23. Juni 2010
Die Gesamtschule als Alternative zu den drei klassischen Schulzweigen wird immer beliebter. Eltern, Pädagogen und Politiker sind davon überzeugt, dass ein längeres gemeinsames Lernen mehr Vorteile birgt als eine frühe Selektion der Kinder auf verschiedene Schultypen. Doch was unterscheidet die Gesamtschule eigentlich im Wesentlichen von anderen Schulen?
Wenn wir von einer Gesamtschule sprechen, meinen wir meistens die integrierte Gesamtschule. In dieser befinden sich Haupt- und Realschule sowie Gymnasium nicht nur unter einem Dach, sondern die Schüler werden auch zusammen unterrichtet. Während an anderen Schulen die Kinder als Hauptschüler, Realschüler oder Gymnasiasten bezeichnet werden, fällt diese Differenzierung an Gesamtschulen weg.
Auch hinsichtlich ihrer Unterrichtsstruktur unterscheiden Gesamtschulen sich von anderen Schulen. Hier werden die Kinder zunächst in allen Fächern gemeinsam unterrichtet. Erst später werden sie in Kurse aufgeteilt, die ihrem Leistungsniveau entsprechen. Diese Aufteilung findet für jedes Fach separat statt. Wer beispielsweise Probleme in Mathematik hat und hier den Förderkurs besuchen muss, kann in anderen Fächern durchaus die anspruchsvollsten Kurse belegen.
Die Heterogenität der Schüler macht es möglich, dass an einer Gesamtschule alle Schulabschlüsse erworben werden können. An anderen Schulen ist oft nur ein Abschluss möglich. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Realschüler, der das Abitur anstrebt, die Schule wechseln muss. Gesamtschülern dagegen steht von Anfang an offen, mit welchem Abschluss sie ihre Schule verlassen. Ein Schulwechsel ist nicht nötig.
Das große Kursangebot an Gesamtschulen macht es möglich, dass die Schüler bei Bedarf in andere Kurse wechseln können, in denen sie entweder mehr gefordert oder intensiver gefördert werden. Aus diesem Grund ist es an Gesamtschulen nicht üblich, dass Kinder eine Klasse wiederholen. Bei schlechten Noten wird stattdessen ein Wechsel in einen leichteren Kurs eingeleitet.
Während an anderen weiterführenden Schulen der Unterricht und die Betreuung oft schon mittags enden, handelt es sich bei Gesamtschulen um Ganztagsschulen. Unterricht und AG's finden bis zum Nachmittag statt. Daher verfügen die Schulen in der Regel über eine eigene Küche und eine Schulmensa, in der alle Schüler mit einem warmen Mittagessen versorgt werden.
Aufgrund des breitgefächerten Kursangebots und der hohen Schülerzahlen sind Gesamtschulen oft größer und damit auch unübersichtlicher als andere Schulen. Es gibt mehr Räume, auf dem Schulhof tummeln sich mehr Kinder und es besteht ein höherer Bedarf an Lehrkräften und anderem Personal.
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