Die Nebenmeere des Arktischen Ozeans

Vater und Sohn sitzen auf Bootssteg am Meer, schauen in den Sonnenuntergang, blauer Himmel

Das Nordpolarmeer und seine Nebenmeere

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Der Arktische Ozean ist auch unter der Bezeichnung Nordpolarmeer bekannt. Es handelt sich um den kleinsten Ozean der Erde und zählt zudem zu den flacheren Gewässern. Das Nordpolarmeer hat mehrere Randmeere. Diese Randmeere des Arktischen Ozeans weisen einige besondere Merkmale auf. Informieren Sie sich über die Nebenmeere des Arktischen Ozeans.

Merkmale des Arktischen Ozeans

Beim Arktischen Ozean handelt es sich um den kleinsten Ozean der Erde. So umfasst er eine Fläche von 14,09 Millionen km².

Seine Wassertiefe erreicht einen Durchschnitt von lediglich 987 Metern, weswegen er eher als flacheres Gewässer gilt. Mitunter wird der Arktische Ozean auch als Nebenmeer des Atlantiks oder als interkontinentales Mittelmeer angesehen.

Der Arktische Ozean wird auch als

  • Nordpolarmeer
  • Nördliches Eismeer
  • Arktische See oder
  • Arktik

bezeichnet. Aus wissenschaftlicher Sicht zählt er zu den fünf Ozeanen. Geographisch ist der Arktische Ozean in der äußersten nördlichen Hemisphäre der Erde zwischen den Kontinenten

Durch das Europäische Nordmeer und verwinkelte Meeresstraßen besteht eine Verbindung zum Atlantischen Ozean. Die einzige Verbindung zum Pazifischen Ozean bildet die Beringstraße.

Zuflüsse, Staaten und Inseln

Zu den wichtigsten Zuflüssen zählen

  • Ob
  • Jenissei
  • Kolyma
  • Lena
  • die Zuflüsse der Barentssee
  • der Yukon River sowie
  • der Mackenzie River.

Folgende Länder und Landteile grenzen an den nördlichen Gebieten mit dem Arktischen Ozean:

  • Russland
  • Norwegen
  • Island
  • Kanada und Grönland (Dänemark)
  • Alaska (USA).

Nennenswert sind noch einige Inseln und Inselgruppen, an die der Arktische Ozean grenzt:

  • Wrangelinsel
  • Spitzbergen
  • Semlja
  • Sewernaja
  • Nowaja Semlja
  • Neusibirische Inseln
  • Kolgujew
  • Island
  • Grönland
  • Königin-Elisabeth-Inseln mit Ellesmere-Insel
  • Franz-Joseph-Land
  • Banksinsel
Eisbär auf Eisplatte im Wasser
Eisbär auf Eisplatte im Wasser

Nebenmeere des Arktischen Ozeans

Obwohl der Arktische Ozean der kleinste Ozean der Erde ist, verfügt er dennoch über mehrere Nebenmeere. Dazu gehören die Beaufortsee, die Lincolnsee, die Wandelsee, die Grönlandsee, das Europäische Nordmeer, das Weiße Meer, die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie die Ostsibirische See und die Tschuktschensee.

Im Folgenden stellen wir die Nebenmeere einmal genauer vor.

Beaufortsee

Die Beaufortsee ist ein Randmeer des Arktischen Ozeans. Sie erstreckt sich von Alaska bis nach Kanada.

Geographische Aspekte der Beaufortsee

Die Beaufortsee (Beaufort Sea) umfasst eine Fläche von 476.000 km² und erreicht eine Tiefe von 4.683 Metern, wobei die Durchschnittstiefe bei 1.004 Metern liegt. Das Randmeer des Arktischen Ozeans verläuft von der North Slope Region an der Küste von Alaska bis zum Yukon- und Nordwestterritorium in Kanada.

Im Norden erstreckt sich die Beaufortsee bis nach Prince Patrick Island, während sie im Osten an die Banksinsel, die McClure Strait und den Amundsen-Golf grenzt. Als Namensgeber der Beaufortsee diente der britische Hydrograf Francis Beaufort (1774-1857). Über den Grenzverlauf des Gewässers bestehen noch heute Unstimmigkeiten zwischen den USA und Kanada.

