Testperson bei einer Studie - Voraussetzungen und Ablauf

Immer häufiger liest man vor allem in der örtlichen Tagespresse Annoncen und Anzeigen von renommierten Kliniken, die nach Testpersonen beziehungsweise Probanden für bestimmte Studien suchen. Die Entschädigung für die Teilnehmer ist dabei teilweise enorm. Doch obwohl die Entlohnung so attraktiv erscheint, haben viele Menschen immer noch berechtigte Zweifel. Bevor man an einer Studie teilnimmt, sollte man sich ausführlich über ihren Ablauf und die möglichen Risiken informieren. Lesen Sie über den Ablauf und die möglichen Risiken, die einen Probanden bei Teilnahme an einer Studie erwarten.

Die Teilnahme an einer Studie als Proband

Proband - Definition und mögliche Voraussetzungen

Eine Testperson, die an einer Studie teilnimmt, wird als Proband bzw. Probandin bezeichnet. Je nach Studienart unterzieht sie sich

  • einer Befragung
  • einem Test
  • einem Expriment oder
  • einer medizinischen Untersuchung

In der Regel fungiert man als Proband als Teil einer Stichprobe. Im Bereich der klinischen Forschung sind die Testpersonen gesunde Teilnehmer, im Gegensatz zu Patienten, die an einer Studie teilnehmen können. Bevor diese beginnt, müssen die Versuchspersonen eine Einverständniserklärung unterschreiben.

An einer Studie können ganz unterschiedliche Personen teilnehmen, je nach Art und Zielsetzung. Zu den typischen Kriterien, nach denen ein Proband ausgesucht wird, zählen

  • Geschlecht
  • Alter
  • bestehende Beschwerden
  • bestehende Erkrankungen
  • bestimmte Einnahme von Medikamenten
  • Raucher/Nichtraucher

Welche Voraussetzungen von Bedeutung sind, wird in der Regel von Ärzten fachlicher Qualifikation untersucht. Generell ist die Studienteilnahme ab 18 Jahren möglich.

Neben der Volljährigkeit sind folgende Anforderungen an gesunde Probanden wichtig:

  • ein fester Wohnsitz
  • Krankenversicherung
  • ein normales Körpergewicht (BMI 19 bis 30)
  • keine Schwangerschaft
  • sichere Empfängnisverhütung je nach Altersgruppen
  • keine akuten oder chronischen Krankheiten (z.B. Asthma, Diabetes, Neurodermitis, Schilddrüsenerkrankungen, Rheuma etc.)
  • mindestens ab zwei Wochen vor Beginn der Studie keine regelmäßige Medikamenteneinnahme
  • keine schwerwiegende Operationen
  • keine schweren Vorerkrankungen, die zu dauerhaften Beeinträchtigungen geführt haben
  • keine allergischen Reaktionen auf Medikamente, keine Überempfindlichkeiten
  • ein bis zwei Wochen zuvor und auch währenddessen keine Teilnahme an anderen Studien oder Blutspenden
  • kein Alkohol- oder Drogenkonsum während der Studie

Je nach Studienart kann man als Testperson auch an mehreren Studien pro Jahr teilnehmen. Oftmals ist es so, dass nach Studienende eine Sperrfrist, z.B. von wenigen Monaten, gültig wird; nach dieser ist eine Teilnahme wieder möglich.

Auch das Honorar hängt ganz von der Art der Studie ab. Die Bezahlung erfolgt dabei am Ende bzw. am Tag der Nachuntersuchung.

Ablauf einer Studie

In erster Linie gilt es, zwischen psychologischen und medizinischen Studien zu unterscheiden.

Anmeldung zu einer psychologischen Studie

Bei einem psychologischen Versuch möchte der Versuchsleiter beispielsweise herausfinden, wie Menschen auf emotionale Bilder reagieren oder wie sich die Reaktionszeit in Verbindung mit Stress verändert. Bei solchen Studien kann meist jeder teilnehmen, sofern er die angegebenen Voraussetzungen erfüllt. Hierbei gibt es normalerweise lediglich Einschränkungen im Bereich Alter und Geschlecht, manchmal werden aber auch gezielt Menschen mit Migrationshintergrund beispielsweise untersucht.

Für eine psychologische Studie muss man sich in der Regel lediglich per Telefon oder e-Mail anmelden und bekommt dann einen Termin zugeteilt. Während der Sitzung werden dann die Versuche durchgeführt; meist wird dem Probanden nicht gesagt, was getestet werden soll, damit dieser durch sein Wissen nicht die Ergebnisse verfälscht.

Anschließend muss häufig noch ein Fragebogen zur Persönlichkeit oder zur emotionalen Verfassung ausgefüllt werden. Ist kein weiterer Termin zum Nachtesten vorgesehen, ist der Test damit beendet.

Anmeldung zu einer medizinischen Studie

Bei einer Medikamentenstudie im klinischen Bereich werden in der Regel weit höhere Bedingungen an den Probanden gestellt. Wer teilnehmen möchte, muss zuerst eine Art Bewerbung abgeben, in der die gesamte Krankheitsgeschichte umrissen werden muss.

Für die Testleiter ist es zum Beispiel wichtig zu wissen, ob der Bewerber häufig Alkohol oder andere Drogen konsumiert und ob er überhaupt an den Symptomen leidet, die durch das zu testende Medikament behoben werden sollen.

Passt die Bewerbung zum Anforderungsprofil, so wird der Kandidat zu einer Voruntersuchung eingeladen. Hier muss ein Arzt bestätigen, dass die Angaben in der Bewerbung korrekt waren. Ist alles in Ordnung, kann der Test beginnen.

Meist werden Medikamentenstudien über einen längeren Zeitraum in Kliniken durchgeführt, damit der Proband unter kontrollierten Bedingungen behandelt werden kann. So hat das Personal zum Beispiel ein Auge darauf, was der Teilnehmer isst und ob er eventuell Rauschmittel zu sich nimmt. Nach Beendigung der Medikation werden alle Probanden erneut untersucht, um die Auswirkungen der Therapie festzustellen.

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  • Skeleton X-Ray - Brain 1 © Jeffrey Collingwood - www.fotolia.de

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