Krankmeldung - Kriterien, Ablauf und Hinweise zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Arzt sitzt an der Tastatur seines Computers und schaut auf den Bildschirm

In welchen Berufen es am häufigsten zur Krankmeldung kommt und Hinweise zur Vorlage eines ärztlichen Attests beim Arbeitgeber

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  • von Paradisi-Redaktion

Kein Mensch ist vor Krankheiten und Unfällen gefeit. Doch diese betreffen nicht nur ihn, sondern weiten sich im Außenverhältnis auch auf den Arbeitgeber aus. Dieser kann bei Krankmeldung des Arbeitnehmers dessen Kraft und das Potenzial seines nicht nutzen. Die Einzelheiten dafür ergeben sich aus der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Erfahren Sie, wie bei einer Krankmeldung vorzugehen ist und informieren Sie sich über die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Berufe stellen nicht nur eine regelmäßige Einkommensquelle, sondern auch eine tagtägliche physische und psychische Belastung für den Arbeitnehmer dar. Während eine moderate Belastung in den meisten Fällen positiv bewertet werden kann, führen Überlastungen auch schnell zu einem Anstieg der Krankheitstage und einer Abnahme der Lebensqualität. Doch natürlich kann es auch hin und wieder zu einer Krankheit kommen, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Arbeit steht, wie zum Beispiel im Rahmen der klassischen Erkältung oder der Magen-Darm-Grippe.

Krankmeldung - Ja oder nein?

Viele Arbeitnehmer stellen sich - und hier kommt die zuvor erwähnte Erkältung beispielsweise ins Spiel - die Frage, ob man wirklich besser zuhause bleiben sollte oder ob man nicht doch im Büro etc. erscheinen kann/soll. Gerade bei Schnupfen und Co. fühlt man sich nicht unbedingt elend, wenn auch nicht besonders fit.

Für die Krankmeldung spricht, dass

Vor- und Nachteile einer Krankmeldung abwägen
Vor- und Nachteile einer Krankmeldung abwägen
  • man nicht die gewohnte Leistung bringen kann und
  • dass man die Kollegen nicht anstecken möchte.

Gegen die Krankmeldung spricht, dass

  • man sich engagiert zeigen möchte
  • man Angst hat, seinen Job möglicherweise zu verlieren
  • man sich gerade in einem wichtigen Projekt befindet
  • man über mehr Know-how verfügt, als andere Kollegen

Um abzuwägen, ob man zur Arbeit gehen sollte oder nicht, helfen folgende Überlegungen:

  • die Frage danach, wie der Arbeitgeber generell bei Krankmeldung von Angestellten reagiert und ob es diesbezüglich schon mal eine Abmahnung gegeben hat
  • die Frage danach, wie die Kollegen auf eine mögliche Krankmeldung reagieren
  • die Frage, ob die Firma auf ein eventuelles Fehlen vorbereitet ist und jeder der Kollegen weiß, was in dem Fall zu tun ist
  • die Frage danach, ob die Firma sich gerade an einem besonders wichtigen Punkt befindet, in dem sie auf alle Mitarbeiter angewiesen ist

Wie geht man vor?

Entscheidet man sich für die Krankmeldung, sollte man ein paar Punkte beachten. Grundsätzlich ist es so, dass man den Arbeitgeber nicht darüber in Kenntnis setzen muss, um welche Art von Beschwerden es sich handelt. Eine hochansteckende Erkrankung bildet allerdings die Ausnahme.

Macht die Firma keine genauen Angaben darüber, wie eine Krankmeldung zu erfolgen hat, hat man in der Regel die Wahl zwischen E-Mail, Telefonat oder Fax. Glaubhafter und am sichersten ist dabei der telefonische Weg. Die Krankmeldung sollte an das Personalbüro geleitet werden.

„Blauer Montag“ – eine Legende das montags mehr Krankmeldungen eingehen

Wer sich montags krank melden muss, hat bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz oft auch noch Spott und versteckte Vorwürfe zu ertragen: Ein "blauer Montag" wird geargwöhnt. Auf den ersten Blick sogar gerechtfertigt, denn an Montagen trudeln tatsächlich stolze 34,1 Prozent aller Krankmeldungen beim Arbeitgeber ein. Doch der flüchtige Blick täuscht, berichtet nun die Gesundheitszeitschrift "Apotheken Umschau".

Wissenschaftler der AOK, die die Zahlen unter die Lupe nahmen, fanden heraus, dass sich in diesem Prozentsatz 10,8 bzw. 10,9 Prozent Erkrankungen verbergen, die bereits am Samstag bzw. Sonntag begannen. Am Montag selbst fühlten sich 12,4 Prozent der kranken Arbeitnehmer erstmals unwohl.

Den Spitzenwert hält nach diesen AOK-Zahlen der Dienstag mit 20,5 Prozent.

Viele Deutsche gehen auch krank zur Arbeit

Eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung hat sich mit dem Zusammenhang zwischen Krankheit und tatsächlichen Fehlzeiten im Job beschäftigt.

Dabei zeigte sich, dass ein großer Teil der Deutschen trotz Krankheit arbeiten geht. Etwa 71 Prozent der Befragten sind in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal trotz Unwohlsein ihrer Arbeit nachgegangen. Mehr als die Hälfte gab an, aus Pflichtgefühl gegenüber den Arbeitskollegen trotz Beschwerden am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Auch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder sich dadurch ergebende berufliche Nachteile waren Gründe, die häufig genannt wurden.

Wegen Pflichtgefühl und Rücksicht auf Kollegen weniger Krankmeldungen

71 Prozent der Deutschen haben im vergangenen Jahr mindestens einmal gearbeitet, obwohl sie sich krank fühlten. Das berichtet die Apotheken Umschau unter Berufung auf eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung.

Fast ein Drittel der Befragten ging sogar gegen den Rat eines Arztes zur Arbeit. Vor allem Pflichtgefühl und Rücksicht auf das Aufgabenpensum der Kollegen trieb die Erkrankten an den Arbeitsplatz.

Weniger Krankheitstage in Deutschland

Die deutschen Arbeitnehmer haben immer weniger Krankheitstage, zum Beispiel durch bessere Medizin

Krank - Mann liegt auf der Couch und nimmt eine Tablette
Man home sick from work taking pills with water. © Lisa F. Young - www.fotolia.de

Wie die AOK mitteilt, sind die Krankheitstage der deutschen Arbeitnehmer seit 1997 rückläufig.

Damals waren im Durchschnitt die Arbeitnehmer jährlich 18,5 Kalendertage krankgeschrieben, im Jahr 2007 nur noch durchschnittlich 16,4 Tage. Man führt dies auf die Fortschritte in der Medizin, unter anderem auch weniger Tage beim stationären Aufenthalt, eine verbesserte Gesundheitsvorsorge in den Betrieben, sowie auch Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur, zurück.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement kommt gleichermaßen dem Betrieb wie auch dem Arbeitnehmer zu Gute, wie Helmut Schröder vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) sagt. Von den 9,8 Millionen bei der AOK versicherten Arbeitnehmer waren 50 Prozent mindestens einmal krankgeschrieben, so dass eine Krankmeldung durch den Arzt über durchschnittlich 16,4 Arbeitstage erfolgte.

Krankheitstage sind branchenabhängig

Der Durchschnitt lag vor 10 Jahren noch bei 18,5 Tagen, aber Unterschiede sind bei den einzelnen Branchen zu verzeichnen: Die höchsten Fehlzeiten sind bei der Abfall- und Abwasserbeseitigung, sowie in der Metallbranche zu sehen, die niedrigsten bei der Datenverarbeitung und im Kreditgewerbe.

Als Ergebnis bedeutet dies, dass in den beiden erstgenannten Branchen die Arbeitnehmer durchschnittlich 23 Tage krank sind, wogegen bei der Datenverarbeitung nur 9 Tage anfallen.

Meistens führen Muskel- und Skeletterkrankungen (24,2%) zu den Fehlzeiten, aber auch Verletzungen (12,8%), Atemwegs- (12,4 %) und psychische Erkrankungen (8,2 %) zu den Arbeitsausfällen.

Depressionen und Suchterkrankungen erhöhen Fehlzeiten im Job

Bereits im Jahr 2007 wurde ein Anstieg der Fehlzeiten im Job registriert, der nun auch im Jahr 2008 festgestellt wurde, so die Aussage des Berufsverbandes der Betriebskrankenkassen. Besonders hoch war der Anstieg der psychischen Erkrankungen.

Psychische Störungen waren im vergangen Jahr der Grund für 9 Prozent der Krankschreibungen, 10 Prozent wenn man Arbeitslose mit einrechnen würde. Seit 30 Jahren der Krankheitsberichterstattung hatte man noch nie so einen Höchststand gegeben, so der Verband. Besonders häufig treten Ängste, Depressionen und Suchterkrankungen auf.

Vermehrt Frauen leiden an Depressionen, während Männer mit Suchterkrankungen, meist in Verbindung mit Alkohol, an erster Stelle stehen. Viermal so lange krank auf Grund seelischer Leiden sind Arbeitslose.

Mehr Krankheitstage wegen psychischer Leiden

Herbstblues - Frau mit Winterdepression hockt traurig am Baumstamm auf Herbstwiese
Autumn depression © Photographee.eu - www.fotolia.de

Für viele Menschen sind Psychopharmaka Hilfsmittel, um mit Stress, Angst und Sucht im Büro zurechtzukommen. Seit dem Jahr 2005 hat sich die Anzahl der verschreibungspflichtigen Medikamente nach Aussage der Betriebskrankenkassen verdoppelt.

Auf Grund psychischer Leiden hat es eine Steigerung der Krankheitstage seit dem Jahr 1976 prozentual von zwei auf fast zehn Prozent gegeben, so die Informationen des BKK-Bundesverbandes. Es zeigt sich, dass die höchste Steigerungsrate bei psychischen Erkrankungen bei erwerbslosen Frauen und Männern liegt. Männer sind meist von Suchterkrankungen betroffen, während hingegen Frauen unter Depressionen zu leiden haben.

Der BKK-Verband wertet die gesundheitlichen Befunde von etwa jedem vierten Arbeitnehmer aus. Im Jahr 2007 wurden die Daten von 6,5 Millionen Beschäftigten in Deutschland analysiert.

Wer krank ist, sollte wegen der Ansteckungsgefahr seiner Arbeit fernbleiben

Junge blonde Frau liegt krank im Bett und putzt sich die Nase
Photo of sick woman sitting in bed © pressmaster - www.fotolia.de

Dr. Ulrike Roth (Arbeitsmedizinerin von TÜV Rheinland) rät dazu, nicht zur Arbeit zu gehen, wenn man morgens Schmerzen in den Gliedern verspürt und 38 Grad Fieber hat. Laut Roth sei es riskant, wenn man dann trotzdem ins Büro geht, da ansteckende Keime die Gesundheit der Kollegen gefährden könne.

