Promotion - Voraussetzungen, Ablauf und Förderungsmöglichkeiten

Abschluss-Studenten mit Doktorhut und Diplom

Von der Planung bis zum Doktortitel - Wie man seine Promotion ideal plant

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  • von Paradisi-Redaktion

So ein Doktortitel ist schon eine schöne Sache. Der Namenszusatz macht sich nicht nur gut auf dem Reisepass oder Personalausweis, er ist auch ein Garant für Aufmerksamkeit in den meisten gesellschaftlichen Kreisen. Wer stellt sich einem Fremden nicht gerne als Herr oder Frau Doktor vor? Allerdings liegt vor der Aushändigung der Urkunde ein steiniger Weg. Eine Promotion will gut geplant sein, sonst bleibt am Ende nichts als Ärger und Enttäuschung. Gegebenenfalls können bestimmte Förderungsangebote genutzt werden. Von der Planung bis zum Doktortitel - informieren Sie sich zum Thema Promotion.

Promotion: eine Definition

Bei der Promotion handelt es sich um die Verleihung des Doktortitels in einem bestimmten Fach, also den akademischen Grad eines Doktors bzw. einer Doktorin. Wer promoviert, hat sich intensiv mit einem bestimmten wissenschaftlichen Bereich beschäftigt und in diesem eine wissenschaftliche Arbeit, die so genannte Doktorarbeit (Dissertation), verfasst; diese soll neue wissenschaftliche Erkenntnisse enthalten. Zudem wurde eine mündliche Prüfung abgelegt.

Verliehen werden darf der Doktortitel von Universitäten sowie gleichgestellte Hochschulen. Außerdem besitzen hierzulande auch forschungsstarke Hochschulen im Bereich Angewandte Wissenschaften das Promotionsrecht.

Im Großteil der Staaten gilt der Doktor als höchster akademischer Grad. Die Promotion gilt als Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung; sie berechtgit beispielsweise dazu, in Eigenarbeit Projektanträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu beantragen.

Hierzulande ist die Promotion Voraussetzung für die Habilitation. Durch Bestehen der höchstrangigen Hochschulprüfung ist man dazu berechtigt, als Professor an einer Hochschule beschäftigt zu werden.

Voraussetzungen

Wer promovieren möchte, muss ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium nachweisen können. Je nach Abschluss gibt es unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen. Im Zusammenhang mit einem deutschen Studienabschluss gilt: direkte Zulassung erhält man mit den Abschlüssen

  • Diplom
  • Magister
  • Master sowie
  • mit anderen Prüfungen, die ein Studium abschließen, z.B. das Staatsexamen.

Wer lediglich einen Bachelor oder Diplom (FH) nachweisen kann, für den gelten weitere Voraussetzungen.

Man unterscheidet die individuelle von der strukturierten Promotion. Die individuelle Promotion stellt die gängige Form der Promotion dar. Die Studenten suchen sich einen Doktorvater (oder eine Doktormutter), erstellen die Dissertation dabei überwiegend eigenständig.

Bei entsprechendem Bedarf kann eine Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern zusammen erfolgen. Die Promotion findet an der Universität statt, möglich ist aber auch die Industrie oder Forschungseinrichtungen außerhalb der Universität.

Bei der strukturierten Promotion nehmen die Doktoranden an einem strukturierten Programm teil, in dessen Rahmen sie promovieren. Die Begleitung erfolgt durch ein Betreuerteam.

Typisches Merkmal dieser Promotionsform ist die internationale Ausrichtung; die Arbeitssprache ist meist Englisch. Als vorteilhaft erweist sich die Vermittlung wichtiger Netzwerkfähigkeiten und Softskills.

Mehr Doktorinnen in Deutschland

Beruf - Junge Frau in Bluse und Blazer sitzt mit einem roten Kulli konzentriert vor einem roten Buch
Büroarbeit © Kzenon - www.fotolia.de

Im Jahre 2007 haben rund 10.000 Frauen die Doktorwürde erlangt. Der Frauenanteil an Promotionen liegt somit laut dem Statistischen Bundesamt bei 42%.

Noch sieben Jahre zuvor lag der Anteil bei 34%. Das macht eine Steigerung von 8%. Bund und Länder wollen auch weiterhin an der Gleichstellung arbeiten, 2007 lag der Männer- und Frauenanteil bei den Studienanfängern genau bei 50%, unter den Erstabsolventen sind sogar 52% Frauen.

