30. September 2010
Die Mitarbeiter einer Schülerzeitung arbeiten zwar meistens gratis, einfach wegen des Spaßes, nichtsdestotrotz braucht man für die Herausgabe ein gewisses Kapital. Schließlich bezahlen sich solche Dinge wie Druck, Papier und Layoutprogramme nicht von selbst. Darüber hinaus brauchen auch die Redakteure ein paar Euro im Geldbeutel, wenn sie nicht nur über Schulinternes schreiben möchten. Aus diesem Grund braucht eine Schülerzeitung mindestens eine zuverlässige Geldquelle.
Anfänger haben oft die blauäugige Vorstellung, dass sich eine Zeitung allein durch ihre Verkaufserlöse finanzieren ließe. Das funktioniert schon bei einem herkömmlichen Magazin nicht und bei einer Schülerzeitung erst recht nicht. Man muss damit rechnen, dass ein Großteil der Schüler sowieso immer ein wenig knapp bei Kasse ist und das wenige Taschengeld nicht gerade für eine Amateurzeitung ausgeben möchte. Schülerzeitungen müssen daher so günstig und so interessant sein, dass sich in diesem schwierigen Klientel trotzdem Abnehmer finden. Für die Autoren bedeutet das möglichst brisante Artikel, für den Buchhalter einen verhältnismäßig geringen Verkaufspreis. Lediglich von Lehrern und Bediensteten kann man über einen Euro verlangen.
Um die Löcher in der Reaktionskasse zu stopfen, müssen möglichst lohnende Anzeigenkunden her. Hier gilt es, Unternehmen auszuwählen, die auch ein großes Interesse am Erscheinen in einer Schülerzeitung haben. So wird eine Diskothek oder Kneipe sich eher begeistern lassen als ein Malerfachgeschäft.
Die Verkäufe lassen sich ankurbeln, indem man attraktive Gutscheine in der Zeitung abdruckt. So erklärt sich vielleicht der Bäcker um die Ecke bereit, ein Plunderteilchen zu verschenken, wenn Kunden mit dem Gutschein ein großes Heißgetränk kaufen. Solche Deals muss man auch den Unternehmen schmackhaft machen. Besonders gut funktioniert das, wenn es in der Umgebung der Schule ein Konkurrenzgeschäft gibt.
Wenn es wirklich knapp wird, sollte man nicht davor zurückschrecken, sich an die Lehrerschaft zu wenden. Wer so gut verdient, hat bestimmt auch eine kleine Spende für die Schülerzeitung übrig. Eitle Charaktere freuen sich darüber hinaus sicherlich, wenn sie mit Bild und einem kleinen Dank in der nächstes Ausgabe erwähnt werden.
Das Sammeln bei den Lehrern hat jedoch auch seinen Preis. Gerüchte und offene Kritik am Lehrkörper sind dann natürlich tabu. Tragischerweise sind jedoch genau das die Themen, die die Schülerschaft zum Kauf der Zeitung animieren. Eine Diskrepanz, die jede Redaktion für sich lösen muss.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
23.10.11 | |
![]() | SCHüLERZEITUNG |
27.03.10 | |
![]() | SCHüLERZEITUNG |
15.02.10 | |
![]() | SCHüLERZEITUNG |
19.01.10 | |
![]() | SCHüLERZEITUNG |
04.12.09 | |
![]() | SCHüLERZEITUNG |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Schülerzeitung Forum


Aller Anfang ist schwer. So ist auch die Erstellung einer Schülerzeitung schwieriger als vielleicht zu Beginn an...