Besonders bei Magen-Darm-Erkrankungen und Augenentzündungen sei Vorsicht geboten. Auch bei Ohrenschmerzen sollte lieber ein Arzt aufgesucht werden, der eine mögliche Mittelohrentzündung diagnostizieren kann. Bei normalen Symptomen wie Schnupfen oder Husten könne man hingegen zur Arbeit, so Roth.

Freitag der 13.: Mehr Krankmeldungen. Aberglaube?

Es gibt Kuriositäten, die sich besonders an Freitagen mit der Zahl 13 ständig wiederholen. Hierzu gehört zum Beispiel die gestiegene Zahl der Krankmeldungen.

So sind an einem ganz "normalen Tag" rund 18.000 Personen krank, jedoch an einem Freitag, den 13. etwa 70.000. Laut der Krankenversicherung Hannover waren es an einem Freitag mit diesem Datum im Jahr 2006 rund 1,3 Millionen Beschäftigte, die an diesem Tag statt zur Arbeit zum Arzt gingen.

Die "Hitliste" der Krankheiten wurde angeführt von Rückenschmerzen, gefolgt von psychischen Erkrankungen und zu guter Letzt von Unfällen. Für alle Abergläubischen im Land: Der letzte Freitag mit der magischen Zahl 13, wird in diesem Jahr im November sein.

Krank zur Arbeit: Ansteckungsgefahr

Junge Frau mit Erkältung putzt Nase mit Taschentuch
erkältet © Balin - www.fotolia.de

In der vom Portal handelsblatt.com und dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung in Auftrag gegebene Studie „Betriebliche Gesundheitsvorsorge“ wurde festgestellt, dass Deutsche Arbeitnehmer häufig mit noch unauskurierten Krankheiten wieder zur Arbeit erscheinen.

Die Umfrage bei über 200 Fach- und Führungskräften unterschiedlichster Branchen ergab, dass die übereilte Rückkehr an den Arbeitsplatz vor der vollständigen Genesung in beinahe jedem zweiten Deutschen Unternehmen gängige Praxis ist. Dieses Verhalten ist laut der Autoren der Studie äußerst kritisch zu bewerten: Nicht nur, dass die Qualität der Arbeit leidet.

Zum Teil kehrten die Arbeitnehmer noch in der ansteckenden Phase ihrer Krankheit wieder zurück an den Schreibtisch und stecken somit andere Mitarbeiter an – ein Verhalten, das insbesondere angesichts der dieses Jahr grassierenden Schweinegrippe im höchsten Maße gefährlich ist.

Wirklich erkrankt oder krankfeiern?

Seit Jahren war der Stand der Krankgemeldeten nicht so niedrig: 3,4 Prozent ist der Krankenstand der ersten drei Monate diesen Jahres, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mitteilt. Was zunächst nach einer gesundheitlichen Verbesserung aussieht, schließt Instituts-Chef Joachim Möller aber eher auf eine Verlustangst der Arbeitsstelle.

HNO-Arzt Dr. Florian Wendl aus München teilt seine Patienten in vier Kategorien:

Die „Krankarbeiter“, welche aus Angst gekündigt zu werden, trotz Krankheit noch arbeiten wollen stehen im Gegensatz zu den „Gewohnheitskranken“, die eine Arbeitsunfähigkeit eher als „gelben Urlaubsschein“ ansehen. „Keine Arbeit, kein Geld“, so Dr. Wendl, heißt es für die „Selbstständigen“. Diese möchten unverzüglich wieder gesund sein. Diejenigen, die bei schweren Infekten versuchen ihre Arbeitsunfähigkeit zu verkürzen bezeichnet der Arzt als „Runterhandler“. Grund hierfür nennt Wendler, sei das Wissen, dass die Mitarbeiter deren Tätigkeit mit ausüben müssen.

Fehlzeiten durch Krankheit bei der Arbeit rückläufig

Seit dem Jahr 1970, wo man die Krankenstände statistisch erfasste, haben sich immer weniger Arbeitnehmer krank gemeldet. Dabei sind Frauen öfters krank als Männer, doch die Experten warnen vor einer Verschleppung von Krankheiten. So ist in den ersten sechs Monaten in diesem Jahr der Krankenstand enorm zurückgegangen, wohl auch, weil viele Arbeitnehmer um ihren Job fürchten.

So lag im ersten Halbjahr dieses Jahres der Durchschnitt der Krankheitstage bei 3,5 Arbeitstagen bei einer Quote von 3,24 Prozent, was bisher der niedrigste Stand seit 1970 ist. Vor zehn Jahren lag die Quote bei 4,24 Prozent. Der Krankheitsstand bei den Frauen liegt tendenziell höher als bei den Männern.

Als Fazit ist festzustellen, dass in den letzten Jahren die Arbeitnehmer seltener krank waren, was einerseits auch an der Arbeitslosigkeit liegt, aber auch die Fehlzeiten bei den Arbeitnehmern in der Industrie und im Bau, wo körperlich schwer gearbeitet wird, sind zurückgegangen.

Steigt oder sinkt der Krankenstand? Fehler in der Statistik

Monatlich werden vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die aktuelle Zahlen bekanntgegeben, so haben danach die Zeitungen von einem "Rekordtief" geschrieben. Doch in Wahrheit sieht es anders aus, denn auch im Jahr 2009, trotz Wirtschaftskrise, steigen die Krankheitstage leicht an.

Zwar ist es richtig, dass viele Arbeitnehmer wegen der Angst um ihren Arbeitsplatz eher zur Arbeit als zum Arzt gehen. Doch wie kam es zur Falschmeldung bei der Statistik? Die Erklärung ist simpel, denn alle Krankenkassen melden ihren Krankenstand dem Ministerium, die dann daraus die Schlüsse ziehen. Aber hier liegt das Problem bei dem Stichtag und dann sind in einigen Monaten mehr Feiertage, die aber nicht als Krankheitstage zählen und so kann es zu den falschen Schlussfolgerungen kommen.

Bei der BKK und auch bei anderen Kassen stellte man fest, dass im Vergleich zu den Vorjahren ein leichter Anstieg zu verzeichnen sei.

Warum man trotz Sorge um den Arbeitsplatz eine Krankheit besser auskurieren sollte

Wer sich öfter gesundheitlich angeschlagen in die Arbeit schleppt, muss im Endeffekt länger zu Hause bleiben als Kollegen, die ihre Krankheit gleich richtig auskurieren.

Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine Studie von Ärzten in Dänemark mit 12000 Teilnehmern. Einer der Hauptgründe für die falsch verstandene Tapferkeit: Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.

Wegen Allergien wird jeder zehnte Patient krankgeschrieben

Junge Frau mit Allergie putzt sich die Nase
Frau Allergie Taschentuch © mkrberlin - www.fotolia.de

Wie die Bundesministerin Ilse Aigner bei einem Allergie-Kongress in Berlin berichtet, führen Allergien in Deutschland zu einem höheren Krankenstand, so dass mittlerweile etwa 10 Prozent aller Fehlzeiten auf eine Allergie zurückzuführen ist. Allein durch Heuschnupfen sind jährlich etwa in Deutschland eine Million Fehltage zu verzeichnen.

Die Ausbildung können wegen einer Allergie zirka 30.000 Jugendliche nicht fortsetzen und müssen einen anderen Beruf erlernen. Insgesamt sind von einer Heuschnupfen-Allergie 25 Prozent der Deutschen betroffen und 10 Prozent sind an Neurodermitis oder Asthma erkrankt. Vor allem sind aber immer mehr Kinder und Jugendliche davon betroffen, so dass die Aufklärung und Vorsorge auch durch die Bundesregierung mit einem Aktionsplan aus dem Jahr 2007 unterstützt wird.

Laut Gesundheitsreport bringen jüngere Arbeitnehmer öfter den gelben Zettel

Der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) belegt, dass besonders jüngere Arbeitnehmer im Alter bis zu 20 Jahren fast doppelt so oft krankgeschrieben werden, wie ihre älteren Kollegen im Alter zwischen 45 und 55 Jahren. Allerdings sind letztere zwar weniger häufig krank, dagegen jedoch durchschnittlich acht Tage länger zuhause bleiben als die jüngeren Kollegen.

Knapp vierzehn Tage beträgt die Karenzzeit bei den Älteren, bei den Jüngeren hingegen durchschnittlich sechs Tage. Laut der TK besteht hier für die Unternehmen und Krankenkassen ein Handlungsbedarf, da immer mehr ältere Arbeitnehmer in den Betrieben zu finden sind, die andere Aufgabenfelder benötigen als zum Beispiel Jüngere und in der Fokussierung zudem ergänzend die Förderung der Gesundheit beinhalten sollte.

Bei Migräne sollte man sich besser vom Arzt krank schreiben lassen

Bei Migräne-Behandlung sollte auf die Bekämpfung der Ursachen gesetzt werden

Geschäftsfrau vor Notebook ist müde, hält Hand vor Gesicht
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Patienten, die unter starker Migräne leiden, sollten sich besser von ihrem Arzt in diesen Fällen krank schreiben lassen, anstatt sich zur Arbeit zu schleppen. Viele gehen aber trotzdem aus Angst eventuell den Job zu verlieren zur Arbeit, können aber dort nur die Hälfte der normalen Leistungsfähigkeit erbringen. Auch sehen viele Menschen die Migräne nicht als tatsächliche Krankheit, so dass die Betroffenen oftmals nicht ernst genommen werden.

Tipps für Migräne-Patienten

Im Endeffekt entsteht durch die Migräne jährlich ein wirtschaftlicher Verlust von über drei Milliarden Euro, was nicht nur auf den direkten Arbeitsausfall, sondern auch durch die verminderte Leistung der Patienten zurückzuführen ist. Deshalb sollten die Patienten, die unter Migräne leiden, nicht nur die "klassischen" Schmerzmittel einnehmen; es gibt bestimmte Präparate, die die eigentliche Ursache von Migräne behandeln.

Hierbei handelt es sich um den Wirkstoff der sogenannten Triptane, die den Serotonin-Haushalt im Gehirn beeinflussen. In der Apotheke kann man beispielsweise das Medikament FORMIGRAN erhalten, wobei schon eine Tablette die typischen Symptome der Migräne wirksam lindert.

