3. November 2010
Wenn von den kognitiven Fähigkeiten von älteren Menschen die Rede ist, denken die meisten zunächst an Altersdemenz. Zu Unrecht - die heutigen Senioren sind geistig fitter als frühere Jahrgänge und Demenz ist oft schwieriger zu diagnostizieren.
Für eine Langzeitstudie sammeln Wissenschaftler der Universität Göteborg seit den 1970er Jahren Daten von älteren Menschen, die ihr Gedächtnis, ihre Ausdrucksfähigkeit, das räumliche und logische Denken betreffen. Die gesammelten Daten werden auch im Zusammenhang mit später auftretenden Demenzerkrankungen untersucht und mit jenen späterer Jahrgänge verglichen.
Bei den bisher untersuchten fünf Jahrgängen fiel auf, dass jene 70-Jährigen, die 1930 geboren waren und im Jahr 2000 untersucht wurden, deutlich bessere Leistungen in den Intelligenstests erzielten als der 1971 untersuchte Jahrgang von 1901/1902. Während sich bei der Gruppe von 1971 in dem Alter bereits erste Hinweise auf eine später auftretende Demenzerkrankung zeigten, war das im Jahrgang von 2000 nicht mehr der Fall. Jene Senioren, die später an Demenz erkrankten, schnitten in den Tests genau so gut ab wie ihre langfristig gesunden Altersgenossen.
Die Wissenschaftler sehen den Grund für die gestiegenen kognitiven Fähigkeiten im Alter in einer Kombination verschiedener Faktoren. Bei den 1930 Geborenen war die medizinische Versorgung im Säuglings-, Kindes- und Erwachsenenalter bereits deutlich fortgeschrittener. Auch typische Krankheiten im fortgeschrittenen Alter wie Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Beschwerden können inzwischen deutlich besser behandelt werden. Aber auch das Bildungsniveau ist gestiegen und im Alltag gibt es durch die modernen Massenmedien eine höhere Versorgung an Informationen, zum Beispiel durch das Fernsehen und das Internet. Das Denkvermögen wird für mehr "Datenverarbeitung" beansprucht.
Eine entscheidende Rolle schreiben die Forscher allerdings auch der modernen Ernährung zu. So können Phasen der Mangelernährung im Laufe des Lebens zu Einschränkungen im Denkvermögen führen. Die Rentner von heute sind besser versorgt und es stehen viele Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung. Andere Studien belegen auch einen engen Zusammenhang zwischen Denk- und Merkfähigkeit und diversen Nahrungsmitteln. So fördern Nüsse durch die enthaltenen Fettsäuren die Konzentrationsfähigkeit, während Vitamin B1 aus Bierhefe, Fisch und Vollkornprodukten das Gedächtnis stärkt.
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