Mögliche Gesundheitsrisiken der Schichtarbeit und wertvolle Gesundheitstipps

Blondierte, braune, stark geschminkte Frau, hält sich Kopf, vor ihr ein Wasserglas, Kopfschmerzen, Kater, Depression

Schichtarbeiter sind gesundheitlichen Risiken ausgesetzt - es gilt, vorzubeugen

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  • von Paradisi-Redaktion

Schichtarbeit ist nur selten beliebt. Manch einer mag sich zwar über die Bonusszahlungen und flexible Lebensgestaltung freuen. Neben der ständig wechselnden Belastung fürchten viele Arbeitnehmer aber auch die gesundheitlichen Gefahren, welche von der Schichtarbeit ausgehen. Zumindest einigen davon kann man durch ein starkes Immunsystem, für welches man vor allem auch auf eine gesunde Ernährung achten sollte, vorbeugen. Erfahren Sie, welche gesundheitliche Risiken mit der Schichtarbeit einhergehen, und was man als Schichtarbeiter besonders in Sachen Ernährung beachten sollte.

Gesundheitliche Risiken durch Schichtarbeit

Schichtarbeit ist in unterschiedlichen Branchen vertreten. Und auch wenn es dafür gute Gründe gibt, leiden die entsprechenden Arbeitnehmer nicht selten unter gesundheitlichen Problemen. Besonders Wechselschicht- und Nachtschichtarbeiter sind davon betroffen.

In der Regel braucht der Mensch die Nachtruhe, damit der Körper sich erholen und regenerieren kann. Kommt es zu Nachtschichten sowie ständig wechselnden Arbeitszeiten, wird dieser natürliche Biorhhythmus gestört, was Folgen für den Körper sowie den Geist mit sich bringt.

Schlafstörungen

Das gesundheitliche Hauptrisiko schlechthin sind natürlich Schlafstörungen. Dabei ist es überraschenderweise egal, ob in Form von nächtlicher Dauer- oder Wechselschichten gearbeitet wird.

Dauerschichten zu nächtlicher Stunde entsprechen nicht unserem natürlichen Schlafrhythmus und unserer biologischen Uhr. Aufgrund dieser Tatsache ist es den meisten Menschen nicht möglich, auch nach jahrelanger nächtlicher Dauerschicht tagsüber jene Schlafqualität zu erreichen, wie sie nachts zu verzeichnen wäre.

Aber auch Wechselschichten provozieren Schlafstörungen. So muss sich der betroffene Arbeitnehmer ständig an neue Schlafrhythmen und Arbeitszeiten gewöhnen.

Sobald allerdings eine Anpassung eingetreten ist, wird die Arbeitszeit in der Regel wieder gewechselt. Die Folge sind Schlafstörungen, welche sich am deutlichsten an starken Problemen beim Einschlafen erkennen lassen.

Begleiterkrankungen

Die folgenden Erkrankungen können einerseits Begleiterscheinungen der Schlafstörungen, oder aber auch eigene Krankheitsbilder sein, welche eine separate Behandlung benötigen. Neben den Schlafstörungen sorgt Schichtarbeit häufig auch für Kopfschmerzen, welche bis hin zum Auftreten von Migräneattacken reichen können.

Des Weiteren klagen viele Schichtarbeiter über Depressionen. Ein negatives psychisches Wohlbefinden wird dabei einerseits mit der Tatsache in Verbindung gebracht, dass der jeweilige Arbeitnehmer oft tagelang keinem Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Gleichzeitig wird aber auch die soziale Isolation, welche das Ergebnis ungünstiger Arbeitszeiten sein kann, als ein Auslöser von Depressionen und ähnlichen psychischen Erkrankungen gewertet.

Daneben leidet zudem das gesamte Herz-Kreislaufsystem unter den ungewöhnlichen Arbeitszeiten. Viele Schichtarbeiter leiden beispielsweise unter Bluthochdruck, da der Körper sich ständig unter Druck gesetzt fühlt.