Deutsche Arbeitnehmer sind fleißig - wenn es ums Krankschreiben geht

Immer mehr deutsche Arbeitnehmer lassen sich krankschreiben. Verglichen mit 2009 ist die Anzahl der Krankmeldungen um 10 Prozent gestiegen. Damit liegt der Wert von 3,6 Prozent im ersten Halbjahr von 2010 beim höchsten Stand seit fünf Jahren, so eine Statistik des Bundesgesundheitsministeriums.

Dieser Wert umfasst alle Krankmeldungen von gesetzlich Krankenversichterten; Arbeitnehmer, die aufgrund von nur wenigen Fehltagen nicht zur Arbeit gegangen sind, wurden nicht mitgerechnet.

Doch im Vergleich zu den 90er Jahren liegen Werte in einem solchen Bereich immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

Immer mehr Arbeitnehmer fehlen auf Grund psychischer Krankheiten am Arbeitsplatz

Depressionen am Arbeitsplatz immer häufiger - Schäden stürzen Staat in Unkosten

Geschäftsmann hält gestresst Hand vors Gesicht
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Die Zahl psychischer Erkrankungen und daraus resultierender Krankmeldungen nimmt unter den Arbeitnehmern stark zu. Auch die Dauer der Krankschreibung ist bei psychischen Belastungen weitaus länger als bei körperlichen Beschwerden, wodurch auch höhere Kosten entstehen. Allein durch Krankmeldungen auf Grund von Depressionen entstehen dem Staat Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro jährlich.

Zwar wird die Liste der häufigsten Berufskrankheiten immernoch von körperlichen Krankheiten, meist Rückenbeschwerden angeführt, dennoch sind psychische Erkrankungen häufigsten daran beteiligt, dass Leute in die Frührente gehen.

Psychische Leiden dauern Länger, doch Stress steigt weiter

Im Vergleich zu körperlichen Beschwerden, für die ein Arbeiter durchschnittlich 6,5 Tage für seine Genesung braucht, fehlt ein Angestellter bei psychischen Beschwerden im Durchschnitt 23 Tage. Die Behandlung von psychischen Störungen ist wesentlich langwieriger, meist bleibt eine vollständige Heilung sogar ganz aus.

Die Gründe für die Zunahme psychischer Krankheitsfälle liegen vor allem darin, dass der Stress am Arbeitsplatz steigt. Alles muss möglichst schnell und dabei noch gründlich erledigt werden, das schaffen viele Arbeitnehmer auf Dauer nicht. Aber auch die zunehmende Bereitschaft der Leute offen über ihre seelischen Leiden zu sprechen ist im Gegensatz zu früher gestiegen.

Männer verschieben häufiger die Arztbesuche und sind öfters krank als Frauen

Unterschiede bezüglich Erkrankungen und Behandlungen zwischen Mann und Frau

Kranker Mann liegt auf Decke und hustet, hat Wärmflasche und Fieberthermometer
krank 5 © Herbie - www.fotolia.de

Wie eine aktuelle Studie der DKV ergab, sind die deutschen Männer häufiger als die Frauen krank und schieben die Arztbesuche auch länger auf. Man hatte bei der Studie die Abrechnungsdaten aus den Jahren 2004 bis 2009 von den Versicherten ausgewertet. Dabei lagen 176.191 Daten von Frauen und 234.703 von den Männern vor. Als Ergebnis kam überraschenderweise heraus, dass die Männer häufiger als die Frauen erkranken, aber auch später zum Arzt gehen.

Unterschiede im eigenen Körperempfinden sowie in der Behandlung

Man sieht dafür als Grund einmal den genetischen Unterschied, aber auch ungesundes Verhalten und ein anderes Gefühl dem Körper gegenüber.

Zudem ist die Versorgung der kranken Männer schlechter als bei den Frauen, denn sie gehen unregelmäßig zur ärztlichen Kontrolle, sowie den Vorsorgeuntersuchen und oft werden Fehldiagnosen gestellt oder es erfolgt auch eine falsche Behandlung beispielsweise bei Depressionen.

Erkrankungen, die unter Männern häufiger und früher entstehen

Eine häufige Erkrankung, wobei das Risiko bei den Männer um etwa 33 Prozent höher liegt als bei den Frauen, ist die Fettleibigkeit, die sogenannte Adipositas, die aber durch die falsche Ernährung verursacht wird und mit zunehmenden Alter, ab 45 Jahren, zunimmt. Auch Herzinfarkte sind bei den Männern häufiger und auch früher, so trifft es bei den unter 70-Jährigen dreifach so viele Männer wie Frauen.

Unterschiede in der Ernährung

Auch bei der Ernährung bestehen große Unterschiede zwischen den Männern und den Frauen. So essen die Männer mehr Fleisch aber dafür weniger Gemüse und Obst und sie trinken auch mehr Alkohol und bauen den Stress weniger ab.

Seit vier Jahren steigt die Zahl der Krankmeldungen stetig an

Besonders ältere Menschen und solche mit psychischen Erkrankungen melden sich krank

Bauarchitekt Utensilien wie gelber Hut, Zollstock, Wasserwaage, Maßband auf Bauplan
architect's plan © demarco - www.fotolia.de

Im Jahr 2007 gab es noch 3,7 Prozent Krankmeldungen auf den Kalendertag bezogen in den Monaten von Januar bis September. Doch in den drei nachfolgenden Jahren wurde eine stetige Steigerung registriert, wie der BKK-Bundesverband mitteilte; so liegt die Quote jetzt bei 4 Prozent.

Besonders im Bereich der psychischen Erkrankungen ist eine Steigerung festzustellen; der Wert ist im Vergleich zu dem der Krankmeldungen vor 20 Jahren doppelt so hoch.

Betroffene Branchen und Altersgruppen

Die meisten Erkrankungen weisen die älteren Arbeitnehmer über 55 Jahre in der Bau- und Metallbranche vor, aber auch bei den Reinigungskräften sowie bei Bus- und Straßenbahnfahrern sind häufig Ausfallzeiten von durchschnittlich vier und mehr Wochen im Jahr anzutreffen.

Techniker, Ingenieure und Führungskräfte in dieser Altersgruppe fehlen dagegen nur maximal 2,5 Wochen im Jahr, doch liegt dies wohl auch an den wachsenden Anforderungen. Es werden auch immer mehr Rückenleiden bei den Mittdreißigern festgestellt, wobei diese Altersgruppe doppelt so häufig ausfällt wie die Jüngeren.

Ursachen

Die Ursache dafür liegt vor allem an dem Bewegungsmangel, der schon in den jungen Jahren auffällig ist und so gehen auch schon viele Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren häufig wegen Rückenschmerzen zum Arzt.

Durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen fehlt durchschnittlich, besonders bei den Männern, die Altersgruppe um die 40 Jahre doppelt so oft wie die Altersgruppe zwischen 25 und 30 Jahre.

Psychische Erkrankungen einiger Mitarbeiter belasten viele Firmen

Die Fälle in denen Arbeitnehmer aufgrund psychischer Erkrankungen lange Fehlzeiten am Arbeitsplatz zu verbuchen haben oder sogar in Frührente gehen müssen, häufen sich seit 1998 immer mehr. Seitdem ist die Zahl der Fehlstunden, die auf psychische Leiden zurückzuführen sind, um satte 80% gestiegen, so das Centrum for Disease Management an der Technischen Universität in München.

Jedes Jahr entsteht der Wirtschaft dadurch ein Schaden in Höhe von acht Milliarden Euro. Dabei liegt der Hauptgrund für psychische Erkrankungen meist am Arbeitsplatz selbst, nämlich im steigenden Leistungsdruck und im Stress. Wer dann nach der Arbeit auch noch Stress in der Familie hat oder in seiner Freizeit noch viel zu erledigen hat, der kommt mit der Belastung irgendwann nicht mehr klar.

Viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass sich am Arbeitsklima etwas ändern muss und schicken ihre Mitarbeiter zu Schulungen, in denen sie lernen mit psychisch kranken Kollegen richtig umzugehen.

Männer fehlen im Durchschnitt seltener auf der Arbeit als Frauen

Männer sind Memmen und machen aus einem leichten Husten gerne mal eine schlimme Grippe, das hat sicher jede Frau schonmal live an ihrem eigenen Mann beobachtet. Eine Studie der "Benenden Healthcare Society" in England mit rund 2.000 Männern und Frauen hat jetzt aber ergeben, dass Männer dennoch seltener im Beruf fehlen als Frauen.

Während ein Mann an durchschnittlich 140 Tagen seiner gesamten Karrierelaufbahn nicht zur Arbeit erscheint, fehlen Frauen im Durchschnitt 189 Tage. Das liegt aber nicht daran, dass es nun doch die Frauen sind, die öfter krank machen. Der Hauptgrund für das häufigere Fehlen der Frauen ist, dass meist sie es sind, die Zuhause bleiben um das kranke Kind zu pflegen.

Männer hingegen machen wirklich nachweislich aus einer Mücke einen Elefanten und lassen sich deutlich öfter wegen Lapalien wie Kopf-, Halsschmerzen oder Heuschnupfen krankschreiben.

Immer mehr Arbeitnehmer werden wegen Burnout arbeitsunfähig geschrieben

In Deutschland werden immer mehr Arbeitnehmer wegen Burnout arbeitsunfähig, wie der Bundesver­band der Betriebskrankenkassen (BKK) berichtet. So hat die Zahl in den letzten Jahren um das 19-fache zugenommen. In diesem Jahr sind somit in den ersten drei Quartalen die durch psychische Erkrankungen verursachten Fehltage um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.

An der ersten Stelle der Erkrankungen stehen die Muskel- und Skelett-Erkrankungen mit 26 Prozent der Krankheitstage, gefolgt von den Erkrankungen der Atemwege, die 14 Prozent ausmachen. Aber an dritter Stelle mit 13 Prozent sind erstmals die psychischen Erkrankungen gerückt.

Meistens fehlen die Arbeitnehmer wegen Krankheit bis zu einer Woche, aber im Fazit sind dies nur 17 Prozent aller Fehltage. Hauptsächlich sorgen längere Erkrankungen, über sechs Wochen, für fast die Hälfte aller Fehltage, doch sind dies nur vier Prozent bei den gesamten Fällen der Arbeitsunfähigkeit.

In diese Statistik sind die Zahlen von 4,8 Millionen pflichtversicherten Mitgliedern eingeflossen.

Darf man trotz einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzeitig wieder zur Arbeit gehen?

Ärztin sitzt mit einer Patientin in der Sprechstunde
female doctor and patient © vasco - www.fotolia.de

Mancher Arbeitnehmer, der von seinem Arzt wegen Krankheit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) erhält, möchte eventuell auch früher wieder die Arbeit aufnehmen, als auf der Bescheinigung angegeben. Doch hier stellt sich die Frage, ob man dies auch machen darf.

