14. Oktober 2010
Leider gehören geologische Gärten noch nicht zu den Ausflugszielen Nummer eins der deutschen Familien. Daher wissen viele Menschen auch nicht, dass sich direkt in ihrer Nähe ein solcher Garten befindet. Dabei kann es absolut nichts schaden, den Sonntagspaziergang mit einem lehrreichen Bummel durch Jahrmillionen altes Gestein zu verbinden. Hier einige der bekanntesten geologischen Gärten innerhalb Deutschlands.
Im Unteren Odertal liegt das kleine Städtchen Stolzenhagen. Hier befindet sich ein geologischer Garten, der mit allerhand Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Wer keine Führung wünscht, der kann sich beispielsweise die Fossiliensammlung ansehen, den Findlingspfad begehen oder der Eiszeitquelle einen Besuch abstatten. Um wirklich etwas zu lernen, empfiehlt sich jedoch die Buchung einer Führung. Zusätzlich zu den genannten Attraktionen kommt man hier auch an der Eiszeitausstellung vorbei und hat die Möglichkeit, die Sandgrube zu besichtigen. An dieser Sandgrube kann man genau erkennen, wie aus einer kalten Wüste langsam das schöne Odertal entstand. Auf Wunsch wird den Gästen ein kleiner Imbiss inmitten der Gesteinsvielfalt serviert.
Einen ganz besonderen geologischen Garten hat die Stadt Bochum zu bieten. Auf dem Gelände kann man nicht nur verschiedene Findlinge und Gesteinsschichten bestaunen, sondern auch einiges über den Bergbau im Ruhrgebiet lernen. Im 19. Jahrhundert befand sich auf dem Gelände des Parks eine Zeche, die vornehmlich Steinkohle förderte. Heute kann man dort die verschiedenen Schichten des Flözes sehen. Der Besucher findet außerdem Teile von Tiefengestein vor, das in der Eiszeit aus Skandinavien nach Bochum getragen wurde. Der Geologische Garten Bochum vereint so die jüngere und ältere Vergangenheit des Schauplatzes in sich.
Das Münsterland hat mit Borken-Weseke einen ganz besonderen geologischen Garten hervorgebracht. Hier dreht es sich nicht vornehmlich um verschiedene Gesteinsarten und Findlinge aus fernen Ländern. In Weseke kann der Besucher viel darüber lernen, welcher Entwicklung er heute den üppigen bunten Pflanzenwuchs in seinem Garten zu verdanken hat. Entgegen der landläufigen Meinungen waren die Pflanzen genauso wie die Tiere nicht von Anfang an auf der Erde. Zuerst bestand die Vegetation aus einem dünnen, moosartigen Bewuchs, der heute wohl kaum die Bezeichnung Pflanze erhalten würde. Erst im Devon, einer bestimmten Epoche der Erdentwicklung, gab es erstmals so etwas wie ein pflanzenartiges Gewächs, aus dem sich alle uns heute bekannten Bäume, Blumen und Sträucher entwickelt haben.
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