Tipps gegen Prüfungsangst

Rückenansicht Schulklasse bei Prüfung, zwei Schüler tauschen Zettel aus

Anzeichen und mögliche Folgen von Prüfungsangst und wie man diese in den Griff bekommen kann

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  • von Paradisi-Redaktion

In Schule, Ausbildung und Studium gehören Prüfungen zum Alltag. Ob in schriftlicher oder in mündlicher Form – oft lösen diese nicht nur Stress, sondern regelrecht Prüfungsangst und Panik aus. Wer weiß, dass er vor oder während einer Prüfung von diesen ungewollten Reaktionen heimgesucht wird, sollte sich ein paar nützliche Tipps zu Herzen nehmen. Informieren Sie sich über Anzeichen und mögliche Folgen von Prüfungsangst, und wie man diese in den Griff bekommen kann.

In drei Tagen steht die Englischarbeit an, eine Woche später ist Deutsch dran - rund 20 Prozent der Schüler zittern vor Klassenarbeiten. Plötzlich ist das Gelernte wie weggeblasen, das Gedächtnis gleicht einem Sieb.

Doch es gibt Hilfe gegen den Blackout. Eltern, Lehrer und Therapeuten können Schülern mit sinnvollen Strategien helfen, ihre Prüfungsangst zu überwinden.

Angst vor Bewertung senkt Leistungsfähigkeit

Prüfungsangst entsteht durch die Furcht vor der Bewertung persönlicher Leistungen. Betroffenen ist schon oft Tage vor der Klausur schlecht. Durch die Angst mindert sich die Leistungsfähigkeit, was noch mehr Panik hervorruft - ein Teufelskreis.

Doch nicht die Prüfungssituation an sich löst die Angstgedanken aus, sondern die Fehleinschätzung der eigenen Leistungsstärke. Hält der Prüfling die Aufgaben für zu schwer und ist davon überzeugt, dass seine Kompetenz nicht ausreicht, kommt es eher zu Misserfolgen als bei jemandem, der fest an seine Fähigkeiten glaubt.

Ein gewisses Maß an Lampenfieber ist normal und fördert die Aufmerksamkeit, echte Prüfungsangst dagegen lähmt. Durch negative Gedanken sinkt die Konzentration, die Aufgaben sind oft nur zum Teil oder gar nicht lösbar.

Prüfungsängste haben viele Menschen; sie sind nichts Außergewöhnliches – bis sie einen fest im Griff haben und sich leistungsmindernd als der berühmt-berüchtigte Blackout auswirken. Das Entscheidende dabei ist, welche Einstellung der Prüfling zu seinem Stress gewinnt.

Nimmt die Furcht überhand, so hat der Ängstliche seine eigene Situation und die Aufgaben, vor denen er steht, als wenig oder gar nicht beherrschbar eingeschätzt. Das Ergebnis einer derartigen Selbsteinschätzung unter Prüfungsstress bewertet die eigene Kompetenz – auch wenn subjektiv – zu niedrig, selbst wenn äußere Bestimmungen wie sorgfältige Vorbereitung stimmen.

Solche eigenen Negativbewertungen und negativen Gedanken wie Sanktionen als Folge des Versagens stehen während der Prüfung häufig im Vordergrund und lenken den Ängstlichen davon ab, sich auf die eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Sie sind so übermächtig, dass sich der Betroffene davon nicht lösen kann, er wird durch sie blockiert und damit auch das Abrufen des Wissens beziehungsweise der gefragten Leistung, die er sich ja - unter anderen Bedingungen - angeeignet hat. Ein Misserfolg wird damit immer wahrscheinlicher.

Prüfungsangst - ein weit verbreitetes Phänomen

Prüfungsangst - die Angst, bei wichtigen Prüfungen das Gelernte nicht abrufen zu können

Schüler sitzen konzentriert am Tisch und schreiben
pretty female college student sitting in a classroom full of stu © lightpoet - www.fotolia.de

Insbesondere Schüler und Studenten kennen dieses Phänomen nur zu gut: Die Angst, bei wichtigen Prüfungen das Gelernte nicht zum gewünschten Zeitpunkt abrufen zu können und dadurch zu versagen. Häufig hat man sich wochen- oder monatelang auf eine bevorstehende Prüfung vorbereitet, doch je näher diese rückt, umso nervöser wird man.

