20. Juli 2010
Gewalt existiert nicht nur in den Medien - sie begegnet uns in ganz alltäglichen Situationen und überrascht uns auch da, wo wir sie gar nicht vermuten. So werden Schüler beispielsweise regelmäßig von ihren eigenen Mitschülern gepeinigt, verspottet und verletzt. Angst, Schulversagen und soziale Probleme sind die Folgen für die Opfer. Um diese oft schwerwiegenden Auswirkungen zu verhindern, sollten Mitschüler genau beobachtet werden, wenn sie Anzeichen für Gewaltbereitschaft äußern.
Ob ein Mitschüler zu Gewaltbereitschaft tendiert, ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Daher muss zwischen direkten und indirekten Indizien unterschieden werden. Beobachtungen zeigen, dass nämlich gerade unauffällige, ruhige und vermeintlich liebe Schüler Gewaltpotential in sich tragen und ihren Mitschülern gefährlich werden können.
Direkte Indizien für gewalttätige Mitschüler sind z.B. auffallend aggressive Verhaltensweisen und unkontrollierbare Wutausbrüche. Diese Schüler sind oft in ihrer sozialen Entwicklung gestört, können sich nicht an Regeln halten und keine Kompromisse eingehen. Unzufriedenheit wird oft nicht nur verbal, sondern auch körperlich zum Ausdruck gebracht. Es ist angebracht, solchen Mitschülern aus dem Weg zu gehen, um sie nicht noch mehr zu provozieren. Zudem sollte der Lehrer informiert werden.
Ein weiteres direktes Anzeichen für Gewaltbereitschaft ist die Verherrlichung von Gewalt. Außenstehenden wird schnell klar, ob ein Schüler eine Art Sucht für Gewalt entwickelt und ob er beispielsweise die Realität noch von der Welt im Computerspiel unterscheiden kann. Wer offensichtlich auch in der realen Welt regelrecht Spaß an Gewalt hat, kann gefährlich für seine Mitschüler werden.
Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn ein Mitschüler Waffen wie z.B. Messer mit in die Schule bringt und diese seinen Klassenkameraden präsentiert. Auch die Angeberei mit einem möglichen Waffenbesitz der Eltern kann ein ernstzunehmendes Problem darstellen.
Letztlich kann auch die Mitgliedschaft in einer Jugendgang ein direktes Indiz für Gewaltbereitschaft sein. Wer einer Gang angehört, muss sich vor den anderen Mitgliedern beweisen. Oft geschieht das über gewalttätige Übergriffe auf Unbeteiligte. Kommen noch Alkohol- oder Drogenkonsum hinzu, schwindet die Hemmschwelle der Jugendlichen rapide.
Gewaltbereitschaft äußert sich oft aber nur indirekt und muss nicht mit den o.g. Warnsignalen einhergehen. So kann - muss aber nicht - das Zurückziehen aus dem langjährigen Freundeskreis ein Hinweis auf einen gewalttätigen Mitschüler sein. Auch die Vernachlässigung von Hobbys, eine plötzliche Verschlechterung der Schulleistungen sowie mangelnde Disziplin im Unterricht können darauf hindeuten, dass ein Mitschüler Gewaltpotential entwickelt.
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