1. März 2010
Der althergebrachte Begriff der Familie beginnt immer mehr sich zu wandeln. Es entstehen die so genannten Patchworkfamilien, diese neue Lebensform ist für die Betroffenen meist eine große Herausforderung.
Damit sie funktioniert, brauchen die Familienmitglieder eine hohe Toleranz und Akzeptanz der Stiefelternteile und Stiefgeschwister. Die getrennten Familien müssen durch die Kinder zu einer Großfamilie zusammenwachsen. Bringen zum Beispiel beide Partner Kinder mit in die neue Beziehung, sind diese mit einem Stiefelternteil und Stiefgeschwistern konfrontiert. Durch den jeweiligen nicht im Haushalt lebenden Elternteil haben die Kinder noch einmal verschiedene Großeltern. Oft treffen sie dann auch noch bei dem getrennt lebenden Elternteil auf neue Familienmitglieder, wie neue Partnerin oder Partner und eventuell auch deren Kinder und müssen sich zum Beispiel an den Besuchswochenenden wieder auf neue Beziehungen einlassen. Dies kann für Kinder bereichernd sein, weil sie viele unterschiedliche Bezugspersonen haben, es kann aber auch sehr anstrengend und verwirrend sein. Die Kinder müssen sich immer wieder auf neue Regeln, Gewohnheiten und Verhaltensweisen einlassen. Dafür braucht es vor allen Dingen eine gehörige Portion an Flexibilität. Oft trauern die Kinder noch um ihre Herkunftsfamilie und brauchen Zeit, um die Trennung oder den Tod eines Elternteils zu verarbeiten. Auch die Eltern müssen erst einmal mit der Vergangenheit abschließen, um offen für eine neue Beziehung zu sein. Zwischen den Stiefgeschwistern kann es oft zu Rivalitäten kommen, aber dies kann auch bei leiblichen Geschwistern passieren und es ist die Frage wie alle Beteiligten damit umgehen. Die Kinder sollten im leiblichen Elternteil einen zuverlässigen Partner finden, der zu ihnen hält und immer ein offenes Ohr hat. Der leibliche Elternteil muss genügend Aufmerksamkeit und Zuwendung geben, damit sich die Kinder nicht verloren fühlen.
Die Partner, die sich neu gefunden haben, haben meist sehr hohe Erwartungen an die neue Partnerschaft, aber mit Kindern sollten von vorneherein Tiefpunkte mit eingeplant werden. Bevor man endgültig zusammenzieht, sollte immer erst behutsam an Wochenenden ein Zusammenleben erprobt werden. Für die Partner ist es wichtig, dass sie in Erziehungsfragen eine gemeinsame Linie finden und sich genau absprechen. Der nicht im Haushalt lebende Elternteil muss akzeptiert werden, dies ist für Kinder sehr wichtig, denn sie lieben beide Elternteile.
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