Die Schichtarbeit ist auch häufig mit Übergewicht verbunden. Vor allem Nachtarbeiter führen einen ungesunden Lebensstil mit üppigeren, ungesünderen Mahlzeiten und zu wenig Bewegung, häufig gepaart mit hohem Nikotinkonsum. Ein höheres Gewicht stellt oftmals die Basis für weitere Folgeerkrankungen dar, wie etwa Diabetes und die bereits erwähnten Herzerkrankungen.

Negative Verhaltensweisen

Neben diesen direkten gesundheitlichen Risiken neigen Schichtarbeiter aber auch eher dazu, aus gesundheitlicher Sicht negative Verhaltensweisen an den Tag zu legen. So sollen mit Alkohol beispielsweise Probleme beim Einschlafen beseitigt und mit Hilfe von Drogen ein Wachzustand erreicht werden, welchen man in der Nacht sonst einfach nicht erreichen kann.

Fazit

Insgesamt dürfte nun klar geworden sein, dass Schichtarbeiter zahlreichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Sobald einem bewusst wird, dass trotz einer bewussten Gegensteuerung die körperliche Belastung zu groß wird, sollte deshalb ein Wechsel der Arbeitsstelle der eigenen Gesundheit zuliebe erfolgen.

Mehr körperliche und psychische Folgen durch ungewöhnliche Arbeitszeiten

Alter Mann mit Kopfschmerzen fasst sich mit beiden Händen an die Stirn
old man headache © Dragan Trifunovic - www.fotolia.de

Eine Langzeitfolge des veränderten Tag-Nacht-Rhythmus von Schichtarbeitern ist die erhöhte Gefahr für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. „Es scheint, als handele es sich um eine Dosis-Wirkung-Beziehung“, erklärt erklärt Professor Göran Hajak, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Regensburg im neuen „HausArzt-PatientenMagazin“.

„Je mehr Jahre jemand Schichtarbeit leistet, um so deutlicher ist sein persönliches Risiko erhöht.“ Immerhin sei das Problem inzwischen erkannt, meint Hajak. An positiven Beispielen, wie sich die Auswirkungen abmildern lassen, fehlt es auch nicht mehr: sei es durch erlaubte Schlafpausen, helle Ausleuchtung der Arbeitsräume oder eine vernünftige Schichtenplanung.

So haben sich vorwärts rotierende Schichten als am wenigsten belastend erwiesen: Dabei folgen auf Frühschichten, Tages-, dann Spät- und schließlich Nachtschichten. Im Idealfall lässt man den Beschäftigten sogar die Wahl. Denn wer sich freiwillig zur Schicht- und Nachtarbeit meldet, hält die Belastung vermutlich auch besser aus, berichtet das Patientenmagazin.

Schichtarbeiter und Flugpersonal tragen erhöhtes Krebsrisiko

Schichtarbeiter ein erhöhtes Risiko von 70 Prozent an Brustkrebs und 40 Prozent an Prostatakrebs zu erkranken. Das ergab die Auswertung von 30 internationalen Untersuchungen.

Hiernach sein Schichtarbeiten einerseits durch den Umstellungszwang ihres Wach-Schlaf-Rhythmus bei Wechselschichten einerseits, bei Nachtschichten durch die schlechten Lichtverhältnisse andererseits negativ beeinflusst.

Da aber auch Flugpersonal zur Risikogruppe gezählt werden kann, können das nur zwei von vielen weiteren Faktoren sein. Das Hormon Melatonin scheint jedenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krebs zu spielen. Welche genau muss sich jedoch in folgenden Studien noch herausstellen.

Unregelmäßige Arbeitszeiten schaden der Gesundheit

Wie kanadische Forscher feststellten, wirken sich größere Freiheiten bei der Einteilung der Arbeitszeit negativ auf die Gesundheit aus. Auch leidet oftmals das Sozialleben darunter, wenn vor allem die ständige Verfügbarkeit gefordert wird. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher bei einer Umfrage von 2.600 amerikanischen Arbeitnehmern.

Im Vordergrund stand auch die Frage, wie oft man Arbeit mit nach Hause mitnahm. Besonders bei denen, die ihre Arbeitszeit freier gestalten können, stellte man eine starke Vermischung zwischen Freizeit und Arbeit fest, was besonders bei Männern der Fall ist.