Die Beaufortsee erstreckt sich nördlich von Alaska und Kanada
Die Beaufortsee erstreckt sich nördlich von Alaska und Kanada

Lincolnsee

Die Lincolnsee gilt als Arm des Arktischen Ozeans. Sie wurde nach Robert Todd Lincoln benannt.

Geographische Aspekte der Lincolnsee

Die Lincolnsee befindet sich nördlich von Grönland und dem Kanadisch-Arktischen Archipel. Über die Narestraße besteht eine Verbindung mit der Baffin Bay.

Der Verlauf des Nebenmeers geht vom Kap Columbia, das den nördlichsten Punkt Kanadas bildet, bis zum Kap Morris Jesup. Im Osten grenzt die Lincolnsee an die Wandelsee.

Benannt wurde die Lincolnsee nach Abraham Lincolns ältesten Sohn Robert Todd Lincoln (1843-1926). Für die Namensgebung verantwortlich war der amerikanische Polarforscher Adolphus Greely (1844-1935). Dieser befuhr das Gewässer während einer Expedition zwischen 1881 und 1884. An der Lincolnsee ist mit dem Militärstützpunkt Alert auf der Ellesmere-Insel die nördlichste menschliche Ansiedlung auf der Welt zu finden.

Geographische Lage des Kanadisch-Arktischen Archipels
Geographische Lage des Kanadisch-Arktischen Archipels

Wandelsee

Bei der Wandelsee, mitunter auch McKinley Sea genannt, handelt es sich um ein Randmeer des Arktischen Ozeans. Man findet sie nordöstlich von Grönland. Das Nebenmeer erstreckt sich vom Kap Morris Jesup im Westen bis zur Nordküste Spitzbergens im Osten.

Im Süden grenzt die Wandelsee an Nordostrundingen und die Grönlandsee. Zu dieser besteht eine Verbindung über die Framstraße.

Das Gewässer erreicht eine Ausdehnung von West nach Ost von ca. 800 Kilometern. Zu den typischen Merkmalen der Wandelsee gehört, dass sie beinahe das ganze Jahr über von Packeis bedeckt ist.

Benannt wurde die Wandelsee nach dem dänischen Polarforscher Carl Frederik Wandel (1943-1930). Dieser erforschte das Gebiet in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts.

Grönlandsee

An die Wandelsee grenzt die Grönlandsee, auch Grönlandmeer genannt. Sie verläuft von der Ostküste Grönlands bis zur isländischen Nordküste, der Insel Jan Mayen und Spitzbergen. Im Westen wird das Randmeer des Arktischen Ozeans über die Dänemarkstraße mit dem Atlantischen Ozean verbunden.

Im Osten bzw. Südosten grenzt die Grönlandsee an das Europäische Nordmeer, während im Norden durch die Framstraße eine Verbindung zur Wandelsee besteht. Als tiefste Stelle der Grönlandsee gilt das Molloytief. Es befindet sich 5607 Meter unter der Wasseroberfläche.

Insgesamt umfasst das Randmeer eine Fläche von 1.205.000 Quadratkilometern. Die Durchschnittstiefe liegt bei 1440 Metern.

Zusammengesetzt wird die Grönlandsee aus drei unterschiedlichen Becken. Dabei handelt es sich um das große Grönlandbecken, das Islandbecken sowie das kleine Jan-Mayen-Becken. Während die durchschnittlichen Temperaturen in den Wintermonaten zwischen -10 und -37 Grad Celsius schwanken, erreichen sie in den Sommermonaten 8-9 Grad Celsius.

Eisbär auf schwimmender Eisscholle
Eisbär auf schwimmender Eisscholle

Europäisches Nordmeer

Das Europäische Nordmeer gilt als Nebenmeer des Arktischen Ozeans. Es verbindet ihn mit dem offenen Nordatlantik.

Geographische Aspekte

Das Europäische Nordmeer befindet sich zwischen

und umfasst das südöstliche Tiefseebecken zwischen Skandinavien und Grönland. Die Gesamtfläche des Nebenmeeres beträgt ca. 1,1 Millionen Quadratkilometer. Da es kein Schelfmeer ist, kann es Tiefen bis zu 4.000 Meter erreichen. Die Durchschnittstiefe liegt bei rund 2000 Metern.