Allerdings muss die Gleichstellungspolitik gerade in höheren akademischen Positionen verbessert werden; der Frauenanteil beim wissenschaftlichen und künstlerischen Personal an deutschen Unis lag 2007 bei 34%, der Anteil der Professorinnen liegt nur bei 16%.

Deutschlands neue Doktoren - 200.000 Promotionen an deutschen Unis

Brünette Frau mit strenger Brille, Rollkragen und zurückgebundenem Haar, dahinter rothaarige Frau in Bluse
serious business © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Über 200.000 Menschen haben im letzten Wintersemester an ihrer Doktorarbeit geschreiben. Nur die Hälfte dieser Menschen war an einer Uni oder Hochschule eingeschrieben.

Ein Drittel der Arbeiten werden auf mathematischem und naturwissenschaftlichem Gebiet geschrieben, dicht gefolgt von Ingenieuswissenschaften. Der Rest der Promotionen teilt sich auf die übrigen Studienfächer auf. Ehrgeiziges Deutschland!

Der Doktortitel lohnt sich nicht immer - Jobeinstieg kann sogar erschwert werden

Junge Frau in weißer Bluse sitzt auf Treppenstufen und liest mit aufgestütztem Kopf in Buch
Ratlose Frau © soschoenbistdu - www.fotolia.de

Obwohl viele Studenten nach ihrem Abschluss noch eine Promotion dranhängen, sind sie für die angebotenen Jobs teils überqualifiziert, was beispielsweise für die geisteswissenschaftlichen Doktortitel gilt.

Inzwischen führt dies laut der Gewerkschaft Ver.di mitunter dazu, dass die Bewerber ihre hohe Qualifikation verschweigen oder ihren akademischen Titel erst ganz hinten in der Bewerbung erwähnen. Mittlerweile gibt es hierzulande mit jährlich rund 26.000 abgeschlossenen Promotionen immer mehr Doktoranden, was sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen soll.

Natürlich ermöglicht der Doktortitel bei Fächern wie Chemie, Jura, Medizin oder den Ingenieurwissenschaften auch die Chance auf einen besseren und gut bezahlten Job, was jedoch nicht unbedingt für die Geistes- und Sozialwissenschaften gilt.

Jahrelanger Kampf: Warum Doktoranden in Deutschland an ihrer Promotion zweifeln

Studenten sitzen an Tischen, lernen, schreiben, Dozent oder Student steht vorne rechts mit Blöcken im Arm, Uni
casual student or teacher in a classroom © Andres Rodriguez - www.fotolia.de

Die Verleihung des Doktorgrades gehört zu den höheren Zielen, die man an der Universität erreichen kann. Doch vor dem Titel kommt die Plackerei. Einer aktuellen Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) zufolge sind die Zweifel und Mühen, die mit dem Verfassen einer Dissertation eingehen, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

47 Prozent der Befragten haben im Laufe des Prozesses früher oder später ernsthaft daran gedacht, das Schreiben abzubrechen. Etwas geringer ist die Quote mit 37 Prozent bei Promotionsstudenten an Graduiertenkollegs sowie bei solchen, die sich über ein Stipendium finanzieren (31 Prozent).

Gründe sind die enorme Belastung auch durch die Lehre, schlechte Betreuung durch den zuständigen Professor sowie generell Selbstzweifel. Im Vergleich zu bereits vorliegenden Zahlen des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) hat sich aber insbesondere das Betreuungsverhältnis in den letzten Jahren verbessert.

Trotz der Mühe und aller Kritik: Ein Doktortitel gibt vielen Karrieren den richtigen Kick

Nahaufnahme Reihe von jungen Studenten, lächelnd
Young study group © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Für einen Doktortitel muss man hart arbeiten. Jahrelanges schreiben und recherchieren, Gespräche mit Betreuern und nebenher muss irgendwie der Lebensunterhalt finanziert werden. Doch die Mühe ist es wert, denn ein Doktortitel ist nach wie vor ein echter Kick für die Karriere.

Das gilt besonders in kaufmännischen Berufen und in der Industrie. Doktortitel erleichtern hier den Einstieg und erhöhen das Gehalt. Im Durchschnitt hebt ein Doktortitel das Einstiegsgehalt von etwa 42.000 Euro auf 50.000 bis 60.000 Euro an. Bei Führungskräften in der IT oder im kaufmännischen Bereich sorgt eine Promotion auch später noch für große Unterschiede im Gehalt.

