Studie zur deutschen Schulsituation: Viele übermüdete und kranke Lehrer

Erschöpfte Grundschullehrer - Nur sieben Prozent sprechen von einer sehr guten Gesundheit

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  • von Paradisi-Redaktion
Überforderter Geschäftsmann hat Kopf auf Stapel Papieren liegen

An der Technischen Universität München wurde kürzlich eine Studie durchgeführt, die sich mit dem Gesundheitszustand einer speziellen Berufsuntergruppe beschäftigt hat: Grundschullehrer. Diese Lehrer arbeiten mit den jüngsten Schulkindern und vermitteln ihnen neben den Wissensgrundlagen wie Lesen, Schreiben und Rechnen auch soziale Kompetenzen für das spätere Schulleben.

Es wäre daher sehr wichtig, dass diese Lehrer motiviert und mit genügend Kraft ans tägliche Werk gehen. Doch die Realität an deutschen Grundschulen sieht anders aus, wie die Studie eindrucksvoll belegt.

10% sprechen von einem schlechten Gesundheitszustand

Insgesamt befragt man 1.900 Lehrerinnen und Lehrern an Grundschulen zu ihrer Gesundheit, persönlichen Motivation und weiteren Faktoren im Arbeitsalltag. Dabei zeigte sich, dass 40 Prozent des Lehrkörpers permanent unter Schlafmangel leidet und daher übermüdet ist. Diese Erschöpfung schlägt sich direkt auf die individuell empfundene Gesundheit nieder.

Jeder Zehnte sprach sich selbst einen schlechten Gesundheitszustand aus. "Mittelmäßig" schätzten ihn 44 Prozent ein und 38 Prozent sprachen von "gut". Nur sieben Prozent gaben an, wirklich sehr gesund zu sein. Ging man ins Detail, gaben 17 Prozent häufige Probleme mit dem Bewegungsapparat an. Dazu zählten vor allem Rückenschmerzen und ein verspannter Nacken.

Jeder zehnte Lehrer hatte Bluthochdruck oder einen Tinnitus (dauerhaften Ohrgeräusche). 20 Prozent zeigten Anzeichen von Burnout, denn sie konnten nach dem Unterricht nicht mehr abschalten.

Zeitdruck ohne Erholungspausen

Außerdem wurde der Schulbetrieb von vielen Lehrern sehr kritisch betrachtet. 25 Prozent der Befragten sagten aus, dass der Zeitdruck viel zu hoch sei. Der Lehrplan müsse zu schnell abgearbeitet werden und es gäbe keine Zeit für Förderung und Vertiefung.

30 Prozent gaben an, dass zu wenige Erholungspausen für Lehrer bestehen und Disziplinprobleme mit Kindern die Gesamtsituation deutlich verschlechtern. Außerdem, so ein Drittel der Befragten, sei die Lärmbelastung an deutschen Schulen zu hoch. Weder Lehrer noch Kinder können sich so ausreichend auf den Schulalltag konzentrieren.

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Paradisi-Redaktion - News vom

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