Im Nordwesten wird das Nordmeer von einer Linie von Ostisland bis zu den Färöer-Inseln begrenzt. Von dort aus verläuft die Begrenzung vom 61. Breitengrad bis zur Küste von Norwegen. Von dieser Linie wird die Grenze zur Nordsee gebildet.

Die Tiefseebecken des Nordmeers grenzen unterseeische Kontinentalhänge und Schwellen von den benachbarten Meeresregionen ab. Dazu gehören

  • der europäische Kontinentalschelf mit der Nordsee
  • der eurasische Kontinentalschelf mit der Barentssee
  • der Schottland-Grönland-Rücken sowie
  • die Mohns-Schwelle und
  • die Jan-Mayen-Schwelle.

Im Nordmeer kommt es zum Aufeinandertreffen unterschiedlicher Wassermassen, deren Ursprung im Nordatlantik und der Arktis liegt. Durch die Vermischung dieser Wassermassen entstehen wiederum neue Strömungen, die überaus wichtig für das arktische Klima und das Weltklima sind. Im Unterschied zu den meisten anderen Nebenmeeren des Arktischen Ozeans ist das Europäische Nordmeer das ganze Jahr über frei von Eis.

Geographische Lage der Grenze zwischen dem Atlantik und Arktik
Geographische Lage der Grenze zwischen dem Atlantik und Arktik

Weißes Meer (Weißmeer)

Bei dem Weißen Meer handelt es sich um ein Nebenmeer des Arktischen Ozeans. Man bezeichnet es auch als Weißmeer.

Geographische Lage des Weissmeers im Nordwesten Russlands
Geographische Lage des Weissmeers im Nordwesten Russlands
Geographische Aspekte

Das Weiße Meer grenzt im Norden an die russische Halbinsel Kola, im Westen an Karelien und im Süden an die Oblast Archangelsk. Es ist fast vollkommen vom Festland umgeben, besitzt aber einen Zugang zum Nordmeer, sodass es als Randmeer gilt.

Die Fläche des Weißen Meers beträgt etwa 90.000 Quadratkilometer. An seiner tiefsten Stelle ist es 350 Meter tief. Die durchschnittliche Tiefe liegt bei 67 Metern.

Das Weiße Meer teilt man in ein zentrales Becken und drei Buchten ein. Bei letzteren handelt es sich um

  • die Dwinabucht bzw. den Dwinabusen
  • die Onega-Bucht sowie
  • die Kandalakscha-Bucht.

Im Weißen Meer befinden sich auch einige Inseln. Dies sind die Morschowez-Insel und die Solowezki-Inseln.

Das alleinige Hoheitsrecht über das Weiße Meer obliegt Russland. Als wichtigster Hafen des Randmeers gilt Archangelsk. Bedeutendster Fluss ist die Nördliche Dwina. Seit 1933 besteht mit dem Weißmeer-Ostsee-Kanal auch eine Verbindung zwischen dem Weißen Meer und der Ostsee.

In den Wintermonaten frieren die Häfen des Weißen Meeres jedoch meist zu. So sind die Winter in der Region meist sehr streng mit Temperaturen bis zu -30 Grad Celsius, während im Sommer relativ warme Temperaturen erreicht werden.

Barentssee

Die Barentssee zählt zu den Randmeeren des Nordpolarmeers. Benannt wurde sie nach dem Seefahrer Willem Barents.

Geographische Lage der Barentssee
Geographische Lage der Barentssee
Geographische Aspekte

Zu finden ist die Barentssee zwischen

  • dem norwegischen Spitzbergen im Nordwesten
  • dem russischen Franz-Josef-Land im Norden
  • Skandinavien im Süden
  • der russischen Doppelinsel Nowaja Semlja im Osten sowie
  • dem Festland von Nordwestrussland.

Darüber hinaus grenzt die Barentssee

  • im Osten an die Karasee
  • im Westen an das Europäische Nordmeer und
  • im Süden an das Weiße Meer.

Die Durchschnittstiefe des Randmeeres liegt bei 230 Metern. Trotz der geographischen Lage im hohen Norden sind die meisten Häfen, die an der Barentssee liegen, das ganze Jahr über eisfrei, was einem Ausläufer des Golfstroms, dem Nordatlantikstrom, zu verdanken ist.

