Bestandteile des Übertrittsgesprächs und die richtige Vorbereitung der Eltern

Je nach Bundesland absolviert ein Kind die ersten vier bis sechs Klassen auf der Grundschule. Anschließend steht ihm der Wechsel auf eine weiterführende Lehreinrichtung offen. Grundlegend für die Wahl der künftigen Schule ist das Übertrittsgespräch: Hier erhalten die Eltern von den Lehrern eine Auskunft über die Talente und Fähigkeiten des Schülers. Darüber hinaus wird die Empfehlung für die anzustrebende Niveaustufe ausgesprochen. Informieren Sie sich über den Sinn und die Inhalte des Übertrittsgesprächs.

Das Übertrittsgespräch vor Übertritt auf die weiterführende Schule

Sinn und Zweck des Übertrittsgesprächs

Mindestens zwei Mal im Jahr wird den Eltern die Gelegenheit gegeben, sich mit dem Klassenlehrer des Kindes über dessen Entwicklung auszutauschen. Diese Treffen finden auf freiwilliger Basis statt.

Anders sieht es dagegen beim Übertrittsgespräch aus, das je nach Vorgaben des Bundeslandes im ersten Halbjahr der vierten oder der sechsten Klasse anberaumt wird. Während der Unterhaltung, der die Eltern und der Klassenlehrer verpflichtend angehören, sowie etwaige Fachlehrer gemäß besonderer Umstände beiwohnen, muss ein Protokoll angefertigt werden.

Dieses geht später in die Schulakte des Kindes ein und gilt als eine der Grundlagen für die Bewerbung bei den weiterführenden Schulen. Bleiben während des Gesprächs Fragen offen, können zusätzliche Termine vereinbart werden.

Beim Übertrittsgespräch handelt es sich um ein Beratungsgespräch zwischen den Eltern und dem Klassenlehrer des Schülers. In manchen Fällen nehmen auch weitere Lehrer, hin und wieder auch die Schüler selbst daran teil.

Das Gespräch findet in der Regel am Ende des ersten Halbjahres der vierten Klasse statt. Es dient dazu, die passende weiterführende Schule für das Kind zu ermitteln.

Die Inhalte des Gesprächs

Zumeist wird ein solches Treffen etwa eine halbe Stunde vereinnahmen. Zur Sprache kommen insbesondere die Fähigkeiten des Kindes, ebenso aber auch seine Defizite. Neben den Noten der zurückliegenden Klausuren und Leistungsabfragen wird dabei zudem das allgemeine Verhalten des Schülers erörtert.

  • Fleiß
  • Disziplin und
  • ein etwaiges Konfliktpotenzial

können dabei thematisiert werden. Oft gelingt das im Diskurs, bei dem die Mutter oder der Vater des Kindes sowie dessen Lehrer die in der Schule gemachten Erfahrungen mit jenen abgleichen, die im eigenen Zuhause auffällig sind. Wichtig dabei ist es, ein möglichst übereinstimmendes Ergebnis zu finden, mit dem letztlich alle Beteiligten bei der Wahl der künftigen Schule leben können.

Besonderheiten beitragen

Für die Eltern ist es mitunter nicht ganz einfach, einem Gespräch über ihr Kind beizuwohnen. So erleben sie den Sohn oder die Tochter in der Idylle des eigenen Heims vielleicht gänzlich anders, als es den Lehrern möglich ist.

Ratsam ist es daher, das Verhalten daheim zu beobachten und Besonderheiten schriftlich festzuhalten. Mögliche Fragen, die dabei beantwortet werden sollten:

  • Wie reagiert das Kind auf bestimmte emotionale Situationen?
  • Wie sehr kann es sich für die schulischen Aufgaben motivieren?
  • In welchem Maße arbeitet es für die guten Resultate im Diktat?
  • Liest das Kind viel?
  • Traut sich das Kind auch mal an anspruchsvollere Aufgaben ran?
  • Hat das Kind eine Vorstellung davon, welche weiterführende Schule es besuchen möchte?
  • Weist das Kind ein gutes Verständnis für Arbeitsanweisungen auf?
  • Erledigt das Kind seine Hausaufgaben ohne Aufforderung?
  • Führt das Kind die Schulaufgaben (auch die Vorbereitung auf eine Klassenarbeit) größtenteils eigentständig aus?
  • Hat man als Elternteil genügend Zeit, um sich auch den schulischen Fragen des Kindes widmen zu können?

