Mit dem drastischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen steigt auch das Bedürfnis nach Bildung in der Bevölkerung. Nur die am besten Qualifiziertesten werden eingestellt, Arbeitnehmer mit niedrigen Schulabschlüssen bleiben häufig ganz auf der Strecke. Eine Möglichkeit, der Arbeitslosigkeit zu entkommen oder vorzubeugen ist das Einschlagen des Zweiten Bildungsweges.
Unter normalen Bedingungen absolviert ein Schüler schon als Jugendlicher seine Schullaufbahn und verlässt die Institution dann mit dem angestrebten Bildungsabschluss.
Als nächste Stufe kommt dann die Ausbildung und anschließend eben eine feste Anstellung als Arbeitnehmer.
Das Erlangen eines Schulabschlusses als Jugendlicher wird als Erster Bildungsweg bezeichnet. Wenn Erwachsene sich dazu entscheiden, noch einmal die Schulbank zu drücken, so spricht man hingegen vom Zweiten Bildungsweg.
Allerdings wird diese Definition immer verwaschener. Es sind nämlich schon längst nicht mehr nur berufstätige Erwachsene, die eine Abendschule besuchen, um ihre Karriere voranzutreiben.
Auch junge Schulabbrecher wählen immer häufiger den Zweiten Bildungsweg als letzte Rettung.
Eine dritte Gruppe bilden die Gymnasiasten, die bereits zweimal durch die Abiturprüfung gefallen sind, den Abschluss nach all der Mühe jedoch unbedingt haben möchten.
Den Zweiten Bildungsweg kann man auf verschiedene Art und Weise beschreiten. Meist meldet man sich zu einer Abendschule an und absolviert dort die nötigen Kurse im Präsenzunterricht.
Ein Abendgymnasium ist beispielsweise genauso aufgebaut wie die gymnasiale Oberstufe. Die Schüler bekommen hier dieselben Inhalte vermittelt wie jeder andere Gymnasiast auch.
Allerdings sind die Abendschüler viel mehr auf sich selbst gestellt. Ohne gewissenhaftes Selbststudium läuft auf dem Zweiten Bildungsweg überhaupt nichts.
Das gilt besonders, wenn man sich für eine Schulform ohne Präsenzunterricht entscheidet. Das ist zum Beispiel bei Telekollegs und Fernschulen der Fall. Hier bekommt man lediglich die Lernmaterialien zugeschickt und muss dann selbst entscheiden, wie man sich den Stoff am besten einprägt.
Ein gutes Zeitmanagement und viel Disziplin sind daher auf dem Zweiten Bildungsweg unerlässlich.
Es ist natürlich auch möglich, auf dem Zweiten Bildungsweg ein Studium zu beginnen. Allerdings sollte man sich hier zweimal überlegen, welche Form mal wählt. Viele private Anbieter verkaufen Fernstudienkurse, die allgemein anerkannt werden.
Die Erfahrungen, die man an einer echten Hochschule oder Universität macht, sind jedoch unersetzbar. Nur hier hat man die Möglichkeit, direkt einen Blick in Forschungsarbeiten zu werfen und wichtige Kontakte für die eigene Karriere zu knüpfen.
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