Benannt wurde die Barentssee nach dem niederländischen Seefahrer Willem Barents (1550-1597), der auch als Namensgeber für die Barentsinsel bei Spitzbergen diente. Barents zählte zu den ersten Europäern, die in der Arktis überwinterten. Außerdem entdeckte er die Doppelinsel Nowaja Semlja.

In der Barentssee kommen drei unterschiedliche Wassermassen vor. So findet man dort

  • kaltes polares Wasser
  • warmes und salzreiches Oberflächenwasser sowie
  • warmes und salzarmes Oberflächenwasser.

Bedeutendster Hafen an der Barentssee ist Murmansk. Die Stadt auf der Halbinsel Kola dient der russischen Nordmeerflotte als Marinestützpunkt. Das Gebiet der Barentssee gilt als reich an Öl- und Erdgasvorkommen.

Karasee

Nördlich von Nordrussland erstreckt sich die Karasee. Sie liegt zwischen Europa und Asien.

Geographische Lage der Karasee
Geographische Lage der Karasee
Geographische Aspekte der Karasee

Die Karasee befindet sich östlich der Barentssee und westlich der Laptewsee. Die westliche Grenze wird von der Inselgruppe Nowaja Semlja markiert, die die Form eines Bogens hat.

Die Ostgrenze bilden die Taimyr-Halbinsel sowie die Inselgruppe Sewernaja, während im Süden die Karasee an die Jamal-Halbinsel angrenzt. Diese geht südlich in das westsibirische Tiefland über.

Eine weitere Begrenzung bildet die Gydan-Halbinsel in der Nähe des nordsibirischen Tieflandes. Den Übergang zur Barentssee markiert die Karastraße bzw. Jugorstraße, während im Osten die Wilkizkistraße eine Verbindung zur Laptewsee herstellt.

Ihre tiefste Stelle von 620 Metern erreicht die Karasee nordöstlich von Nowaja Semlja. Die Durchschnittstiefe des Randmeeres beträgt 127 Meter, sodass die Karasee als relativ flaches Gewässer gilt. Bedeutendste Flüsse, die in die Karasee fließen, sind der Ob und der Jenissei, die sich auf das Klima des Nebenmeeres auswirken.

Laptewsee

Zwischen der Karasee und der Ostsibirischen See liegt ein weiteres Nebenmeer des Arktischen Ozeans: die Laptewsee. Benannt wurde sie nach dem russischen Marineoffizier und Forscher Chariton Prokofjewitsch Laptew (1700-1773) sowie dessen Vetter Dimitri Jakowlewitsch Laptew (1701-1771). Beide nahmen an Expeditionen in der Region teil.

Geographische Aspekte der Laptewsee

Die Laptewsee erstreckt sich von der Taimyrhalbinsel im Westen und der Inselgruppe Sewernaja Semlja im Nordwesten bis hin zu den Neusibirischen Inseln im Osten. Nordwärts hin verläuft sie bis zur ständigen Eisdecke des Arktischen Ozeans.

Ihre Gesamtfläche beträgt ungefähr 714.000 Quadratkilometer. Die Durchschnittstiefe liegt bei 578 Metern. An seiner tiefsten Stelle erreicht das Nebenmeer 2980 Meter unter dem Meeresspiegel.

Größter Fluss, der in die Laptewsee mündet, ist die ostsibirische Lena. Weitere bedeutende Zuflüsse sind

  • der Olenjok
  • der Anabar und
  • die Jana.

Siedlungen im Bereich der Laptewsee gibt es nur wenige. Dazu gehört zum Beispiel der Hafen Tiksi in der autonomen Republik Sacha.

Ostsibirische See

Die Ostsibirische See zählt zu den Randmeeren des Arktischen Ozeans. Sie befindet sich zwischen der Laptewsee und der Tschuktschensee.

Geographische Aspekte der Ostsibirischen See

Im Westen grenzt die Ostsibirische See an die Neusibirischen Inseln, die den Übergang zur Laptewsee markieren. Die östliche Begrenzung wird von der Wrangelinsel gebildet, die als Übergang zur Tschuktschensee gilt. Außerdem grenzt das Randmeer im Süden an die Küste von Ostsibirien.

