1. März 2011
Viele Länder dieser Erde setzen auf Mindestlöhne, um die Arbeiterschicht vor einer direkten Bedrohung der eigenen Existenz zu schützen und sozialen Frieden zu wahren. Die Werte, welche hierfür ermittelt werden, variieren jedoch weltweit sehr stark. Doch welche Faktoren spielen bei der Berechnung des Mindestlohns überhaupt eine Rolle und sorgen so für die Entstehung der Werte, welche der Bevölkerung als Mindestlöhne präsentiert werden?
Zunächst einmal spielt der Einkommensdurchschnitt des jeweiligen Landes eine entscheidende Rolle. So kann man sich bei der Festlegung des Mindestlohns an diesem orientieren und dieses nach eigenem Ermessen unter diesen Wert ansiedeln.
Noch wichtiger dürften allerdings die Lebenshaltungskosten sein. Hierunter versteht man jenen Geldwert, welcher ein Mensch innerhalb einer bestimmten Gesellschaft benötigt, um problemlos überleben und sich auch in angemessenem Rahmen Luxusgüter leisten zu können. In Deutschland wird zu diesem Zweck der Preis des sogenannten Warenkorbs ermittelt. Dieser enthält eine durchschnittliche Anzahl an Bedarfsgütern und steht somit repräsentativ für den Bedarf eines Haushalts. Werden daraufhin noch weitere Kostenpunkte, beispielsweise Mietkosten mit verrechnet, erhält man die Lebenshaltungskosten. Bei der Berechnung des Mindestlohns sollte nun darauf geachtet werden, dass eine Arbeitskraft in Vollzeit über genügend Kapital verfügen muss, um die Lebenshaltungskosten decken zu können. Die Lebenshaltungskosten sind deshalb ein Maßstab, welcher mindestens durch die Mindestlöhne abgedeckt sein muss, damit es nicht zum Phänomen der sogenannten "Working Poor" kommt. Hierunter versteht man Menschen, welche trotz einer Arbeit in Vollzeit nicht in der Lage sind, selbst ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und deshalb auf finanzielle Hilfe durch das soziale Umfeld, den Staat oder der Wirtschaft angewiesen sind.
Ein weiterer wichtiger Faktor, welchem zahlreiche Modelle zur Berechnung des Mindestlohns Beachtung schenken, ist die nötige Qualifikation zur Ausführung einer Tätigkeit. Dieser Faktor geht demnach davon aus, dass Menschen, welche mehr Zeit und Geld in eine Ausbildung und Aneignung von Fertigkeiten investiert haben, auch das Recht eines höheren Mindesteinkommens besitzen.
Ein weiteres großes Feld sind die Arbeitsbedingungen, welche oft nur schlecht objektiv bewertet werden können. Dieser Faktor beschreibt beispielsweise, zu welchen Zeiten oder unter welchen Bedingungen die jeweilige Arbeit in der Regel ausgeführt wird. Je schlechter die Bedingungen, je höher fällt dann bei der Beachtung dieses Aspekts natürlich auch der Mindestlohn aus.
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