Wie der Rechtsanwalt Fenimore von Bredow, Mitglied im Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte (VDAA), erklärt, handelt es sich bei dieser Bescheinigung mehr um eine Prognose des behandelnden Arztes. Doch sollte man, besonders bei einer schwereren Infektionskrankheit, die Empfehlung des Arztes befolgen und auch zu Hause bleiben, denn sonst besteht die Gefahr, dass sich die Kollegen anstecken.

Aber bevor man zur Arbeit fährt, sollte man seinen Arbeitgeber rechtzeitig informieren, dass man vorzeitig die Arbeit wieder aufnimmt. So ist man dann auch bei einem eventuellen sogenannten Wegeunfall versichert. Im Endeffekt aber entscheidet der Arbeitgeber, denn dieser hat auch eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Im Zweifel kann der Arbeitgeber auch seinen Mitarbeiter wieder nach Hause schicken, wenn er von der Arbeitsfähigkeit nicht überzeugt ist.

Ansteckungsgefahr für Infekte ist in Großraumbüros am höchsten

Junge Frau am Laptop im Büro
Businesswoman in a office environment © kristian sekulic - www.fotolia.de

Besonders im Winter ist die Zahl der Krankheitstage durch Infekte höher, weil viele auf dem Weg zur Arbeit in Bus und Bahn vermehrt mit den Erregern in Kontakt geraten.

Infektionsherd Großraumbüro

Doch jetzt haben Foscher aus Schweden noch eine andere Quelle für die Infektionskrankheiten gefunden, die Büros. Aber hierbei spielt auch die Art der Raumaufteilung eine entscheidene Rolle. So gibt es einmal die Einzelbüros oder Büros mit nur zwei oder drei Mitarbeitern, dann mittlere Büroräume oder die sogenannten Großraumbüros.

Wie die Forscher feststellten, ist besonders bei den Großraumbüros das Risiko für eine kurzzeitige Erkrankung von bis zu einer Woche am höchsten, doch auch längere Fehlzeiten werden besonders häufig in den ganz großen Büros registriert, wobei besonders Frauen hiervon betroffen sind.

Mögliche Gründe der erhöhten Infektionsgefahr

Die genauen Ursachen weiß man noch nicht, doch können einmal der höhere Geräuschpegel, ein fehlender Sichtschutz und der allgemeine Umgebungsstress dafür verantwortlich sein. Auch ist natürlich das Risiko einer Ansteckung dort immer höher und viele Arbeitnehmer gehen oftmals auch mit einer leichten Erkältung lieber zur Arbeit, als zu Hause zu bleiben, weil dies eventuell von den Kollegen ansonsten als negativ angesehen wird.

Immer mehr Krankschreibungen in Deutschland

Für die Studie "Gesundheit in Regionen" werteten die BKK die Daten von 9,3 Millionen Versicherten aus

Nahaufnahme Frau legt Hand auf unteren Rücken, Rückenschmerzen
lower back pain © Laurin Rinder - www.fotolia.de

Menschen im arbeitsfähigen Alter waren in Deutschland 2013 relativ häufig krankgeschrieben. Im Schnitt waren es 17,6 Tage. Dies sind über fünf Tage mehr als noch 2006 (12,4).

  1. Ungefähr ein Viertel der Fehlzeiten gehen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück, zu denen auch Rückenprobleme gehören
  2. Es folgen Erkrankungen der Atemwege (16,2 Prozent) und
  3. psychische Störungen (14,7)

Vor allem psychische Leiden sind weiter auf dem Vormarsch. Zwischen 1976 und 2013 verfünffachte sich die Zahl der von den Kassen registrierten Fehltage von 0,5 auf 2,6.

Regionale Ausfallzeiten

Die meisten Ausfallzeiten registrierten die Krankenkassen

  • in Brandenburg (21,9 Tage)
  • und Sachsen-Anhalt (21,6 Tage)

Die wenigsten in

  • Baden-Württemberg (15,4 Tage) und
  • in Bayern (16,3 Tage)

Dies liegt auch am höheren Altersdurchschnitt in den östlichen Bundesländern.

Die längsten Ausfallzeiten

Am längsten fallen Arbeitnehmer aufgrund

  1. einer psychischen Diagnosen mit etwa 38 Tagen pro Fall aus
  2. gefolgt von Tumorerkrankungen mit 35 Tagen und
  3. Rückenbeschwerden mit durchschnittlich 20 Tagen

Für die Studie "Gesundheit in Regionen" werteten die Betriebskrankenkassen (BKK) die Daten von 9,3 Millionen Versicherten aus. Dazu zählten auch die Angaben von Arbeitslosen, die den Bundesdurchschnitt der Krankheitstage um 0,2 Prozentpunkte ansteigen lassen.

Zahl der psychisch Kranken steigt: Höchststand bei Krankmeldungen erreicht

Die Fehltage bei Depressionen und Angststörungen nehmen in Deutschland zu

Aufeinander gestapelte Aktenordner mit Aufschrift Arbeit, Stress, Belastung etc.
Arbeit © Cmon - www.fotolia.de

Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch: Nach Angaben der DAK, der größten Krankenkasse Deutschlands, entfielen rund 17 Prozent der Krankmeldungen auf psychische Probleme - ein Zuwachs von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Depressionen nehmen zu

Spitzenreiter waren dabei Depressionen, bei denen sich die Fehltage in den letzten Jahren verdoppelt haben. Auf 100 Versicherte bei der DAK kamen 112 Ausfalltage.

Allerdings ist unklar ob die Zahl der psychischen Leiden wirklich zugenommen habe oder die Aufklärung der letzten Jahre dazu beitragen habe, dass mehr Menschen Hilfe suchen.

Häufigsten Gründe einer Krankmeldung

Insgesamt belegen psychische Erkrankungen nun den zweiten Platz vor Erkrankungen des Atmungssystems mit 14 Prozent. Nummer Eins bei den Krankschreibungen waren nach wie vor Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen.

Mitarbeiter folgender Branchen sind besonders häufig krankgeschrieben:

  1. Gesundheitswesen
  2. Öffentliche Verwaltung
  3. Verkehr
  4. Lagerhaltung
  5. Kurierdienste

Insgesamt gesehen sank der Krankenstand jedoch um 0,1 auf 3,9 Prozent aller Berufstätigen. Die DAK wertete für ihre Studie die Daten der 2,7 Millionen erwerbstätigen Versicherten aus.

Chef darf Krankmeldung im Urlaub nicht in Zweifel ziehen

Wenn der Arbeitgeber Zweifel an einem ärztlichen Attest hat, muss er handfeste Beweise liefern

Richter Hammer mit Sockel aus Holz auf weißem Hintergrund
gavel on white background © webdata - www.fotolia.de

Ein ärztliches Attest darf der Chef nicht anzweifeln. Auch wenn er den Verdacht hegt, dass ein Arbeitnehmer gar nicht krank ist. Hat er Zweifel an dem Attest, muss er handfeste Beweise liefern. Das hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschieden (Az.: 4 Sa 398/14).

Frau reicht ärztliche Atteste ein, nachdem ihr Resturlaub verwehrt bleibt

Im aktuellen Fall hatte eine Physiotherapeutin ihren Job zum 31. Mai 2013 gekündigt. Am 25. April 2013 stellte sie einen Antrag auf Gewährung ihres Resturlaubs. Ihr Chef lehnte ihn mit Hinweis auf die betriebliche personelle Situation jedoch ab. Danach erschien sie weitere zwei Tage zur Arbeit.

Anschließend reichte sie zwei ärztliche Atteste ein, die ihre Arbeitsunfähigkeit bis zum 18. und 31. Mai bestätigten. Da sie nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses für den Monat Mai keinen Lohn erhielt, zog sie vor Gericht.

Arbeitgeber hat keine Tatsachen zum Beweis seiner Bedenken vorgelegt

Das Gericht urteilte, dass die Frau Anrecht auf das Gehalt hätte. Die eingereichten ärztlichen Atteste hätten eine hohe Beweiskraft und würden die Vermutung unterstützen, dass die Mitarbeiterin wirklich krank gewesen sei.

Außerdem habe der Arbeitgeber keine Tatsachen vorgelegt, die Bedenken daran bestätigen könnten. Die bloße zeitliche Überschneidung sei noch lange kein Anhaltspunkt für das Fehlen einer Erkrankung.

Wiedereinstieg nach Krankheit – was Arbeitnehmer wissen sollten

Betroffene sollten ihre Rechte kennen und sich eine Wiedereinstiegsstrategie zurechtlegen

Mann mit Gipsbein am Meer, Beinbruch im Urlaub, Auslands-Krankenversicherung
gipsbein im urlaub © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Wer an einer langwierigen Krankheit leidet, hat doppelte Sorgen: werde ich wieder richtig gesund und was passiert mit meinem Job? Mehrere Hunderttausend Arbeitnehmer sind pro Jahr länger als sechs Wochen arbeitsunfähig oder müssen aus gesundheitlichen Gründen ganz aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Damit die Betroffenen klug handeln können, sollten Sie ihre Rechte kennen und einen Plan für den Wiedereinstieg entwickeln.

Welche Rechte habe ich?

Wenn Körper oder Psyche nicht mehr richtig mitmachen, gerät die gesamte Lebensplanung durcheinander. Vor allem die Sorge um den Arbeitsplatz kann die Betroffenen belasten. Beschäftigte haben aber mehr Rechte als sie vielleicht denken. Eine Krankheitsbedingte Kündigung ist nur unter strengen Voraussetzungen erlaubt.

In den ersten sechs Wochen einer Erkrankung haben Arbeitnehmer Anspruch auf den vollen Lohn. Zahlungspflichtig ist der Arbeitgeber. Wer länger arbeitsunfähig ist, erhält bis zu 78 Wochen rund 70 Prozent des Bruttolohnes als Krankengeld von der Krankenkasse. Danach können die Betroffenen Leistungen bei anderen Stellen beantragen, etwa bei

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist nur zulässig, wenn drei Bedingungen erfüllt sind:

  1. es muss eine negative Gesundheitsprognose vorliegen
  2. die Fehlzeiten müssen in einem erheblichem Maße die betrieblichen Interessen beeinträchtigen. In der Praxis muss der Arbeitnehmer in drei aufeinander folgenden Jahren jeweils mindestens sechs Wochen krank gewesen sein
  3. die weitere Beschäftigung muss für den Arbeitgeber unzumutbar sein

Wie funktioniert der Wiedereinstieg?

Größere Unternehmen haben oftmals ein klar geregeltes Gesundheitsmanagement. In dessen Rahmen bitten sie Mitarbeiter bei längeren oder häufigen Erkrankungen zu einem gemeinsamen Gespräch, um die beruflichen Perspektiven zu klären.