Doch es sollte je nach Studienfach abgewogen werden. Außerdem sollte man beachten, dass auch ein Doktortitel mittlerweile kein Alleinstellungsmerkmal mehr ist. Wurden 1996 noch 23.000 Studenten promoviert, waren es 2011 schon 27.000 - Tendenz steigend.

Klischee vom männlichen Genies hält Frauen vom Studium bestimmter Fächer ab

US-Philosophen decken Klischees und Stereotypen für ein erfolgreichen Studium auf

Studentin steht mit aufgeschlagenem Buch in der Bibliothek, lächelt in Kamera
University student in library © Monkey Business - www.fotolia.de

In manchen Studiengängen tummeln sich besonders viele Männer, in anderen dagegen mehr Frauen. Der Ursache auf den Grund gegangen sind jetzt US-Philosophen.

Demnach sind Frauen gerade in den Fächern unterrepräsentiert, in denen vermeintlich "angeborenes Talent" oder eine "natürliche Brillanz" Vorbedingungen eines erfolgreichen Studiums seien. In den Disziplinen, in denen der Genie-Kult seltener auftritt, sind dagegen die Frauenanteile höher.

Geschlechtsspezifische Fächerwahl

Demnach bevorzugen in den USA Männer Studiengänge wie etwa

Frauen wählen eher

  • Molekularbiologie
  • Neurowissenschaften
  • Kunstgeschichte
  • Erziehungswissenschaften und
  • Psychologie

Naturgegebene Genialität?

In einer Umfrage unter

aus dreißig verschiedenen Fächern zeigte sich, dass viele Fachvertreter die Ansicht teilten, dass Männer für einige Disziplinen häufig besser geeignet seien als Frauen - und zwar gerade dort, wo anspruchsvolle Arbeit erforderlich sei. Mit ähnlichen Vorurteilen müssen auch Afroamerikaner kämpfen.

Auch ihnen wird eine Genialität "von Natur aus" weitgehend abgesprochen. Sie sind dort häufiger anzutreffen, wo auch der Frauenanteil hoch ist.

Klischees und Stereotypen

Die Forscher legen Wert auf die Feststellung, dass Brillanz nicht unwichtig für ein erfolgreiches Studium sei, Fleiß aber ebenfalls zum Ziel führen könne. Es sei allerdings falsch, einer bestimmten Herkunft oder einem bestimmten Geschlecht angeborene Eigenschaften zuzuschreiben. Doch solche Klischees und Stereotypen können manche Menschen von einer Ausbildung abhalten.

Doktortitel zahlt sich aus – für wen lohnt die Promotion besonders?

In vielen, aber nicht allen Fächern lohnt sich eine Promotion auch finanziell

Diplom und Doktorhut - Abschluss
Mortar board and diploma © destina - www.fotolia.de

Ein Doktortitel erhöht die Karrierechancen. In den meisten Berufen lohnt er auch finanziell: Promovierte

verdienen deutlich mehr. Geisteswissenschaftler zahlen oftmals drauf. Es kommt auch auf die Firmenstruktur an. Wir erklären, wo die Gehaltsunterschiede besonders groß sind.

Die Zahl der Doktoranden in Deutschland steigt. 2013 bekamen mehr als 27.700 Personen den Doktortitel verliehen, geschätzt jeder zweite Nachwuchswissenschaftler gibt allerdings auf dem Weg zur Promotion auf.

Lohnt es durchzuhalten? Wie ein Vergleich der Gehaltsstatistiken zeigt, wird der wissenschaftliche Ehrgeiz meist mit einem besseren Gehalt belohnt. Aber nicht in jedem Fach und jeder Firma.

Jura und Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschaftler und Juristen gehören ganz klar zu den finanziellen Gewinnern: Mit einem Masterabschluss in BWL verdienen Beschäftigte nach drei Jahren rund 53.500 Euro. Mit Doktortitel kann das Einkommen auf 84.000 Euro klettern. Im Schnitt kassieren Promovierte 20.000 Euro mehr als ihre Kollegen mit Master-Titel.

Ähnlich lukrativ ist der Doktorhut bei den Juristen. Ohne Promotion verdient ein Rechtsanwalt in den ersten drei Jahren durchschnittlich 59.900 Euro. Das Spitzeneinkommen liegt bei 80.000 Euro. Mit einem "Dr. Jur." steigt der Nachwuchs im Schnitt 84.000 Euro ein – auch für Anfänger sind Gehälter im sechsstelligen Bereich möglich.

