14. Oktober 2010
Selbst Kletterprofis hängen nicht am nackten Fels, sie benutzen Steigeisen und Sicherungsringe, um sich den Aufstieg zu erleichtern und ihn so ungefährlich wie möglich zu machen. Ein ganz natürlicher Sport ist das Klettern also nicht. Ganz extrem sieht es bei den Hochseilgärten aus. Hier dient die Natur meist lediglich als hübsche Hintergrundkulisse, der Rest wird ausschließlich von Menschenhand geschaffen. Doch das will gelernt sein.
Die Ausbildung zum Mobile High Ropes Course Specialist, kurz MHRCS genannt, dauert vier bis sechs Tage, sofern der Teilnehmer schon über ein gewisses Grundwissen verfügt. Ist dies nicht der Fall, so müssen vorher zwingend einige andere Kurse besucht werden, bis man ungefähr auf dem Level eines Hochseilassistenten ist.
Während des Kurses lernen die Teilnehmer, wie man einen Hochseilgarten installiert und zwar so, dass er möglichst zielgruppengerecht ist. Deshalb müssen die Schützlinge auch lernen, wie viel Kondition und Kraft beispielsweise von Kindern, Erwachsenen und Senioren zu erwarten ist.
Daneben werden natürlich auch elementare Sicherheitsregeln vermittelt, der Teilnehmer soll nach Abschluss des Kurses in der Lage sein, mangelhafte Ausrüstung auf einen Blick zu erkennen. Darüber hinaus soll gelernt werden, wie man welche Ausrüstungsgegenstände einsetzt, damit sie dem jeweiligen Parcours entgegen kommen und möglichst lange einsatzfähig bleiben.
MHRCS müssen auch für den Notfall gerüstet sein. So werden während der Ausbildung verschiedene Szenarien durchgespielt und die Rettung geübt. Hochseilgartentrainer haben es beispielsweise oft mit Gästen zu tun, die im im Klettergarten versuchen wollen, ihre Höhenangst loszuwerden.
Diese Konfrontationsmethode zeigt oft eine recht positive Wirkung, sofern die Betroffenen begreifen, dass ihnen trotz der Höhe keine Gefahr droht. Manchmal kommt es jedoch auch zu akuten Panikattacken, so dass der HRCS den Gast schleunigst aus dem Garten holen muss, bevor es tatsächlich zu einem Absturz kommt. Die Kursteilnehmer müssen daher auch im Krisenmanagement eine gute Figur abgeben.
Wer sich als Klettergast dazu entschieden hat, seine Höhenangst im Klettergarten zu besiegen, sollte dies den Angestellten vorher mitteilen. Vom Boden aus ist es auch für die Profis schwer zu erkennen, ob sich die jeweilige Person verletzt hat oder gerade an einer Panikattacke leidet. Sind die Spezialisten eingeweiht, können sie die Lage schneller erfassen und sind demnach im Notfall auch sofort zur Stelle.
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