22. Juli 2010
Hochbegabung wird am häufigsten im Grundschulalter erkannt. Aber auch viele Kindergartenkinder zeigen schon die für Hochbegabung typischen Symptome und Auffälligkeiten. Generell gilt: Je früher eine besondere Begabung diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen, dass das Kind sein Potential in allen Lebensbereichen voll ausschöpfen kann.
Es gibt bestimmte Indizien, die für eine mögliche Hochbegabung sprechen. So präsentieren hochbegabte Kinder sich häufig auffällig, entwickeln altersuntypische Interessen und sind in Schule und Freizeit unterfordert. Jedoch ist nicht jedes Kind mit diesen Anzeichen hochbegabt und nicht jede Hochbegabung geht mit diesen Indizien einher. Eine genaue Diagnose erhält man daher nur über psychologische Tests.
Eltern sollten sich mit dem Thema Hochbegabung auseinandersetzen, wenn ihnen auffällt, dass ihr Kind sehr wissbegierig ist, Informationen auffallend schnell verarbeiten kann und den Drang verspürt, in Schule und Alltag perfektionistische Leistungen zu erzielen. Routinetätigkeiten dagegen langweilen hochbegabte Kinder und auch das Interesse für alterstypische Freizeitangebote ist oft nicht vorhanden.
In der Schule verhalten hochbegabte Kinder sich unkonzentriert, ungeduldig und gelangweilt. Bei starker Unterforderung stellt sich Desinteresse ein, das bis zur totalen Arbeitsverweigerung führen kann. In ihren kognitiven Leistungen und in ihren Arbeitsverhalten sind hochbegabte Kinder ihren Mitschülern oft weit voraus. Nicht selten finden sie keine Freunde in ihrer Altersgruppe, da sie interessenmäßig anders veranlagt sind. Bei ihren Mitschülern gelten Hochbegabte daher oft als Streber und Einzelgänger, sie wirken unzugänglich, seltsam und bisweilen auch arrogant.
Da hochbegabte Kinder oft keine Möglichkeit haben, sich entsprechen ihrer Begabung frei zu entfalten und das zu zeigen, was in ihnen steckt, versuchen sie auf anderen Wegen, Aufmerksamkeit zu erregen. In der Schule sind sie häufig als Klassenclown bekannt, zu Hause nutzen sie jedes Mittel, sich zwischen Mutter und Vater oder Eltern und Geschwister zu drängen.
Manchmal sind es aber auch Unauffälligkeit und Angepasstheit, die auf eine Hochbegabung hindeuten. Werden Begabungen von der Außenwelt, also von Eltern und Lehrern, nicht wahrgenommen, kann das ein überangepasstes Verhalten des Kindes zur Folge haben. Auch Desinteresse, Aggressionen und mangelhafte Schulleistungen treten auf.
Auffälligkeiten im Verhalten und in erbrachten Leistungen sind zwar Indizien für eine Hochbegabung, diagnostizieren diese aber nicht hundertprozentig. Vielmehr muss die Vermutung auf psychologischer Ebene mit einem Intelligenztest bestätigt werden. Je nach Test gelten Menschen ab einem IQ von 130 oder 140 als hochbegabt. Um möglichst genaue Testergebnisse zu erhalten, werden hier verschiedene Bereiche der Intelligenz getestet. Man erhält auch Aufschluss darüber, ob eine allgemeine oder einseitige Hochbegabung vorliegt.
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