2. September 2011
Amerikanische Forscher stellten fest, dass Kinder, die zweisprachig aufwachsen, die typischen Sprachmuster der beiden Sprachen erst später erkennen können als ein Kind mit nur einer Muttersprache. So geschehe dies erst im Alter zwischen zehn und zwölf Monaten, während bei Kindern, die mit nur einer Sprache aufwachsen, das Gehirn auf die typischen Laute der Muttersprache reagiert. Man weiß schon seit einiger Zeit, dass Säuglinge nach wenigen Monaten die Melodie ihrer Muttersprache erkennen, aber wie das Gehirn bei zwei Sprachen reagiert, war bislang unerforscht.
Mit Hilfe von EEG-Untersuchungen, bei denen die Kinder eine leichte Kappe trugen, haben Forscher in regelmäßigen Abständen ihre Gehirnströme aufgezeichnet. Bei verschiedenen Tests wurden den Kindern, die entweder englisch, spanisch oder bilingual aufwuchsen einzelne Sprachmelodien vorgespielt - zuerst die in beiden Sprachen ähnlich klingenden Lautabfolgen, später die für die englische und spanische Sprache typischen, einzigartigen Laute. Das Gehirn monolingual aufwachsender Kinder reagierte bereits im Alter zwischen sechs und neun Monaten mit einem bestimmten Hirnstromsignal auf die Reize. Bei Kindern, die sich mit zwei Sprachen konfrontiert sahen, zeigte sich dagegen noch keine Reaktion, die sich aber dann nach zehn bis zwölf Monaten auch einstellte, was wahrscheinlich an der Verarbeitung der größeren Vielfalt der Sprachlaute liegt.
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