Für eine positive kindliche Entwicklung: Erziehung, Aufgabenteilung und Tipps der eigenen Eltern

Das Eltern-Kind-Verhältnis wird hauptsächlich geprägt durch den Bewusstseinsgrad der Eltern. Je bewusster die Eltern ihr Kind wahrnehmen und mit ihm umgehen, desto besser und intensiver wird sich auch das Verhältnis gestalten. Was können Eltern für eine positive kindliche Entwicklung tun? Eine ganze Menge. Lesen Sie, worauf es bei einer positiven Eltern-Kind-Beziehung ankommt und was in Sachen Erziehung, Aufgabenteilung und Co. beachtet werden sollte.

Eine positive Eltern-Kind-Beziehung ist für die kindliche Entwicklung sehr wichtig - wir geben Tipps, wie Eltern den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden können

Das Verhältnis zwischen Eltern und Kind

Was eine bewusste Elternschaft ausmacht

Bewusste Elternschaft bedeutet,

  • die gesunde Entwicklung des Kindes zu fördern
  • es zu unterstützen und
  • ihm genügend Liebe und Aufmerksamkeit zu geben.

Es bedeutet auch,

  • Zeit zu haben
  • sich Zeit zu nehmen und
  • die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen.

Babys haben keine andere Möglichkeit, ihre Bedürfnisse auszudrücken, als durch Schreien. Da heißt es die Ruhe bewahren, auf das Kind eingehen und Schreianfälle nicht persönlich zu nehmen. Kinder sind nicht wirklich berechnend, sie bringen nur ihre Bedürfnisse zum Ausdruck. Gehen Eltern darauf ein, mit liebevoller Zuwendung, dann stärkt dies das Urvertrauen des Kindes und lässt das Eltern-Kind-Verhältnis zu einer zuverlässigen Instanz werden.

Was eine Eltern-Kind-Beziehung bedeutet

Schon Säuglinge nehmen an der Interaktion zu ihrer primären Bezugsperson teil, ihre emotionale und soziale Entwicklung ist von der Bezugsperson abhängig. In den letzten Jahrzehnten ist man immer mehr dazu übergegangen, die Entwicklung des Kindes ganzheitlich zu betrachten. Die Beziehung zu den Eltern prägt das Kind und fördert seine gesamte Entwicklung.

Ein gutes Eltern-Kind-Verhältnis stärkt

Vater-Kind-Beziehung

Heute wird nicht mehr nur das Mutter-Kind-Verhältnis als wichtig angesehen, die Väter sind genauso gefragt und ein Kind kann sich am besten in einem Beziehungsnetz entwickeln. Jede Familie hat eigene Kommunikationsmuster und ganz spezielle Beziehungsformen. In diese wächst das Kind hinein und lernt so zu agieren.

Emotionale und soziale Kompetenzen entwickeln

Je nachdem wie der Umgang miteinander ist, lernt das Kind emotionale und soziale Kompetenz. Erfahren Kinder Sicherheit in dem Eltern-Kind-Verhältnis und die Fähigkeit miteinander zu kommunizieren, so lernen sie auch die Fähigkeit, sich auszutauschen und Bedürfnisse zu äußern.

Schon in den ersten Lebensjahren etablieren sich Beziehungsmuster, wie die Familienmitglieder miteinander umgehen. Kinder lernen vor allen Dingen durch Nachahmung und werden das Verhalten der Eltern imitieren. Damit haben die Eltern eine große Verantwortung, was sie dem Kind vorleben.

Da nutzt es wenig, zu diskutieren oder zu schimpfen, wenn das eigene Verhalten ambivalent ist. Die emotionale Verfügbarkeit der Eltern hat eine große Bedeutung für eine sichere Beziehung und ein gutes Eltern-Kind-Verhältnis.

Die Aufgabenteilung der Eltern

Die Aufgabenteilung der Eltern kann sich ganz unterschiedlich gestalten und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Es gibt die klassische Rollenverteilung, aber auch andere Modelle, je nachdem wie sich die Eltern arrangieren.

