2. November 2010
Tee ist in vielen Ländern der Welt das beliebteste Getränk Nummer eins. Wer als Mitteleuropäer an berühmte Teetrinker denkt, dem fallen in der Regel als erstes die Engländer ein. Auf den britischen Inseln gibt es schließlich sogar eine feste Tea Time, die Teil eines festen Tagesablaufes ist wie zum Beispiel auch das Frühstück oder Abendbrot. Tatsächlich kommt der Tee jedoch aus dem fernen Osten, weshalb man nur hier traditionelle Gebräuche und Traditionen erforschen kann.
Besonders bei den Japanern ist es Gang und Gäbe, seinen Tee in einem speziellen Teegarten einzunehmen. Natürlich geht der moderne Japaner nicht immer aus dem Haus in den nächsten Park, wenn er eine Tasse Tee trinken möchte, die Zen-Mönche jedoch prägen dieses Ritual nach wie vor und auch Normalbürger kommen dieser Tradition nach, wenn die Zeit dazu vorhanden ist.
Ein Teegarten besteht aus einem einfachen Teehaus, das keinerlei Schnickschnack aufweist und meist nur mit Stroh und Holz abgedeckt ist. Diese Einfachheit soll es dem Besucher erleichtern, zu sich selbst zu finden und seinen Geist in die richtigen Bahnen zu lenken. Am Eingang des Teegartens befindet sich ein Tor, nach dem symbolisch alles Weltliche hinter sich gelassen wird. Wer durch dieses Tor schreitet, tritt in die Stille des Teegartens ein und soll sich nicht mehr selbst mit den Sorgen des Alltags belasten, sondern dazu übergehen, an Höheres zu denken.
Ein kleines Waschbecken am Eingang des Teehauses erfüllt einen ähnlichen Zweck. Hier findet eine letzte Reinigung statt, bevor das Haus betreten wird.
Der Teegarten an sich ist im Gegensatz zu den typischen japanischen Gärten nicht etwa akkurat und penibel gepflegt. In einem Teegarten soll vielmehr Wildnis herrschen, weshalb man Bambus und andere Pflanzen hier sogar wuchern lässt. Dadurch wird der Garten nicht nur von der Außenwelt abgeschirmt, es fällt dem Besucher auch leichter, zur Ruhe zu finden und eins mit der Natur zu werden.
Ist man als Gast zu einer traditionellen Teezeremonie eingeladen, so wird man Zeuge eines mehr als aufwändiges Prozederes, das alle Teilnehmenden zur Erleuchtung führen soll. In der Regel nimmt man eine leichte Mahlzeit in einem kleinen Nebenraum des Teehauses ein, bevor man zur tatsächlichen Zeremonie übergeht.
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