Die Ostsibirische See gilt als relativ flaches Gewässer. So erreicht das Nebenmeer lediglich eine maximale Wassertiefe von 155 Metern. Zu den Flüssen, die in die Ostsibirische See münden, gehören

  • die Kolyma
  • die Indigirka
  • die Alaseja und
  • die Sundrun.

Tschuktschensee

Östlich von der Ostsibirischen See befindet sich die Tschuktschensee. Benannt wurde sie nach dem ostsibirischen Volk der Tschuktschen.

Geographische Aspekte der Tschuktschensee

Die Tschuktschensee erreicht eine Fläche von ca. 582.000 Quadratkilometern und geht im Norden in das Eismeer über. Im Nordwesten grenzt sie an die Wrangelinsel, die den Übergang zur Ostsibirischen See markiert. Weiter östlich bzw. nordöstlich liegen Alaska und die Beaufortsee.

Weiter im Süden kommt es zum Übergang zur Beringstraße, die wiederum eine Verbindung zum Beringmeer herstellt. Im Westen wird die Tschuktschensee von der Tschuktschen-Halbinsel und dem ostsibirischen Bergland begrenzt.

Da die Tschuktschensee sehr flach ist und lediglich eine Durchschnittstiefe von 77 Metern aufweist, lässt sie sich in der Küstenregion nur in den Monaten Juli bis Oktober von Schiffen befahren.

Neue Klimabedrohung - Nordpolarmeer setzt immer mehr Methangas frei

Grünes Polarlicht über Winterlandschaft in Spitzbergen, Norwegen
Unusual Arctic winter landscape - Spitsbergen, Svalbard © Incredible Arctic - www.fotolia.de

Sogar das Nordpolarmeer stellt eine Bedrohung für das Klima dar. Laut einer neuen Studie werden größere Mengen an Methangas durch das Meer freigesetzt als bislang gedacht. Das Meerwasser in der Arktis enthält so viel Methan wegen des wegtauenden Permafrosts unter dem Meeresboden. Die dadurch freigesetzten Mengen an Methangas beschleunigen möglicherweise die Erwärmung der Erde.

Wenn die Temperaturen steigen, wird weiterer Permafrost schmelzen. Es kommt zu einer Kettenreaktion, warnen Forscher.

Folgen des Klimawandels - unsere Arktis versauert

Steigt die Treibhausgaskonzentration weiter, ist in Meeren und Arktis kein Überleben mehr gesichert

Muschel im Sandstrand, im Hintergrund das Meer
Beach concept. Sea shell with ocean on background. © Irina Yun - www.fotolia.de

Experten sind beunruhigt. Nicht nur für unsere Luft ist das steigende Kohlendioxid gefährlich, auch für unsere Ozeane verschlimmert sich die Lage zusehends. Bei der Analyse von Wasserproben aus der Arktis musste man nun feststellen, dass unser Wasser "versauert". Eine Greenpeace-Mission in die Arktis brachte diese Botschaft zurück ans Festland.

Was heißt das?

Die hohe Kohlendioxid-Belastung unserer Welt macht auch vor den Ozeanen keinen Halt. Das Treibgas im Meer bewirkt, dass dort Kalziumkarbonat zur Mangelware wird. Viele Meerestiere- und Pflanzen aber brauchen Kalziumkarbonat. Für Korallen oder Muscheln ist es sogar die Grundnahrung.

Was könnten die Folgen sein?

Steigt die Treibgaskonzentration weiter, könnte das auf lange Sicht ein Massensterben ganzer Spezies bedeuten. Computersimulationen lassen für die kommenden 60 Jahre nichts Gutes ahnen. Ändert sich die Lage nicht, wird die Nahrungskette in der Arktis zusammenbrechen.

Bis 2050 rechnet man damit, dass gut die Hälfte des arktischen Gewässers dem Kalziumkarbonat-Mangel nicht mehr standhalten kann. Viele Pflanzen und Tiere werden dann aussterben. Das Thema ist ernst und es bedarf des Handelns.

Für das kommende Jahr ist ein großes Treffen der Organisation European Geosciences Union (EGU) geplant, die sich mit den aktuellen Forschungsergebnissen und möglichen Gegenmaßnahmen beschäftigen will.