Wer darüber möglichst genaue Stichpunkte über die ersten vier bis sechs Schuljahre hinweg verfasst, darf diese auch in das Übertrittsgespräch einfließen lassen. Gerade dann, wenn diese von der Sichtweise der Lehrer abweichen. Je mehr solcher - und ähnlicher - Fragen man mit Ja beantworten kann, desto eher ist das Kind auf einem Gymnasium gut aufgehoben.

Tipps zur Vorbereitung und zum bestmöglichen Ablauf

Nicht alleine den Lehrern sollte es vorbehalten sein, ein Protokoll der Unterhaltung zu führen. Auch die Eltern profitieren in der Regel davon, wenn sie sich vorab einige wichtige Fragen notieren und diese im Verlauf des Treffens abarbeiten. Hierzu können Mitschriften angefertigt werden.

Wenn es sich anbietet, darf auch manches Zitat der Lehrer in das Dokument übergehen. Einige Schulen bieten den Eltern dafür einen speziellen Beratungsbogen an, der wichtige Problemfelder umreißt.

Ebenso ist es in einigen Bundesländern üblich, der Mutter sowie dem Vater vor dem Gespräch bereits eine schriftliche Einschätzung zu dem Kind auszuhändigen und in der Unterhaltung dann lediglich einige relevante Punkte verstärkt zu beleuchten.

Als Elternpaar sollte man wenn möglich zu zweit zum Gespräch gehen. Wenn der Lehrer die Möglichkeit bietet, den Schüler bzw. die Schülerin mitzubringen, sollte man diese nutzen.

Die Informationen des Lehrers sollten stets ernst genommen werden. Auch wenn man sein eigenes Kind natürlich besser kennt, so sollte man die fachliche Einschätzung der Lehrkraft nicht unterschätzen. Neben den Noten in Mathe und Deutsch sollte man sich unbedingt nach den Leistungen im Fach Sachunterricht erkundigen.

Dieses wird in der weiterführenden Schule in Biologie, Chemie, Politik, Geschichte und Physik aufgeteilt - somit nimmt diese Leistung einen größeren Stellenwert ein, als man denken würde. Stimmen die Ansichten des Lehrers nicht mit denen der Eltern überein, sollte man die Lehrkraft nach Gründen fragen, die gegen die Wunschschule sprechen.

Die Zukunft des Kindes planen

Trotz aller Vorbereitung und gebotenen Sachlichkeit lässt sich aber die emotionale Komponente im Gespräch zwischen den Eltern und den Lehrern nicht immer gänzlich unterdrücken. Wer für die Tochter und den Sohn eine gehobene Laufbahn vorgesehen hat, muss sich hier mitunter mit dem Ende aller Träume begnügen.

Ratsam ist es indes, nicht die eigenen Vorstellungen zwanghaft durchzusetzen, sondern gemeinsam zum Wohle des Kindes die besten Optionen zu erörtern. Ebenso ist es wichtig, möglichst genau über die Stärken und Schwächen des Schülers Bescheid zu wissen und daran künftig zu arbeiten. Denn sicher ist auch: Erfolge und Misserfolge in diesen Altersstufen beeinflussen das Leben zwar erheblich, können später aber jederzeit revidiert werden.

Fragen, die man seinem Kind stellen sollte

Bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Schulform sollte man auch dem Nachwuchs selbst ein paar Fragen stellen - bestenfalls in einem ruhigen Moment, sodass das Kind auch gründlich über diese nachdenken kann. Hilfreich sind die Fragen,

  • was dem Kind in der Schule Spaß macht
  • was seine Wunschschule ist
  • ob es dem Kind leicht fällt, vor der Klasse zu sprechen oder auf andere Kinder zuzugehen
  • ob es lieber allein oder mit anderen zusammen arbeitet
  • ob es nach einem Schultag für gewöhnlich müde ist
  • ob ihm Hausaufgaben leicht oder schwer fallen
  • ob es sich vorstellen kann, ohne seine Freunde auf eine neue Schule zu gehen
  • was es am Nachmittag auf jeden Fall noch machen/unternehmen möchte

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