Allgemeiner Intelligenztest

Durch unterschiedliche Testverfahren lässt sich die Intelligenz einer Person feststellen. Dazu zählt unter anderem auch der allgemeine Intelligenztest. Der allgemeine Intelligenztest bezieht sich auf die wichtigsten Faktoren des so genannten Cattell-Horn-Carroll Modells. Verschaffen Sie sich einen Überblick über den allgemeinen Intelligenztest.

Merkmale des Allgemeinen Intelligenztests

Allgemeine Intelligenztests beziehen sich in der Regel auf das von dem englischen Psychologen Charles Spearman (1863-1945) entwickelte Generalfaktormodell. Unter dem Generalfaktor der Intelligenz versteht man den allgemeinen Intelligenzfaktor.

Spearman führte unterschiedliche Leistungstests durch und stellte dabei fest, dass Testpersonen, die in einem bestimmten Test gut abschnitten, auch andere Tests erfolgreich absolvierten. Daher setzte der Psychologe eine einheitliche Intelligenzfähigkeit voraus, die die Grundvoraussetzung sämtlicher intellektuellen Leistungen ist.

Ausgedrückt wird diese Fähigkeit durch den Generalfaktor bzw. g-Faktor. Dieser Faktor dient als Maß für die angeborene und allgemeine geistige Energie.

Spearman berücksichtigte bei seinen Tests gleichzeitig auch spezielle Fähigkeiten wie räumliche Vorstellungskraft oder Verbalfähigkeiten, die die so genannten s-Faktoren bildeten. Die Unabhängigkeit der s-Faktoren ließ sich allerdings nicht bestätigen. Bis in die heutige Zeit ist Spearmans Grundkonzept der Intelligenz unter Fachleuten umstritten.

Mit dem Generalfaktor als Basis kam es zum so genannten Cattel-Horn-Carroll Modell (CHC), welches das Ergebnis der Entwicklung verschiedener Intelligenztheorien darstellt. Dabei wird der IQ als Resultat diverser Faktoren angesehen, unter welchen eine gegenseitige positive Verstärkung zu verzeichnen ist.

Zurückzuführen ist dieses Modell u.a. auf den Persönlichkeitsforscher Raymond Cattell. Dieser unterteilte den g-Faktor in den erworbenen (fluid) sowie in den erworbenen (crystallized) Bestandteil. Dabei basiert der erworbene Anteil auf Wissen, Lernerfahrungen sowie Sprachkenntnissen.

Merkmale und Bestandteile des Allgemeinen Intelligenztests

Beim Allgemeinen Intelligenz-Test werden die bedeutendsten Intelligenzfaktoren der mittleren sowie der obersten Ebene gemessen; dabei handelt es sich um:

  • die Allgemeine Intelligenz (g-Faktor)
  • Logisch-analytisches Denken (Fluid Intelligence, Gf)
  • das Sprachverständnis (Crystallized Intelligence, Gc)
  • Numerische Fähigkeiten (Quantitative Reasoning Gq)
  • das Räumlich-visuelles Denken (Visual Processing, Gv)

Aufgebaut ist dieser Test in Form von 67 Aufgaben, die die besagten Intelligenzfaktoren messen sollen. Die Einzelwerte der jeweiligen Ergebnisse werden schließlich zur Allgemeinen Intelligenz (g-Faktor) zusammengerechnet.

Vor- und Nachteile des Allgemeinen Intelligenztests

Als Vorteil des Allgemeinen Intelligenztests kann erwähnt werden, dass die grundlegenden Intelligenzfaktoren theoriegeleitet gemessen werden können. Es gibt eine akutelle große Normstichprobe und zudem wird eine hohe Testgenauigkeit. Des Weiteren gibt es diesen Test als Online- sowie als Paper-Pencil-Variante.

Allerdings werden nicht alle CHC-Faktoren, wenn auch die wichtigsten, ermittelt. Zum Einsatz kommt der Test vor allen Dingen im Rahmen der Einzelfalldiagnostik, wie etwa bei

  • Gutachten
  • Laufbahnberatungen oder
  • Personalauswahlen.

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