Von der Politik wird er angepriesen, von der Gesellschaft geächtet. Der Bachelor hat wirklich keinen leichten Stand in Deutschland. Tausende von Studenten gingen bereits auf die Straße und forderten ihr heiß geliebtes Diplom zurück. Doch um wirklich über den Bachelor urteilen zu können, sollte man zumindest wissen, wie solch ein Studium überhaupt aufgebaut ist.
Für den modernen Studenten ist es teilweise unmöglich geworden, ein "Gammeldasein" zu führen, wie es noch vor einigen Jahren möglich war. Der Grund dafür liegt in den ständigen Leistungsabprüfungen, die den Bachelor ausmachen.
Im Diplom hatten es die Studenten da schon um einiges leichter. Im Grunde genommen mussten sie sich während ihres gesamten Studiums auf nur zwei heiße Prüfungsphasen vorbereiten: das Vordiplom und eben auf die abschließende Diplomprüfung. Dazwischen galt es lediglich ein paar Scheine zu ergattern.
Ganz anders die Bachelorstudenten. Von ihnen wird erwartet, dass sie zumindest jedes Semester eine Prüfungsleistung in verschiedenen Fächern erbringen. All die dort erhaltenen Noten fließen dann auch in die Bachelornote ein.
Besonders hart sind zum Beispiel so genannte Modulabschlussklausuren. Sie umfassen den Stoff von mindestens zwei Semestern, wodurch natürlich ein enormer Lernaufwand, zusätzlich zu den anderen Prüfungen, auf den Studenten zukommt.
In manchen Studiengängen ist es darüber hinaus üblich, noch weitere Leistungsnachweise während des Semesters zu erbringen. Diese können ganz verschiedener Gestalt sein. Die Palette reicht von Referaten über Essays bis hin zu Lernjournalen und Hausarbeiten. Manchmal wissen weder Professoren noch Studenten genau, um was es sich dabei eigentlich handelt.
Ein weiterer wichtiger Punkt des Bachelors ist das modularisierte System der Studiengänge. Vor einigen Jahren konnte man ein Fach noch kreuz und quer studieren, die nötigen Scheine also dann erbringen, wenn es einem gerade passte.
Der Student von heute fährt dagegen auf einer festgelegten Schiene. Er hat während seines Studiums verschiedene Module zu absolvieren. Schafft er eines auch nach mehreren Anläufen nicht, so kann er nicht ins nächste Modul einsteigen, obwohl ihm dieses vielleicht viel besser liegen würde. Das Studium ist dann meist auch zwangsweise beendet.
Der Bachelor ist insgesamt straffer organisiert als seine Vorgänger. Dadurch sollen die Studenten in der Theorie schneller und effizienter ans Ziel gelangen, in der Realität ergeben sich jedoch vor allem durch die Modularisierung große Probleme.
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