Schmelzende Eisberge in Grönland

Antarktis: Eisberge im Wasser unter blauem Himmel
Arch shaped iceberg Antarctica © doethion - www.fotolia.de

Die Gletscher in Grönland schmelzen - und das schneller, als Forscher vermutet hätten. Durch die Daten von Messbojen stellte sich heraus, dass das ganze Jahr lang warmes Wasser aus den Subtropen über die Fjorde in die Gletscher eindringt und diese von unten abschmilzt. Ganze Eisberge fallen ins Meer und wirken sich so unmittelbar auf den Meeresspiegel aus. Seit letztem Jahr ist die Temperatur des einfließenden Wassers sogar um ein Grad gestiegen.

Greenpeace verlangt nun, dass die großen Industrienationen ihren CO2-Ausstoß um 40 Prozent reduzieren. Die Umweltschützer sprechen sich für einen stärkeren Druck auf die Politik aus, damit ein entsprechendes internationales Klimaabkommen durchgesetzt wird.

Im Arktischen Ozean riesigen Süßwassersee entdeckt

Durch immer größere Zuflüsse von Süßwasser, bilden sich ganze Seen in den Meeren

Kleine, brechende Wellen im Meer
Aufgewühltes Meer © Frank Optendrenk - paradisi.de

Geologen haben im Arktischen Ozean einen riesigen Süßwassersee entdeckt, dessen Wasservolumen zweimal so groß ist wie der zweitgrößte flächenmäßige Süßwassersee der Welt, der Viktoriasee in Afrika mit seinen 68.870 Quadratkilometern. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um einen See, wie wir ihn normalerweise kennen, sondern um einen Bereich innerhalb des Meeres, wo ein sehr geringer Salzgehalt vorhanden ist.

Ein Beispiel dafür ist auch die Ostsee, dessen Salzgehalt durch den dauernden Zufluss von Süßwasser aus den Flüssen beeinflusst wird und nur durch eine schmale Enge mit dem offenen Meer verbunden ist. So ist also in den letzten Jahren aufgrund der zirkulierenden Winde in der Arktis ein Seebereich entstanden, der durch die Flüsse aus Kanada und Sibirien durch immer größere Wassermengen versorgt wird.

Strömungen der Meere in Gefahr

Diese Mengen haben wegen der wärmeren Temperaturen und dadurch größeren Eisschmelze im Norden stetig zugenommen. Auch das Eis in den Ozeanen schmilzt schneller.

Die Forscher befürchten, dass eine noch größere Menge sich auch auf die Strömungen im Atlantik auswirken könnten. Da salziges und kaltes Wasser schwerer ist als warmes Süßwasser, so würde sich im Laufe der Zeit dann das gebildete Süßwasser wie ein Ölfilm auf das Meerwasser legen. Zurzeit entsteht die Strömung durch das warme Wasser aus den Tropen, das Richtung Norden fließt, dort die Wärme an die Atmosphäre abgibt und als kaltes Wasser wieder zurück fließt. Dies würde sich dann vielleicht ändern.

Arktis war nicht immer kalt - Klimaveränderungen führen zum selben Effekt wie vor 3,6 Mill. Jahren

Die nördlichen Polargebiete waren nicht immer kalt. Vor Millionen von Jahren gab es dort warme Temperaturen. Dasselbe könnte auch in Zukunft wieder passieren.

Laut der Erforschung eines Bohrkerns, der in einem Seegrund im nordöstlichen Sibiriens vorgenommen wurde, gab es vor 2,2 bis 3,6 Millionen Jahren in der Arktis angenehm warme Temperaturen bis zu 16 Grad. Zu jener Zeit wies die Atmosphäre in etwa so viel Kohlendioxid (CO2) auf wie derzeit.

Nach Aussagen eines internationalen Forscherteams um Julie Brigham-Grette von der US-Universität von Massachusetts lassen sich daraus Schlüsse auf die Zukunft des Klimawandels in der Arktis geben. Es ist zu erwarten, dass die Erde stärker auf CO2-Veränderungen anspringt als bisher gedacht.