Nachtarbeit soll Übergewicht verursachen

Alte Waage, die über 100 Kilogramm anzeigt
Körpergewicht © bilderbox - www.fotolia.de

Schichtarbeiter unterliegen einem ständigen Wechselarbeiten zwischen Tag und Nacht, was durchaus zu Störungen im persönlichen Biorhythmus führen kann. Doch nun machen Wissenschaftler der Harvard-University in Boston auch ein bestehendes Übergewicht durch das nächtliche Arbeiten verantwortlich.

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher in einer Studie mit zehn Probanden.

Demzufolge soll sich der Hormonhaushalt verschieben und den Fettstoffwechsel negativ beeinflussen. Daraus folgen dann wiederum Diabetes oder auch ein Bluthochdruck und eben ein Übergewicht.

Inwieweit dieses Resultat zu einer Allgemeingültigkeit werden kann, ist allerdings angesichts der geringen Probandenzahl doch etwas fragwürdig.

Chronobiologe erklärt Folgen der Schichtarbeit

Schichtarbeit hat weitreichendere Folgen als schlichten Schlafmangel

Hotelzimmerbett mit gelben Kissen und brennender Nachttischlampe an der Wand
hotel bedroom © Naomi Hasegawa - www.fotolia.de

Der Chronobiologe Thomas Kantermann erklärt im Wochenmagazin "Spiegel" die Nachteile der Schichtarbeit. Zunächst weist er darauf hin, dass heute immer mehr Menschen jenseits der Kernzeit arbeiten. Die Kernzeit ist von 9 bis 17 Uhr.

Der Mensch habe eine Innere Uhr, die man auch Zirkadian nenne. Diese Innere Uhr bestimme unsere Tag- und Wach-Phasen. Und das Licht spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Alles kommt aus dem Takt

Im Auge gibt es ein Pigment namens Melanopsin, das das eintreffende Licht in Wach-und Schlaf-Impulse an das Gehirn umwandelt. Ein Schichtarbeiter muss zum Beispiel von 22 Uhr bis sechs Uhr früh arbeiten. Er hat an seinem Arbeitsplatz eine Beleuchtung, die etwa 100 Lux nicht überschreitet. Wenn er morgens aus der Fabrik an die Sonne geht, strahlen ihm aber 10000 Lux entgegen. Sein Zirkadian sendet Wachimpulse ans Gehirn.

Kantermann sagt, dagegen helfen Sonnenbrillen und eine bessere Beleuchtung am Arbeitsplatz. Dann seien bei einem Schichtarbeiter die Essenszeiten gestört. Er nimmt sein "Frühstück" um 18 Uhr ein und sein "Mittagessen" um 12 Uhr nachts. Das führe zu Appetitlosigkeit und Fehlernährung. Hier sollten die Arbeitgeber am Arbeitplatz Salat, Obst und Wasser bereit stellen. Wenn der Schichtarbeiter ab 7 Uhr morgens schläft, ist es draußen und auch in seinem Zimmer viel zu hell und viel zu laut, um gesund schlafen zu können. Dadurch kommte die Innere Uhr ebenfalls durcheinander.

Außerdem habe ein Schichtarbeiter in der Regel auch noch ein aktives Leben am Tag. Zum Beispiel am Wochenende. Für die meisten Schichtarbeiter sei also die "rotierende Schicht" normal, also Daueraktivität.

Die Folgen seien Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Magengeschwüre. Außerdem habe die WHO Schichtarbeit 2010 als potentiell krebsauslösend kategorisiert. Kantermann empfiehlt daher den Arbeitgebern, Schichtarbeit nicht mit einem Lohnzuschlag, sondern mit mehr Freizeit zu vergüten.

Wechselnde Tag- und Nachtschichten belasten den Körper

Wer ständig wechselnd tagsüber und nachts arbeitet, stellt seinen Körper auf eine harte Probe

Geschäftsfrau vor Notebook ist müde, hält Hand vor Gesicht
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Wer im Schichtbetrieb arbeitet und häufig von der Tagschicht zur Nachtschicht wechseln muss und umgekehrt, ist einer recht großen Belastung ausgesetzt. Besonders der Schlafzyklus muss sich bei diesem Menschen zwangsläufig immer wieder umstellen und diese Umstellung kriegen nicht alle so einfach hin.