Prüfungsangst kann überwunden werden

Wenn man dann in der Prüfung sitzt und die Aufgaben Schwarz auf Weiß vor sich liegen hat, kann man sich plötzlich nicht mehr an das zuvor Gelernte erinnern, Blackouts sind die Folge. Es gibt jedoch gute Möglichkeiten und Techniken, diese Prüfungsangst zu überwinden. So können spezielle Seminare betroffenen Menschen dabei helfen, sich von ihren Ängsten zu lösen und sich Prüfungen zukünftig entspannter zu stellen.

Leider wirkt sich diese Angst nicht nur auf Prüfungen in Schule und Uni aus, sie kann im schlimmsten Fall auch die Gesundheit erheblich gefährden. So erhöht sie die Produktion von Stresshormonen, mindert das Selbstbewusstsein und fördert negative Emotionen wie Scham- und Schulgefühle.

Stress vor Prüfungen kann tatsächlich das Lernen blockieren

Schülerin greift sich an den Kopf und runzelt die Stirn, Stress beim Lernen
Frust und Kopfschmerzen bei Hausaufgaben © runzelkorn - www.fotolia.de

Wenn Schüler bemängeln, dass sie einfach nichts mehr von ihrem Lernstoff in ihren Kopf kriegen, kann das tatsächlich wahr sein, denn Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychatrie in München haben nun in einer Studie mit Mäusen herausgefunden, dass zu viel Prüfungsstress das Gehirn für die Aufnahme weiterer Lerninhalte blockieren kann.

Verantwortlich dafür sei ein Mangel des Hormons Homer-1 im Hippocampus, der Hirnregion, die für das Lernen zuständig ist. Die Forscher haben die Mäuse fünf Minuten lang großem Stress ausgesetzt. Sie stellten fest, dass die gestressten Mäuse sogar acht Stunden später noch immer Defizite beim Lernen hatten. Dieses Defizizt ließ sich allerdings durch die zusätzliche Gabe von Homer-1 wieder ausgleichen, so die Forscher.

Typische Anzeichen für Prüfungsangst

Prüfungsangst kann Tage vor einem Test, unmittelbar davor oder während einer Klausur auftreten. Zunächst fühlen sich Prüflinge allgemein angespannt.

Auf psychischer Ebene setzen Gefühle wie

  • Hoffnungslosigkeit
  • Minderwertigkeit
  • Leere
  • Resignation oder sogar
  • depressive Verstimmungen

ein. Die körperlichen Symptome äußern sich mit

Viele Schüler schieben die Vorbereitungen immer weiter hinaus, andere lernen in jeder freien Minute und gönnen sich kaum eine Auszeit. Wird die Angst zu groß, entsteht ein Gefühl des Kontrollverlusts, was zu einem Blackout führen kann. Gedächtnisinhalte, die noch einen Tag vorher da waren, verschwinden plötzlich.

Schneiden Schüler beim Test schlecht ab, nehmen sie das als logische Konsequenz wahr. Einen Erfolg betrachten von Prüfungsangst Geplagte eher als glückliche Fügung und nicht als Ergebnis der eigenen Leistung.

Tipps gegen die Prüfungsangst

Auf die Vorbereitung kommt es an

Das beste Mittel gegen Prüfungsangst ist eine gute Vorbereitung. Nur wer mit dem Gewissen in eine Prüfung geht, sich intensiv mit dem Lernstoff auseinandergesetzt zu haben, ist gegen ein Blackout oder gegen andere typische Blockaden gut gerüstet.

Wie intensiv die Vorbereitung sein muss, ist individuell verschieden. Gedanken wie "Alle anderen müssen weniger lernen" oder "Ich könnte auch nachts lernen und würde die Prüfung dennoch nicht bestehen" dürfen gar nicht erst zugelassen werden.

Auch die Vorbereitung muss geplant werden. Vor allem vor größeren Prüfungen ist es daher sinnvoll, sich einen gut strukturierten Lernplan zu erstellen. Im Laufe des Lernprozesses kann hier Kapitel für Kapitel abgehakt werden.

Mit jedem neuen Haken ist man in seiner Vorbereitung nicht nur einen Schritt weiter, sondern aufgrund des Lernerfolgs auch ein gutes Stück selbstsicherer. Die Angst vor der anstehenden Prüfung nimmt ab.

