Die Oberstufe umfasst die letzten zwei oder drei Jahre vor dem Abitur und wird meist direkt im Anschluss an die Sekundarstufe I absolviert. Wer die Oberstufe mit Erfolg abschließt, hat die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife in der Hand und damit die Voraussetzung für die Immatrikulation an einer Hochschule erfüllt. Doch bis dahin ist der Weg lang und arbeitsintensiv.
Mit der verkürzten Form des Gymnasiums, die das Abitur in nur 12 Jahren vorsieht, umfasst die Oberstufe an vielen Schulen nur noch zwei anstatt drei Jahre. Das bedeutet, dass die Einführungsphase verkürzt wird oder komplett wegfällt. An solchen Schulen müssen die Schüler nach Abschluss der 10. Klasse also direkt in die Qualifikationsphase einsteigen, was nicht nur in organisatorischer Hinsicht eine große Veränderung bedeutet, sondern auch Disziplin und Leistungsbereitschaft erfordert.
An den Schulen, die weiterhin eine dreijährige Oberstufe und damit eine Eingangsphase anbieten, werden die Schüler zunächst noch in Klassen unterrichtet und können sich bei der Kurswahl für die anschließende Qualifikationsphase mehr Zeit lassen. Erst im zweiten Jahr der Oberstufe findet der Unterricht in den gewählten Leistungs- und Grundkursen statt.
Mit der Qualifikationsphase ändert sich zum einen also der Stundenplan. In der Regel müssen die Schüler zwei Leistungskurse belegen, die nicht nur auf mehr Wochenstunden ausgelegt sind, sondern auch einen Großteil der Abiturnote ausmachen.
Andere Fächer werden in Grundkursen unterrichtet. Sowohl bei den Leistungs- als auch bei den Grundkursen hat man freie Wahl, sofern bestimmte Bedingungen eingehalten werden. So gibt es beispielsweise einige Pflichtfächer und nicht jede Kombinationsmöglichkeit ist zulässig.
Mit der Qualifikationsphase ändert sich zudem die Notenvergabe. Anstelle der sechs Schulnoten erhalten die Schüler jetzt je nach Leistung einen bis 15 Punkte. Auf dem Abiturzeugnis sind schließlich die Mittelwerte der in der Qualifikationsphase gesammelten Punkte zu finden – wobei die Punkte für Leistungs- und Grundkurse unterschiedlich gewichtet werden.
Am Ende der Oberstufe müssen die Schüler den gelernten Stoff wissen und anwenden können. Die Prüfungen finden in den zwei Leistungskursen sowie in einem Grundkurs schriftlich statt, in einem weiteren Grundkurs werden die Abiturienten mündlich geprüft. Meist werden die mündlichen Prüfungen ein paar Wochen nach den schriftlichen angesetzt.
Mit der Oberstufe kommen auf die Schüler noch weitere Veränderungen zu. So werden sie ab jetzt von den Lehrern gesiezt und können sich für Fehlzeiten selbst entschuldigen. Auch der Elternsprechtag fällt weg – stattdessen führen die Lehrer die Gespräche mit den Schülern selbst.
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