Berufsunfähigkeit - Betroffene Berufe, mögliche Gründe und Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Schwarz-weiß Bild Frau hockt im dunklem leeren Zimmer an kahler Wand Depression Borderline Trauer

Die Auslöser und Folgen einer Berufsunfähigkeit und wichtige Tipps zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

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  • von Paradisi-Redaktion

Unser heutiger Sozialstaat sieht es vor, dass wir bis circa 65 Jahre arbeiten und erst dann in die Rente eintreten. Dass dies nicht immer der Fall ist, zeigt allein schon die Berufsunfähigkeit, von welcher Millionen Deutsche betroffen sind. Als Auslöser gelten diverse Erkrankungen oder auch Arbeitsunfälle. Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt sich daher in vielen Fällen. Lesen Sie, welche Berufsgruppen besonders von der Berufsunfähigkeit betroffen sein können und was Sie bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachten sollten.

Berufsunfähigkeit: eine Definition

Liegt eine Berufsunfähigkeit vor, ist eine Person nicht mehr dazu in der Lage, ihren Beruf auszuüben. Zu den möglichen Gründen zählt zum Beispiel ein Unfall oder eine Berufskrankheit.

Es handelt sich dann um eine Berufskrankheit, wenn der Arbeitnehmer seinem Beruf mindestens sechs Monate lang nicht mehr nachgehen kann. Ist dies noch zum Teil möglich, spricht man von einer teilweisen Berufsunfähigkeit.

Der Begriff "Berufsunfähigkeit" muss abgegrenzt werden von der Erwerbsunfähigkeit. Während ein Arbeitnehmer im Fall der Berufsunfähigkeit möglicherweise eine andere, meist finanziel geringer vergütete Arbeit ausüben kann, ist dies bei der Erwebsunfähigkeit nur stark eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich.

Wer nun auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung setzt, sollte wissen, dass es diese nicht mehr gibt, wenn man nach dem 01. Januar 1961 geboren wurde. Die entsprechende Umgestaltung erfolgte im Jahr 2001 mit der Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Dadurch bleibt nun bei Erwerbsminderung eine gesetzliche Rente mit sehr geringer Höhe. Ob man jedoch Anspruch darauf hat, wird von der Rentenversicherung geprüft; je nach Leistungsfähigkeit kann man zur Kategorie der teilweisen oder vollen Erwerbsminderung angehören. Dabei liegt eine volle Erwerbsminderung vor, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund von Erkrankung oder Behinderung weniger als drei Stunden am Tag arbeiten könnte - sowohl in seinem als auch in anderen Berufen.

Mögliche Gründe für eine Berufsunfähigkeit

Doch was sind überhaupt die häufigsten Auslöser für eine Berufsunfähigkeit, welche so auch seitens der Versicherungen akzeptiert und anerkannt werden?

Psychische Erkrankungen

In diesem Zusammenhang sind zunächst einmal psychische Erkrankungen zu nennen. Diese machen fast ein Drittel aller Eintritte in die Berufsunfähigkeit aus und belegen damit den ersten Platz der Gründe, warum nicht mehr einer Arbeit nachgegangen werden kann.

Unter psychischen Erkrankungen sind beispielsweise

zu verstehen. Derartige Erkrankungen würden die erfolgreiche Aufnahme einer Tätigkeit unterbinden, da beispielsweise der natürliche Stress von Arbeit sich bereits negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken könnte.

Daneben sorgen viele dieser Erkrankungen bereits selbst dafür, dass man nicht mehr in der Lage ist, konzentriert zu arbeiten oder die Motivation für die Arbeitsbewältigung aufzubringen. Letztlich kann eine psychische Erkrankung in der Arbeitswelt nicht nur die eigene Person, sondern auch das Arbeitsumfeld gefährden.

Rückenschmerzen

Der zweite Hauptgrund für das dauerhafte Ausscheiden aus der Berufstätigkeit sind Rückenschmerzen, welchen beispielsweise ein Bandscheibenvorfall zugrunde liegen kann. Dabei sind vor allem Menschen aus handwerklichen Berufen betroffen. So müssen hier täglich schwere Lasten bewegt werden, was eine schnelle Abnutzung des passiven Bewegungsapparates bedingt.

