27. September 2010
Bereits 1996 erschütterte eine Rechtschreibreform die deutsche Bevölkerung. Es wurde einfach beschlossen, die traditionellen Schreibweisen abzuschaffen und eine aus Sicht der Behörden logischere Regelung einzuführen. Bei den Bürgern stieß diese Anordnung auf wenig Begeisterung. Nun gab es 2006 eine erneute Reform, die wiederum einige der neu aufgestellten Regelungen über den Haufen warf. Lesen Sie hier, was seit 2007 alles neu ist.
In der deutschen Sprache ist es besonders leicht, mehrere Wörter zu einem neuen zusammenzufügen. Doch auch in diesem Bereich wurden Änderungen und Restriktionen erlassen. Die Umstellung betrifft vor allem die Verben. Trägt das Adverb die Bedeutung, so darf man es mit dem Verb zusammenschreiben.
Beispiel: zusammensein
Ist es jedoch das Verb, das die Hauptbedeutung der Konstruktion trägt, so werden Adverb und Verb getrennt voneinander geschrieben.
Beispiel: zusammen lernen
Der Sinn dieser Lösung sei wohl dahingestellt, Fakt ist jedoch, dass es besonders Kindern schwerfallen wird, diese Regelung zu verstehen. Schließlich haben selbst Erwachsene Probleme damit, eindeutig festzustellen, welcher Teil der Konstruktion nun mehr Bedeutung hat als der andere.
Ironischerweise hat die Rechtschreibreform 2006 dazu geführt, dass sich der Schreiber nun sehr häufig aussuchen kann, wie er seine Sätze gestalten möchte. Auch das ist wohl rein didaktisch eher problematisch für das Schreiben und Lesen lernen in der Grundschule.
Beispiel: achtgeben ist genauso erlaubt wie Acht geben
Beispiel: kennenlernen darf auch als kennen lernen geschrieben werden
Andererseits sind manche Dinge jedoch auch zwingend vorgeschrieben. Hier muss man sich fragen, welche Merkmale diese Fälle von denen mit Wahlfreiheit für den Schreiber unterscheiden.
Beispiel: eislaufen, leidtun und ähnliche Konstruktionen müssen zusammengeschrieben werden
Durch diese Regel ergeben sich weiterführend Änderungen, vor allem in der Groß- und Kleinschreibung.
Beispiel: Während man früher "Es tut mir Leid" schrieb, ist heute nur noch "Es tut mir leid" richtig.
Man spricht hier von so genannten verblassten Substantiven. In dem obigen Fall wurde das Wort "Leid" einst als Subjektiv verwendet, durch die Reform ist es jedoch mit dem Verb verschmolzen, weshalb es auch in anderen Konstruktionen nicht mehr als Hauptwort behandelt wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neue Rechtschreibreform dem Autoren so viele Optionen frei hält, dass es fast ratsam ist, einfach wie gewohnt weiterzuschreiben. Vor Verständnisproblemen braucht man sich jedenfalls nicht zu fürchten.
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