Je erschöpfter die Führungskraft, desto negativer sein Führungsstil

Erschöpfung auf der Chefetage kann negativen Einfluss auf das gesamte Arbeitsklima haben

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  • von Paradisi-Redaktion
Kleine Gruppe im Businesslook bei lockerem Meeting im Büro

So unterschiedlich die Charaktere der Menschen sind, so vielfältig ist der Stil einer Person auf der Führungsebene. Unabhängig von der Persönlichkeit gibt es einer aktuellen Studie zufolge jedoch einen Faktor, der den gelebten Führungsstil ins Negative kippen lassen kann: Erschöpfung.

Bei der Studie handelt es sich um eine Meta-Analyse von 88 älteren Arbeiten zum Thema. Die Forscher sichteten die Daten von mehr als 12.000 Probanden und werteten sie unter ihrem Gesichtspunkt neu aus. Es zeigte sich deutlich, dass Führungskräfte, die ihr Wohlbefinden als gut einstufen, einen konstruktiveren Umgang mit ihrem Team pflegen. Der Führungsstil wird hingegen tendenziell negativ, wenn Stress und emotionale Erschöpfung dominieren.

Die Forscher konnten ein hohes Wohlbefinden mit drei Stilen in Zusammenhang bringen. Das höchste Wohlbefinden zeigten Leiter und Leiterinnen, die den veränderungsorientierten Stil pflegten. Hierbei werden die Stärken aller Angestellten gefördert und sie sollen aus innerer Motivation heraus positive Veränderungen anstreben. Bei Platz zwei, der beziehungsorientierten Führung, werden Mitarbeitende aktiv eingebunden und es herrscht ein Arbeitsklima der Kooperation. Die Führungskraft ist zwar an der Spitze, gefühlt jedoch auch Teil des Teams und steht nicht außerhalb. Der dritte Stil ist das aufgabenorientierte Vorgehen. Die Leitung setzt klare Ziele, gibt Hilfestellungen und setzt Grenzen.

Wird abseits dieser Stile eine destruktive Führung gelebt, sinkt das Wohlbefinden sowohl bei Angestellten als auch beim Leitungspersonal. Je schlechter sich die Führungskräfte fühlten, desto negativer war der Gesamtstil. Mitarbeitende fühlten sich allein gelassen, überfordert, unterdrückt oder gegeneinander ausgespielt. Auch Mobbing trat gehäuft auf.

Analysen dieser Art sind wichtig, so die Forscher, um den Blickpunkt gezielt auf die Gesundheit der Führungspersonen zu lenken und die Auswirkungen von Erschöpfung bis hin zum Burnout zu dokumentieren. Die Mehrheit der Studien zu Arbeitswelt und Gesundheit konzentrieren sich bislang auf Angestellte. Das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hängen jedoch auch vom Führungsstil ihrer direkten Vorgesetzten ab und deren Gesundheit wirkt der aktuellen Untersuchung nach sehr stark auf das gesamte Arbeitsumfeld ein.

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