Medizin

Nicht jeder Arzt ist ein Doktor. Mit dem akademischen Zusatz im Namen macht der Gehaltsunterschied aber durchschnittlich 44.000 Euro aus. Angesichts der vergleichsweise niedrigen Anforderungen ist eine medizinische Promotion also sehr lukrativ.

Für höhere Posten in einer Klinik kommen Ärzte um den Titel ohnehin nicht herum. Ein promovierter Chefarzt verdient bis zu 166.000 Euro mehr.

Naturwissenschaften und Ingenieurstudium

Die meisten Ingenieure und Naturwissenschaftler können ihre Promotion mit einem Job in der Privatwirtschaft verbinden. Das erhöht nicht nur die Doktorandenquote in diesen Fächern, die Doktoranden sind auch in den Firmen begehrt.

Ein Chemiker mit Bachelor-Abschluss verdient in den ersten drei Berufsjahren im Schnitt 46.000 Euro. Der Master bring zusätzliche 10.000 Euro, mit dem Doktortitel legen die Unternehmen weitere 13.000 Euro drauf.

Geisteswissenschaften

Geisteswissenschaftler sind das Schlusslicht in der Gehaltsstatistik. Wer es geschafft hat, seine Promotion mit Hilfsjobs an der Uni zu finanzieren, hat auch später keine Garantie auf ein stattliches Gehalt.

Ein Master der Politikwissenschaft mit dreijähriger Berufserfahrung bringt durchschnittlich 33.500 Euro nach Hause. Der "Dr. phil" und "Dr. rer.pol." steigert das Einkommen nur um rund 3000 Euro. Für eine Karriere an der Uni ist der Doktortitel aber unerlässlich.

Ablauf

Grundsätzlich enthält der Ablauf des Promotionsverfahrens folgende Punkte:

  • man benötigt einen geeigneten Studienabschluss
  • man braucht u.U. zusätzliche Voraussetzungen zur Qualifikation, wie etwa Sprachnachweise oder Seminarscheine
  • man wählt einen Betreuenden (Doktorvater)
  • man meldet das Vorhaben der Promotion beim Promotionsausschuss an
  • man wird als Promotionsstudent angenommen
  • man fertigt die Dissertation an

Nach Vorlegung der Doktorarbeit wird die Promotion eingeleitet. Es folgt eine mündliche Prüfung, welches das Thema der Doktorarbeit haben kann. Nach der gesamten Bewertung ist das Promotionsverfahren abgeschlossen; sobald die Promotionsurkunde übergeben worden ist, darf der Doktorand die Bezeichnung Dr. führen.

Zu den wichtigen Punkten bzw. Aufgaben, die während der Zeit der Promotion zu absolvieren sind, zählen

  • der Besuch von Doktorandenseminaren
  • die Veröffentlichung von Fachpublikationen
  • die Mitarbeit beim Lehrangebot des Instituts oder Lehrstuhls
  • die Einreichung der Doktorarbeit
  • die Erstellung von bis zu drei Gutachten durch die Opponenten
  • die mündliche (und meist öffentliche) Verteidigung der Arbeit
  • die Vorbereitung der Dissertation, um diese veröffentlichen zu können
  • die Einholung der Druckerlaubnis
  • die Veröffentlichung einiger Pflichtexemplare bei Bibliotheken

Grundsätzlich ist es hierzulande so, dass man keine Lehrveranstaltungen besuchen muss, während man mit der Promotionsarbeit beschäftigt ist. Anders ist es bei einem Fach, welches man vorher nicht studiert hat - in diesem Fall ist ein paralleles Promotionsstudium samt Lehrveranstaltungen zu absolvieren.

Schnell zum Doktor – welche Abkürzungen führen zum akademischen Titel?

Mann in grauem Hemd schreibt am Schreibtisch, guckt nach oben in die Kamera
young man working © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Puff Daddy hat einen und Annette Schavan auch wieder – manche Menschen schmücken sich gern mit einem Doktortitel, auch wenn er ohne akademische Mühen erworben wurde. Neben dem Renommee liefert der akademische Grad sogar ein Plus auf dem Gehaltskonto: Laut einer Studie des Bayrischen Instituts für Hochschulplanung verdienen Doktoren im Schnitt acht Prozent mehr als ihre titellosen Kollegen.

