Stiefeltern Artikel
Stiefeltern - Kinder und ihre Ängste
Von Tanja Tasci
Schon im Märchen wird von der "bösen Stiefmutter" gesprochen und doch ist dieser Mythos mehr als nur ein Klischee. Denn durch vorherrschende Ängste der Kinder und falsches Verhalten von Stiefeltern, kommt es immer wieder zu sehr unglücklichen Konstellationen, die nur schwerlich durchbrochen werden können.
Die Problematik in der Beziehung von Stiefeltern und Stiefkindern entsteht oft schon aus der Situation heraus und auch die Ängste die auf beiden Seiten bestehen, machen es nicht einfacher eine Vernünftige Beziehung zwischen den beiden Seiten aufzubauen. Kinder idealisieren häufig ihre Eltern und das scheitern der Beziehung der Eltern ist für Kinder häufig nur schwer zu verkraften, denn die heile Welt bricht damit zusammen und die Eltern verlieren etwas von ihrem Glanz. Gerade kleine Kinder tun sich sehr schwer damit zu verstehen, dass die zwei geliebten Menschen die ihnen eigentlich Sicherheit bieten sollten, plötzlich nicht mehr vereint sind und nur noch ein Elternteil im Alltag eine Rolle spielt. Meist ist dieser Elternteil die Mutter und so übernehmen häufig Väter die Rolle der Person die die Familie verlässt. Schon die Beziehung zu beiden Elternteilen aufrecht zu erhalten ist für Kinder und Jugendliche häufig mehr als nur schwierig, wenn dann noch Stiefeltern dazu kommen, sind Kinder häufig extremen Ängsten ausgesetzt und blocken häufig schon im Vorfeld sehr stark ab.
Gerade die Stiefeltern sollten sich zurückhalten und mit einer gewissen Neutralität auf die Stiefkinder zu gehen. Eine langsame Annäherung gelingt meist besser, als wenn Stiefeltern versuchen sich sehr schnell einzubringen. Das langsame Antasten sollte immer mit Blick auf die Bedürfnisse der Kinder geschehen. Wenn Kinder bereit sind für eine schnellere Annäherung, dann geben sie Signale und Stiefeltern bekommen dies meist relativ schnell mit. Für Kinder gibt es nichts schlimmeres, als wenn sie das Gefühl bekommen, dass ein Elternteil ersetzt werden soll, denn dies würde den Verrat an Mutter oder Vater bedeuten und stürzt die Kinder in einen Zwiespalt. Besser ist es Stiefkindern klar zu machen, dass niemand ersetzt werden soll, sondern man gerne eine freundschaftliche Beziehung aufbauen möchte, dies gibt den Kindern Sicherheit und Zeit sich an das neue Familienmitglied zu gewöhnen.
Wenn Stiefeltern in die Familie kommen ist es wichtig den Druck von den Kindern zu nehmen und behutsam mit der Situation umzugehen, denn nur so kann aus Stiefeltern ein Teil der Familie werden und nur so kommt es zu einem harmonischen miteinander. Wichtig für den Beziehungsaufbau ist, dass auch beide Elternteile mit dem Stiefvater oder der Stiefmutter klar kommen oder sich zumindest neutral verhalten. Wenn Kindern ein guter Rahmen geboten wird, dann ist eine Annäherung an die Stiefeltern meist nur eine Frage der Zeit und das Märchen der "bösen Stiefmutter" oder des "bösen Stiefvaters" gehört dann meist relativ schnell der Vergangenheit an.