Diplom - Organisation, Verbreitung und Hinweise zur Diplomarbeit

Deutschlandweit gilt das Diplom als häufigster akademischer Grad. Nach Einführung des Bachelors und Masters sind die Diplomstudiengänge aber weitgehend ausgelaufen. Die Diplomarbeit ist für viele Studierende die längste und anspruchsvollste universitäre Arbeit in ihrem Leben. Dabei werden oftmals komplexe wissenschaftliche Sachverhalte untersucht und damit ein Beitrag zur Forschung geleistet. Lesen Sie, wie ein Diplomstudiengang abläuft und in welchen Bereichen man diesen akademischen Grad noch erlangen kann - was sollte man bei der Diplomarbeit beachten?

Eine Übersicht über Diplomstudiengänge und Tipps zur Motivation und Veröffentlichung der Diplomarbeit

Diplom: Organisation und Verbreitung

Das Diplom ist ein akademischer Grad und steht somit für eine Hochschulausbildung, sofern zusätzlich ein bestimmtes Fach genannt wird. Deutschlandweit handelt es sich um den häufigsten akademischen Grad.

Im Zuge des Bologna-Prozesses sind die Diplomstudiengänge jedoch, ebenso wie die Magisterstudiengänge, weitgehend ausgelaufen und durch die Bachelor- und Master-Abschlüsse ersetzt worden. Dennoch kann man in einigen Bereichen weiterhin sein Diplom erhalten; die entsprechenden Studiengänge sind, was deren Struktur angeht, an die Bachelor- und Master-Studiengänge angepasst worden.

Inwieweit das Diplom abgeschafft wurde, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz dient als Gradmesser. In einigen Regionen wird die Möglichkeit des Diploms beispielsweise gar nicht mehr genannt, während man es etwa in Sachsen ab dem Wintersemester 2018/19 teilweise wieder vorfinden wird; mitunter wechselt man auch vom Bachelor wieder zum alten Modell des Diploms.

Unterschiede zum Bachelor und Master

Der Bachelor gilt als erster akademischer Grad. Anschließend ist man zum Master-Studium berechtigt, welcher wiederum den mittleren akademischen Grad zwischen Bachelor und Doktor darstellt.

Dieser ist vergleichbar mit dem Diplom. Im Gegensatz zum Bachelor ist das Diplomstudium länger. Des Weiteren entfällt der modulare Aufbau, sodass es auch keine Zwischenprüfungen gibt, wie es beim Bachelor der Fall ist. Die zu erstellende Diplomarbeit fällt zudem länger aus.

Ein weiterer Unterschied: die einzelnen Vorlesungen werden im Diplom-Studiengang in der Regel nicht geprüft. Wer promovieren will, braucht außer dem Bachelor ein Diplom oder das Master-Studium.

Das Diplom wird an Hochschulen, Berufsakademien sowie an Fachhochschulen verliehen. Bei letzteren muss der Zusatz "FH" genannt werden. Anders als beim universitären Diplom berechtigt dieser nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Promotion; zudem gibt es auch Unterschiede in der Regelstudienzeit: diese beträgt maximal acht Semester.

Das Diplom, welches an Berufsakademien verliehen wird, gilt als staatliche Abschlussbezeichnung, nicht jedoch als akademischer Grad. In diesem Fall ist der Zusatz "BA" aufgeführt. An einer Dualen Hochschule ist jedoch eine Nachgraduierung möglich, dann muss der Zusatz "DH" aufgeführt werden.

Vorwiegend findet man Diplomstudiengänge in den Bereichen

  • Naturwissenschaften
  • Ingenieurwissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften.

Doch auch in manchen Fächern der Sozial- und Geisteswissenschaften oder etwa auch an bestimmten Kunsthochschulen sind diese Studiengänge zu finden. Somit findet man beispielsweise folgende Bezeichnungen:

  • Dipl.agr.biol.: Diplom-Agrarbiologe
  • Dipl.-Biochem.: Diplom-Biochemiker
  • Dipl.-Geol.: Diplom-Biologe
  • Dipl. Mus.: Diplom in Musik
  • Dipl.-Ergotherapeut (FH): Diplom-Ergotherapeut (FH)
  • Dipl.-Kfm. (FH): Diplom-Kaufmann (FH)
  • Dipl.-Medieninform. (FH): Diplom-Medieninformatiker (FH)
  • Dipl.-Soz.-wirt (FH): Diplom-Sozialwirt (FH)
  • Dipl.-Inf. (DH): Diplom-Informatiker (Duale Hochschule)
  • Dipl.-Betriebsw. (DH) Diplom-Betriebswirt (Duale Hochschule)
  • Dipl.-Ing. (DH): Diplom-Ingenieur (Duale Hochschule)
  • Dipl.-Soz.päd. (DH): Diplom-Sozialpädagoge (Duale Hochschule)