Klare Struktur erleichtert das Lernen

Zu den Hauptauslösern für Angstgedanken vor Tests gehört die Furcht vor den Reaktionen der Eltern. Hat ein Schüler eine Fünf kassiert, sollten Eltern die Sache nicht an die große Glocke hängen. Psychologen weisen darauf hin, dass ewiges Herumreiten auf der schlechten Note die Versagensängste weiter schürt.

Besser ist es, herauszufinden, wie sich die Note wieder verbessern lässt. Klare Strukturen erleichtern das Lernen. Wenn Kinder etwas nicht verstanden haben, ist das kein Grund zur Sorge, denn niemand kann gleich den kompletten Lehrstoff behalten. Ermunterungen, beim Lehrer nachzufragen, wenn etwas unklar ist, unterstützen Schüler.

Vom gemeinsamen Lernen raten Experten allerdings ab, denn Eltern verfallen schnell in Ungeduld, häufig entstehen fruchtlose Auseinandersetzungen. Außenstehende wie Nachhilfelehrer oder Klassenkameraden können in der Regel besser helfen.

Taktiken für die Klausur besprechen

Steht die Klassenarbeit kurz bevor, ist es wenig sinnvoll, die nicht verstandenen Lerninhalte auf den letzten Drücker zu pauken. Schüler sollten sich auf den Stoff konzentrieren, den sie gut beherrschen.

Eltern beruhigen Kids, indem sie Taktiken für die Klausur besprechen, beispielsweise sich nicht an einer schweren Frage festzubeißen, sondern sich erst einfacheren Aufgaben zu widmen. Mit dieser Strategie entsteht mehr Selbstvertrauen, um sich später an die schwierigeren Themen zu wagen.

Motivation und Entspannung

Besonders Eltern sollten ihre Kinder, die übermäßig an Prüfungsangst leiden, also zu einem höheren Selbstwertgefühl ermuntern. Bei Erwachsenen können das Freunde oder der Partner übernehmen. Nicht unbedingt auf die weit ab liegenden Top-Player schielen, sondern hoch zu einer Person, die mit ähnlichem Leistungspotenzial in erreichbarer Nähe platziert ist.

Auch können relativierende Sätze wie "Wenn ich nicht bestehe, geht die Welt auch nicht unter" helfen und so etwas von dem überhand genommenem Respekt vor der Prüfung nehmen.

  • Entspannen
  • tief und ruhig durchatmen
  • positiv denken

sind einfache Maßnahmen gegen Examensstress. Am Tag vor der Prüfung sollten Eltern ihren Kindern Mut machen und ihnen versichern, dass auch eine schlechtere Note kein Weltuntergang ist.

Als hilfreich haben sich auch verschiedene Entspannungstechniken wie

erwiesen. Durch gezielte Atemtechniken und Körperübungen finden Angstgeplagte zu seelischer und körperlicher Ausgeglichenheit. Wichtig ist, dass man am Tag der Prüfung nicht mehr versucht, zu lernen. Auch Gespräche über den Lernstoff sollten unterbleiben. Stattdessen sollte man versuchen Selbstvertrauen aufzubauen, indem man sich an frühere, erfolgreich abgeschlossene Prüfungssituationen erinnert.

Therapie-Hunde gegen Prüfungsstress? US-Universität in Boston macht es vor

Negative Gedanken und Ängste können durch die Betreuung eines Hundes gelindert werden

Junge blonde Frau mit kurzen Haaren mit ihrem Hund, Gesicht an Gesicht
liebevoll © Klaus-Peter Adler - www.fotolia.de

In der "Tufts University" in Boston leben nun acht Therapie-Hunde im Studentenheim. Der Direktor der Universität hat sich für seine Studenten etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Ihm war aufgefallen, wie gestresst und teilweise überfordert seine Schützlinge waren, wenn es auf die Prüfungsperiode im Semester zuging. Das Lernen konnte er ihnen nicht abnehmen, aber den Stress etwas lindern.

Durch die Betreuung des Hundes schwindet die Prüfungsangst

Therapie-Hunde werden eigentlich bei Kranken und Senioren eingesetzt, doch in Boston scheinen sie auch den Studierenden zu helfen. Indem sich die jungen Erwachsenen im Wohnheim um die acht Tiere kümmern, sie füttern und mit ihnen spielen, bauen auch sie Ängste und negative Gedanken ab. Wie kam der Direktor auf die Idee?