Aufgaben für Väter

Wenn die Mama stillt, ist sie zwangsläufig eher für das Baby zuständig, aber trotzdem kann der Vater

Immer mehr Männer wollen sich aktiv in ihre Vaterrolle einbringen und an der Entwicklung des Kindes teilhaben. Auch immer mehr Männer schlüpfen in die Rolle des Hausmannes und ermöglichen ihrer Partnerin eine berufliche Karriere.

Das Wohl des Kindes liegt im Fokus

Für welches Modell auch immer die Eltern sich entscheiden, wichtig ist, dass sich beide damit wohl fühlen und es dem Kind gut geht. Dabei sollte kein Modell abwertend beurteilt werden, denn jede Rollenverteilung, wie immer sie sich auch gestaltet, hat ihre Berechtigung.

Das Kind profitiert am meisten von einer Lösung, bei denen sich alle gut fühlen. Je klarer die Aufgabenteilung geregelt ist, desto besser können sich alle daran orientieren.

Ein Baby kann ein Full-Time-Job bedeuten und oft ist man auch nachts noch gefordert. Werden die Aufgaben hierbei aufgeteilt, dann ist es für die Eltern leichter.

Das Zahnen ist meist eine anstrengende Zeit und die Drei-Monats-Koliken können das Kind plagen. Wenn sich dann nicht nur ein Elternteil verantwortlich fühlt, wird der andere Elternteil entlastet.

Baby und Karriere

Natürlich bleibt die Schwierigkeit bestehen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. In der Regel ist mindestens ein Elternteil berufstätig und kann sich schon wegen seiner beruflichen Abwesenheit nur bedingt einbringen. Aber es lässt sich immer ein Arrangement finden, um auch den das Baby betreuenden Elternteil zu entlasten.

Aufgabenteilung fördert zwischenmenschliches Vertrauen

Eine gemeinsame Verantwortlichkeit stärkt das "Wir-Gefühl" und schafft eine Vertrauensbasis. Auch für stillende Mamis ist es schön, wenn sie sich mal an den gedeckten Tisch sitzen können und nicht kochen müssen.

Gerade in den ersten drei Monaten kann das Einkaufen und Besorgungen machen sehr anstrengend mit einem Säugling sein. Dann ist es eine große Hilfe, wenn der andere Elternteil diesen Part übernimmt.

Sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen stärkt und belebt die Partnerschaft. Glückliche Babys brauchen eine glückliche Mama und deshalb ist eine Unterstützung so wichtig.

Kinder brauchen stärkere Zuwendung der Eltern

Fröhliche Mutter und Tochter
Je nach Kind ist der Bedarf von Zuwendung, den die Eltern geben müßen, unterschiedlich

In einer Zeit, in der es um schnelles Erreichen und Halten eines hohen Leistungsniveaus geht, kann es leicht passieren, dass Kinder von den eigenen Eltern nicht in ausreichendem Maß begriffen werden. Kinder müssen sich dann energischer eine Stimme verschaffen und ihren Eltern klar machen, welches Bedürfnis sie gerade haben.

Das Kind beobachten

Ein Kind hat wesentliche Grundbedürfnisse, die es im Laufe des Heranwachsens deutlich macht. Ist der erste Schrei nach Zuwendung vom ersten Moment auf Erden das plakativste Beispiel, so wird es im heranwachsenden Alter für das Kind schwieriger, sich bei seinen Eltern Gehör zu verschaffen.

Den Eltern ist die Tragweite für das Kind, das die eigenen Bedürfnisse in ausreichendem Maß unerfüllt behält, meistens nicht klar. Eltern

  • weisen das Kind im Alltagsdruck ab
  • argumentieren für sich, dass das Kind mehr Selbständigkeit erlernen soll und
  • verlieren das Gefühl für das, was so einfach zu geben ist, wenn man sich auf sein eigenes Kind einlassen möchte.

