24. November 2007
Von Maria Hochbaum
Jeder fünfte Schüler in Deutschland ist von Schulangst betroffen. Polizeikontrollen und Bußgelder sind nur auf den ersten Blick wirksam, denn meist stehen vielfältige Komponenten hinter der Angst vor der Schule.

Angst ist ein allgemeines und dauerhaftes Gefühl, dessen Auftreten nicht von konkreten Objekten oder Ergebnissen abhängt.
Schulangst ist eine spezielle Erscheinungsform der Angst. Sie ist eine Reaktion auf Gefahren oder Bedrohungen in Bezug auf Schule und kann vielfältige Ursachen haben.
Es kann sich um eine generelle Angst vor den Leistungsanforderungen oder um punktuelle Ängste vor Tests oder Schularbeiten handeln. Auch eine Über- oder Unterforderung könnte die mögliche Ursache sein. Zudem ist es nicht selten, dass eine gewisse Orientierungslosigkeit, in Bezug auf die weitere Schul- oder Berufswahl, Ängste auslöst. Nicht zuletzt ist die Angst vor dem Nichtbestehen in der Klassengemeinschaft häufige Ursache.
Doch häufig handelt es sich um außerschulische Ursachen, wie psychosoziale Probleme im familiären Umfeld. Scheinbar banale Auseinandersetzungen mit den Geschwistern oder Eltern können Gründe für tiefgreifende Störungen sein. Ständige sensible Faktoren, wie Vernachlässigung, Gewalt oder sexueller Missbrauch sind ebenfalls mögliche Ursachen, die ein Kind in Schulangst versetzen können.
Magenprobleme, Essstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Aggressionen, Nägelkauen bis hin zu Schulverweigerung sind Symptome, die auf Schulstress oder Angst vor der Schule hinweisen können.
Schul- oder Hausärzte haben die Möglichkeit herauszufinden, was hinter den oberflächlich erkennbaren Symptomen steht und können dann Hinweise auf unterstützende und beratende Einrichtungen geben.
Doch auch Eltern können und müssen eingreifen und vor allem die Ängste und Aussagen der Kinder ernst nehmen und ihnen Aufmerksamkeit schenken. Zudem sind Entspannungsübungen hilfreich, sowie das Loben bei erbrachten Leistungen. Aber vor allem, das Vertrauen des Kindes zu sich selbst zu fördern, ist eine Maßnahme mit großer Bedeutung.
Internationale Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche, die den Schulalltag aktiv und selbstbestimmt mitgestalten, deutlich gesünder sind und weniger Ängste in der Schule aufbauen.
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