Krebserkrankungen

Ein weiterer wichtiger Faktor, welcher ebenso als ein anerkannter Hauptgrund für die Berufsunfähigkeit gilt, ist Krebs. Dies ist wiederum auf die Tatsache zurückzuführen, dass Krebs ein oft schleichender Prozess ist und teils jahrzehntelang mit dieser Erkrankung gelebt werden muss. Aber selbst wenn es einem temporär besser geht, dann kann nicht verlangt werden, dass man einer Tätigkeit nachgehen müsste.

Herz- und Kreislauferkrankungen

Der letzte Hauptfaktor wird durch Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems repräsentiert. Dies können beispielsweise vorangegangene Herzinfarkte oder Arteriosklerosen sein, welche sich bei einer weiteren Arbeitstätigkeit tödlich auswirken könnten.

Arbeitsunfälle

Auffallend ist es letztlich noch, dass Berufsunfälle nur sehr selten ein Auslöser für eine Berufsunfähigkeit sind. So beträgt deren Anteil weniger als 3%. Dieser Wert ist dabei vor allem unserer Dienstleistungsgesellschaft und hohen Sicherheitsstandards zu verdanken, aufgrund welcher sich der Arbeitnehmer nur selten in direkter körperlicher Gefahr befindet.

Deutschlands Top 10 der Berufskrankheiten

Lärmbedingte Schwerhörigkeit und Asbestosen gehören zu den häufigsten Berufskrankheiten

Alter Mann bekommt etwas in sein Ohr gesagt
kommunikation © Phoenixpix - www.fotolia.de

Pro Jahr sterben 2.430 Leute in Deutschland an den Folgen einer Berufskrankheit. Das sind sogar mehr als jährlich durch Betriebssunfälle ums Leben kommen. Jedes Jahr beträgt die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer, bei denen eine berufsbedingte Krankheit festgestellt wird, rund 13.546. Hier die zehn häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland.

Die am häufigsten auftretenden Erkrankungen bei Arbeitnehmern

Platz eins, mit 5.158 Erkrankungen im Jahr, belegt die lärmbedingte Schwerhörigkeit, gefolgt von der Asbestbelastung, die zu zahlreichen Krankheiten führen kann. Auf Platz zwei befindet sich die Asbestose, die Lungenerkrankungen, Krebs oder Brustfellentzündungen hervorrufen kann, mit jährlich 4.103 Fällen. Auf dem dritten Platz liegt die Bildung eines Mesothelioms, ein Tumor im Bauch- oder Rippenfell, welche ebenfalls durch Asbestbelastung entsteht. Daran erkranken jährlich 996 Arbeiter. Weitere asbestbedingte Krankheiten sind der Kehlkopfkrebs und der Lungenkrebs, mit 765 Ausbrüchen im Jahr. Arbeitsbedingte Hauterkrankungen sind auf Platz fünf zu finden.

Haut- und Lungenerkrankungen gehören ebenfalls dazu

Bei 647 Berufstätigen im Jahr treten beispielsweise durch Teer- oder Rußpartikel Ekzeme und Allergien auf, die in seltenen Fällen auch in Hautkrebs enden können. Den sechsten Platz nimmt die Silikose ein, eine Ansammlung von Staub in der Lunge, die zu einer Vernarbung des feinen Gewebes führt. Dadurch entstehen häufig Atemnot und chronische Bronchitis. Betroffen sind etwa 559 Berufstätige im Jahr.

Auf dem siebten Platz der häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland befinden sich die Infektionskrankheiten mit 462 Erkrankungen im Jahr. Diese entstehen hauptsächlich durch den Kontakt mit infektiösem Blut in Krankenhäusern, in Pflegestationen oder Laboren. Den achten Platz belegen die Krankheiten, die durch Tiere auf den Menschen übertragen werden, wie beispielsweise die Schweinegrippe. Gezählt wurden etwa 419 Fälle pro Jahr.

Atemwegserkrankungen und Bandscheibenvorfälle

Den vorletzten Platz nehmen die allergisch bedingten Atemwegserkrankungen ein, die mit 408 Betroffenen im Jahr gezählt wurden. Auf dem letzten Platz unserer Liste stehen die sonstigen Erkrankungen, der 68 anerkannten Berufskrankheiten in Deutschland. Darunter unter anderem Bandscheibenvorfälle und Wirbelsäulenschäden.