Aber was tun, wenn die Zeit fürs wissenschaftliche Arbeiten fehlt? Es gibt auch schnellere Wege ans Ziel – allerdings meist illegal.

Urkunde selber basteln

Eine gute Software, etwas Kreativität und viel kriminelle Energie – das ist das Blitz-Rezept für akademische Titel. Wer die Urkunde vom Profi drucken lässt, kann gleich die passenden Visitenkarten mitbestellen.

Kostenfaktor: wenige Euro.

Risikofaktor: Neben Job- und Ehrverlust droht eine Haftstrafe wegen Urkundenfälschung und dem unbefugten Führen von Titeln.

Copy and Paste

Jede Doktorarbeit beruht auf den Leistungen anderer Forscher. Wer fremde Meinungen und Erkenntnisse als seine eigenen ausgibt, handelt jedoch unredlich. Und im digitalen Zeitalter fällt das Schummeln bei Fußnoten und Zitaten auch leicht auf.

Kostenfaktor: ein paar Wochen Zeit.

Risikofaktor: Plagiate aus neueren Arbeiten lassen sich schnell entdecken. Kopien oder Übersetzungen aus Werken, die lediglich in gedruckter Form vorliegen, sind vor Enttarnung besser geschützt. Wenn die Plagiatsjäger erst mal Witterung aufgenommen haben, fliegt jedoch jeder Schwindel auf.

Doktortitel kaufen

Mit akademischer Würde hat es nicht viel zu tun, wenn ausländische Hochschulen oder Kirchen den Doktor zum Verkauf anbieten. Außerdem werden die Titel hierzulande nicht anerkannt. Und wer genau auf die Urkunde schaut, entdeckt auch rasch, dass es sich nur um einen schrägen Gag handelt.

Kostenfaktor: ab 19,50 Euro ist man dabei.

Risikofaktor: Verboten ist der Kauf von Doktortiteln nicht. Aber er nutzt auch wenig. In Deutschland dürfen solche Titel öffentlich nicht geführt werden – mehr als einen dekorativen Wandschmuck erwirbt man also nicht.

Ghostwriter beauftragen

Mittlerweile tummeln sich im Internet zahlreiche Agenturen, die wissenschaftliches Ghostwriting anbieten. Für Preise von 20.000 Euro aufwärts erstellen die Ghostwriter sogenannte Vorlagen für wissenschaftliche Arbeiten. Wer diese einreicht und an Eides statt versichert, die Arbeit eigenständig und ohne fremde Hilfe angefertigt zu haben, macht sich strafbar.

Kostenfaktor: variiert je nach Fachrichtung und Thema.

Risikofaktor: wenn der Ghostwriter schlampt, wird der Doktorand die bezahlte Leistung kaum einklagen können. Außerdem lebt das Geschäft von der Diskretion – und das ist ein heikler menschlicher Faktor.

Die richtige Planung

Die erste Frage muss natürlich lauten: Macht das Promovieren überhaupt einen Sinn? In vielen Berufsfeldern ist ein Doktortitel zwar ein netter Bonus, von Vorteil ist er jedoch nicht wirklich. Bevor man sich Hals über Kopf in seine Doktorarbeit stürzt, sollte man sich daher mit mehreren verschiedenen Professoren und Führungskräften beraten und sie explizit nach ihrer Meinung fragen.

So bekommt man meist sehr schnell heraus, ob sich das Promovieren für eine Karriere an der Uni oder in der freien Wirtschaft auch lohnt. Das Ergebnis kann jedoch für die beiden Bereiche recht unterschiedlich ausfallen.

Ein Doktor für Jedermann?

Seinen Doktor machen sollte darüber hinaus nur derjenige, der den Titel unbedingt haben möchte. Viele Studenten wissen nach ihrem Abschluss nicht, wie es nun weitergehen soll und wählen die Promotion als attraktive Notlösung, um den Studentenstatus noch ein wenig länger innehalten zu können.

Man wird jedoch sehr schnell feststellen, dass das Anfertigen einer Doktorarbeit nur dann gelingt, wenn man auch mit Leib und Seele an der Sache hängt. Es gibt früh genug Durststrecken, während denen einfach nichts weiterzugehen scheint. Dann haben es selbst Studenten, die ihr Herzblut in die Arbeit legen, schwer.

