30. Juni 2007
Deutschland ist im Vergleich mit anderen Ländern frauen- und geschlechterpolitisch ein Entwicklungsland. „Wir haben tatsächlich viel nachzuholen“, sagt Bundesministerin Ursula von der Leyen im Interview mit dem Apothekenmagazin Baby und Familie und betont: „Es geht auch um die Männerrolle“.
In Deutschland herrschten noch „tradierte Rollenbilder“ vor. „Die Folge ist, dass Frauen zwischen Beruf und Kinder wählen müssen und noch zu wenig Unterstützung durch ihren Partner, Gesellschaft und Arbeitgeber da ist, wenn sie beides möchten.“ In anderen Ländern wie Frankreich, Schweden, Dänemark habe sich in der Wirtschaft die Erkenntnis durchgesetzt, dass familienbewusste Strukturen von Vorteil sind.
Teilzeit, Telearbeit und Betriebskindergärten – das sind klare Signale: „Eltern sind willkommen und werden gefördert“, sagt von der Leyen. Deshalb das neu eingeführte Elterngeld: „Aus der Kinderzeit, die bisher als Frauenproblem galt, wird jetzt hoffentlich eine Zeit, die im Betrieb ernst genommen und gemeinsam gestaltet wird.“ Die Partnermonate des Elterngeldes schafften neue Wirklichkeiten. „Je akzeptierter die Rolle des Vaters ist, umso mehr fordert die Gesellschaft ein neues Rollenbild ein“, so von der Leyen.
Frauen müssten die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten voll auszuschöpfen. „Das geht nur in Partnerschaft mit den Männern – mit gegenseitigem Respekt und Achtung.“
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