Er gab in einem Interview an, er habe selbst zu Zeiten seines Studiums ähnliche Erfahrungen mit einem Hund gemacht und wollte diese Aufmunterung nun an seine Studenten weitergeben. Das Hundeprojekt ist ein Pionierprogramm, doch es kommt dermaßen gut an, dass auch andere Universitäten jetzt nachziehen wollen.

Wer unter Prüfungsangst leidet, sollte seine Ängste aufschreiben - dies löst innere Blockaden

Black Out bei Prüfung - seine Gefühle vor Antritt aufzuschreiben, kann zur inneren Ruhe verhelfen

Studenten während einer schriftlichen Prüfung, Klausur
Students during exam © Photographee.eu - www.fotolia.de

Da hat man noch so gut für die Prüfung in der Uni, der Lehre oder der Fortbildung gelernt, nun sitzt man vor dem Papier und es will einem nichts mehr einfallen.

Solche inneren Blockaden können durch eine große Prüfungsangst entstehen und ein hart erarbeitetes Wissen plötzlich verschwinden lassen. Doch solche "Black outs" lassen sich vermeiden, wenn man seine Ängste vor Prüfungsantritt einfach aufschreibt.

Das Notieren der Gefühle bringt innere Ruhe

Die Wirksamkeit dieses psychologischen Tricks bestätigt eine US-Studie. Man lud 20 Studenten ein, die einen Mathematik-Test absolvieren sollten und sich vor mathematischen Prüfungen fürchteten.

Zehn Studenten lies man völlig ohne Anweisungen den Test angehen, die übrigen zehn wurden gebeten, sich einige Minuten vor Testbeginn ruhig hinzusetzen und ihre Gefühle bezüglich der Prüfung nieder zuschreiben. Die erste Gruppe schnitt beim Test deutlich schlechter ab, als die zweite Gruppe.

Das Aufschreiben der Sorgen hatte die zweite Gruppe innerlich ruhig werden lassen, wie die zehn Studenten im Nachgespräch selbst angaben. Mit der Methode kann das Kurzzeitgedächtnis, auch Arbeitsgedächtnis genannt, wieder frei von Angst und auf Hochtouren arbeiten.

Sich der Prüfungsangst bewusst stellen, hilft gegen die gefürchteten Blackouts

Vier Schüler beim Schreiben einer Klassenarbeit, Mädchen lächelt in die Kamera
Schüler schreiben Klassenarbeit in Schule © Kzenon - www.fotolia.de

Viele Studenten kennen sie: die Prüfungsangst. Selbst dann, wenn man sich perfekt auf eine Klausur oder mündliche Abschlussprüfung vorbereitet hat, kann die Aufregung derart groß sein, dass man ein Blackout bekommt. Der Kopf will in dieser Angstsituation die eigentlich gut gespeicherten Informationen einfach nicht herausgeben und das kann die Note gehörig nach unten ziehen.

Prüfungsangst kennt im Grunde jeder, allerdings gibt es verschiedene Ausprägungen. Wer etwas schwitzt und zittert, kann dennoch eine 1 bekommen, doch wenn Magenschmerzen und Schwindel die Aufgaben auf Papier fast nicht lesbar machen, hat man ein Problem. Psychologen gehen davon aus, dass Prüfungsangst in vielen Fällen auf einem traumatischen Ereignis der Schulzeit basiert. Dabei kann es sich um den kleinen Mathe-Test an der Tafel handeln, oder um eine mündliche Befragung in Deutsch vor der ganzen Klasse - weiß man die Antworten nicht, blamiert man sich vor dem Lehrer, den Mitschülern und vor sich selbst.

Die empfundene Scham und die Angst vor erneutem Versagen können so tief sitzen, dass man fortan in Prüfungssituationen immer wieder in eine Angsthaltung verfällt. Schweiß und erhöhter Puls sind klassische Zeichen dafür, dass selbst der Körper sich für einen Angriff oder eine Flucht bereit hält.

Psychologen raten daher allen Menschen mit einer Prüfungsangst sich dieser ganz bewusst zu stellen. Man muss sich klar machen, wovor man Angst hat und am besten den frühen Auslöser aus der Kindheit kennen. Dann kann man aus der Sicht des Erwachsenen rational dagegen ankämpfen, indem man sich bewusst macht, dass die aktuelle Situation eine andere ist.