Die Diplom-Prüfungsordnung kümmert sich um den organisatorischen Ablauf eines solchen Studiengangs. Aufgeteilt ist der Diplom-Studiengang in ein Grundstudium, welches zwei bis vier Semester dauert; sowie das Hauptstudium mit drei bis sechs Semestern. Das Grundstudium dient der Vermittlung der Grundkenntnisse und Orientierung, während man im Hauptstudium differenziert und sich spezialisiert.

Zum Ende des Grundstudiums muss man in der Regel schriftliche, teilweise auch mündliche Prüfungen ablegen und erhält dann sein Vordiplom. Dabei handelt es sich jedoch - im Gegensatz zum Bachelor - nicht um einen berufsbefähigenden Abschluss.

Das Hauptstudium schließt mit komplexen mündlichen oder schriftlichen Diplomprüfungen ab; möglich sind aber auch Teilleistungen, die studienbegleitend absolviert werden. Des Weiteren muss eine Diplomarbeit erstellt werden. Bei einer mindestens mit "ausreichend" bewerteter Leistung, was die Prüfungen als auch die Diplomarbeit angeht, erhält man das Diplom.

Das Diplomstudium wird mit der Diplomarbeit und den Diplomprüfungen abgeschlossen
Das Diplomstudium wird mit der Diplomarbeit und den Diplomprüfungen abgeschlossen

Tipps zur Erstellung der Diplomarbeit

Zu Beginn liegt die Arbeit wie ein großer, unheilvoller Schatten vor dem Studenten. Kein Wunder, dass die Motivation fehlt, wenn man sich einem solch riesigen Unternehmen gegenüber sieht.

Allerdings wirkt eine Diplomarbeit schon viel weniger bedrohlich, wenn man exakt weiß, was alles zu tun ist. Dinge, die einen konkreten Namen haben, sind in der Regel weniger angsteinflößend.

Ein Thema finden

Doch bevor man sich überhaupt an die Arbeit setzen kann, gilt es, ein passendes Thema für seine Diplomarbeit zu finden. Entscheidend ist, dass man sich selbst für dieses interessiert, anderenfalls wird einem das Schreiben besonders schwerfallen.

Man sollte zudem auch überlegen, welchen Zweck die Arbeit erfüllen soll. Hilfreich ist es in diesem Zusammenhang, ein Thema zu wählen, mit dem sich die Unternehmen, welche man sich als zukünftigen Arbeitgeber vorstellen könnte, befassen.

Der Formulierung des Themas sollte man ebenso besondere Aufmerksamkeit schenken. Hierbei sollte man sich wenn möglich mit seinem Professor zusammensetzen; anderenfalls sucht man sich jemanden, der sich ebenso auf diesem Gebiet auskennt. Dann gilt es, auszuschließen, dass das Thema zu eng oder zu weit gesteckt ist, mögliche Forschungsprobleme mit sich bringt oder vielleicht schon im zu großen Umfang erforscht, sprich überforscht ist.

Die erste Gliederung

Zu Beginn sollte man sich daher eine grobe Gliederung erstellen, an der die Arbeit selbst dann nach und nach aufgebaut wird. Jedes Zwischenkapitel erhält nicht nur einen Titel, sondern auch Anmerkungen zu Recherche und Ausführung. Hat man das Thesenblatt erst einmal fertig, kann man es Schritt für Schritt abarbeiten und hat so immer wieder kleine Erfolgserlebnisse.

Belohnungen

Belohnung spielt bei der Bewältigung einer großen Aufgabe eine enorme Rolle. Leider gibt es im Studium niemanden mehr, der einen für erfolgreich absolvierte Etappen adäquat belohnt, weshalb man diese Aufgabe als Student eben selbst übernehmen muss.

Dazu ist es natürlich wichtig zu wissen, was einen selbst eigentlich motiviert. Manche laufen zu Höchstleistungen auf, wenn sie sich nach getaner Arbeit eine wilde Party gönnen, andere fahren hingegen besser, wenn sie sich mit einem entspannenden Wellnesswochenende verwöhnen.

Wichtig ist, sich regelmäßig und oft zu belohnen. Nur so bleibt man auch langfristig bei der Stange.

