21. April 2009
Von Viola Reinhardt
Die Zeiten sind gerade für Selbständige nicht leicht. Angesichts der Finanzkrise wird bei vielen Konsumenten gespart und auch der Bereich der Dienstleistung hinkt oft gewaltig. Hektische Aktionen bringen aber gerade die Einmann- oder Einfraubetriebe und kleine Unternehmen nicht weiter. Sich auf seine Persönlichkeit und eigene Kompetenzen zu besinnen zeigt dagegen viel mehr Wirkung. Doch vor allem steht am Anfang das Lächeln und Ehrlichkeit.
Immer mehr Firmen zeigen ein gleiches Angebot, so dass es für einen Kunden leicht ist heut hier zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen und morgen wieder ganz wo anders. Für kleine Unternehmen bedeutet diese Wechselhaftigkeit der Kundschaft zumeist ein Hoffen und Bangen, denn jeder Kunde zählt. Dumpingpreise, eine Sonderangebot-Aktion nach der anderen oder auch Werbeversprechen, die dann nicht eingehalten werden (können) bringen unter dem Umsatzstrich nicht viel. Im Gegenteil, Kunden spüren ob sie manipuliert werden oder jemandem gegenübertreten der ehrlich hinter seinem Angebot steht und weiß was er tut.
Vielfach wird von den Selbständigen zweierlei vergessen: Ein Lächeln, auch und gerade am Telefon, sowie durch bestimmte Vorgehensweisen dem Kunden zeigen dass er wichtig ist und immer ein bisschen mehr erhält als er erwartet. Gerade als kleiner Selbständiger liegen hier die Chancen auch in Zeiten einer Krise überleben zu können und auch die Umsätze nach wie vor zu steigern. Nicht umsonst werden immer mehr Workshops und Seminare aus dem Boden gestampft, die sich mit dem Alleinstellungsmerkmal und alten Werten beschäftigen.
Ein kleines Beispiel aus der Welt des Verkaufs: Ein kleines Einzelhandelsunternehmen steht in den roten Zahlen, der Inhaber ist ständig einer Krise nah, lässt seine Sorgen und Ängste an den Mitarbeitern aus. Diese sind natürlich genervt und lassen ihren Frust an den Kunden aus. Die wiederum fühlen sich schlecht behandelt, kaufen wo anders und erzählen mindestens dem ganzen Bekanntenkreis von diesem "miserablen Geschäft und den Leuten dort". Zehn weitere werden nicht einen Fuß in das Geschäft setzen. Ein Kreislauf, der dem wackeligen Boden des Betriebes den Rest gibt. Wie viel anders ist es, wenn ein Inhaber Stärke zeigt, seine Mitarbeiter mit ins Boot zieht, ihnen einen Anreiz bietet sich auch um ihren Arbeitsplatz zu engagieren und die Kunden mit einem herzlichen und ehrlichen Lächeln, sowie viel Ehrlichkeit und Kompetenz zu beraten.
Auch in anderen Bereichen zeigt sich, dass man mit nur wenigen Maßnahmen durchaus nicht nur Stammkunden halten, sondern auch immer wieder neue finden kann. Stets einen Tick besser und schneller sein als erwartet, auch mal Fünfe gerade sein lassen, sich aufrichtig für seine Kundschaft interessieren und ihnen dabei helfen, dass zu erreichen was sie wollen, ist weitaus mehr wert als mit leeren Versprechungen und Dumpingpreisen zu versuchen sie "zu kriegen". In einer ruhigen Minute einmal über sich und seine "Geschäftsart" nachzudenken, kann was wie das Finden des Eis des Kolumbus sein. Nicht ein super-tolles neues Angebot beeindruckt die Menschen, sondern Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit und das Gefühl, dass man jederzeit willkommen ist, denn eines ist sicher: "Hilfe, der Kunde droht mit Auftrag" bewirkt genau das Gegenteil. In diesem Sinne: Gute Erfolge!
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