Schritte zum Titel

Der erste Schritt auf dem Weg der Promotion muss die Auswahl eines geeigneten Themas sein. Vielleicht hat man Glück und der Lieblingsprof an der eigenen Uni bietet gerade ein interessantes Projekt zur Betreuung an. Das dürfte jedoch eher selten der Fall sein.

Meist ist es so, dass der Student an eine andere Uni wechselt, wo ein ähnliches Thema angeboten wird oder er versucht, mit seinem ganz eigenen Titel einen Betreuer zu finden. Jeder Doktorand braucht nämlich auch einen so genannten Doktorvater, der seine Arbeit betreut und beaufsichtigt.

Ist auch die Frage nach der Finanzierung der Arbeit geklärt, so kann es dann auch endlich mit dem Schreiben losgehen - doch in einigen Fällen stellen die Finanzen mit das größte Problem dar...

Doktorarbeiten - dem Hund, der Trainerin oder dem Nähkurs gewidmet

Junger Mann im Hemd sitzt am Wohnzimmertisch am Notebook und arbeitet
working from home © Liv Friis-larsen - www.fotolia.de

Eltern oder der Familie in der Widmung von Doktorarbeiten zu danken, ist ja weit verbreitet. Was es dabei aber noch alles gibt, hat ein Jurist für das Hochschulmagazin "duz" untersucht.

Darin tauchen unter anderem die Schwiegereltern auf, denen "für ihre Unterstützung und ihr Interesse" gedankt wird. Viele Doktoranden vergessen auch ihre WG-Kollegen oder Sportkameraden nicht. Weiter tauchen die Blumenpflegerin, die Donnerstags-Spiele-Truppe, die Sporttrainerin, die Mineralwasserlieferantin und die Frauen im Montags-Nähkurs in Widmungen auf.

Laut des Artikels kommen auch Tiere in den Widmungen vor, etwa der Hund "Obelix". Dieser habe nicht nur während einer langen Krankheitsphase unterstützt und motiviert, sondern "auch stets geduldig seine Krallen für makroskopische Betrachtung zur Verfügung gestellt". Um auch ja niemanden zu vergessen hat ein Wissenschaftler seine Widmung besonders umfangreich gestaltet: Er dankt mehr als 100 Personen.

Wird der Doktortitel als Namenszusatz aus dem Personalausweis und Reisepass gestrichen?

Nahaufnahme zwei Reisepässe auf Weltkarte
Reisepass 02 © Mikel Wohlschlegel - www.fotolia.de

Wenn es nach dem Willen der Grünen im Bundestag geht, aber auch viele andere unterstützen den Vorschlag, soll der Doktortitel als Namenszusatz in den Personalausweisen und Reisepässen gestrichen werden.

Aber nicht die jüngsten Ereignisse um die Plagiatsvorwürfe bei den Doktorarbeiten von Karl-Theodor zu Guttenberg und Silvana Koch-Mehrin ist der Auslöser für diesen Vorstoß, ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde im Bundestag eingebracht, sondern der Eintrag sei bürokratisch und auch nicht mehr zeitgemäß.

Vor einigen Jahren wurde eine solche Streichung schon einmal beantragt, so unter anderem vom jetzigen Finanzminister Wolfgang Schäuble, der selbst einen Doktortitel trägt, aber dies wurde damals im Rahmen der Reform für den neuen Personalausweis abgelehnt. Ein Argument für die Streichung der Doktortitels ist auch, dass andere Titel wie beispielsweise Diplomingenieur oder Professor auch nicht als Namenszusatz im Ausweis stehen.

Außer in der Bundesrepublik Deutschland wird nur in Österreich und in Tschechien der Doktortitel im Ausweis vermerkt. Übrigens wird der Doktortitel erst seit 1988 auf Wunsch in den Ausweisen eingetragen.

Wie verdienen Doktoranden? Wie finanziell sicher diese Studenten sind, hängt vom Fach ab

Blonde Frau lächelt in Kamera, hält Geldscheine vor Gesicht
Modern woman showing cash with space to copy © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Wer sich nach einem Studienabschluss weiter für die wissenschaftliche Laufbahn interessiert, für den lohnt sich eine Promotion. Während man an der Doktorarbeit sitzt, verdient man aber in der Regel recht wenig durch Nebenjobs oder bekommt zwar als Vollzeitarbeiter normales Gehalt, hat dafür aber viel Stress mit der Doktorarbeit. Eine Studie wollte sich die Umstände der Doktoranden einmal genauer ansehen und kommt zu einem klaren Ergebnis: wie gut oder schlecht es den aufstrebenden Wissenschaftlern geht, hängt im Wesentlichen von ihrem Studienfach ab.

