11. November 2010
Mittlerweile hat jeder Bundesbürger die Möglichkeit, eine Landesgartenschau in seiner Nähe zu besuchen. Noch vor einigen Jahrzehnten war dies nicht der Fall, damals galt die Landesgartenschau noch als völlige Neuheit und war längst nicht in allen Bundesländern vertreten. Erst seit Ende des 20. Jahrhunderts gibt es die Gartenschauen im ganzen Land. Auch in Österreich wird ein ähnliches Projekt betrieben.
Landesgartenschauen dienen in erster Linie der Aufbesserung der Wohnqualität. Die teilnehmenden Städte sollen schöner und damit attraktiver für Neubürger werden. Aus diesem Grund finden die Gartenschauen nicht in den besonders wohlhabenden und gut ausgestalteten Gebieten einer Gemeinde statt. Vielmehr entscheiden sich die Veranstalter für ein Viertel, das wenig beliebt und unter Umständen auch sozial schwach ist. Durch die Umgestaltung der Grünflächen sollen solche Gegenden ansehnlicher werden und in ihrem Status angehoben werden. Für die Stadt an sich bedeutet eine Landesgartenschau darüber hinaus auch einen gewissen Grad an Werbung. Es wird versucht, mehr Touristen und Besucher in die Stadt zu locken, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. Im günstigsten Fall hält dieser Trend auch nach der Ausstellung weiter an. Dann ist das Projekt Landesgartenschau offiziell geglückt.
Allerdings ist das Ausrichten einer Gartenschau diesen Ausmaßes auch eine enorme finanzielle Belastung für die jeweilige Kommune. Besonders Städte mit einer vergleichsweise leeren Gemeindekasse scheuen sich daher oft, das Risiko einer Ausrichtung einzugehen. Teilweise sind es auch die Bürger selbst, die gegen die Gartenschauen protestieren. In ihren Augen sollte der Verwaltungsapparat das sowieso schon knappe Kapital nicht für eine Gartenschau verschleudern, sondern besser dringend benötigte Anschaffungen wie zum Beispiel eine Sanierung der Straßen tätigen.
Fakt ist, dass eine Landesgartenschau nach wie vor ein Besuchermagnet ist, vor allem für Anwohner aus der näheren Umgebung. Allein durch den zusätzlichen Publikumsverkehr erholt sich die wirtschaftliche Lage der Stadt etwas. Auch wenn Teile der Ausstellung nach einem halben Jahr wieder abgebaut werden, so bleiben doch die meisten Grünflächen und zum Beispiel Spielplätze und Erlebnispfade bestehen. So wird die Wohnlichkeit vernachlässigter Stadtteile enorm verbessert und es wird ein gutes Stück Lebensraum für die Bürger geschaffen. Vor allem Familien mit Kindern profitieren von den zusätzlichen Grünflächen und Unterhaltungsmöglichkeiten, die durch die Landesgartenschau entstehen.
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