder Begebenheiten, die sie teilen können. Sie müssen von ganz vorne anfangen eine Beziehung aufzubauen und sich im alltäglichen Leben aufeinander einstellen und kennen lernen. Dies ist ein Prozess, der viel Geduld und Rücksichtnahme erfordert. Die Eltern sollten sich in das Kind hineinversetzen können und es bei diesem Prozess unterstützen. In der neuen Familie muss erst einmal eine Vertrauensbasis geschaffen werden, in der sich das Kind sicher fühlen kann. Meist starten Stieffamilien mit hohen Erwartungen in das gemeinsame neue Leben und müssen aber schnell feststellen, dass diese nicht mit der Realität übereinstimmen.
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