25. Februar 2010
Einzelkindern begegnet man immer wieder mit Vorurteilen. Die gängigen Klischees über Kinder die ohne Geschwister aufwachsen halten sich hartnäckig.
Einzelkinder sollen verwöhnt und verzogen sein, sie sind eigenbrötlerisch und können nicht teilen. Sie können sich nicht richtig durchsetzen und man unterstellt ihnen, dass sie egoistisch sind. Einzelkinder haben einen schlechten Ruf und immer wieder hört man in bestimmten Situationen "typisch Einzelkind". Doch Einzelkinder sind wesentlich besser als ihr Ruf. Einzelkinder sind nicht selbstsüchtig und sie haben auch kein übersteigertes Selbstwertgefühl. Vielmehr erwerben die meisten Einzelkinder schon sehr früh soziale Kompetenz. Einzelkinder gehen im Durchschnitt früher in Betreuungseinrichtungen als Kinder mit Geschwistern. Dort können sie ihre sozialen Fähigkeiten schulen. Einem Einzelkind wird normalerweise mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung zuteil als einem Kind mit Geschwistern. Dies stärkt aber in der Regel sein Selbstwertgefühl und auch die Selbstwahrnehmung. Einzelkinder werden nicht immer überbehütet und zur Unselbstständigkeit erzogen. Vielmehr lernen sie schon früh Verantwortung zu übernehmen und zeigen als Erwachsene eine große Selbstständigkeit. Selbstverständlich spielen die Eltern und deren Erziehung eine große Rolle für die gesunde Entwicklung des Kindes. Diese scheint wesentlich ausschlaggebender zu sein als die Position in der Familienkonstellation.
Es gibt viele Studien über Einzelkinder, die belegen, dass sie über die gleichen sozialen Fähigkeiten verfügen wie Kinder mit Geschwistern. Einzelkinder sind tolerant, feinfühlig und suchen in Konfliktsituationen gewaltfreie Lösungen. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern und auch hier spielt das Elternhaus und dessen Vorbild eine entscheidende Rolle. Es gibt auch immer wieder Einzelkinder, die deren Klischee bedienen. Einzelkindern, die hauptsächlich mit Erwachsenen zu tun haben, sagt man nach, dass sie altklug wären. Genau deshalb ist es so wichtig, dass das Kind Kontakt mit anderen Kindern hat und nicht nur in einer Erwachsenenwelt lebt. Man unterstellt Einzelkindern, dass sich das Fehlen von Geschwisterkindern ausschließlich negativ auswirkt. Dabei können Geschwisterkinder aber auch in einem ständigen Konkurrenzkampf sein. Auch sagt man Einzelkindern nach, dass ihnen oft langweilig ist und sie sich einsam fühlen. Dabei können sich Einzelkinder in der Regel besonders gut mit sich selbst beschäftigen und finden oft kreative Lösungen. Über Einzelkinder gibt es widersprüchliche Daten, die nur zeigen, dass man nie etwas verallgemeinern kann.
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