29. Juni 2011
Von Marco Stephan
Zu Hause bleiben oder nicht, das ist die Frage, mit der viele Eltern sich spätestens nach der Geburt konfrontiert sehen. Wenn Sie nicht zufällig freiberuflich tätig sind und innerhalb der eigenen vier Wände Ihr Geld verdienen dürfen, ist es ziemlich schwierig, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Denn das Kindergeld mag von staatlicher Seite üppig berechnet sein, ist in der rauen Wirklichkeit jedoch nur ein schwacher Ausgleich für ein vollwertiges Monatsgehalt.

Doch angesichts der zunehmend steigenden Preise für Tagesmütter, Kindergärten- und Krippenplätze dezimiert sich der monatliche Kontoeingang auch dann, wenn Sie weiterhin Ihren Beruf ausüben. Es lohnt sich also, die Vor- und Nachteile vom Dasein als Hausfrau bzw. Hausmann genau abzuwägen.
Wenn ein Elternteil zu Hause bleibt, können Sie sich von den Kosten für Kindergärten und langwierige Verhandlungen mit Babysittern ersparen. Während die meisten Familien in Deutschland es sich aus finanzieller Sicht durchaus leisten können, ein Kind im Kindergarten unterzubringen, würde diese Lösung jedoch bei zwei und mehr Kindern doch die eine oder andere Haushaltskasse in der Bundesrepublik sprengen. Wer der Kinder wegen zu Hause bleibt, riskiert jedoch, am Lebensabend dafür zu büßen. Denn obwohl der Hausfrauenberuf ein Knochenjob ist, bringt er so gut wie kein Geld in die Altersvorsorge ein. Manchmal kann sich daher eine Halbtagslösung am Ende am besten bezahlt machen. So geben Sie nur die Hälfte an Betreuungskosten aus und können dennoch einer festen Tätigkeit nachgehen, um für später vorzusorgen.
Wer von den Eltern auch immer zu Hause bleibt, kommt in den Genuss, aktiv am Leben der Kinder teilzunehmen. Und dabei geht es nicht nur ums Kochen und Wäschewaschen. Sie können bei Wandertagen in der Schule als Aufsichtsperson mit vor Ort sein und auch an allen anderen Aktivitäten teilnehmen, die eine Rolle im Leben ihres Kindes spielen. Der große Nachteil ist jedoch, dass jeder von uns, so sehr wir unsere Kinder auch lieben, irgendwann das Bedürfnis nach Gespräche mit Erwachsenen haben. So wie wir in einer Diät fürchterlichen Appetit nach Schokolade bekommen, so wollen wir nach all dem süßen Baby-Gebrabbel auch einmal Worte in ordentlicher Weise artikulieren.
Wenn Sie sich für eine berufliche Auszeit entscheiden, müssen Sie keinen Vorgesetzten um Erlaubnis bitten, ob Sie ihr krankes Kind von der Schule abholen dürfen. Sie tun es einfach. Und Sie müssen sich auch nicht mit einem schlechten Gewissen plagen, weil unerwartet Überstunden anstehen und Sie dadurch Sohnemanns erstes Geigenkonzert verpassen. Dabei sollten Sie jedoch nicht vergessen, dass Ihr Kind spätestens mit 16 Jahren alt genug ist, um im Haushalt allein sein zu können. Es braucht dann niemanden mehr, um mit Essen und frischer Wäsche versorgt zu werden. Wie steht es dann um Sie? - Können Sie nach so einer langen Pause wieder in Ihren Beruf zurückkehren? Die Antwort hängt maßgeblich davon ab, in welchem Arbeitsfeld Sie tätig sind. Dennoch sollten Sie bei der Entscheidung, ob Sie zu Hause bleiben oder nicht, auch Ihre eigene Zukunft vor Augen haben. Vergessen Sie nie, dass Sie Ihrem Kind auch dadurch einen guten Dienst erweisen können, indem Sie wegen Ihres beruflichen Erfolges als Vorbild dienen können.
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