Das Sozialgesetzbuch sieht ein solches betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) für Arbeitgeber ausdrücklich vor. Die Beschäftigten sind allerdings nicht verpflichtet, das Angebot anzunehmen.

Wenn sie sich dennoch zu einem Gespräch bereit erklären, haben sie in der Regel das Interesse, ihren Job zu erhalten. Über ihre Krankheit müssen sie aber nichts offenbaren – es geht lediglich darum, eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zu vermeiden und einen Plan für den Wiedereinstieg zu entwickeln.

Denkbar ist etwa eine schrittweise Wiedereingliederung, etwa mit reduzierter Stundenzahl oder einem neuen Aufgabenbereich, an dem sich die gesundheitliche Einschränkung nicht auf die Leistung auswirkt. Je nach Genesung und Leistungsfähigkeit können der Arbeitsumfang und die Aufgaben dann langsam gesteigert werden.

Wo bekomme ich Hilfe?

Die erste Anlaufstelle für Fragen zum Wiedereinstieg nach längerer Krankheit ist der Betriebsarzt. Je nach Unternehmensgröße können auch der Personalrat oder Betriebsrat an einer Lösung mitwirken. Weitere Ansprechpartner sind

Sie beraten auch zu den Möglichkeiten des betrieblichen Eingliederungsmanagements. Den dazugehörigen Gesetzestext finden Sie in § 84 Absatz 2 SGB IX.

Einfach "krank feiern": Hat der Arbeitgeber die Chance, den Krankenschein zu überprüfen?

Wir informieren Sie über die Rechte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Bezug auf Krankmeldungen

Arzt und Patient halten ein leeres Rezept in einer Arztpraxis
Rezept ausstellen © Alexander Raths - www.fotolia.de

Rein statistisch macht jeder Zehnte gelegentlich einen "Urlaubstag", indem mit Kopfschmerzen, Übelkeit und co. der Hausarzt aufgesucht wird. Mit etwas Schauspieltalent lässt sich ein Krankenschein bekommen und der Gang zur Arbeit entfällt. Durch das Entgeltfortzahlungsgesetz muss der Arbeitgeber dennoch das volle Gehalt beziehungsweise den vollen Lohn für den Tag zahlen. Es ist daher kein Wunder, dass viele Firmen bei fragwürdigen Krankschreibungen gern wissen möchten, ob der Angestellte wirklich krank ist.

Rechte des Arbeitgebers

Grundsätzlich ist der behandelnde Arzt an die Schweigepflicht gebunden. Er darf dem Arbeitgeber gegenüber nicht sagen, aus welchem Grund der Patient einen Krankenschein bekommen hat. Die genaue Diagnose wird nur an die Krankenkasse übermittelt und auch bei dieser darf der Arbeitgeber keine Auskunft einholen. Die einzige Ausnahme bilden Infektionskrankheiten mit hoher Ansteckungsgefahr. In diesem Fall müssen Mitarbeiter und Kunden über ihr Risiko informiert werden.

Doch die Firma ist nicht ganz machtlos, wenn ein hartnäckiger Zweifel besteht, etwa weil der Betreffende gern an Montagen und Freitagen krank wird, oder den Krankenschein genau für die Woche erhält, in der er gern Urlaub gehabt hätte und dieser abgelehnt wurde.

Folgen für den Arbeitnehmer

Vermutet der Chef eine sogenannte Gefälligkeitskrankschreibung, kann er den MDK kontaktieren. Das Kürzel steht für den "Medizinischen Dienst der Krankenkassen" und untersucht den Betroffenen. Da hier keine persönliche Beziehung zwischen Arzt und Patient besteht, erfolgt eine objektive Begutachtung. Zwar ist auch der MDK auch an die Schweigepflicht gebunden, aber er darf dem Arbeitgeber mitteilen, ob die Krankschreibung berechtigt, oder das Attest nicht zutreffend war.

Kann der Arbeitgeber zeigen, dass der Krankenschein vom Arzt zu unrecht ausgestellt wurde, kann eine Klage auf Schadensersatz erfolgen. Der Angestellte muss mit einer Abmahnung rechnen und die Fortzahlung von Lohn/Gehalt kann unterbrochen werden.

Studie sieht klaren Zusammenhang: Dauerstress führt zu mehr Krankenscheinen

Wer gestresst ist, fällt bei Erkrankung länger im Job aus

Blonde Geschäftsfrau hängt völlig gestresst auf ihrem Schreibtisch, umgeben von Kollegen-Händen mit Smartphone und Uhr
Depressed business woman © Kaspars Grinvalds - www.fotolia.de

Es gibt viele Gründe, weshalb ein Arbeitnehmer eine AU (Arbeitsunfähigkeit) vom Arzt ausgestellt bekommt. Neben schweren Infekten zählen Krankheiten im Bewegungsapparat und Depressionen zu den häufigsten Gründen.

Eine aktuelle Studie hat sich 225 Patienten angesehen, die von ihren Hausarzt jeweils eine AU bekommen hatten. Die Auslöser der Arbeitsunfähigkeit waren verschieden gewesen. Jeder Patient wurde im Anschluss gebeten, einen Fragebogen auszufüllen.

In diesem wurde nach klassischen Stressfaktoren gesucht, sodass die Antworten eine Einordnung der Patienten auf verschiedenen Skalen möglich machte. Gesucht wurde nach Depressionen, Angststörungen und Somatisierung. Letzteres beschreibt das Auftreten körperlicher Beschwerden aufgrund psychischer Belastung; also etwa Bauchschmerzen aus Angst heraus. Der Fragebogen erfasste zudem das Geschlecht, den Beziehungsstatus, das Alter und das Bildungsniveau.

Mehr Stress, längerer Arbeitsausfall

Es wurde deutlich, dass der Grad der emotionalen Angespanntheit einen wesentlichen Einfluss auf die Dauer des Krankenscheins hatte und zwar unabhängig von der eigentlichen Diagnose. Wer nach eigenen Angaben viel Stress empfand, war mit jeder Krankheit länger vom Arbeitsplatz weg als andere Teilnehmer mit vergleichbarer Krankheit.

Das Geschlecht der Befragten und auch ihr Beziehungsstatus beeinflussten die AU-Dauer dabei nicht. Überraschenderweise kam aber das Bildungsniveau zum Tragen. Wer maximal 10 Jahre in der Schule gewesen war, hatte einen um 40 Prozent längeren Krankenschein.

Einen kleineren aber zu erwarteten Einfluss kam zudem dem Alter zu. Je älter ein Patient wurde, umso schlechter konnte er Stress verarbeiten und war entsprechend länger krank. Mit jedem Lebensjahr stieg unter Stress die Dauer des Krankenscheins um 1,7 Prozent.

Das Fazit der Forscher lautet daher klar: Jeder Patient sollte bereits vom Hausarzt auf typische Anzeichen von Burnout, Depression und Angststörungen hin untersucht werden. Frühe Gegenmaßnahmen könnten längere Krankschreibungen verhindern.

In welchen Berufen gibt es eigentlich die meisten krankheitsbedingten Ausfälle?

Berufe mit den häufigsten Krankmeldungen

Agrarberufe

Platz eins dieser unrühmlichen Liste belegen Agrarberufe mit durchschnittlich etwa 17 Fehltagen im Jahr. Diese Vielzahl an Krankheitstagen dürfte vor allem auf die harte körperliche Arbeit zurückzuführen sein, welche auf Dauer auch körperliche Schäden nach sich ziehen kann, welche wiederum regelmäßige Fehlzeiten bedingen.

Metallindustrie

Platz zwei belegen Arbeitskräfte aus der Metallindustrie. Dabei ist es egal, ob man Mitarbeiter aus dem Erzeugungssektor oder aus dem Installationssektor auswählt. Beide dieser Formen weisen durchschnittliche Fehlzeiten von circa 16 Fehltagen im Jahr auf.

Elektroberufe

Gefolgt wird die Metallindustrie durch Elektroberufe. Auch hier agieren die Arbeitnehmer zumeist unter schweren Bedingungen und verrichten Arbeiten, welche eine große Gefahr für den Körper darstellen. Ähnliches gilt für Bau- und Holzberufe, in welchen der Arbeitnehmer ebenso um die 15 Krankheitstage geltend macht.

Waren- und Dienstleistungskaufleute

Die erste Berufsgruppe, bei welcher vor allem psychische Faktoren und gewöhnliche Erkrankungen für ein Fernbleiben von der Arbeit sorgen dürften, sind Waren- und Dienstleistungskaufleute. Der ständige Druck in Form von Multitasking und breiten Verantwortungsfeldern führt hier häufig dazu, dass es leicht zu Infekten oder der Entwicklung psychischer Krankheitsbilder kommt.

Friseure, Hauswirtschafter und Reinigungskräfte

Eine ähnliche Anzahl an Fehltagen, nämlich auch durchschnittlich 14, weisen Friseure, Gästebetreuer, Hauswirtschafter und Reinigungsfachkräfte auf. Hier dürfte neben den üblichen Faktoren aber auch das oft schlechte Einkommen ausschlaggebend dafür sein, dass in Zweifelsfällen eher zu Hause geblieben wird.

Hilfsarbeiter

Zuletzt ist es noch erwähnenswert, dass den eigentlichen ersten Platz Hilfsarbeiter mit knapp über 20 Krankheitstagen belegen. Da diese allerdings keiner festen Berufsgruppe zugeordnet werden, finden diese in der Liste keine Beachtung. Grund für diese hohe Anzahl an Fehltagen dürfte aber weniger der gesundheitliche Zustand, als vielmehr die mangelnde berufliche Perspektive sein, welche die Nutzung von Krankheitstagen verstärkt.

Insgesamt kann man dank dieser Auflistung eindeutig erkennen, mit welchen Arbeitsbedingungen Mitarbeiter verschiedener Berufe konfrontiert werden. Eine Pauschalisierung macht aber natürlich nichtsdestotrotz wenig Sinn, da sich Arbeitsbedingungen auch innerhalb einer Branche teils doch erheblich unterscheiden.

Immer weniger Krankmeldungen in der Handwerksbranche

Arbeiter mit rotem Gehörschutz mit zwei Auszubildenden mit gelbem Gehörschutz an einer Maschine
Woodwork apprenticeship © auremar - www.fotolia.de

Der Krankenstand hat bei den Beschäftigten der Handwerksbranche einen neuen Tiefstand erreicht. Dies geht aus einem Bericht des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen hervor (IKK). Es zeigte sich, dass 3,8 Prozent der Arbeitszeit krankheitsbedingt ausfiel. Angestellte im Alter bis 39 Jahre fehlten dabei nur zu drei Prozent.

