Durch Mobbing steigt das Risiko für Übergewicht

Kinder, die Mobbing ausgesetzt sind, hatten in Studie deutlich höheren Körperfettanteil

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  • von Paradisi-Redaktion
Mädchen sitzt traurig auf Wiese und wird von Mädchen im Hintergrund ausgelacht

Mobbing ist längst ein Phänomen der gesellschaftlichen Mitte geworden und beginnt bereits im Kindergarten. Kommentare wie "Fettsack" oder "Dicke Kuh" sind Aussagen, die Betroffene stark verletzen können. Selbst ohne Übergewicht kann eine Beleidigung dieser Art zu starker Verunsicherung bei der Selbstwahrnehmung führen. Wer bereits einige Kilogramm über dem Normalgewicht ist, kann noch mehr verunsichert werden. Doch wirken diese bösartigen Gewichtsbemerkungen auf den tatsächlichen BMI? Dieser Frage ging eine Studie nach und begleitete Mobbing-Opfer.

An der Universität Yale wurden 110 junge Menschen betreut, die leichtes Übergewicht hatten. Im Schnitt waren die Kinder 11,8 Jahre alt und gaben an, schon öfter Mobbing wegen ihres Äußeren erlitten zu haben. Wie stark das Mobbing im Einzelfall war, wurde über weitere Fragen kategorisiert. Die Wissenschaftler berechneten zudem zu Studienbeginn den BMI aller Teilnehmer und untersuchten sie nach 8,5 Jahren erneut.

Im Vergleich zu Kindern, die selten gemobbt wurden, hatten die häufigen Mobbing-Opfer im Beobachtungszeitraum ein Drittel mehr Gewichtszunahme erlebt. Noch deutlicher war der Unterschied, wenn der Körperfettanteil betrachtet wurde. Der jährliche Fettzuwachs lag bei ständigem Mobbing um 91 Prozent höher.

Mobbing beeinflusst möglicherweise das Essverhalten und den Stoffwechsel

Die Untersuchung kann als Beobachtungsstudie keine Aussage darüber machen, warum beim Mobbing das Körpergewicht insgesamt stärker zunimmt. Es liegt der Gedanke nahe, dass durch den gesellschaftlichen Druck noch mehr konsumiert wird, da Essen als Trost empfunden wird. Denkbar sind jedoch auch Mechanismen auf der Ebene des Stoffwechsels. Der Stress verändert den Metabolismus, sodass der Körper noch effektiver Fettgewebe anlegt. Das ist aus evolutionärer Sicht sinnvoll, denn einst bedeutete Stress vor allem, dass in nächster Zeit vermutlich weniger Nahrung zur Verfügung stehen wird und daher Reserven angelegt werden sollten.

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