Psychische Erkrankungen und Rückenleiden Hauptursachen für Berufsunfähigkeit

Auch Verkehrsunfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nicht selten Gründe der Berufsunfähigkeit

Rückenansicht Geschäftsmann im Bürostuhl, Hände im Nacken gekreuzt
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Die Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Arbeitslebens berufsunfähig zu werden, liegt in Deutschland bei 25 Prozent. Das hat eine aktuelle Studie des Analysehauses Morgen & Morgen ergeben. Zu den häufigsten Ursachen zählen

  • psychische Gründe (28,6 Prozent),
  • Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates (21,4 Prozent) und
  • Krebs (16,4 Prozent).

16 Millionen besitzen eine Berufsunfähigkeitsversicherung

In allen Altersstufen sind psychische Erkrankungen der häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit. Von rund 42 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland besitzen etwa 16 Millionen Menschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Allerdings gibt es auch Unterschiede bei den Altersgruppen. Während bei den über 50-Jährigen Verkehrsunfälle für 5,6 Prozent aller BU-Fälle verantwortlich sind, sind dies bei den unter 40-Jährigen 15 Prozent. Bei Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems ist dies genau umgekehrt: Bei den unter 40 Jährigen liegt der Anteil für Berufsunfähigkeit bei 5,7 Prozent, bei den über 50-Jährigen beträgt er gut 12 Prozent.

Frühe Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt sich

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen – vom Altenpfleger bis zur Managerin. Zudem sind immer weniger Menschen in der Lage, tatsächlich bis zum Erreichen ihres Rentenalters zu arbeiten. Auch in jungen Jahren droht die Berufsunfähigkeit.

Da die Zeit bis zur Rente gerade dann noch besonders weit ist, lohnt nach Meinung von Experten eine frühe Auseinandersetzung mit dem Thema Berufsunfähigkeit. Eine rechtzeitige Vorsorge zur Absicherung werde immer wichtiger.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente beträgt durchschnittlich rund 700 Euro. Wer nach 1961 geboren wurde, kriegt lediglich dann Geld, wenn er höchstens drei Stunden am Tag arbeitsfähig ist.

Risiko einer Berufsunfähigkeit ist höher als bisher angenommen

Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, liegt das Risiko einer Berufsunfähigkeit höher als man bisher angenommen hat. So würden von den heute 20 Jahre alten Personen 43 Prozent bis zum Eintritt ins Rentenalter berufsunfähig werden.

Bei den 50-Jährigen liegt der Prozentsatz bei etwa 33 Prozent. Gefährdet sind mehr die Männer, weil sie meistens in "riskanteren" Berufen beschäftigt sind. Zu einer Berufsunfähigkeit führen meistens psychische Erkrankungen, sowie auch Unfälle und Erkrankungen der Organe.

Eine gesetzliche Rente bei Berufsunfähigkeit gibt es für Personen, die nach 1960 geboren sind, nicht mehr, sondern nur noch eine Erwerbs mindernde Rente, die durchschnittlich zwischen 660 und 760 Euro beträgt. Gegen Berufsunfähigkeit haben sich in Deutschland nur zehn Prozent privat versichert.

Fünf neue Krankheitsbilder gehören zu einer Berufskrankheit

Liste der Berufskrankheiten wrude um fünf Krankheitsbilder erweitert

Seit dem 1. Juli 2009 gibt es fünf weitere Krankheitsbilder, die als Berufskrankheit in die Liste aufgenommen wurden und somit anerkannt werden. Bei den neuen Krankheitsbildern handelt es sich einmal um einen vorzeitigen Verschleiß im Kniegelenk, was man als Gonarthrose bezeichnet.

Anerkennung von Krankheiten als Berufskrankheit

Die zweite Krankheit ist eine Entzündung der Lunge, die Lungenfibrose, beziehungsweise Siderofibrose, die vor allem Schweißer betrifft. Auch Bluterkrankungen durch Benzol und Lungenkrebs durch PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) oder auch Asbestfasern gehören jetzt dazu. Nur bei der Bluterkrankung durch Benzol gibt es keinen sogenannten Stichtag der Erkrankung, weil man seit 1925 diese als Berufskrankheit anerkennt.

