22. April 2010
Großeltern gehören einer anderen Generation an, sie haben andere Werte und Normen kennen gelernt. Daher unterscheidet sich der Erziehungsstil oft von dem der Eltern und manchmal kommt es zu Meinungsverschiedenheiten. Großeltern stehen aber auch nicht mehr so in der Verantwortung wie die Eltern und können deshalb vieles viel gelassener angehen.
Die Pädagogik ist einem ständigen Wandel unterworfen, immer wieder gibt es neue Erkenntnisse und ein Erziehungsideal ändert sich. Sei es nun, dass es sich um Fragen der Erziehung oder um die gesunde Ernährung der Kinder handelt, nicht immer sind Eltern und Großeltern einer Meinung. Engagierte Großelternschaft bedeutet auch, dass man mit der Zeit geht und sich informiert. Die Wünsche und Anweisungen der Eltern sollte man immer respektieren und ihre Autorität nicht untergraben. Klare Absprachen und gemeinsame Ziele sind hierbei sehr hilfreich. Die Eltern wiederum sollten den Großeltern zugestehen, dass diese einen Verwöhncharakter haben. Die Kinder erleben vielleicht Widersprüche in der Erziehung, aber das kann auch eine sehr wichtige Erfahrung sein und das Kind profitiert von unterschiedlichen Aspekten. Kinder brauchen Grenzen und Kinder brauchen klare Regeln, danach können sie sich orientieren. Ziehen Eltern und Großeltern nicht am gleichen Strang, kann das für das Kind eine große Unsicherheit bedeuten. Aber Kinder sind auch schlau und haben schnell den Dreh raus, was sie bei wem dürfen und was nicht. Im Extremfall lernen sie auch Erwachsene gegeneinander auszuspielen. Aber all diese Erfahrungen sind Lernschritte.
Wenn Großeltern allerdings an völlig veralteten Erziehungsmethoden festhalten, wie "ein Kind muss man auch mal schreien lassen", oder "eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet", kann dies natürlich auf keinen Fall toleriert werden. Denn solche Erziehungsmaßnahmen schaden den Kindern. Sicherheit und die Bedürfnisses des Kindes wahrzunehmen sind die obersten Gebote in der Kindererziehung. Auch Großeltern müssen mit der Zeit gehen und sich anpassen, auf keinen Fall dürfen sie pädagogische Tipps geben die nicht mehr zeitgemäß sind oder versuchen die Eltern zu bevormunden. Die Eltern und Großeltern sollten in einem ständigen Dialog sein und sich genau absprechen. Wichtig ist hierbei, dass die Großeltern die Eltern als die Hauptverantwortlichen bei der Erziehung anerkennen. Umgekehrt sollten aber auch Vorschläge der Großeltern willkommen sein.
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