Tierische Hilfe für gestresste Studenten in Kanada - Die Campus-Hunde kommen

Blonde Frau lacht mit geschlossenen Augen, wird von Hundewelpe in Gesicht abgeleckt
Young woman and sweet puppy playing around © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Kurz vor Weihnachten stehen kanadische Studenten unter Dauerstress: Prüfungen sind angesagt! Die Dalhousie University in Halifax hat sich nun etwas neues einfallen lassen, um den Studenten Entspannung zu bieten: Einen "Kuschelraum", in dem mehrere junge verspielte Hunde nur darauf warten, geherzt und geknuddelt zu werden.

Das Angebot stieß auf Begeisterung: Schon in den ersten Tagen kamen 450 Studenten, um sich beim Kuscheln mit den Hunden zu entspannen - manche blieben gleich eine halbe Stunde.

Initiiert wurde die Aktion von Studenten, die von vergleichbaren Aktionen an anderen Universitäten gehört hatten und die Hunde von der Organisation "Therapeutische Pfoten Kanadas" ausliehen. Die Organisation nutzt speziell ausgebildete Hunde schon lange um Menschen zu helfen, ihren Stress abzubauen und endlich einmal zu entspannen.

Die Dalhousie University auf der ostkanadischen Insel Nova Scotia gilt ohnehin als vorbildlich bei der Stressreduktion: Den Studenten steht ein Wellness-Zimmer zur Verfügung, in dem sie Yoga-Übungen absolvieren oder meditieren können, ein Zimmer in dem rund um die Uhr kostenloser Kaffee und Snacks angeboten werden und hilfreiche Berater.

Kanadas Studenten stehen unter starkem Druck im weltweiten Kampf um gute Jobs mithalten zu können - da ist Stress vorprogrammiert.

Hilfe beim Blackout: Was bei Prüfungen oder Vorstellungsgesprächen gegen die große Leere wirkt

Arbeitgeberin hält eine Bewerbungsmappe und führt ein Bewerbungsgespräch mit einer jungen Frau
erfahrene geschäftsfrau führt ein bewerbungsgespräch © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Ob Abschlussprüfung, Bewerbungsgespräch oder eine wichtige Rede vor Publikum, jeder kennt und fürchtet den großen Black-Out. Manche Menschen haben so große Angst vor der plötzlichen Leere, dass sie sich bereits im Vorhinein vollkommen blockieren und damit die Katastrophe mehr oder weniger heraufbeschwören. Da hilft nur eines: Sich klarmachen, dass ein Blackout in Wahrheit überhaupt keine Katastrophe ist.

Niemand ist perfekt, niemand braucht perfekt zu sein. Wer in die Situation kommt, nicht weiter zu wissen, sollte dazu stehen. In vielen Situationen kann es tatsächlich helfen, dem Prüfer, Vorgesetzten oder Publikum zu sagen, dass man sich kurz sammeln muss. Psychologen raten außerdem zu einem kleinen Trick, um das Hirn abzulenken. Denn dieses hält emotionalen Stress oftmals für gefährlicher als es müsste. Mit anderen Worten: Wer sich einen gefährlichen Tiger vorstellt, kann damit die gleichen Prozesse auslösen, wie jemand, der vor einem echten Tiger steht. Deswegen sollte man sich selbst gut zureden und daran erinnern, dass man schließlich nicht in Lebensgefahr schwebt.

Klopf- und Atemübungen können all jenen helfen, die besonders mit Nervosität zu kämpfen haben. Es kann auch helfen, vor einer Prüfung Sport zu machen, denn das beruhigt die Nerven. Kaffee und andere Aufputschmittel sollte man aber besser nicht zu sich nehmen, weil sie einen fahrig wirken lassen. Und schließlich hilft gegen den Blackout vor allem eines: gute Vorbereitung.

Prüfungsangst in den Griff bekommen – 5 Tipps für mehr Erfolg

Mädchen mit schulterlangen blonden Haaren und Sommersprossen sitzt mit Stift und Block am Tisch im Klassenzimmer
Cute schoolgirl in classroom on lesson © Africa Studio - www.fotolia.de

Das Herz klopft, die Hände zittern – und das Hirn blockiert. Für viele Schüler und Studenten sind Prüfungen der blanke Horror. Aber es gibt wirksame Strategien gegen die Prüfungsangst.

