20. November 2007
Von Maria Hochbaum
Immer mehr Schulen stellen ihren Fremdsprachenunterricht um und bieten statt Deutsch, Französisch oder Spanisch die offizielle Sprache Chinas an.

Mandarin wird von ca. 880 Millionen Menschen gesprochen und ist somit weltweit die meistgesprochene Muttersprache. Zusätzlich wird sie von ca. 350 Millionen Zweitsprachlern gesprochen. Der Trend, chinesisch zu sprechen, macht sich auch in Europa bemerkbar und das nicht zuletzt an den Schulen.
In Großbritannien legte das Bildungsministerium für das Jahr 2008 einen neuen Lehrplan fest, nach welchem Schulen ihr Sprachangebot um "wirtschaftlich relevante" Sprachen erweitern dürfen. Die Begründung ist einfach: "Junge Menschen müssen sich bewusst sein, dass Sprachen einen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt bedeuten." Das meint Bildungsminister Alan Johnson in der "Times", einer britische Tageszeitung.
Die Zeiten der Globalisierung erfordern innovative Schulreformen. Zudem prognostiziert die Weltbank, dass China im Jahr 2020 die stärkste Wirtschaftsmacht auf dem Globus sein wird. Das bevorstehende 21. Jahrhundert wird maßgeblich von der Entwicklung im asiatisch-pazifischen Raum beeinflusst werden. Diese Fakten erfordern die notwendige Anpassung an den modernen Arbeitsmarkt und die heutigen Lebensbedingungen.
"Ni hao, wo xuexi hanyu." Diesen Satz hört man vermehrt von britischen Schülern, die damit "Guten Tag. Ich lerne Chinesisch." sagen. Chinesisch gehört zu der sinotibetischen Sprachfamilie und wird geprägt durch Monosyllabismus, also der Einsilbigkeit der Wortwurzeln, sowie dem Fehlen jeglicher Flexionen. Es ist eine Tonsprache. Die Bedeutungsunterschiede von Wörtern, die nach der Lautstruktur gleich sind, werden mit verschiedenen Tönen versehen, die fallend, steigend, hoch oder fallend-steigend klingen können.
Aufgrund der wachsenden Bedeutung der chinesischen Sprache wird der Deutschunterricht mehr und mehr aus den Schulen in Großbritannien verdrängt.
Auch in Deutschland lernen derzeit 10.000 Menschen die Sprache der Zukunft, um sich dem Arbeitsmarkt anzupassen und in der Qualifizierung aufzusteigen.
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