Tatsächlich sind Einschlafstörungen bei wechselnder Schichtarbeit am häufigsten. Der Schlafmangel kann sich über Wochen und Monate negativ auf Leistungsfähigkeit und allgemeine Gesundheit auswirken. Ärzte empfehlen daher, dass man nur bis zu einem gewissen Alter diesen Stress mitmachen sollte.

Bei starker beruflicher Belastung die Freizeit den Bedürfnissen anpassen

Junge Körper kommen mit den Umstellung wesentlicher besser aus. Wer die 40 aber bereits hinter sich gelassen hat, sollte entweder in der Tag- oder der Nachtschicht arbeiten. Wer wechselnde Arbeitszeiten hat, sollte besonders durch eine gesunde Ernährung den Energiebedarf abdecken und bewusst seine sozialen Kontakte zum Entspannen in der Freizeit nutzen.

Bei andauernden Schlafproblemen und vielleicht sogar Kreislaufstörungen, sollte man diese nicht verheimlichen. Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber, sollten auftretende Probleme ernst nehmen, denn nur wer fit ist, erzielt für die Arbeit gute Leistungen.

Die unangenehmen Folgen der Schichtarbeit

Gesundheitliche Beschwerden, die durch Schichtarbeit entstehen können

Wie Statistiken gezeigt haben, ist jeder sechste Arbeitnehmer ein Schichtarbeiter. Dabei findet ein ständiger Wechsel zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht statt, welcher dauerhaft zu gesundheitlichen Beschwerden führen kann.

Mögliche Beschwerden durch Schichtarbeit

Für die meisten Arbeiter ist es nicht leicht, seinen Rhythmus immer wieder umzustellen. Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen und Verdauungsbeschwerden sind nur eine kleine Anzahl an möglichen Folgen. Tagsüber lässt es sich schlechter schlafen als Nachts, allein schon durch die Geräusche, die von draußen kommen. Konzentrationsstörungen und eine verminderte Leistung sind ebenfalls keine seltene Auswirkung.

Damit man trotzdem seine Arbeitszeit irgendwie wach übersteht, greifen viele Arbeitnehmer auf zu viel Kaffee und auch Medikamente zurück, was dem Körper ebenfalls nicht gut tut. So empfehlen Experten maximal drei Nachtschichten hintereinander zu arbeiten.

Für einen gesunden Schlaf ist natürlich auch die passende Matratze sehr wichtig. Sie sollte sich dem Körper und den Liegegewohnheiten perfekt anpassen. Bei der Schlafunterlage sollte also nicht gespart werden; am besten man lässt sich beim Kauf fachmännisch beraten.

Nachtschichten erhöhen das Risiko für Multiple Sklerose

Wie die "Apotheken Umschau" mit Hinblick auf eine Studie des Karolinska-Instituts in Schweden berichtet, scheint es einen direkten Zusammenhang zwischen dem frühen Leisten von Nachtschichten und einem erhöhten Multiple-Sklerose-Risiko zu geben.

Demnach besteht bei Menschen, die schon vor ihrem 20. Lebensjahr drei Jahre lang in der Nachtschicht arbeiten mussten ein doppelt so hohes Risiko später an Multipler Sklerose zu erkranken als bei Angestellten mit normalen Arbeitszeiten.

Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt durch Wechselschicht

Älterer Mann nach vorn gekrümmt, hält sich Brust vor Schmerzen Herzinfarkt Herzattacke
mature businessman clutching his chest © Lisa F. Young - www.fotolia.de

Eine neueste Analyse von Daten aus früheren Studien zeigt, dass durch Wechselschichten das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich erhöht wird. So zeigt sich schon nach einer einzigen Nachtschicht eine Veränderung des Blutdrucks und der Herzfrequenz. Langfristig steigt durch die Schichtarbeit das Risiko für einen Herzinfarkt um 23 Prozent für einen Schlaganfall um fünf Prozent.

