8. März 2010
Die meiste Erziehung in Heimen hat zum Ziel, dass die Kinder und Jugendlichen in ihre Familien zurückkehren können. Es ist erwünscht, dass die Eltern eng mit dem Heim zusammenarbeiten. Natürlich nur wenn die Kinder und Jugendlichen in ihren Familien nicht gefährdet sind.
Die Heimerziehung verfolgt verschiedene Ziele. Die Kinder leben und wohnen im Heim uns sollen in allen Belangen unterstützt und gefördert werden. Dabei ist das wichtigste Augenmerk die Zukunftsperspektive. Bestehende Schwierigkeiten und Auffälligkeiten sollen derart verringert werden, dass das Kind entlastet wird. Kinder sollen lernen ihre Probleme zu meistern, mit Konflikten umgehen zu können und das Selbstbewusstsein soll gestärkt werden. Letztendlich sollen Jugendliche zu einer Berufsausbildung und einer Selbstständigkeit geführt werden. Damit sind die Perspektiven für Heimkinder gar nicht so schlecht. Früher hafteten Heimkinder immer viele Vorurteile an, doch mittlerweile begreift ein Großteil der Gesellschaft, dass es sich um eine Hilfemaßnahme handelt und keinen Makel bedeutet.
Viele Heimkinder sind traumatisiert, kommen aus zerrütteten Verhältnissen und einem schwierigen sozialen Hintergrund. Oft erfahren sie im Heim zum ersten Mal einen geregelten Alltag, Fürsorge und Aufmerksamkeit. Heimkinder wurden oft stigmatisiert und abgestempelt, dabei steht hinter jedem Kind ein ganz individuelles Schicksal. Jedes Heimkind könnte eine lange und traurige Geschichte erzählen. Sie haben schon früh Bindungsverluste erlebt, diese negativen Erfahrungen wollen verarbeitet und kompensiert werden. Dafür brauchen die Heimkinder zuverlässige und liebevolle Bezugspersonen. Wenn sie Halt, Unterstützung, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Sicherheit erfahren, sind die Perspektiven für die Zukunft sogar gut. Das therapeutische und heilpädagogische Angebot unterstützt die Kinder in ihrer Entwicklung. Wenn die Heimerziehung glücklich verläuft, können die Kinder eine gute Beziehung zu ihrer Bezugsperson aufbauen und erfahren Zuverlässigkeit und eine tragfähige Bindung. Kinder sind der Willkür von Erwachsenen ausgeliefert, deshalb braucht es verantwortungsbewusste und liebevolle Menschen, welche die Kinder erziehen. Heimkinder haben meist schon Verletzungen erfahren und dies darf sich nicht wiederholen, sie brauchen Stabilität und Sicherheit. Dann können sie Kräfte mobilisieren, die auf eine positive Zukunft gerichtet sind. Mehr als andere Kinder sind Heimkinder verunsichert, denn oft wissen sie nicht wo sie in der Zukunft leben werden und was auf sie zukommt, diese Belastung muss so gering wie möglich gehalten werden.
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