Promotion - Voraussetzungen, Ablauf und Förderungsmöglichkeiten

So ein Doktortitel ist schon eine schöne Sache. Der Namenszusatz macht sich nicht nur gut auf dem Reisepass oder Personalausweis, er ist auch ein Garant für Aufmerksamkeit in den meisten gesellschaftlichen Kreisen. Wer stellt sich einem Fremden nicht gerne als Herr oder Frau Doktor vor? Allerdings liegt vor der Aushändigung der Urkunde ein steiniger Weg. Eine Promotion will gut geplant sein, sonst bleibt am Ende nichts als Ärger und Enttäuschung. Gegebenenfalls können bestimmte Förderungsangebote genutzt werden. Von der Planung bis zum Doktortitel - informieren Sie sich zum Thema Promotion.

Von der Planung bis zum Doktortitel - Wie man seine Promotion ideal plant

Promotion: eine Definition

Bei der Promotion handelt es sich um die Verleihung des Doktortitels in einem bestimmten Fach, also den akademischen Grad eines Doktors bzw. einer Doktorin. Wer promoviert, hat sich intensiv mit einem bestimmten wissenschaftlichen Bereich beschäftigt und in diesem eine wissenschaftliche Arbeit, die so genannte Doktorarbeit (Dissertation), verfasst; diese soll neue wissenschaftliche Erkenntnisse enthalten. Zudem wurde eine mündliche Prüfung abgelegt.

Verliehen werden darf der Doktortitel von Universitäten sowie gleichgestellte Hochschulen. Außerdem besitzen hierzulande auch forschungsstarke Hochschulen im Bereich Angewandte Wissenschaften das Promotionsrecht.

Im Großteil der Staaten gilt der Doktor als höchster akademischer Grad. Die Promotion gilt als Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung; sie berechtgit beispielsweise dazu, in Eigenarbeit Projektanträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu beantragen.

Hierzulande ist die Promotion Voraussetzung für die Habilitation. Durch Bestehen der höchstrangigen Hochschulprüfung ist man dazu berechtigt, als Professor an einer Hochschule beschäftigt zu werden.

Voraussetzungen

Wer promovieren möchte, muss ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium nachweisen können. Je nach Abschluss gibt es unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen. Im Zusammenhang mit einem deutschen Studienabschluss gilt: direkte Zulassung erhält man mit den Abschlüssen

  • Diplom
  • Magister
  • Master sowie
  • mit anderen Prüfungen, die ein Studium abschließen, z.B. das Staatsexamen.

Wer lediglich einen Bachelor oder Diplom (FH) nachweisen kann, für den gelten weitere Voraussetzungen.

Man unterscheidet die individuelle von der strukturierten Promotion. Die individuelle Promotion stellt die gängige Form der Promotion dar. Die Studenten suchen sich einen Doktorvater (oder eine Doktormutter), erstellen die Dissertation dabei überwiegend eigenständig.

Bei entsprechendem Bedarf kann eine Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern zusammen erfolgen. Die Promotion findet an der Universität statt, möglich ist aber auch die Industrie oder Forschungseinrichtungen außerhalb der Universität.

Bei der strukturierten Promotion nehmen die Doktoranden an einem strukturierten Programm teil, in dessen Rahmen sie promovieren. Die Begleitung erfolgt durch ein Betreuerteam.

Typisches Merkmal dieser Promotionsform ist die internationale Ausrichtung; die Arbeitssprache ist meist Englisch. Als vorteilhaft erweist sich die Vermittlung wichtiger Netzwerkfähigkeiten und Softskills.