Für die Analyse hatten die Wissenschaftler mehr als zwei Millionen Daten, die aus insgesamt 35 kanadischen Studien stammten, untersucht. Im Endeffekt war die Schichtarbeit bei sieben Prozent der Herzinfarkte und 1,6 Prozent der Schlaganfälle die Ursache. In Kanada sind ein Drittel der Arbeiter im Schichtbetrieb tätig.

Schichtarbeiter muss bei gesundheitlichen Problemen von einer Nachtschicht befreit werden

Richter Hammer mit Sockel aus Holz auf weißem Hintergrund
gavel on white background © webdata - www.fotolia.de

In vielen Branchen wird rund um die Uhr gearbeitet, so beispielsweise in der Industrie in den Stahlwerken oder auch im öffentlichen Dienst bei der Polizei, der Feuerwehr oder in den Krankenhäusern.

Gesundheitliche Probleme bedeuten nicht zwangläufig Arbeitsunfähigkeit

Auf Dauer können dabei, besonders die Nachtschichten, zu gesundheitlichen Problemen führen, so dass manche Schichtarbeiter nicht mehr in der Lage sind, in Schichten weiter zu arbeiten. Doch deswegen kann ein Mitarbeiter nicht gleich von seinem Arbeitgeber als arbeitsunfähig bezeichnet werden, wie jetzt ein Urteil vom Bundesarbeitsgericht (BAG) zeigt.

In diesem Grundsatzurteil wurde klargestellt, dass ein Schichtarbeiter, wenn er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist eine Nachtschicht zu machen, nicht automatisch arbeitsunfähig ist, sondern dann von dieser Nachtschicht befreit werden und nur tagsüber eingesetzt werden muss. Durch dieses Urteil wird der Arbeitnehmer vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes geschützt.

Aufgehobene Kündigung und Wiedereinstellung

Bei dem vorliegenden Fall hatte eine Krankenschwester, die knapp 30 Jahre im Schichtdienst tätig war, gegen die Kündigung ihres Arbeitgebers geklagt. Dieser hatte sie, nachdem die Krankenschwester aus gesundheitlichen Gründen keine Nachtschicht mehr machen konnte, nach Hause geschickt, obgleich sie extra erklärte die beiden anderen Schichten weiter zu übernehmen.

Zuerst erhielt die Frau noch ihre Lohnfortzahlung, doch anschließend nur noch das Arbeitslosengeld. Nun gab ihr das höchste Arbeitsgericht Recht und muss wieder eingestellt werden. Zudem erhält sie rückwirkend ihren Lohn.

Schichtarbeit schädigt das Gehirn – Gedächtnis und Denkvermögen nehmen schneller ab

Neben Lang- und Kurzzeitgedächtnis, sind auch das allgemeine Denkvermögen und die geistige Reaktionsfähigkeit gefährdet

Grafische Darstellung menschliches Gehirn
menschliches gehirn © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Dass Schichtarbeit krank machen kann, ist lange bekannt. Eine französische Studie zeigt nun, dass auch die Gehirnleistungen von Schichtarbeitern schneller abnehmen als bei Beschäftigten mit geregeltem Arbeitsrhythmus. Nach zehn Jahren Schichtdienst sind Denkvermögen und Gedächtnis um 16,5 Jahre gealtert.

Liste der Beschwerden ist lang

Ob

die Liste der Beschwerden von Schichtarbeitern ist lang. Einige Forscher bringen den unnatürlichen Wechsel der Arbeitszeiten auch mit einem erhöhten Krebsrisiko im Zusammenhang. Wie die Langzeituntersuchung von 3000 südfranzösischen Beschäftigten ergeben hat, sind auch Beeinträchtigungen bei den kognitiven Leistungen möglich.

Im Abstand von jeweils fünf Jahren baten die Wissenschaftler ihre Probanden zum Test. Neben Lang- und Kurzzeitgedächtnis prüften sie das allgemeine Denkvermögen und die geistige Reaktionsfähigkeit der Teilnehmer.