Bedürfnisse nicht überhören

Mit Eintritt des Kindes in Ihr Leben haben Sie sich dafür entschieden, sich um die Bedürfnisse Ihres Kindes zu kümmern und das so lange, wie es Ihre Fürsorge und Zuwendung benötigt - alles entsprechend des Kindesalters und den individuellen Bedürfnissen des Kindes. Jedes Kind bringt seine eigenen Themen mit und hat seine eigenen Probleme. Schulen Sie sich darin, den Blick für Ihr Kind nicht in der Selbstverständlichkeit zu verlieren.

Kinder verändern sich so schnell und wachsen körperlich und im Inneren so rasant, dass man förmlich zusehen könnte. Umso wichtiger ist es, die in der jeweiligen Entwicklungsphase aufkommenden Bedürfnisse des Kindes zu erfüllen und sich Zeit für sein Kind zu nehmen.

Kinder, deren Bedürfnisse in ausreichendem Maße erkannt und erfüllt wurden, können diese Bedürfnisse mit der Zeit sättigen und ablegen. Auf diese Weise entwickeln sich ausgeglichene Kinder und Jugendliche. Natürlich ist es unter dem Druck des Alltags und auch beim Zusammenleben mit mehreren Kindern nicht einfach, jedem Kind die ausreichende Aufmerksamkeit und Zuwendung zu geben.

Kinder bekommen sofort mit, wenn der Erwachsene gereizt ist und beziehen das umgehend auf sich selbst. Sie übernehmen sozusagen für etwas Verantwortung, nehmen das Gefühl des Erwachsenen an und versuchen es zum Beispiel wieder gut zu machen, sich ruhiger zu verhalten oder sind emotional verletzt.

Seien Sie liebevoll und fair

Bereits die Nichtbeachtung eines Kindes kommt für das Kind einer emotionalen Verletzung gleich. Die einen Kinder kommen besser damit klar als die anderen. Damit sich dieses Verhalten bei Ihnen und Ihrem Kind nicht einstellt, setzen Sie für sich Prioritäten.

Überlegen Sie sich, was Sie für sich tun müssen, damit Sie

  • Ihrem Kind gegenüber ausgeglichen sein können
  • den Bedürfnissen Ihres Kindes kindergerecht entgegenkommen können und
  • Ihr Kind auf diese Weise annehmen und sättigen können, anstelle es durch Gereiztheit oder gestresstes Reden in seinen Bedürfnissen von sich zu weisen.

Lernen Sie für sich ein Verhalten, in dem Sie für Ihr Kind da sein können und in dem Sie noch Zeit haben, sich einen Überblick über den aktuellen Zustand Ihres Kindes zu machen.

Kinder können mitunter das Gefühl der Ungerechtigkeit in sich vertiefen, wenn:

  • ihnen nicht in ausreichendem Maße zugehört wurde
  • ihnen die Möglichkeit sich zu entfalten genommen wurde
  • sie nicht in den Arm genommen wurden
  • ihre Bedürfnisse nicht von den Eltern in ausreichendem Maß erkannt wurden

All diese Kriterien steigern sich, wenn es weitere Geschwister gibt, die vermeintlich glücklicher sind und aus den Augen des Kindes mehr Zuwendung erfahren. Übernehmen Sie als Elternteil die Verantwortung und behalten Sie den Überblick, wie es jedem einzelnen Kind in Ihrer Familie geht und was jedes einzelne wie sehr von Ihnen benötigt.

Weisheiten der Eltern fallen einem im Erwachsenenalter wieder ein

Mutter und Tochter
Die Weisheiten der Eltern werden einem erst viel später wieder bewusst

Im Aufwachsen eines Kindes sind die Eltern mal die mutigsten Abenteurer, mal die Universalwissenschaftler und mal diejenigen, die nichts verstehen. Und mit jenen verschiedenen Perspektiven verändern sich die Umgangsweisen zwischen Eltern und Kindern.