Tipp 1: Gute Grundlage durch Vorbereitung

Ganz verschwinden wird die Angst vermutlich nie, aber das kann man auch positiv sehen: Prüfungsangst liefert die Motivation, sich gut vorzubereiten. Wer den Lehrstoff in einen schrittweisen Lernplan umsetzt, hat bereits einen ersten Überblick gewonnen und beugt Überforderungen vor. Um gar nicht erst in einen Angsttunnel zu geraten, hilft das Lernen im Team.

Tipp 2: Kluger Umgang mit der Angst

Verdrängte Gefühle kommen "hintenrum" mit stärkerer Macht zurück. Auch bei der Prüfungsangst ist es deshalb klüger, sich dem Gefühl zu stellen und es bewusst zu akzeptieren.

Begleitende negative Gedanken sollte man allerdings verscheuchen. Hier hilft ein psychologischer Trick: wenn der innere Miesmacher sich meldet, einfach ein Stoppschild visualisieren. Oder in Gedanken "Halt die Klappe!" rufen.

Tipp 3: Positives Ergebnis visualisieren

Mit der Visualisierungstechnik kann man außerdem die Angst reduzieren. Wer sich intensiv vorstellt, wie er die Prüfung mit Bravour meistert, bringt sich selbst in eine positive Haltung und geht motivierter an die Arbeit.

Tipp 4: Training der Prüfungssituation

Viele Betroffene sind bereits durch die ungewohnte Prüfungssituation verängstigt. Hier lässt sich durch Training Sicherheit erlangen. Ob mit Mitschülern, Kommilitonen oder der Familie – wer den Prüfungsablauf vorab simuliert hat, fühlt sich ruhiger.

Tipp 5: Sorgfältig lesen und Aufgaben einteilen

Aus Nervosität überlesen viele Prüflinge einen Teil der Aufgabenstellung. Deshalb ist es sinnvoll, zuerst alle Aufgaben ruhig zu lesen und Schlüsselwörter zu markieren. Wer die leichten Aufgaben am Anfang erledigt, hat bereits ein erstes Erfolgserlebnis und spart Energie für den schwierigen Teil.

Tipps gegen übermäßige Nervosität und Prüfungsangst

Wie man seine Angst überwinden und die Phase der Prüfungsvorbereitung effektiv gestalten kann

Studentin steht mit aufgeschlagenem Buch in der Bibliothek, lächelt in Kamera
University student in library © Monkey Business - www.fotolia.de

Die Dosis macht das Gift – dieser Leitspruch gilt auch für Lampenfieber. In gewissem Maße ist Nervosität vor einer Klausur oder Präsentation sinnvoll. Sie verbessert die Aufmerksamkeit und Konzentration.

Wenn der Stress übermächtig wird, können Körper und Psyche jedoch so leiden, dass die Betroffenen beim Leistungstest versagen. Universitäten bieten deshalb Hilfe gegen Prüfungsangst.

Gut vorbereiten

Viele Studenten fürchten sich vor Prüfungen, weil sie nicht wissen, wie man richtig und effektiv lernt. Damit sich die Probleme gar nicht erst auftürmen, sollten die Prüflinge rechtzeitig Lerngruppen bilden oder sich coachen lassen.

In fast allen Städten gibt es Kurse zum Thema "Prüfungsvorbereitung".

Leistungsdruck reduzieren

Ein fundiertes Wissen nutzt allerdings wenig, wenn die Psyche nicht mitspielt. Menschen mit Prüfungsangst neigen dazu, sich selbst mit ihren Sorgen verrückt zu machen. Sie grübeln über ein mögliches Versagen nach und untergraben durch diese Befürchtungen ihr Selbstvertrauen.

Körperliche Symptome wie Magenschmerzen und Schlafstörungen zeigen, wie stark der Stress im Inneren arbeitet.

Gesunder Lebensstil hilft gegen Stress

Um diesen Beschwerden vorzubeugen, hilft eine gesunde Ernährung. Experten raten außerdem, sich zwischen den Lernphasen viel zu bewegen. Das baut Adrenalin ab und verbessert das Gedächtnis.

Außerdem sinnvoll: Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Verspannungen im Körper lassen sich mit dem sogenannten Bodyscan aufspüren und beseitigen.

Positiv denken

Leistungssportler trainieren es: positive Suggestionen. Wer sich immer wieder konkret vorstellt, wie er die Prüfung erfolgreich bewältigt, bahnt im Gehirn die richtigen Verknüpfungen, um die Leistung später real abrufen zu können.