Ergebnis: Schichtarbeiter schnitten schlechter ab als Beschäftigte mit festen Arbeitszeiten. Je länger sie im Schichtdienst tätig waren, desto mehr blieben die kognitiven Leistungen zurück. Nach dem Wechsel zu geregelter Arbeit brauchten sie rund fünf Jahre, um das Niveau ihrer Kollegen zu erreichen.

Bessere medizinische Betreuung

Aufgrund dieser Resultate fordern die Wissenschaftler, dass Schichtarbeiter medizinisch besser betreut werden sollten. Auch die Dienstpläne sollten arbeitnehmerfreundlicher gestaltet werden. Vor allem ein späterer Start am Morgen wirke sich positiv auf die Gesundheit aus.

Schichtdienst und Krebsrisiko - wenn die innere Uhr verrückt spielt

Der individuelle Biorhytmus sollte akzeptiert werden, ansonsten droht Krebsrisiko

Mechaniker mit Auszubildender an Maschine, beide mit Schutzbrille und Blaumann
Two machinists working on machine © Monkey Business - www.fotolia.de

Jeder Organismus hat einen Biorhythmus, der auf die Licht- und Dunkelphasen eines Tages abgestimmt ist. Dabei wechseln sich Aktivitätsphasen mit guter Leistungsfähigkeit stets mit Ruhephasen ab, in denen der Körper seine Pausen einfordert. Erhält er diese benötigte Ruhe nicht, zeigt sich dies zunächst "nur" in einem Leistungstief.

Wer jedoch seinen eigenen 24-Stunden-Rhythmus immer wieder ignoriert, der kann davon krank werden. Genau das betrifft Menschen, die im Schichtdienst arbeiten. Die ständige Umstellung auf andere Arbeitszeiten belastet nicht nur das Privatleben, sondern laugt den Körper aus und steigert dabei sogar das Krebsrisiko.

19 Studien belegen Brustkrebsrisiko

Inzwischen gibt es 19 Studien, die für Frauen in Schichtarbeit ein erhöhtes Brustkrebsrisiko belegen. Drei weitere Studien über Prostatakrebs kommen zu dem selben Schluss. Bekannt ist die Krebsgefahr bei Störung der inneren Uhr aber schon länger aus Tierstudien. Tumore entstehen nicht nur öfter, sondern vorhandene Geschwüre wachsen auch schneller. Die allgemeine Prognose verschlechtert sich also.

Der individuelle Biorhytmus

Zwar gibt es auch Studien zu Krebs und der inneren Uhr, die keine eindeutigen Zusammenhänge finden, doch Kritiker gehen davon aus, dass diese Studien ungünstig angelegt waren. Man muss nämlich beachten, dass jeder Mensch einen individuellen Biorhythmus hat.

In der Fachsprache teilt man die Unterschiede in "Chronotypen" ein. Für die Gesundheit ist es wichtig, den eigenen Chronotypen zu kennen und als Frühaufsteher nicht jahrelang zur Nachtschicht zu gehen, beziehungsweise als Nachtmensch nicht jeden Tag um fünf Uhr aufstehen zu müssen.

Die Erfahrung zeigt, dass die Mehrheit von uns gegen die innere Uhr leben muss. Dies zeigt sich deutlich an freien Tagen und im Urlaub. Nur 13 Prozent der Menschen stehen so früh oder spät auf wie an Arbeitstagen. Bei 87 Prozent dagegen zeigt sich, wie die innere Uhr wirklich tickt, wenn man sie denn lässt.

Gesundheitstipps für Schichtarbeiter

Um die Gesundheitsrisiken für Schichtarbeiter möglichst gering zu halten, sollte zum einen auf eine günstige Gestaltung der Schichtarbeit geachtet werden, was vor allen Dingen den Wechsel zwischen den einzelnen Schichten betrifft. Als besonders günstig gilt dabei folgender Turnus:

  • 12 Stunden Tagesschicht
  • 24 Stunden frei
  • 12 Stunden Nachtschicht
  • 48 Stunden frei

Entscheidend ist, in einen Block so wenig Nachtschicht wie möglich zu legen. Zudem sollten Schichtarbeiter auf folgende Punkte achten:

