23. Dezember 2010
Wer kennt sie nicht, die berühmte Wiesn? Jedes Jahr steigt in München das größte Oktoberfest auf der ganzen Welt, ein großer Teil der Gäste reist sogar von anderen Kontinenten an, nur um einmal an diesem Spektakel teilnehmen zu können. Daher sieht man neben eingefleischten Münchnern auch häufig Asiaten und US-Amerikaner, die besonders den traditionellen Charakter des Münchner Oktoberfestes schätzen.
Die Wiesn hat ihren Namen vom jährlichen Austragungsort, der Theresienwiese. Dies verwandelt sich stets Ende September in einen Tummeplatz für Jung und Alt. Über mangelnde Resonanz können sich die Betreiber des Oktoberfestes selten beschweren, durchschnittlich 6 Millionen Menschen statten der Wiesn jedes Jahr einen Besuch ab. Ohne seine langjährige Tradition wäre das Münchner Oktoberfest nur ein Volksfest wie jedes andere auch. Oktoberfeste gab es in Bayern früher nämlich zuhauf. Die Brauereibetreiber mussten ihre Vorräte loswerden, um Platz zu schaffen für das neu gebraute Märzenbier. Auch heute noch spielt dieses spezielle Festbier eine ganz besondere Rolle auf dem Münchner Oktoberfest. Das Märzen hat eine höhere Stammwürze als gewöhnliche Biere und damit auch mehr Alkohol. Nicht von ungefähr klagen die Behörden jedes Jahr über Hunderte als Alkoholleichen, die es mit dem Märzen ein wenig zu gut gemeint haben.
Die Wiesn ist jedoch auch wegen ihrer ganz besonderen Eigenheiten eine wahre Rarität. So gibt es auf dem Gelände spezielle Festzelte, in die man nur hineingelassen wird, wenn man einen bestimmten Promistatus innehat. Umgekehrt schickt es sich für jeden in Deutschland lebenden Prominenten, sich mindestens einmal auf der Wiesn sehen zu lassen. Normale Oktoberfestbesucher haben nicht nur das Problem, dass sie nicht überall hineingelassen werden, sie müssen auch früh da sein und mit möglichst vielen Leuten anreisen, um überhaupt einen Tisch in einem der Bierzelte zu bekommen. Die Devise lautet nämlich: wer aufsteht, verliert. Einmal aus dem Festzelt heraus, kommt man so schnell nicht wieder hinein.
Neben Bier und Blasmusik gibt es auf dem Münchner Oktoberfest natürlich eine Vielzahl verschiedener Fahrgeräte und Imbissbuden, an denen moderne und traditionelle Leckereien verkauft werden. Es gilt das ungeschriebene Gesetz, das Wiesnbesucher in traditioneller bayerischer Tracht zu erscheinen haben. Für die Herren bedeutet das Lederhosen mit Hemd, für die Damen das berühmte Dirndl. Auch hierbei gibt es einiges zu beachten. Die Bindart der Schleife gibt nämlich Auskunft darüber, ob die Dame Single oder aber in festen Händen ist.
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