Im Schnitt dauerte die Arbeitsunfähigkeit bei den älteren Beschäftigten 20 Tage, bei den bis 29-Jährigen waren es durchschnittlich sieben bis acht Tage. Rund 46 Prozent der älteren Arbeitnehmer fehlten krankheitsbedingt gar nicht.

Studie zeigt: Bauarbeiter sind am häufigsten krank

Gelber Bauarbeiterhelm und ein Paar Arbeitsschuhe liegen auf einem grauen Spint
Feierabend © andrea lehmkuhl - www.fotolia.de

Die Häufigkeit der Krankmeldungen ist in den unterschiedlichen Berufen sehr verschieden. So sind die männlichen Mitarbeiter im Baugewerbe mit durchschnittlich 17,8 Fehltagen im vergangenen Jahr am häufigsten zu Hause geblieben. Mit 16,7 Krankentagen im Schnitt folgen die männlichen Arbeitslosen, dicht gefolgt von den Arbeitern in der Metallindustrie (15,9 Fehltage). Danach folgen die Verkehrs- und Lagerbeschäftigten mit 15 Krankheitstagen im letzten Jahr. Am kürzesten fehlen technisch-naturwissenschaftliche Beschäftigte. Sie fehlten nur 6,9 Tage.

Bei den Frauen sieht dies anders aus, da sie wesentlich länger als ihre männlichen Kollegen zu Hause blieben. Frauen in der Metallindustrie fehlten im letzten Jahr durchschnittlich 18,2 Tage, Bäckerinnen hatten 18 Krankheitstage und Verkehrs- und Lagerbeschäftigte 16,6 Tage.

In welchen Berufen es die meisten Fehlstunden wegen Krankheit gibt

Wer einen akademischen oder naturwissenschaftlichen Beruf ausübt, fehlt im Job laut einer Studie nur selten krankheitsbedingt. Während diese Berufsgruppen höchstens 5 Tage im Jahr krankgeschrieben sind, setzen Straßenreiniger und Versicherungsangestellte über 30 Tage im Jahr wegen Krankheit im Job aus. Zudem sind Frauen häufiger krank als Männer.

Am häufigsten müssen Arbeiter pausieren wegen Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen und Lungenerkrankungen.

Krankenkasse: Tankwarte sind überdurchschnittlich oft krank

Die Techniker Krankenkasse (TK) teilt mit, dass der Krankenstand von Tankwarten überdurchschnittlich hoch ist. Er liegt bei 4,41 Prozent, während der Durchschnittskrankenstand der TK-Vericherten nur 3,36 Prozent beträgt. Tankwartinnen fehlen 15,7 Tage im Jahr, Tankwarte sogar 16,4 Tage. Der Durschnittsversicherte fällt pro Jahr aber nur 12,3 Tage krankheitsbedingt aus.

Als Gründe für den hohen Krankenstand bei Tankwarten vermutet die TK die körperlich oft anstrengende Arbeit, den Schichtdienst und die vielen Kundenbeschwerden.

Krankfeiern als Arzt? Fehlanzeige!

Wer gedenkt, sein Leben der Medizin zu widmen, dem sei geraten, es sich gut zu überlegen, denn es gilt, einen steilen Berg zu erklimmen. Ein langes, schweres Studium, gepaart mit harter physischer Belastung liegt vor den Mutigen, die sich dazu entschließen. Als Arzt habe man hierbei am Wenigsten zu lachen, so die Statistikergebnisse der Techniker Krankenkasse (TK).

Laut dieser seien es Ärzte, die aus dem medizinischen Berufsfeld im Durchschnitt am seltensten krankfeiern (insgesamt nur 7,2 Tage im Jahr). Bei den Krankenpflegerhelfern hingegen ist der Wert dreifach so hoch. Grund hierfür sei die Mischung aus hoher physischer Belastung und ungünstigen Arbeitszeiten, denen man in diesem Berufszweig zwangsweise ausgeliefert ist.

Arbeitnehmer im Ruhrgebiet sind am häufigsten krank

Wie eine Datenauswertung der Krankenkasse AOK aus dem Jahr 2010 im Auftrag des Magazins "Men's Health" zeigt, haben Arbeitnehmer aus dem Ruhrgebiet die meisten Fehlzeiten im Job. Untersucht wurden für die Studie die Daten von Arbeitnehmern aus den 50 größten Städten Deutschlands. Gelsenkirchen belegt mit einem Durchschnitt von 23,6 Krankheitstagen im Jahr pro Arbeitnehmer eindeutig den ersten Platz im Ranking. Am seltensten sind der Liste zufolge Arbeitnehmer in Freiburg krank. Sie fehlen durchschnittlich 17,2 Arbeitstage im Jahr.

Dem Soziologen Helmut Schröder zufolge gibt es für die größeren Fehlzeiten von Arbeitnehmern im Ruhrgebiet eine ganz simple Erklärung. In Industriestädten wie Gelsenkirchen ist bei vielen Arbeitnehmern die körperliche Belastung im Job deutlich höher und auch Arbeitsunfälle passieren wesentlich häufiger als in Städten mit einem höheren Akademikeranteil wie beispielsweise Freiburg, wo die Angestellten größtenteils in Bürojobs tätig sind.

Am kränksten sind die Berliner

Schaut man auf die Statistik der häufigsten Krankmeldungen, liegt Berlin weit vorne. Ganze 18,6 Tage pro Jahr fehlen durchschnittlich die Arbeitnehmer in der Hauptstadt. Das ergab der BKK-Gesundheitsreport. In Bayern, als dem Bundesland mit dem niedrigsten Krankenstand, fehlten Beschäftigte an 13,3 Tagen.

Die häufigsten Ursachen von Krankschreibungen waren orthopädische Erkrankungen. Auch Probleme mit Atemwegen und psychische Schwierigkeiten lagen vorne. Postboten und Müllmänner bildeten die Spitzenreiter bei den Krankenzeiten. Sie kamen auf 21,4 beziehungsweise 19,9 Fehltage im Jahr.

Die meisten krankheitsbedingten Fehltage haben Beschäftigte in Berufen mit hoher körperlicher Belast

Die Techniker Krankenkasse (TK) kam aufgrund der Auswertung von Krankenstandsdaten zu dem Ergebnis, dass Beschäftigte in Berufen mit hoher körperlicher Belastung häufiger krank sind. Hierzu wurden die Daten von 3,7 Millionen Arbeitnehmern ausgewertet.

Dabei wurde festgestellt, dass 2011 die Beschäftigten in Bau- und Holzberufen mit durchschnittlich 19,5 Fehltagen mit am häufigsten krank waren. Das ist im Schnitt eine Woche mehr, als alle anderen Arbeitnehmer.

Mit ebenfalls 19,5 Tagen kamen die Beschäftigten in Ernährungsberufen und Metallarbeiter mit 18,9 Tagen. Getoppt wurde das nur noch von Hilfsarbeitern, sie fehlten im Schnitt 20,3 Tage und Empfänger von Arbeitslosengeld I kamen auf 24,8 Krankentage.

Immer mehr Fehltage wegen seelischer Erkrankungen in Bremen

Mit knapp 17 Prozent waren seelische Erkrankungen die zweithäufigste Ursache, wenn in Bremen vergangenes DAK-Versicherte krankheitsbedingt der Arbeit fern blieben. Mit rund 21 Prozent verursachten nur Muskel-Skelett-Erkrankungen noch mehr Fehltage, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit knapp 15 sowie anderen Verletzungen mit knapp 12 Prozent.

Laut der DAK-Versicherung sind die psychischen Erkrankungen innerhalb von 12 Monaten um über 45 Prozent angestiegen, was vielen Medizinern in der Stadt Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Auch aus diesem Grund will die DAK in Zukunft mehr Prävention bei seelischen Erkrankungen betreiben und das Thema zur Chefsache machen.

Berliner Beamte mit höchster Krankenheitsrate

37,6 Arbeitstage fehlen Beamte und Mitarbeiter des Öffentlichten Diensts in Berlin jährlich. Der Krankenstand stieg im Vergleich zu 2011 um zwei Tage an und ist damit höher als in jedem anderen Bundesland.

Die "Berliner Morgenpost" gab mit Berufung auf einen Bericht der Senatsinnenverwaltung an, dass die Arbeitnehmer vermehrt krankheitsbedingte Auszeiten in Anspruch nehmen würden. Die Beamten und Mitarbeiter des Öffentlichten Diensts fehlen zudem deutlich häufiger als Beschäftigte aus der Privatwirtschaft. Hier beträgt die Fehlzeit laut BKK-Gesundheitsreport 2010 18,3 Tage im Jahr.

Der Innenstaatssekretär Andreas Statzkowski gibt als Begründung das überdurchschnittliche Alter in den Berliner Behörden an, welches nach der "Berliner Morgenpost" bei 49 Jahren liegt. Dieser Wert liegt zwei Jahre über dem Bundesschnitt.

Höherer Krankenstand bei ostdeutschen Arbeitnehmern

Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse sind hierzulande immer mehr Arbeitnehmer krank, wobei es zwischen den Bundesländern in Ost und West teils gravierende Unterschiede gibt. Während die Angestellten in Baden-Württemberg durchschnittlich 11,6 Tage im letzten Jahr krankgeschrieben waren, kamen die Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern dagegen auf 17,5 Fehltage.

Die meisten Krankschreibungen verbuchten laut dem Report neben Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt auch die Bundeshauptstadt Berlin.

Krankmeldung: Generelle Hinweise und Rahmenbedingungen

Der Hauptgrund für das Versäumen von Arbeitstagen sind natürlich Krankheiten. Aufgrund der Wichtigkeit dieser Fehlzeiten existieren natürlich auch präzise Regelungen im Arbeitsrecht, welche sich mit dem rechtlichen Umgang mit diesen Fehlzeiten auseinandersetzen.

Kein Schutz vor Kündigung

Zunächst einmal muss in diesem Zusammenhang mit einem Irrglauben aufgeräumt werden. Entgegen der Ansicht vieler Bürger, schützt eine nachgewiesene Erkrankung nicht vor einer Kündigung.

Vielmehr kann diese noch ein rechtlich einwandfreier Kündigungsgrund sein, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Der Irrglaube, dass die Krankheitsdauer vor einer Kündigung schütze, dürfte wohl auf gesetzliche Regelungen innerhalb der früheren DDR zurückzuführen sein.

Bestimmte zu erfüllende Kriterien

Des Weiteren kann hierbei nicht einfach eine Zahl an Tagen genannt werden, an denen von der Arbeit ferngeblieben werden kann, ohne dass mit Sanktionen gerechnet werden muss. Vielmehr existiert eine Vielzahl von Kriterien, anhand welcher die Rechtmäßigkeit einer Abmahnung oder Kündigung festgemacht werden kann.