Ablauf

Grundsätzlich enthält der Ablauf des Promotionsverfahrens folgende Punkte:

  • man benötigt einen geeigneten Studienabschluss
  • man braucht u.U. zusätzliche Voraussetzungen zur Qualifikation, wie etwa Sprachnachweise oder Seminarscheine
  • man wählt einen Betreuenden (Doktorvater)
  • man meldet das Vorhaben der Promotion beim Promotionsausschuss an
  • man wird als Promotionsstudent angenommen
  • man fertigt die Dissertation an

Nach Vorlegung der Doktorarbeit wird die Promotion eingeleitet. Es folgt eine mündliche Prüfung, welches das Thema der Doktorarbeit haben kann. Nach der gesamten Bewertung ist das Promotionsverfahren abgeschlossen; sobald die Promotionsurkunde übergeben worden ist, darf der Doktorand die Bezeichnung Dr. führen.

Zu den wichtigen Punkten bzw. Aufgaben, die während der Zeit der Promotion zu absolvieren sind, zählen

  • der Besuch von Doktorandenseminaren
  • die Veröffentlichung von Fachpublikationen
  • die Mitarbeit beim Lehrangebot des Instituts oder Lehrstuhls
  • die Einreichung der Doktorarbeit
  • die Erstellung von bis zu drei Gutachten durch die Opponenten
  • die mündliche (und meist öffentliche) Verteidigung der Arbeit
  • die Vorbereitung der Dissertation, um diese veröffentlichen zu können
  • die Einholung der Druckerlaubnis
  • die Veröffentlichung einiger Pflichtexemplare bei Bibliotheken

Grundsätzlich ist es hierzulande so, dass man keine Lehrveranstaltungen besuchen muss, während man mit der Promotionsarbeit beschäftigt ist. Anders ist es bei einem Fach, welches man vorher nicht studiert hat - in diesem Fall ist ein paralleles Promotionsstudium samt Lehrveranstaltungen zu absolvieren.

Die richtige Planung

Die erste Frage muss natürlich lauten: Macht das Promovieren überhaupt einen Sinn? In vielen Berufsfeldern ist ein Doktortitel zwar ein netter Bonus, von Vorteil ist er jedoch nicht wirklich. Bevor man sich Hals über Kopf in seine Doktorarbeit stürzt, sollte man sich daher mit mehreren verschiedenen Professoren und Führungskräften beraten und sie explizit nach ihrer Meinung fragen.

So bekommt man meist sehr schnell heraus, ob sich das Promovieren für eine Karriere an der Uni oder in der freien Wirtschaft auch lohnt. Das Ergebnis kann jedoch für die beiden Bereiche recht unterschiedlich ausfallen.

Ein Doktor für Jedermann?

Seinen Doktor machen sollte darüber hinaus nur derjenige, der den Titel unbedingt haben möchte. Viele Studenten wissen nach ihrem Abschluss nicht, wie es nun weitergehen soll und wählen die Promotion als attraktive Notlösung, um den Studentenstatus noch ein wenig länger innehalten zu können.

Man wird jedoch sehr schnell feststellen, dass das Anfertigen einer Doktorarbeit nur dann gelingt, wenn man auch mit Leib und Seele an der Sache hängt. Es gibt früh genug Durststrecken, während denen einfach nichts weiterzugehen scheint. Dann haben es selbst Studenten, die ihr Herzblut in die Arbeit legen, schwer.

Schritte zum Titel

Der erste Schritt auf dem Weg der Promotion muss die Auswahl eines geeigneten Themas sein. Vielleicht hat man Glück und der Lieblingsprof an der eigenen Uni bietet gerade ein interessantes Projekt zur Betreuung an. Das dürfte jedoch eher selten der Fall sein.

Meist ist es so, dass der Student an eine andere Uni wechselt, wo ein ähnliches Thema angeboten wird oder er versucht, mit seinem ganz eigenen Titel einen Betreuer zu finden. Jeder Doktorand braucht nämlich auch einen so genannten Doktorvater, der seine Arbeit betreut und beaufsichtigt.

Ist auch die Frage nach der Finanzierung der Arbeit geklärt, so kann es dann auch endlich mit dem Schreiben losgehen - doch in einigen Fällen stellen die Finanzen mit das größte Problem dar...