Vor allem in der Pubertät sind die Ratschläge der Eltern zwar noch immer gutherzig gemeint und oft auch goldrichtig für die jeweilige Situation, nur leider sieht das der Jugendliche nicht im selben Verhältnis, sondern geht oftmals auf Konfrontation und bestärkt sich darin, seinen eigenen Weg zu gehen. Umso interessanter ist es, dass es meist diese Worte der Eltern sind, die dem später Erwachsenen in Erinnerung bleiben.

Eltern helfen beim Durchleben von Krisen

Wenn man selbst in einer Krise steckte, weil

  • der Freundeskreis gerade stressig war
  • es zu viele Cliquenspaltungen gab
  • der erste Liebeskummer begann oder
  • man sich selbst einfach nicht leiden konnte,

dann waren es die Worte der Eltern, die trösteten. Den meisten Teenagern ist es in der jeweiligen Situation nicht immer möglich den Trost anzunehmen, da sie zu sehr in ihren Gefühlen sind und in den Streitigkeiten oder dem Trennungsschmerz untergehen, so dass sie den Halt von außen schwer zu dem ihren machen können.

Dennoch ist das Reden und Zusammensein mit den Eltern in diesen Phasen äußerst wichtig. Auch wenn es für die Kinder nicht leicht ist, die Gefühle zu sortieren und für die Eltern schwer zu ertragen ist, ihre Kinder so leiden, weinen und verzweifeln zu sehen.

Geld und Geschenke

Das Thema Finanzen ist ein weiterer wichtiger Aspekt, den Kinder von ihren Eltern beigebracht bekommen. Sind die Eltern diejenigen Menschen, die kleine Kinderwünsche einfach so erfüllen können, so bekommt das Umsetzen von Wünschen mit dem Älterwerden des Kindes zunehmende Grenzen.

Die Wünsche werden teurer und können unverhältnismäßig sein, so dass es an den Eltern liegt, mit ihren Kindern zu reden, zu erklären, wann ein Geschenk oder ein Spielzeug gekauft werden kann, wann etwas zu teuer ist und warum und dass Geschenke einfach besonders bleiben müssen.

Es ist schön, wenn Eltern es schaffen, ein Geschenk in besonderer Form an ihr Kind zu vergeben und wenn sie mit ihnen im Gespräch bleiben, nicht ohne Grund nein sagen und altersgerecht erklären, warum Entscheidungen aus Elternsicht so getroffen werden. Aus der Sicht eines Kindes gibt es keinen härteren Fall herab auf den Boden der Realität als durch eine entsprechende Ansage durch die eigenen Eltern.

Respekt vor den Dingen anderer

Geht es um das Kaputtgehen von etwas und der Nichtachtung des Kindes von Gegenständen im Haushalt, dann kann ab einem bestimmten Alter des Kindes der Satz "Das sind nicht deine Sachen und du kannst dich nicht aufführen, als ob dir hier alles gehört" ganz schön hart treffen.

Kinder können in jener Zeit unterschiedlich darauf reagieren: sich angegriffen fühlen oder verstehen. Beim späteren Blick zurück wird die Art und Weise, wie der Satz gesagt wurde, eventuell immer noch für ein Kopfschütteln sorgen, aber der Inhalt wird spätestens jetzt nachvollziehbar sein.

Das Erwachsenenalter kommt früh genug

Viele Eltern und auch Verwandte sagen zu Ihren Kindern, dass sie sich gar nicht so sehr wünschen sollten, schnell erwachsen zu werden. Das Erwachsenenleben beginnt früh genug und bringt genügend Probleme mit sich.

Die Leichtigkeit der Kindheit bleibt nicht vielen Erwachsenen vorbehalten - weder in der Lebensform als Single noch als Elternteil. Die wachsende Verantwortung kann ein immer schwerer werdendes Gewicht auf den Schultern des Erwachsenen werden. Daher ist es förderlich, wenn Kinder von Anfang an für sich herausfinden müssen,

  • was sie können
  • was sie ablehnen und
  • wofür sie sich interessieren.

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  • Portrait of a laughing young mother with her daughter © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

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