27. Januar 2005
Die Lösung nach dem Pisa-Schock heißt nicht, die Kinder nun mit noch mehr Wissen vollzustopfen. Die erste Fremdsprache schon im dritten Grundschuljahr hält die Lernexpertin Prof. Dr. Elsbeth Stern vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin deshalb für einen Irrweg. Das sagte sie im Interview mit der Apothekenzeitung Gesundheit.
Zwar ist die Beobachtung richtig, dass zweisprachig aufwachsende Kinder die zweite Sprache spielend lernen. Das Kleinkind unterliege dabei aber einer „instiktiven Beschränkung“. Das Gehirn läßt nur das herein, was es verarbeiten kann. Schon bei einem Grundschüler sei das Gehirn wie beim Erwachsenen offen für die Gesamtheit der Fremdsprache.
Prof. Stern: „Es empfängt dann aber so viel Stoff auf einmal, dass es viel mehr Mühe mit der Verarbeitung hat.“ Sie empfiehlt im Grundschulalter die Reserven des kindlichen Gehirns anders zu nutzen, etwa, indem wissenschaftliches Denken auf kindlichem Niveau eingeübt wird.
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