  • die Familie sollte die Schichtarbeit akzeptieren und entsprechend Rücksicht nehmen
  • die Schichtarbeiter sollten die Vorzüge der Schicht wahrnehmen
  • das Bewegungsverhalten sollte angepasst werden, beispielsweise durch entsprechende Kurse an Nachmittag etc.
  • schlechte Angewohnheiten der Kollegen, beispielsweise das Rauchen, sollten nicht übernommen werden
  • es gibt diverse Angebote, die Arbeitgeber den Schichtarbeitern aus den Bereichen Entspannung, Sport und Ernährungsberatung zur Verfügung stellen, und die eine gesunde Lebensweise bestmöglich unterstützen können

Auch die richtige Ernährung kann dabei helfen, gesund zu bleiben...

Ernährungstipps für Schichtarbeiter

Als Schichtarbeit bezeichnet man die Arbeit zu wechselnden Zeiten. Das kann Wechselschicht (zu unterschiedlichen Tageszeiten) oder Nachtschicht sein.

Sowohl der Schlaf, als auch die Nahrungsaufnahme werden durch die Schichtarbeit beeinflusst. Sie stellen den Schichtarbeiter vor besondere Herausforderungen.

Der Organismus muss sich immer wieder umstellen und das kann unter Umständen sehr anstrengend sein. Der wechselnde Rhythmus ist gerade für sensible Menschen belastend.

Die unterschiedlichen Arbeitszeiten wirken sich auf den gesamten Tagesablauf aus. Das kann auch gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. So klagen viele Schichtarbeiter über Einschlafstörungen, Magen-Darmprobleme, Müdigkeit und Abgeschlagenheit oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Die außerordentliche körperliche Belastung wird unterschiedlich empfunden und kann je nach Fall Probleme mit sich bringen. Der richtigen Ernährung kommt eine nicht unerhebliche Bedeutung zu.

Vor allen Dingen der richtige Zeitpunkt und die Nahrungszusammenstellung spielen eine entscheidende Rolle. Jeder Mensch folgt seiner inneren Uhr und die körperliche Leistung unterliegt Schwankungen.

Auch der Wach-Schlafrhythmus folgt diesem biologischen Ablauf. Der Körper stellt sich darauf ein und wenn er immer wieder die Gewohnheiten ändern muss, hat das Folgen.

Tipps zur Ernährung

In der Regel werden in einer Schicht zwei Mahlzeiten eingenommen, meistens eine warme und eine kalte Mahlzeit. Bei der Nachtschicht geht man im Durchschnitt von einer Arbeitszeit zwischen 21.00 bis 05.00 Uhr oder 22.00 bis 06.00 Uhr aus. Auch da werden zwei Mahlzeiten eingenommen und zu Hause dann das Frühstück.

Während der Nacht ist der Körper auf Ruhe und Erholung eingestellt, schwere Speisen sind dann schlecht verdaulich und liegen schwer im Magen. Der Nachtarbeiter muss aber trotzdem die volle Leistung bringen.

Der Energiebedarf unterscheidet sich also nicht zum Tagarbeiter. Auch in der Nacht sollte man eine warme Mahlzeit zu sich nehmen. Das sorgt für eine innere Erwärmung und gibt ein gutes Gefühl.

Kleine Zwischenmahlzeiten sorgen dafür, dass der Energiepegel nicht absinkt. Auch während einer Schicht sollten regelmäßige Essenszeiten eingehalten werden, möglichst immer zur gleichen Uhrzeit. Dann kann sich die innere Uhr darauf einstellen.

Die Nahrungszusammenstellung sollte ausgewogen und leicht sein. Zu bevorzugen ist

Eine regelmäßige Nahrungsaufnahme und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen, die unerwünschten Magen-Darmprobleme zu vermeiden. Zur Zwischenmahlzeit eignen sich

Vor Schichtende sollte man auf Kaffee und schwarzen Tee besser verzichten, da diese anregend wirken.

Grundinformationen und Hinweise zur Schichtarbeit

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Depression © Kzenon - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Grilled steak © Elena Elisseeva - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Healthy diet fruit and nut salad © Cappi Thompson - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Kartoffel-Krem-Suppe mit Fleischbällchen © Svenja98 - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: chicken wrap © robynmac - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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