Eisschmelze an den Polen: Satellit Grace liefert seit neun Jahren Daten

Gruppe von Adelie-Pinguinen am Eisberg, kurz vor dem Sprung ins Wasser
Adelie penguins colony going to jump in the water from iceberg, © axily - www.fotolia.de

Die Eisschmelze an den beiden Polen beschäftigen Wissenschaftler und Klimaforscher seit Jahren. Seit neun Jahren liefern die beiden Satelliten "Grace" dazu Daten aus der Antarktis und aus Grönland, die nun umfangreich von der englischen Universität Bristol analysiert wurden.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die bisherige Eisschmelze in Zukunft noch schneller fortschreitet oder sich möglicherweise verlangsamt. Derzeit verlieren die beiden Polarregionen etwa 300 Milliarden Tonnen Eis im Jahr.

Seit Grace im Jahr 2002 zum ersten Mal Daten zur Eisschmelze an die Erde funkte, habe sich die Masse pro Jahr verdoppelt, so die Wissenschaftlicher. Allerdings ist unklar, ob daran nur der Mensch gemachte Klimawandel Schuld sei, oder ob andere natürliche Einflüsse eine Rolle spielen, zum Beispiel veränderte Strömungen in den Meeren oder Variationen im jährlichen Schneefall.

Daher könne auch schwer vorausgesagt werden, ob der Meeresspiegel wirklich so stark ansteigt wie befürchtet. Die errechnete Zahl von 56 Zentimeter könnte um 35 Zentimeter zu hoch liegen - oder zu niedrig.

Auf das Zeitalter der Erde umgerechnet, handele es sich bei den letzten neun Jahren eher um eine Wetterphase als um eine echte Klimaveränderung. Um wirkliche Voraussagen zu treffen, müsse "Grace" die beiden Polarregionen noch mindestens zehn bis zwanzig Jahre lang beobachten. Solange werden die beiden deutsch-amerikanischen Zwillingssatelliten noch ihre Runden über der Erde drehen.

Meereis auch in diesem Jahr wieder strak geschmolzen

Eisbär auf Eisplatte im Wasser
The last Polar Bear © Jan Will - www.fotolia.de

Mit mehr oder weniger gemischten Gefühlen kann man die neuen Werte über den arktischen Sommer und dem Meereis hinnehmen. Zwar ist in diesem Jahr das Meereis nicht so stark geschmolzen, wie noch 2012, dafür gehen Experten davon aus, dass es sich hierbei leider nicht um die ersehnte Trendwende, sondern viel mehr um eine vorübergehende Besserung handle.

Nur noch 3,4 Millionen Quadratkilometer Meereis

Das Meereis ist in diesem Jahr auf eine Fläche von 5,1 Millionen Quadratkilometer zurück geschmolzen. Im September vergangenen Jahres lag dieser Wert noch bei 3,4 Millionen Quadratkilometer. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts betrug diese Fläche noch stolze acht Millionen Quadratkilometer. Im Vergleich dazu hat die winterliche Eisfläche eine Größe von mehr als 14 Millionen Quadratkilometer.

Die arktische Eisdecke hat sich grundlegend verändert

In diesem Sommer wich das Packeis nach Beobachtungen der Wissenschaftler nördlich von Russland bis hinter den 88. Breitengrad. Dies war seit der Aufzeichnung mit Satelliten noch nie zuvor gesehen worden. Die arktische Eisdecke habe sich grundlegend verändert. So war auch zu sehen, dass rund 220 Kilometer vor dem Nordpool Wasser zu sehen war.

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Veänderungen

Dort wo einst mehrjähriges Packeis war, gibt es heute nur noch saisonales Eis. So die Wissenschaftler dazu. Verschiedene Faktoren haben hier ihren Einfluss. Unter anderem sind es die unterschiedlichen Temperaturen, Windrichtungen und die Atmosphäre, die einen wesentlichen Einfluss darauf haben.

Sommerliches Meereis bald verschwunden?

Sollte der Trend weiterhin anhalten, so ist in rund 40 Jahren damit zu rechnen, dass das sommerliche Meereis komplett verschwunden sein wird.

Riskante Seeroute durch die kanadische Arktis - Die Nordwest-Passage

Segelschiff fährt auf dem Meer, Besatzung in weiß, im Hintergrund Berge
cambria © frog - www.fotolia.de

Die arktische Nordwest-Passage zwischen Kanada und Finnland gerät immer mehr ins Visier der Seefahrer, da sich so einige Tage der Reise auf See einsparen lassen und somit auch für die Reedereien einiges an Geld. Erst kürzlich nahm wieder ein riesiges Frachtschiff einer dänischen Firma diese Route und auch immer mehr Hobbysportler versuchen sich an dieser Passage, scheitern jedoch meist kläglich und benötigen dann Hilfe.

