23. September 2010
So ein Doktortitel ist schon eine schöne Sache. Der Namenszusatz macht sich nicht nur gut auf dem Reisepass oder Personalausweis, er ist auch ein Garant für Aufmerksamkeit in den meisten gesellschaftlichen Kreisen. Wer stellt sich einem Fremden nicht gerne als Herr oder Frau Doktor vor? Allerdings liegt vor der Aushändigung der Urkunde ein steiniger Weg. Eine Promotion will gut geplant sein, sonst bleibt am Ende nichts als Ärger und Enttäuschung.
Die erste Frage muss natürlich lauten: macht das Promovieren überhaupt einen Sinn? In vielen Berufsfeldern ist ein Doktortitel zwar ein netter Bonus, von Vorteil ist er jedoch nicht wirklich. Bevor man sich Hals über Kopf in seine Doktorarbeit stürzt, sollte man sich daher mit mehreren verschiedenen Professoren und Führungskräften beraten und sie explizit nach ihrer Meinung fragen. So bekommt man meist sehr schnell heraus, ob sich das Promovieren für eine Karriere an der Uni oder in der freien Wirtschaft auch lohnt. Das Ergebnis kann jedoch für die beiden Bereiche recht unterschiedlich ausfallen.
Seinen Doktor machen sollte darüber hinaus nur derjenige, der den Titel unbedingt haben möchte. Viele Studenten wissen nach ihrem Abschluss nicht, wie es nun weitergehen soll und wählen die Promotion als attraktive Notlösung, um den Studentenstatus noch ein wenig länger innehalten zu können. Man wird jedoch sehr schnell feststellen, dass das Anfertigen einer Doktorarbeit nur dann gelingt, wenn man auch mit Leib und Seele an der Sache hängt. Es gibt früh genug Durststrecken, während denen einfach nichts weiterzugehen scheint. Dann haben es selbst Studenten, die ihr Herzblut in die Arbeit legen, schwer.
Der erste Schritt auf dem Weg der Promotion muss die Auswahl eines geeigneten Themas sein. Vielleicht hat man Glück und der Lieblingsprof an der eigenen Uni bietet gerade ein interessantes Projekt zur Betreuung an. Das dürfte jedoch eher selten der Fall sein. Meist ist es so, dass der Student an eine andere Uni wechselt, wo ein ähnliches Thema angeboten wird oder versucht, mit seinem ganz eigenen Titel einen Betreuer zu finden. Jeder Doktorand braucht nämlich auch einen so genannten Doktorvater, der seine Arbeit betreut und beaufsichtigt.
Ist auch die Frage nach der Finanzierung der Arbeit geklärt, so kann es dann auch endlich mit dem Schreiben losgehen.
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