Bereits seit 2009 wurden Doktoranden an insgesamt zehn deutschen Unis befragt. Insgesamt konnten die Forscher 6.600 junge Menschen für die Untersuchung gewinnen. Die Betreuung durch den Doktorvater oder die Doktormutter läuft in zwei Dritteln der Fälle sehr gut. Hier fühlen sich nur wenige Studenten im Stich gelassen.

Allerdings gingen die Meinungen deutlich auseinander, wenn es um das liebe Geld ging. Am wenigsten verdienen all jene Promotionsstudenten, die sich auf eine Geisteswissenschaft spezialisiert haben. Philosophen, Germanisten oder Geschichtsstudenten brauchen oft Stipendien oder einen festen Hauptberuf, damit sie überhaupt über die Runden kommen. Allerdings gibt es feste Anstellungen in ihrem Fachbereich kaum, daher müssen sie sich entweder weiterbilden, oder mit unregelmäßigem Einkommen fast schon an der Armutsgrenze leben. 15 Prozent dieser Doktoranden haben weniger als 826 Euro im Monat.

Besser geht es den Naturwissenschaftlern. Hier verfügen Mathematiker, Techniker etc. immerhin in 34 Prozent der Fälle über mehr als 1.400 Euro. Sie finden eher Festanstellungen, da ihre Fächer angesehener sind.

Wie wirkt sich ein Studium finanziell aus? Was verdienen Hochschulabsolventen zu Anfang?

Nahaufnahme Euroscheine und Münzen auf Tisch, Geld
Money - Euro banknotes - Euros © c - www.fotolia.de

Wie eine Studie zeigt, lohnt sich finanziell ein Studium, denn durchschnittlich verdienen Berufsanfänger, nach einem Hochschulabschluss, monatlich 3.400 Euro. Wer zusätzlich noch einen Doktortitel nachweisen kann, der kann sogar auf 4.220 Euro im Monat kommen, wie auch die Gewerkschaft freundliche Hans-Böckler-Stiftung durch eine Online-Befragung ermittelte.

Das meiste verdienen Elektroingenieure sowie Juristen und Diplomkaufleute. Aber es gibt auch Unterschiede zwischen Ost und Westdeutschland und zwischen den Geschlechtern, wobei Frauen etwa 20 Prozent weniger als ihre männlichen Berufskollegen erhalten.

Das Gleiche gilt auch beim Einkommen in den neuen Bundesländern gegenüber den westdeutschen Bundesländern. Ein Abschluss mit einem "Master" bringt den Berufsanfängern etwa 3.680 Euro, ein "Bachelor" 3.300 Euro und ein "Magister" 2.620 Euro. Am wenigsten verdienen Berufsanfänger als Architekt, die monatliche 2.460 Euro erhalten.

Doktortitel darf im Ausweis bleiben

Jugendliche liegt neben Strohhut, Karte, Kamera und Reisetasche auf dem Boden und hält Reisepass und Flugtickets
Concept for dreamy girl and traveling © dima_sidelnikov - www.fotolia.de

Die Grünen sind mit ihrem Entwurf im Bundestag gescheitert, den Doktortitel aus dem Personalausweis oder Pass zu streichen. Die Koalitionsfraktionen von Union und FDP sowie SPD und Linke stimmten gegen diesen Entwurf.

Die Diskussion um die Streichung des Titels wurde auch vor dem Hintergrund geführt, dass in den vergangenen Monaten und Jahren zahlreichen Politiker deren Doktorgrad wegen Plagiatsvorwürfen aberkannt wurde.

Die Grünen argumentierten zudem, dass der Titel kein persönlicher Titel oder Namensbestandteil sei, sondern es sich um einen akademischen Grad handelt.

Doktortitel führt z.B. bei Ingenieursberufen nicht zwangsläufig zu höherem Gehalt

Architekten-Schreibtisch mit Bauplan o. Grundriss, Farbkarte, Kuli, Tapetenmuster und Kaffeetasse
plans © charles taylor - www.fotolia.de

In Deutschland zahlen viele Arbeitgeber ihren Angestellten ein höheres Gehalt, wenn ein ein Doktortitel vorzuweisen ist. Jedoch steigt die Zahl der Unternehmen, die ganz auf den Titel verzichten möchten. Verschiedene Plagiatsskandale haben dem Titel einen unangenehmen Beigeschmack verliehen.