Eine norwegische Umweltschutzorganisation sieht dies jedoch als sehr risikoreich und gefährlich an, da die arktischen Gewässer kaum kartiert sind. Aucht Realityshows werden immer extremer und wollen sich an das Wagnis Nordwest-Passage herantrauen, meist aber auch mit wenig Erfolg. Das einzige, was hier zu buche schlägt, sind die hohen Bergungskosten der Crews, wenn sie im Eis stecken bleiben.

Es wird jedoch immer wieder eine Herausforderung für viele sein, diesen Weg durch das Eis zu nehmen, gerade vielleicht weil der Weg so wenig erforscht ist. Es wird abzuwarten sein, wie viele Wagemutige noch im Eis stecken bleiben, gerettet werden müssen oder dabei sogar ihr Leben verlieren.

Immer mehr Eisberge vom Jakobshavn-Gletscher auf Grönland fließen ins Meer

An der Westküste von Grönland befindet sich auch der Jakobshavn-Gletscher, von dem vermutlich auch der Eisberg stammt, mit dem das einstige Luxusschiff "Titanic" im Jahr 1912 in der Nacht vom 14. auf den 15. April kollidierte und anschließend in den eisigen Fluten versank.

Jetzt stellten Forscher von der University of Washington in Seattle und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) fest, dass das geschmolzene Eis mittlerweile dreimal so schnell in das Meer fließt, als noch von zwanzig Jahren. So könnte dadurch auch der Meeresspiegel schneller steigen, als bislang geschätzt wurde.

Aufgrund von Messungen im Jahr 2012 lag die Geschwindigkeit bei 46 Metern täglich, das entspricht 17 Kilometern pro Jahr. So könnte am Ende dieses Jahrhunderts der Gletscher um etwa 50 Kilometer kürzer sein. In den Jahren zwischen 2000 und 2010 kam es deshalb zu einem höheren Anstieg des Meeresspiegels um einen Millimeter. Übrigens gehört dieser Gletscher seit dem Jahr 2004 auch zum UNESCO Weltnaturerbe.

Forscher entdecken durch Zufall grönländisches Korallenriff

Taucher mit Taucherausrüstung unter Wasser bei Korallen
diving © Irmina Mamot - www.fotolia.de

Herbst 2012 fanden Forscher an Instrumenten, die sie an der Südwestküste Grönlands zwecks Wasserproben von ihrem Forschungsschiff aus in eine Tiefe von 900 Metern herabließen, Korallenäste. Was auf Anhieb wenig spektakulär erschien, entpuppte sich schnell als wahre Sensation. Die Anhaftungen seien nämlich das erste Indiz dafür, dass es vor Grönland nicht nur wie hinlänglich bekannt vereinzelte Korallen, sondern sogar ein ganzes Korallenriff gäbe.

Den unumstößlichen Beweis für die Existenz des Korallenriffs lieferte ein weiteres Forscherteam, dem es Ende letzten Jahres erstmals gelang, das Riff zu fotografieren. Anhand der Fotos ließe sich schon jetzt erkennen, dass das grönländische Riff nicht so farbenprächtig wie tropische Korallenriffe sei. Außerdem scheine das Riff vor Grönland nicht so groß wie die bereits ausführlich untersuchten Riffe Norwegens, die bis zu 30 Meter hoch und viele Kilometer lang seien, zu sein.

Über die genauen Ausmaße und vor allem das Alter des grönländischen Korallenriffs könne man aber ohne weiterführende Untersuchungen noch nichts Verbindliches sagen.

Grundinformationen und Hinweise zu Meeren und Ozeanen

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: padre e figlio sul molo © vision images - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: The last Polar Bear © Jan Will - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Kanada Geografische Lage 3 © Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Bildnachweis: Kanada Geografische Lage 2 © Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Bildnachweis: Polar Bear © lassedesignen - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Kanada Geografische Lage 1 © Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Bildnachweis: Russland Geografische Lage 2 © Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Bildnachweis: Norwegen Geografische Lage 3 © Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Bildnachweis: Norwegen Geografische Lage 2 © Frank Optendrenk - paradisi.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema