Direkte oder indirekte Angriffe unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen sind keine Seltenheit. Die andauernde zermürbende Stresssituation kann zahlreiche negative Folgen für die Betroffene haben. Doch was kann man tun, wenn man Opfer von Anfeindungen am Arbeitsplatz ist?
Mobbing beginnt in der Regel mit einem Konflikt. Wenn es hier keine Lösung zu geben scheint oder sich keine Seite um eine Einigung bemüht, kann das dem Psychoterror die Pforten aufstoßen. Der eigentliche Auslöser kann dabei mit der Zeit völlig in den Hintergrund treten - längst ist aus der sachlichen Auseinandersetzung ein persönlicher Krieg geworden. In anderen Fällen kann Mobbing aus Langeweile oder Missgunst erwachsen - das Ziel bzw. der Zweck der offenen Feindschaft unterscheidet sich dabei nicht. Die Ausgrenzung oder Vertreibung des Opfers ist häufig Zweck der Angriffe.
Die Beteiligten versuchen der Person, die zur Zielscheibe geworden ist, durch Handlungen, feindselige Kommunikation und Gerüchte zu schaden. Innerhalb von wenigen Wochen kann so aus einer zuvor angesehenen Kollegin eine absolute Außenseiterin werden, die von jedem gemieden wird.
Die Betroffenen fühlen sich zunächst unrecht behandelt, reagieren mürrisch oder aggressiv, andere ziehen sich bald zurück und werden sehr still. Letztendlich führt der systematische Psychoterror bei einem Großteil der Opfer zu schwerwiegenden sozialen Störungen und zur totalen Abkapselung von selbst unbeteiligten Kollegen. Zu den häufigsten psychologischen Beschwerden zählen Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen, Schlaflosigkeit, Rastlosigkeit, Selbstzweifel, Depressionen bis hin zu paranoiden Zuständen und Selbstmordgedanken. Neben den persönlichen Folgen entstehen durch Fehlzeiten, Konzentrationsmängel und fehlender Teamgeist negative Folgen für den Betrieb. Aus dem Mitarbeiter ist Problemmitarbeiter geworden - arbeitsrechtliche Konsequenzen lassen nicht lange auf sich warten. Häufig endet Mobbing mit einem Ausschluss aus dem Arbeitsleben oder der Betroffene kündigt selbst. Teilweise leiden sie so stark unter den psychologischen Folgen des Mobbing, dass ein Wiedereinstieg in das Berufsleben nicht möglich ist. Krankschreibungen auf Dauer bis hin zur Erwerbsunfähigkeitsrente sind keine Seltenheit.
Was alle Betroffene gemein haben, ist die Hilflosigkeit, da es scheinbar unmöglich ist, sich gegen die Diskriminierung zu wehren. Ein Gespräch mit den Tätern ist selten von Erfolg, da diese in der Regel keine Einsicht in die Tragweite ihres Verhaltens haben. Eine andere Möglichkeit besteht in einer Vermittlung des Betriebsrats. Die Ausarbeitung eines "Belästigungsverbotes" soll dem Psychoterror Einhalt gebieten.
In Mobbing Selbsthilfegruppen wird dem Betroffenen mit Rat zur Seite gestanden und Lösungen aufgezeigt. Kontaktadressen können Sie über die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Selbsthilfegruppen e.V. einholen.
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Selbsthilfegruppen e. V.
Friederichstraße 28
35362 Giessen
Tel: (0621) 7 02 24 78
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