14. September 2010
Die meisten Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Das bedeutet in erster Linie einen sicheren und hervorragend bezahlten Job, eine gut laufende Beziehung und ein schönes Zuhause. Aus diesem Grund packt viele das nackte Entsetzen wenn die Schule des Nachwuchses einen Übertritt auf die Sonderschule empfiehlt. Statt mit Enttäuschung und Vorwürfen zu reagieren, sollte man seine Kinder ermutigen und unterstützen, die Sonderschule ist nämlich keine "Endstation".
In der Regel werden die Schüler aus gutem Grund an die Sonderschule überwiesen. Es geht hier nicht darum, etwas langsamere Kinder loszuwerden, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, den Lernstoff in einer für sie angenehmeren Umgebung nachzuholen. Niemand kann sich in einer Umwelt entwickeln, der man sich ständig unterlegen fühlt. Ohne Erfolgserlebnisse findet auch keine Verbesserung statt.
An den Sonderschulen wird das Tempo der Klasse so gedrosselt, dass alle mitkommen. Außerdem haben die Lehrkräfte Zeit, sich mit den individuellen Problemen des Einzelnen zu beschäftigen und gezielt mit den Kindern zu üben.
An einer Sonderschule können die Kinder ganz normal ihren Haupt- oder Realschulabschluss machen. Damit erwerben sie genau die selben Abschlüsse wie die Schüler an herkömmlichen Schulen. Eltern brauchen sich also keine Sorgen darum zu machen, dass aus ihrem Nachwuchs nichts wird. Viele Arbeitgeber stellen auch Absolventen von Sonderschulen ein, sofern die Noten stimmen und der Schüler sich als kompetent und zuverlässig erweist. Häufig sind Personalchefs von solchen Bewerbern sogar ziemlich beeindruckt. Schließlich haben sie in der Vergangenheit bewiesen, dass sie sich trotz Handicap durchbeißen und stets am Ball bleiben können.
Es ist jedoch auch möglich, von einer Sonderschule wieder auf eine gewöhnliche Schule zu wechseln. Dies wird genehmigt, wenn der Schüler seine Defizite überwunden hat und die Lehrkräfte bestätigen, dass ihr Schützling auf der Sonderschule überfordert ist.
Gute Chancen haben zum Beispiel solche Kinder, die anfangs einfach ein wenig länger brauchen, um sich mit dem Schulalltag zu arrangieren. Manchmal verschwinden Lernschwächen mit der Zeit und der Junge, der in der Grundschule so große Probleme mit dem Lesen und Schreiben hatte, entpuppt sich plötzlich als Mathegenie.
Wer sein Kind auf einen Rückwechsel vorbereiten möchte, sollte viel mit ihm lesen und kleine Lernspiele machen, es jedoch niemals unter Druck setzen oder gar Drohungen aussprechen.
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