Dabei spielt zunächst die Gesundheitsprognose eine Rolle. Kann davon ausgegangen werden, dass die Krankheit des Arbeitnehmers weiterhin besteht und zu ähnlich vielen Fehltagen in den Folgejahren führen wird, dann wäre dies die so genannte negative Gesundheitsprognose, welche zur Kündigung führen kann. Fehlt der Arbeitnehmer deshalb ein Jahr aufgrund einer Verletzung am Bein einmalig zwei Monate, dann ist das weniger problematisch zu sehen als eine Erkrankung, welche einen jährlich wiederkehrenden Ausfall von circa einem Monat nach sich zieht.

Des Weiteren muss seitens des Arbeitgebers eine begründete Interessensabwägung getätigt werden. Dabei werden Fragen geklärt, ob die betrieblichen Interessen des Unternehmens unverhältnismäßig stark unter den Krankheitstagen des Arbeitnehmers leiden.

Eine Abmahnung ist nicht unbedingt nötig

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass der Arbeitgeber bei einem begründbaren Entlassungswunsch keine Abmahnung aussprechen muss. Wenn sich der Arbeitnehmer deshalb über die Problematik bewusst ist und fürchtet, bald entlassen zu werden, dann hilft eventuell ein offenes Gespräch mit der Geschäftsleitung. Ansonsten kann es passieren, dass die Kündigung ohne Vorwarnung eintritt und keine Möglichkeit mehr besteht, diese rechtlich anzufechten.

Die Frage, wie viele krankheitsbedingte Tage erlaubt sind, behandeln wir hier in unserem separaten Artikel zum Thema. Kritisch sind generell sowohl häufige kurzfristige als auch einmalig langfristige Erkrankungen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen.

Angst um den Job - Krankheitsfall ist niemals Kündigungsgrund

Viele Menschen gehen zur Arbeit, obwohl sie sich krank fühlen. Gründe dafür gibt es einige: Auf manche wartet ein Haufen Arbeit im Büro und andere haben Angst um ihren Job.

Trotzdem sollte niemand mit der eigenen Gesundheit spielen. Es zahlt sich im Endeffekt nicht aus. Die Gefahr ist groß, dass aus einem kleinen Infekt ein großer wird. Außerdem ist die Ansteckungsgefahr zu Anfang ziemlich hoch. Besser, man bleibt bei den ersten Anzeichen zu Hause und kuriert sich aus. Wer zu lange damit wartet, fängt sich eine schlimme Krankheit ein. Das muss auch nicht sein.

Hat man Angst um den Job, ruft man den Chef am besten an und fragt nach einer Lösung. Im Übrigen ist ein Krankheitsfall niemals ein Kündigungsgrund.

Krankmeldung nach Streit – Arbeitgeber darf nicht kündigen

Stempel "Kündigung" auf Arbeitsvertrag
Kündigung kündigen Arbeitsvertrag Arbeitsplatz © Wolfgang Filser - www.fotolia.de

Dass ein Mitarbeiter sich nach Konflikten mit dem Arbeitgeber krankmeldet, kommt öfter vor. Der Chef darf dann aber nicht einfach kündigen. Auch wenn er vermutet, dass sein Angestellter in Wirklichkeit gesund ist, verstößt eine Kündigung gegen das Maßregelungsverbot. Dies hat das Arbeitsgericht Berlin entschieden.

Im verhandelten Fall hatte eine Arzthelferin ihren Chef Mitte Dezember in einem längeren Gespräch um die Kündigung gebeten. Diesem Wunsch wollte der Arzt wegen der schwierigen Personalsituation über Weihnachten jedoch nicht nachkommen. Daraufhin meldete sich die Angestellte für 20 Tage krank.

Chef darf nicht über Gesundheitszustand der Mitarbeiter urteilen

Noch am gleichen Tag schickte der Arzt ihr eine fristlose Kündigung. Als Grund gab er an, die Frau sei wenige Stunden noch bei voller Gesundheit gewesen und habe auch kein körperlichen Beschwerden erwähnt. Die Arzthelferin wiederum reagierte mit einer Kündigungsschutzklage und das mit Erfolg.

Die Berliner Arbeitsrichter erklärten die Kündigung für wirkungslos. Ein Arbeitgeber dürfe seine Angestellten nicht benachteiligen, wenn sie ihr gesetzliches Recht auf Krankmeldung ausüben. Zudem könne selbst ein medizinisch geschulter Chef nicht über den Gesundheitszustand seiner Mitarbeiter urteilen. Das dürfe nur der behandelnde Arzt.

Wann Arbeitnehmer eine krankheitsbedingte Kündigung erhalten dürfen

Sind vier festgelegte Auflagen erfüllt, darf ein Arbeitnehmer eine krankheitsbedingte Kündigung erhalten

Kleiner Holzstempel mit Aufschrift Kündigung
Stempel mit Aufschrift Kündigung © Wolfgang Filser - www.fotolia.de

Arbeitnehmer, die aufgrund einer Erkrankung längere Zeit ausfallen, können eine krankheitsbedingte Kündigung erhalten. Allerdings ist sie an vier Auflagen gebunden, die das Unternehmen einhalten muss.

Negativprognose

Dazu gehört die sogenannte Negativprognose, das heißt, dass es nicht absehbar ist, wann der Mitarbeiter wieder vollständig arbeitsfähig sein wird. Durch den Ausfall muss es zudem zu erheblichen betrieblichen Beeinträchtigungen kommen, dazu zählen etwa Störungen im Betriebsablauf. Allerdings steht hier auch der Chef in der Verantwortung, für adäquaten Ersatz zu sorgen.

Keine Möglichkeit der Wiedereingliederung

Eine Kündigung erfordert es auch, dass es keine anderweitigen Möglichkeiten der Beschäftigung oder der Wiedereingliederung gibt. Damit dies nicht passiert, sieht der Gesetzgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement vor, das zum Einsatz kommt, wenn ein Mitarbeiter innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen gefehlt hat.

Die persönlichen Umstände des Arbeitnehmers müssen ebenfalls Berücksichtigung finden. Diese Interessenabwägung soll verhindern, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter vorschnell oder leichtfertig vor die Tür setzen.

Kündigungsschutzklage

Erhält der Arbeitnehmer eine krankheitsbedingte Kündigung, hat er die Möglichkeit, eine sogenannte Kündigungsschutzklage einzureichen. Sie muss binnen drei Wochen nach Erhalt des Kündigungsschreibens beim zuständigen Arbeitsgericht erhoben werden.

Wie man eine Abmahnung verhindern kann, zeigen wir im Folgenden...

Wichtige Vorgehensweisen, um eine Abmahnung zu verhindern

Eine Krankmeldung ist bei keinem Unternehmer gerne gesehen. So fehlt eine Arbeitskraft, welche nichtsdestotrotz für diese Fehlzeit entlohnt wird. Jedoch stellt eine Krankmeldung in der Regel solange kein Problem dar, wie rechtliche Vorschriften beachtet werden und auf eine offene und ehrliche Kommunikation gesetzt wird. Doch wie sollte man bei der Krankmeldung vorgehen, um nicht nur eine Abmahnung zu verhindern, sondern auch nicht negativ aufzufallen?

Für die Verhinderung einer Abmahnung ist es zunächst einmal wichtig, die rechtlichen Richtlinien zu kennen und sich dementsprechend zu verhalten.

Informierung des Arbeitgebers

Dies bedeutet zunächst einmal, dass man den Arbeitgeber über die Erkrankung und damit verbundene Fehlzeit informiert. Diese Meldung hat dabei ohne schuldhaftes Zögern zu erfolgen und muss spätestens bis zum Zeitpunkt des Arbeitsbeginns beim Arbeitgeber eingehen.

Meldet man sich jedoch beispielsweise erst am Nachmittag des ersten Fehltages und teilt dem Arbeitgeber mit, heute nicht kommen zu können, so wäre dies ein rechtlich einwandfreier Grund für eine Abmahnung. In einem solchen Fall kann lediglich noch auf die Kulanz des Arbeitgebers gehofft werden, keine derartige Warnung auszusprechen.

Diese unverzügliche Krankmeldung sorgt nun zunächst einmal dafür, dass man der Arbeit drei Tage ohne Bedenken fernbleiben kann. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich nichtsdestotrotz aber auch, den Arbeitgeber über den eigenen Gesundheitszustand und die vermutliche Rückkehr zu unterrichten. So kann sich dieser besser auf die persönliche Fehlzeit einstellen und es wird nicht hinterfragt, wann der Arbeitnehmer wieder einsatzbereit ist.

Ist man beispielsweise selbst überzeugt an einer Erkrankung zu leiden, welche eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens zwei Wochen nach sich zieht, dann empfiehlt es sich, dieses Wissen auch vor der Attestpflicht mit dem Arbeitgeber zu teilen. Eine gesetzliche Verpflichtung hierzu besteht aber natürlich nicht.

In Sachen ärztlicher Krankheitsnachweis sollte man sich als Arbeitnehmer auch hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung informieren...

Allgemeines zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Das Verhältnis zwischen dem Arbeitgeber und seinem Angestellten gilt als wirtschaftlich bedeutsam. Beide Seiten müssen sich aufeinander verlassen können. So rechnet der Arbeitnehmer mit der pünktlichen und umfänglichen Zahlung des Lohns, wogegen der Vorgesetzte seinen Untergebenen für bestimmte Projekte einplant und dort seine gesamte Kraft benötigt.

Eine Krankheit des Mitarbeiters kann dieses Konzept jedoch durchkreuzen, vielfach muss sich der Chef nun nach einem weiteren Kollegen umsehen, den er mit der Aufgabe betraut. Nicht alleine für diese Planungssicherheit nimmt der so genannte Krankenschein eine wichtige Rolle ein. Er ist für den Arbeitgeber, die Krankenkasse und den ausstellenden Arzt ein wichtiges Dokument. Das Schriftstück beinhaltet im Regelfall

  • den Namen
  • weitere persönliche Daten und
  • die medizinische Indikation, die der Arzt zuvor erstellt hat.

Letztgenanntes jedoch nur in Kurzform.

Dreifache Ausführung

Ausgestellt wird das Schreiben in dreifacher Ausführung.

  • Eine von ihnen behält der Mediziner, um sie zu den Akten des Patienten zu legen.
  • Die zweite davon erhält die Krankenkasse, um etwaige Abrechnungen und Ausfallzeiten ihres Mitgliedes auf dieser Basis zu kalkulieren.
  • Die dritte Ausfertigung ist für den Arbeitgeber bestimmt.