Förderungsmöglichkeiten bei der Promotion

Promovieren geht über Studieren - tatsächlich ist es der Traum vieler Studenten, eines Tages den heiß begehrten Doktortitel vor ihren Namen schreiben zu dürfen. Bis dahin müssen sich die angehenden Doktoranden jedoch mit vielerlei Problemen herumschlagen.

Der größte Stolperstein ist dabei sehr oft die Finanzierung der Promotion. Schließlich hat nicht jeder wohlhabende Eltern, die den Nachwuchsakademiker über mehrere Jahre hinweg unterstützen können.

Stipendien

Glücklich darf sich schätzen, wer für seine Doktorarbeit ein Stipendium ergattern konnte. Das bedeutet nämlich nicht nur finanzielle, sondern auch persönliche Unabhängigkeit.

Wer ein Stipendium hat, kann bis zu 1.000 Euro pro Monat bekommen, das reicht für den eigenen Lebensunterhalt und bei sparsamer Führung auch noch für Investitionen in die Forschungsarbeit. Der große Vorteil hierbei ist, dass man nicht an eine bestimmte Hochschule oder Firma gebunden ist, sondern sich frei aussuchen kann, wo man seinen Arbeiten nachgehen möchte.

Auch bei der Wahl des Themas redet einem niemand ins Konzept. Doktoranden, die sich für das Forschungsprojekt eines Profs an der Uni bewerben, laufen darüber hinaus Gefahr, dass sie lediglich die rechte Hand des Doktorvaters werden und selbst nicht viel zu sagen haben. Forschende mit Stipendium sind hingegen unabhängig und haben in ihren Untersuchungen absolut freie Hand.

Der HiWi und seine Vorteile

Nichtsdestotrotz bleibt manchmal einfach keine andere Möglichkeit, als Hilfswissenschaftler am Lehrstuhl zu werden, um sich die Promotion leisten zu können. Schließlich hat nicht jeder die Chance, an ein Stipendium zu kommen.

Trotz der großen Abhängigkeit vom Betreuer hat der Status als Hiwi auch einige Vorteile. Man ist direkt in die Arbeit am Lehrstuhl mit eingebunden, erfährt Neuigkeiten immer als einer der ersten und ist wissenschaftlich stets auf dem neusten Stand.

Außerdem kann eine enge Zusammenarbeit mit dem Doktorvater nicht schaden, vor allem dann nicht, wenn man zum ganz persönlichen Liebling aufsteigt. Dann profitiert man nämlich auch von den beruflichen Kontakten des Betreuers und bekommt so Hilfestellungen und Informationen, die anderen Doktoranden grundsätzlich verwehrt bleiben.

Promotion in einem Unternehmen

Eine bislang noch etwas exotische Möglichkeit ist die Promotion im Unternehmen. Auch hier ist man abhängig und muss dazu noch wirtschaftliche und wissenschaftliche Interessen unter einen Hut bringen. Dafür hat man jedoch bereits einen Fuß in der Tür und wird später bei der Personalauswahl denjenigen Bewerbern vorgezogen, die ohne jegliche Berufserfahrung direkt von der Uni kommen.

Quellen:

  • Hans-Ulrich Vollmer: Die Doktorarbeit schreiben. Strukturebenen - Stilmittel - Textentwicklung, Wissenschaft & Praxis, 2005, ISBN 389673265X
  • Barbara Messing: Die Doktorarbeit: Vom Start zum Ziel. Leit(d)faden für Promotionswillige, Springer, Berlin, 2004, ISBN 3540214208
  • Steffen Stock: Erfolgreich promovieren. Ein Ratgeber von Promovierten für Promovierende, Springer, Berlin, 2006, ISBN 3540296719
  • Erika Haas: Promovieren mit Plan. Ihr individueller Weg: von der Themensuche zum Doktortitel, Utb, 2006, ISBN 3825228207
  • Wolfgang Grieb: Schreibtipps für Diplomanden und Doktoranden in Ingenieur- und Naturwissenschaften. Mit CD-ROM, Vde-Verlag, 2004, ISBN 3800727900

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