15. Juli 2010
Acht bis zehn Prüfungen sind für einen Bachelorstudenten am Ende des Semesters keine Seltenheit. Das erfordert natürlich nicht nur jede Menge Durchhaltevermögen, sondern auch eine ausgeklügelte Lernstrategie. Wer sich so viel Stoff in kurzer Zeit merken möchte, darf keinesfalls auf Auswendiglernen setzen.
Von Studenten wird erwartet, dass sie weitestgehend selbstständig lernen können. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sachverhalte, die nicht in der Vorlesung verstanden wurden, aus der Literatur nachgearbeitet werden müssen. Studenten dürfen sich nicht wie in der Schule darauf verlassen, dass der Professor den jeweiligen Umstand solange erklärt, bis ihn auch der Letzte verstanden hat. Nichtsdestotrotz können Dozenten einiges dafür tun, ihren Studenten das Leben zu erleichtern.
An der Universität wird in erster Linie sehr viel Theoretisches behandelt. Da ist es nicht verwunderlich, dass der ein oder andere schnell den Überblick über all die Thesen und Gesetze verliert. Bestes Lehrmittel für Studenten sind daher Studien und Fallbeispiele. Am praktischen Exempel verstehen die meisten Studierenden komplizierte Sachverhalte viel schneller und leichter als an allgemeinen Formeln und Hypothesen. Dabei ist natürlich auch der Ausblick aufs zukünftige Berufsleben nicht zu unterschätzen. Wer häufig mit praktischen Beispielen arbeitet, wird stets daran erinnert, auf welches Ziel er hin hin studiert.
Auch Filmausschnitte helfen den Hörern, das Vorgetragene besser zu verstehen. Am besten baut man die Beiträge in der Mitte der Vorlesung ein. Dann wissen die Studierenden bereits, um was es geht und können während des Films auf bekannte Sachverhalte achten. Außerdem bietet das Beispiel eine sinnvolle Gelegenheit für eine kleine Verschnaufpause.
In Seminaren und Tutorien hat man mit der Wahl der Lehrmittel eine noch viel größere Auswahl, da hier nur die Inhalte aus der Vorlesung tiefer elaboriert werden sollen. Es geht also nicht darum, bis Ende des Semesters ein bestimmtes Pensum an Stoff hinter sich zu bringen. So kann man sich genügend Zeit nehmen, um zum Beispiel Rollenspiele oder Sketche zu initiieren. Das lohnt sich vor allem in geisteswissenschaftlichen Studiengängen. Für die Naturwissenschaftler eignet sich hingegen zum Beispiel ein Wissensquiz oder ein Projektwettbewerb.
Jeder Mensch hat einen natürlichen Trieb nach Unterhaltung und Abwechslung,weshalb sich auch ansonsten ernsthafte Studenten gerne zu einem kleinen Spiel hinreißen lassen, vorausgesetzt, es dient dem Lernerfolg.
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