30. September 2010
Ein Schüleraustausch ist für alle Beteiligten eine große Sache. Der Gastschüler verlässt sein vertrautes Umfeld und reist in ein Land, das ihm meist absolut fremd ist. Doch auch für die Gastfamilie bedeutet der Austausch jede Menge Stress. Besonders tragisch ist es, wenn der Gastschüler sich so gar nicht integrieren will und bald einfach nur noch eine Last ist.
Ein Schüleraustausch wird so gut wie nie privat abgewickelt. Entweder kümmert sich die Schule um die Planung und Durchführung oder man nimmt an den Austauschprogrammen einer professionellen Organisation teil. In jedem Fall hat man einen kompetenten und erfahrenen Ansprechpartner, der sich um alles kümmert. Dieser Vermittler sorgt auch dafür, dass Gastfamilien und Austauschschüler schon im Vorfeld darauf vorbereitet werden, was auf sie zukommt. So werden die Teilnehmer beispielsweise über die Kultur der anderen Partei informiert und erhalten wertvolle Verhaltenstipps. Außerdem wird darauf geachtet, dass Austauschschüler und Gastfamilie auch gut zusammenpassen. So sollte jemand, der mit Tieren nicht besonders viel anfangen kann, keinesfalls auf einem Bauernhof landen.
Doch eine Organisation kann nur nach dieses offensichtlichen Umständen und nach eigenen Angaben der Parteien gehen. Einen Persönlichkeitsfragebogen muss niemand ausfüllen, wodurch sich natürlich auch schlecht sagen lässt, ob Gastfamilie und Austauschschüler wirklich gut miteinander auskommen werden.
Meist kommt es durch kulturelle Unterschiede zu Konflikten. So legt man in Deutschland beispielsweise sehr viel Wert auf Besitz und Privatsphäre. In anderen Ländern kennt man eine solche Einstellung nicht. So sollte man nicht gleich beleidigt sein, wenn der Gastschüler ungefragt an persönliche Dinge geht, sondern ihm in Ruhe erklären, dass man das hier nicht gerne sieht.
Anders verhält es sich natürlich, wenn einfach kein Draht zum Gastschüler entsteht und er wie ein Fremdkörper in der Familie ist. Scheitert jeglicher Versuch, ihn in den Alltag zu integrieren, so sollte man sich damit abfinden, dass die Chemie eben einfach nicht stimmt.
Schulen und Organisationen erleben solche Situationen nicht zum ersten Mal und finden in der Regel schnell eine andere Gastfamilie, die vielleicht besser zu dem neuen Schüler passt. Daher sollte man es auch nicht als persönliche Kritik empfinden, wenn der Gastschüler sich dazu entschließt zu gehen. Sympathie kann man schließlich nicht erzwingen.
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