Als Besonderheit stellt es sich dabei jedoch ein, dass auf diesem Dokument die medizinische Diagnose fehlt und aus Gründen des Datenschutzes auch nicht genannt werden darf.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss korrekt ausgefüllt sein
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss korrekt ausgefüllt sein

Voraussetzungen des Krankenscheins

In welchen Fällen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen ist, hängt vom Einzelfall ab. Das so genannte Entgeltfortzahlungsgesetz stellt jedoch fest, dass dieser in bestimmten Situationen vorliegen muss. Allerdings wird dem behandelnden Arzt dabei das freie Ermessen überlassen.

Grundlagen der medizinischen Indikation werden ihm nicht auferlegt. Er kann den Patienten daher umfänglich untersuchen und derartige Maßnahmen ergreifen oder anordnen.

Er kann die Bescheinigung aber ebenso nach einem kurzen Gespräch erstellen. Insofern kommt es zwischen den Ärzten oftmals zu gravierenden Abweichungen hinsichtlich der Frage, ob sie die Krankschreibung verfassen oder den Betroffenen auch ohne das Dokument wieder nach Hause schicken.

Negative Aspekte des Attests

Natürlich kann dieses Vorgehen gerade auf der Seite des Arbeitgebers als Manko angesehen werden. Er weiß letztlich nicht, ob sein Angestellter nach allen Regeln der medizinischen Kunst einer Diagnose unterzogen wurde oder ob der Arzt seinen Patienten nur kurz in Augenschein genommen hat.

Dem Vorgesetzten sind damit zunächst die Hände gebunden, wenn er eine solche Bescheinigung erhält. Allerdings ist davon auszugehen, dass ein seriöser Mediziner derlei Dokumente stets nach bestem Wissen und Gewissen aushändigt und damit nicht der Wille verbunden ist, dem vermeintlich Kranken ein paar freie Tage zu gewähren.

Hierbei käme nämlich der rechtliche Aspekt zum Tragen. Entscheidend wäre insbesondere die Frage, ob der Arzt seine Pflichten verletzt hat.

Rechtlich nur schwer anfechtbar

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nimmt in der rechtlichen Betrachtung einen sehr hohen Stellenwert ein. Dem Wort des Arztes, kundgetan auf dem kleinen Dokument, kann die Richtigkeit unterstellt werden.

Ähnlich wie bei einem Juristen kommt alleine der Aussage eine rechtsverbindliche Wirkung zu. Diese anzuzweifeln ist schwierig.

Meist ergeben sich solche Zweifel immer dann, wenn der Arbeitnehmer trotz Krankschreibung in einem Zustand angetroffen wird, der so gar nicht auf ein Leiden hinzudeuten scheint. Etwa, wenn er einkaufen geht, sich im Kino aufhält oder ähnliche Situationen des Alltags durchlebt.

Der Arbeitgeber kann in diesen Fällen nur dann die Beweiskraft des Krankenscheines anfechten, wenn er seinerseits den Nachweis führt, der Angestellte sei tatsächlich nicht arbeitsunfähig gewesen. Allerdings ist die Hürde für diese Maßnahme sehr hoch. So lässt sich zwar über das Gericht eine amtsärztliche Untersuchung beantragen, an deren Ende ein Gutachten über die Richtigkeit des Krankenscheines befindet.

Allerdings wird es gerade bei kleineren Beeinträchtigungen, dem Schnupfen oder einer kurzzeitigen Verspannung der Muskeln im Nachhinein mehrerer Tage oder Wochen nicht mehr möglich sein, dieses Urteil zu fällen. Vielfach wird daher auch von solchen Schritten abgesehen. Sie kommen daher lediglich bei langwierigen Krankheiten zum Einsatz.

Die Folgebescheinigung

Sollte man sich nach Ablauf der vom Arzt gesetzten Frist immer noch nicht in der Lage fühlen, die Arbeitstätigkeit wieder aufnehmen zu können, dann ist ein weiterer derartiger Beleg vonnöten. Eine solche Bescheinigung wird dann als Folgebescheinigung bezeichnet.

Ab diesem Zeitpunkt hat der Arbeitgeber aber ebenso die Möglichkeit, ein Attest zu beantragen, welches von einem Arzt seiner Wahl ausgestellt wird. Sollte diese Forderung durch die Krankenkasse bestätigt bzw. toleriert werden, dann muss man als Arbeitgeber auch dieses Attest neben der eigentlichen Folgeantragsuntersuchung vorweisen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zumeist in den ersten drei Tagen überflüssig ist. Jeder weitere Fehltag muss hingegen mit einem solchen Attest abgedeckt sein. Aus Sicht des Arbeitnehmers empfiehlt es sich zudem, den Arbeitgeber auch schon im Vorfeld telefonisch über das Fernbleiben zu unterrichten, da eine plötzliche Attestabgabe in vielen Fällen unangemessen und unpersönlich erscheint.

Natürlich sind es nicht nur Arbeitnehmer, die mal erkranken können...

Wenn Firmeinhaber sich krank melden müssen

Größere Unternehmen haben mit dieser Situation meist weniger Probleme: der Firmeninhaber ist krank und fällt für einige Zeit aus – normalerweise übernimmt dann einfach die stellvertretende Geschäftsleitung die Arbeit des Chefs. Doch je kleiner der Betrieb ist, desto schwieriger kann sich ein längerer Arbeitsausfall des Inhabers erweisen, denn dort sind Regelungen für solch einen Fall Statistiken zufolge oftmals Fehlanzeige.

Ein Fehlen von nur zwei Wochen löst in manchen Betrieben bereits totales Chaos aus; ausreichend um die Existenz einer kleinen Firma zu gefährden. Wie Experten sagen, sind vor allem Familienunternehmen betroffen, denn diese sind mit einer ungeplanten Krankmeldung häufig total überfordert.

Krankheiten vorbeugen

Natürlich ist es nicht immer einfach, eine Krankmeldung zu vermeiden, beispielsweise wenn es zu Unfällen oder Ausfällen ähnlicher Art kommt. Doch durch eine gesunde Lebensweise kann man zumindest das Risiko, krank zu werden, deutlich senken.

Leiter einer Firma haben häufig ein sehr stressiges Leben – viel Arbeit und Tag für Tag ein langer Aufenthalt im Büro oder das Reisen von Meeting zu Meeting. Für Freizeit bleibt da meist wenig Zeit, was dazu führt, dass Betroffene häufig nicht richtig abschalten können. Gerade bei langen Arbeitszeiten ist es jedoch wichtig, einen Ausgleich zu finden, um nicht Krankheiten wie dem Burn-Out-Syndrom oder auch Depressionen zu erleiden.

Neben den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt kann man durch seine Lebensweise viel für seine Gesundheit tun. Wichtig ist hier vor allem die Ernährung.

Gegen einen schnellen Snack ab und zu ist nichts einzuwenden, solang dies zu den Ausnahmen gehört. Sich gesund zu ernähren, ist in stressigen Zeiten nicht immer einfach, jedoch sollte man sich gerade dafür einen Moment nehmen.

Weiterhin gehört Bewegung zur Gesundheitsvorsorge dazu. Im Idealfall sollte man seine Arbeitszeiten so legen können, dass abends zumindest noch eine halbe Stunde Zeit bleibt, um beispielsweise joggen oder Radfahren zu gehen, doch auch ein Spaziergang an der frischen Luft wirkt bereits Wunder.

Anforderungen an den Vertreter

Doch es kommt immer mal vor, dass man Erkrankungen nicht vermeiden kann. In diesem Fall ist es von großer Bedeutung für einen reibungslosen Betriebsablauf zu sorgen.

Jedes Unternehmen – egal wie klein es auch ist, sollte für den Ernstfall vorgesorgt haben. Wer ist im Falle einer Krankmeldung des Chefs für welche Aufgaben zuständig? Der Firmeninhaber wählt gängigerweise seine Vertretung, dieser muss er einige Fähigkeiten zutrauen.

So sollte er oder sie in der Lage sein, einen Betrieb zu leiten, auch wenn es ein mal stressiger zugeht. Natürlich braucht er eine Handlungsvollmacht, um in bestimmten Situationen frei entscheiden zu können.

Auf diese Weise kommt es nicht zu unnötigen Problemen, die die Arbeit im Betrieb zusätzlich aufhalten. Zudem sollte die Stellvertretung gut mit Kunden umgehen können und allgemein im internen Ablauf der Firma gebrieft sein. Wird der Chef nun unerwartet krank und fällt für längere Zeit aus, so wird es durch die optimale Vorsorge zu keiner größeren Verzögerung der Arbeit kommen.

Gesund bei jedem Wetter: Wird regelmäßig das Klassenzimmer gelüftet, haben Schüler weniger Fehltage

Drei Kinder mit Tornister auf dem Rücken laufen nach Schulende über den Flur in der Schule
endlich Schulfrei © Christian Schwier - www.fotolia.de

Frische Luft mag prinzipiell jeder, aber meist nur dann, wenn draußen auch angenehme Temperaturen herrschen. Ist es dagegen viel zu heiß, oder viel zu kalt, verschanzt man sich gern in der Wohnung und geht am besten gar nicht vor die Tür. Auch das Lüften daheim oder im Büro kommt an Tagen mit unschönem Wetter oft viel zu kurz. Das ist aber ein Fehler, wie nun eine Studie aus den USA gezeigt hat. Demnach sollte man bei jeder Witterung regelmäßig lüften.

Die Studie war mit Schülern durchgeführt worden und das zwei Jahre lang. Insgesamt nahm man 150 Klassenzimmer und ermittelte genau, wie oft und wie lange in diesem Räumen gelüftet wurde. Dabei ging es nicht nur um die Zeit, sondern um den konkreten Luftaustausch. Dieser kann mittels der Technik ermittelt und mit Litern pro Sekunde angegeben werden.

Nachdem man diese Werte gesammelt hatte, setzte man dies in Relation zu den Fehltagen der Schüler. Tatsächlich waren jene am wenigsten krank, die in einer Klasse waren, in der regelmäßig gelüftet wurde. Mit jedem Liter Luft pro Sekunde sank die Fehlzeit um 1,6 Prozent. Bei 15 Litern pro Sekunde war der Effekt des Lüftens am stärksten.

Das Fazit lautet also, dass bei jedem Wetter regelmäßig das Fenster geöffnet werden sollte. Besser ist es, sich etwas wärmer oder etwas luftiger anzuziehen und dafür der Luft die Möglichkeit zum Austausch zu geben. Was für die Kinder gilt, kann mit Sicherheit auch auf die Erwachsenen übertragen werden, so die Forscher. Eine genaue Erklärung, weshalb der Luftaustausch so gut wirkt, konnten sie aber nicht geben.

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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