Wer die Karriereleiter empor steigen möchte sollte wissen, dass der Doktortitel kein Garant ist. Gerade bei den Ingenieuren ist der Doktortitel nicht über zu bewerten. Ein Absolvent einer Hochschule verdient ca. 5 Jahre nach seinem Abschluss ungefähr 1/3 weniger als der Promovierte. Zeigt sich der Doktortitel oftmals als Ingenieur finanziell als lohnend, sagt dies nichts über die Karriere in den folgenden Jahren aus.

Für den Werdegang der Ingenieure wird ein Arbeitgeber sich weniger auf Titel verlassen. Hier werden Faktoren wie die Herkunft, die Berufserfahrung und die Belastbarkeit entscheidend sein, wenn Verantwortung übertragen werden soll. Immer mehr Unternehmen verzichten auf den Gebrauch eines Doktortitels im Berufsalltag. Interessant ist, dass Nicht-Promovierte mit ihrer Arbeit glücklicher zu sein scheinen.

Förderungsmöglichkeiten bei der Promotion

Promovieren geht über Studieren – tatsächlich ist es der Traum vieler Studenten, eines Tages den heiß begehrten Doktortitel vor ihren Namen schreiben zu dürfen. Bis dahin müssen sich die angehenden Doktoranden jedoch mit vielerlei Problemen herumschlagen.

Der größte Stolperstein ist dabei sehr oft die Finanzierung der Promotion. Schließlich hat nicht jeder wohlhabende Eltern, die den Nachwuchsakademiker über mehrere Jahre hinweg unterstützen können.

Stipendien

Glücklich darf sich schätzen, wer für seine Doktorarbeit ein Stipendium ergattern konnte. Das bedeutet nämlich nicht nur finanzielle, sondern auch persönliche Unabhängigkeit.

Wer ein Stipendium hat, kann bis zu 1.000 Euro pro Monat bekommen, das reicht für den eigenen Lebensunterhalt und bei sparsamer Führung auch noch für Investitionen in die Forschungsarbeit. Der große Vorteil hierbei ist, dass man nicht an eine bestimmte Hochschule oder Firma gebunden ist, sondern sich frei aussuchen kann, wo man seinen Arbeiten nachgehen möchte.

Auch bei der Wahl des Themas redet einem niemand ins Konzept. Doktoranden, die sich für das Forschungsprojekt eines Profs an der Uni bewerben, laufen darüber hinaus Gefahr, dass sie lediglich die rechte Hand des Doktorvaters werden und selbst nicht viel zu sagen haben. Forschende mit Stipendium sind hingegen unabhängig und haben in ihren Untersuchungen absolut freie Hand.

Der HiWi und seine Vorteile

Nichtsdestotrotz bleibt manchmal einfach keine andere Möglichkeit, als Hilfswissenschaftler am Lehrstuhl zu werden, um sich die Promotion leisten zu können. Schließlich hat nicht jeder die Chance, an ein Stipendium zu kommen.

Trotz der großen Abhängigkeit vom Betreuer hat der Status als Hiwi auch einige Vorteile. Man ist direkt in die Arbeit am Lehrstuhl mit eingebunden, erfährt Neuigkeiten immer als einer der ersten und ist wissenschaftlich stets auf dem neusten Stand.

Außerdem kann eine enge Zusammenarbeit mit dem Doktorvater nicht schaden, vor allem dann nicht, wenn man zum ganz persönlichen Liebling aufsteigt. Dann profitiert man nämlich auch von den beruflichen Kontakten des Betreuers und bekommt so Hilfestellungen und Informationen, die anderen Doktoranden grundsätzlich verwehrt bleiben.

Promotion in einem Unternehmen

Eine bislang noch etwas exotische Möglichkeit ist die Promotion im Unternehmen. Auch hier ist man abhängig und muss dazu noch wirtschaftliche und wissenschaftliche Interessen unter einen Hut bringen. Dafür hat man jedoch bereits einen Fuß in der Tür und wird später bei der Personalauswahl denjenigen Bewerbern vorgezogen, die ohne jegliche Berufserfahrung direkt von der Uni kommen.

Grundinformationen und Hinweise zur Promotion

  • Promotion - Voraussetzungen, Ablauf und Förderungsmöglichkeiten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Finally graduated! © gstockstudio - www.fotolia.de

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