19. Januar 2011
Das Wattenmeer ermöglichst es dem geneigten Wanderer, auf dem Grund des Meeresbodens zu spazieren, ohne dabei eine Sauerstoffflasche tragen zu müssen. Wenn die Flut einsetzt, ist es jedoch höchste Zeit, an Land zurückzukehren. Grundsätzlich sollte man ohne ausgebildeten Führer nie zu tief ins Watt eindringen, man bringt damit nicht nur sich selbst, sondern auch das Ökosystem Watt damit in Gefahr. Erkunden des Wattenmeers in der Nähe des Strandes ist aber davon zwar nicht betroffen, richtig Spaß an der Sache bekommt jedoch erst bei einer richtigen Wanderung.
Routen und Ziele gibt es zuhauf, nicht selten hat man daher die Qual der Wahl, welche Strecke man sich nun vornimmt. Besonders passionierte Wanderer neigen jedoch dazu, sich Routen auszusuchen, die was die Kilometer angeht genauso lang sind wie ihre üblichen Wanderwege. Sie vergessen dabei, dass Wandern im Watt etwas ganz anderes ist als auf dem Festland. Selbst an verhältnismäßig trockenen Stellen sinkt man sehr tief mit den Schuhen ein, jeder Schritt bedeutet im Watt eine große Anstrengung. Noch kräftezehrender wird es, wenn man bis zu den Knien in einem Priel versinkt, dann ist echte Muskelarbeit gefragt.
Man sollte sich daher nicht zu viel vornehmen und erst einmal sehen, wie man mit dem ungewohnten Element zurechtkommt. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte noch einmal eine Extraportion Vorsicht walten lassen. Die Kleinen haben es noch viel schwerer als die Erwachsenen bei der Fortbewegung im Watt, außerdem werden sie bei Nässe und Kälte schnell quengelig. Eine kürzere Route trägt dazu bei, den Familiensegen in der Horizontalen zu halten.
Drei bis vier Stunden sollte man für eine richtige Wanderung auf jeden Fall einplanen. Schließlich möchte man auch ein attraktives Ziel haben und nicht etwa nur sinnlos durch das Watt spazieren.
Ein besonders schönes Ausflugsziel ist zum Beispiel die Insel Spiekeroog. Die Wanderung dauert vom Festland aus etwa vier Stunden, man legt währenddessen etwa neun Kilometer zurück. Belohnt wird man für diese Strapazen mit einer unglaublich idyllischen Atmosphäre und dem Blick auf saftige, gesunde Wiesen, wie man sie auf dem Festland nur noch selten findet. Hat man es erst einmal bis nach Spiekeroog geschafft, so lohnen sich ein paar Zusatzkilometer in eines der naheliegenden Dörfchen.
Weitere lohnende Ziele sind zum Beispiel Baltrum und Norderney. Hier wird man auf Wunsch auch traditionell verpflegt, eine Wattwanderung ist schließlich ein kräftezehrendes Erlebnis. Allerdings sollte man hierbei nicht vergessen, frische Kleidung in einer verschlossenen Plastiktüte mitzubringen. Kein Wirt ist erpicht darauf, das Watt direkt in seiner Gaststube zu haben.
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