Typischen Angstsymptome vorbeugen

Trotz perfekter Vorbereitung haben viele Menschen vor und während einer Prüfung mit den erwähnten Beschwerden zu kämpfen. Wer dies einmal erlebt hat, geht in die nächste Prüfung oft noch ängstlicher hinein.

Diese Angst vor der Angst kann am besten bekämpft werden, indem man lernt, den Symptomen vorzubeugen.

  • Wer eine übermäßige körperliche Erregung vermeiden möchte, sollte vor der Prüfung keine koffeinhaltigen Getränke zu sich nehmen.
  • Musik dagegen wirkt beruhigend und lenkt von der bevorstehenden Prüfung ab.

Hilfreiche Mittelchen

Je nach Ausmaß der Prüfungsangst kann es sinnvoll sein, auf Medikamente zurückzugreifen. Nicht verschreibungspflichtig sind zum Beispiel

Bei einer krankhaft diagnostizierten Prüfungsangst können vom Arzt spezielle Medikamente verschrieben werden, die die Angst hemmen. In solchen Fällen ist ergänzend eine Psychotherapie angebracht.

Professionelle Beratung und Behandlung

Lassen sich die Angstgedanken trotz Lernorganisation, Ermunterungen und Zeitplanung nicht in den Griff bekommen, sollten Eltern sich fachlichen Rat holen. Wer nicht alleine zurecht kommt, sollte fachliche Hilfe beispielsweise bei psychiatrischen Beratungsstellen annehmen.

  • Selbsthilfebücher können unterstützen, aber auch eine spezielle Lernberatung. Psychologen und Pädagogen bieten Lernberatungen an und helfen Prüfungsangstgeplagten bei der Entwicklung von Lernstrategien.
  • Manchmal sind Schüler in ihrer Klassenstufe über- oder unterfordert und ein Klassenwechsel ist die beste Lösung.
  • Auch kognitive Verhaltenstherapien haben sich bewährt. Schüler sprechen über ihre Ängste und lernen, den Wahrheitsgehalt ihrer Gedanken zu überprüfen.
  • Ebenso können Naturheilmethoden bei der Behandlung von Prüfungsangst zum Einsatz kommen. Statt Beruhigungstabletten verschreiben Heilpraktiker homöopathische Mittel, die die Angstsymptome lindern sollen.
  • Auch Therapieverfahren wie Akupunktur oder Akupressur unterstützen bei der Überwindung von Angstgedanken.

Ziemlich dummer Jungenstreich: Aus Prüfungsangst Bombenalarm ausgelöst

Stempel mit Auschrift "Durchgefallen"
Stempel Durchgefallen © bilderbox - www.fotolia.de

Ein Student der Eliteuniversität Harvard in Cambridge hatte Angst davor, in einer Prüfung zu versagen. Dabei kam ihm die Idee eines ziemlich dummen Jungenstreichs: Er verschickte E-Mails mit Bombendrohungen. Damit diese glaubhafter wurde sowohl an die Universitäts-Leitung als auch an die Polizei.

Behörden seit Attentat beim Marathonlauf wachsam

Seitdem am 15. April bei einem Marathonlauf in Boston drei Menschen durch eine selbstgebaute Bombe ums Leben kamen und 260 Menschen verletzt wurden, sind die Behörden in ständiger Alarmbereitschaft. Deshalb ordneten die Behörden auch sofort die Räumung von vier Gebäuden an, in einem davon sollte die Prüfung geschrieben werden. Tatsächlich konnten bereits begonnene Abschlussprüfungen nicht mehr fortgesetzt werden.

Gefängnis und Geldstrafe möglich

Alle Gebäude wurden durchsucht, eine Bombe fand man nicht. Dafür den Studenten als Verursacher des falschen Alarms. Er kam am Mittwoch vor den Haftrichter und muss, wenn er Pech hat, mit fünf Jahren Gefängnis und 250.000 Dollar Geldstrafe rechnen.

Ein ähnlicher Scherz hielt erst vor vier Wochen die Polizei in Yale auf Trapp. Damals behauptete ein anonymer Anrufer, sein Mitbewohner wäre mit einer Waffe zum Campus unterwegs. Auch da wurden aufgrund der Sicherheit Studenten und Beschäftigte vom Campus ferngehalten und sogar mit einem Hubschrauber nach dem Verdächtigen gesucht. Jedoch ohne Ergebnis.

Grundinformationen und Hinweise zu Prüfungsangst

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: School exam © gajatz - www.fotolia.de

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