Der Zeitplan

Ein Zeitplan ist beim Schreiben einer Diplomarbeit immer von Nöten, er ist jedoch auch eine ganz persönliche Motivation. Wenn man sich selbst "Abgabetermine" für einzelne Zwischenschritte setzt, gerät man weniger in Versuchung, die Arbeit schleifen zu lassen. Das sollte jeder Student unbedingt vermeiden, da er sich sonst irgendwann vor einem riesigen Berg angestauter Arbeiten wieder findet, die der Motivation natürlich absolut nicht zuträglich sind.

Am besten legt man sich seine Termine so, dass ein kleines, aber nicht zu langes Zeitpolster zum wirklichen Abgabetermin besteht. So gerät man nicht so schnell in Panik, hat jedoch trotzdem einen gewissen Zeitdruck im Nacken, der das Vorankommen fördert.

Die eigene Motivation zum Schreiben der Diplomarbeit ist wichtig
Die eigene Motivation zum Schreiben der Diplomarbeit ist wichtig

Es ist häufig möglich, die eigene Diplomarbeit zu veröffentlichen, damit andere von der eigenen Arbeit profitieren und eventuell sogar noch Einnahmen erzielt werden können...

Möglichkeiten zur Veröffentlichung

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, wie die eigene Diplomarbeit veröffentlicht werden kann. Insgesamt ist die Veröffentlichung einer Diplomarbeit mit relativ wenig Arbeit verbunden.

Eine solche Veröffentlichung ist zudem insbesondere für all jene interessant, welche planen, weiter im jeweiligen Feld zu forschen und eventuell sogar einen Doktortitel zu erwerben. In diesem Fall hat der Betroffene schon eine wissenschaftliche Veröffentlichung vorzuweisen, was im späteren Karriereverlauf von Vorteil sein kann.

Online Portale

So gibt es einerseits Online Portale, welche sich auf die Veröffentlichung schriftlicher Werke spezialisiert haben. In diesem Fall wird sich beim jeweiligen Portal angemeldet.

Anschließend kann die eigene Diplomarbeit samt einer kurzen Beschreibung hochgeladen werden. Zudem kann der Nutzer selbst den Preis bestimmen, für welche diese Arbeit angeboten wird.

Dabei fällt dann eine Provision für den Betreiber der Plattform an, welche in der Regel 20 bis 50 Prozent beträgt. Sobald ein anderer Nutzer dann am eigenen Werk interessiert ist und dieses kauft, wird das Geld automatisch dem eigenen Konto gutgeschrieben. Die Veröffentlichung über Online Portale ist demnach eine einfache Möglichkeit, die Diplomarbeit ohne großen Aufwand der Öffentlichkeit via Internet zur Verfügung zu stellen und zudem etwas Geld damit zu verdienen.

Verlage

Alternativ kann sich auch direkt an einen Verlag gewandt werden, welcher dann auch eine gedruckte Auflage der Arbeit herstellen kann. Hierzu muss sich zunächst einmal für einen Wissenschaftsverlag entschieden werden, welche man leicht über die Suche mit einer Suchmaschine findet.

Der Verlag kann daraufhin direkt kontaktiert werden. Dabei sollte das eigene Werk möglichst präzise beschrieben werden. Vorteilhaft ist zudem die Beifügung von Auszügen, so dass sich die Mitarbeiter des Verlags ein Bild über die Qualität der Diplomarbeit machen können.

Daraufhin muss einfach darauf gewartet werden, bis der Verlag einen kontaktiert und darüber informiert, ob eine Publikation in Frage kommt. Sollte dem so sein, kann sich über die Modalitäten der Veröffentlichung verständigt und anschließend das Skript eingeschickt werden. Dabei wird ein Vertrag durch den Verlag erstellt und verschickt, welcher anschließend ausgefüllt und zurückgeschickt werden muss.

Quellen:

  • Detlef Jürgen Brauner und Andreas Vollmer: Erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten: Seminararbeit - Bachelor-/Masterarbeit (Diplomarbeit) - Doktorarbeit, Wissenschaft & Praxis, 2008, ISBN 3896734539
  • Georg Disterer: Studienarbeiten schreiben: Seminar-, Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten in den Wirtschaftswissenschaften, Springer, Berlin, 2009, ISBN 3540889116
  • Wolfram E. Rossig und Joachim Prätsch: Wissenschaftliche Arbeiten: Leitfaden für Haus-, Seminararbeiten, Bachelor- und Masterthesis, Diplom- und Magisterarbeiten, Dissertationen, Rossig, 2008, ISBN 3888087023

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