Bei einer Berufskrankheit müssen der Arzt, der Arbeitgeber und die Krankenkasse die dafür zuständige Versicherung benachrichtigen, die dann den Vorgang prüft.

Anspruch auf Heilbehandlung oder Rente bei Anerkennung einer Berufskrankheit

Wird der Antrag von der Versicherung anerkannt, so hat der betroffene Arbeitnehmer eine Anspruch auf eine Heilbehandlung und falls seine Erwerbstätigkeit einschränkt ist, auch einen Anspruch auf Zahlung einer entsprechenden Rente. Wird ein Antrag abgelehnt, so kann dagegen Einspruch bei der zuständigen Unfallversicherung oder danach beim Sozialgericht erhoben werden.

Betroffene Berufe

Die Berufsunfähigkeit geht häufig auch mit Armut, sozialer Isolation und schwerwiegenden Erkrankungen einher. Dabei betrifft diese Millionen Menschen in Deutschland, welche nicht mehr in der Lage sind, einer geregelten beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Doch was sind überhaupt die Berufe, bei denen das Risiko einer Berufsunfähigkeit am höchsten ist?

Um eine solche Prognose abgeben zu können, muss lediglich auf die Einteilungen von Versicherungen geschaut werden. Diese haben nämlich alle Berufsgruppen, welche innerhalb der BRD ausgeübt werden, kategorisiert. So ist es einer Versicherung leicht möglich zu entscheiden, zu welchen Konditionen und ob ein Arbeitnehmer eine solche Versicherung bei dem Anbieter abschließen kann.

Um das Risiko der Berufsunfähigkeit zu berechnen, kommen zudem zwei Faktoren in Frage. So muss einerseits der Grad und die Qualität der körperlichen Arbeit eingeschätzt werden, da bei dauerhaft starker körperlicher Arbeit das Risiko körperlicher Leiden stark erhöht ist. Andererseits spielt aber auch der Stressfaktor eine entscheidende Rolle, da ein dauerhaftes Gefühl der Überforderung oft zu psychischen Erkrankungen führt.

Gruppe 1: Berufe mit geringem Berufsunfähigkeitsrisiko

Unter der Gruppe 1 werden Berufe mit einem sehr geringen Berufsunfähigkeitsrisiko zusammengefasst. Dies wären beispielsweise Steuerberater und Architekten, die einerseits nur sitzende Tätigkeiten ausführen, andererseits auch zumeist bezüglich der Anforderungen nicht überlastet werden.

Gruppe 2: Berufe mit normalem Berufsunfähigkeitsrisiko

Die Gruppe 2 repräsentiert wiederum das normale Berufsunfähigkeitsrisiko, welches den Durchschnitt in der BRD markiert. Gefunden werden kann ein solches Risiko beispielsweise in gewöhnlichen kaufmännischen Berufen, in welchen ebenso keine schwere körperliche Arbeit verlangt wird und zumeist kein akuter dauerhafter Zeitdruck herrscht.

Gruppe 3: Berufe mit erhöhtem Berufsunfähigkeitsrisiko

Ein erhöhtes Berufsunfähigkeitsrisiko liegt da schon in der Gruppe 3 vor, welches zum Beispiel

betrifft. Hier wird nicht nur unter Aufsicht und Zeitdruck gearbeitet, sondern es werden auch körperliche Tätigkeiten vollbracht.

Gruppe 4: Beruf mit hohem Berufsunfähigkeitsrisiko

Die Berufe, in welchen es am häufigsten zu einer Berufsunfähigkeit kommt, lassen sich letztlich in der Gruppe 4 finden. So stehen im Arbeitsalltag hier starke körperliche oder psychische Belastungen im Vordergrund, wie es beispielsweise bei Altenpflegern und Elektrikern der Fall ist.

Darüber hinaus werden in der 4. Gruppe auch Berufe erfasst, bei welchen es vergleichsweise häufig zu schweren Arbeitsunfällen kommen kann, welche für eine Berufsunfähigkeit sorgen können. Ein Beispiel für letzteres wären Berufssoldaten, welche auch Auslandseinsätze absolvieren müssen.

Ebenso besonders gefährdet sind:

  • Stewardessen
  • Gleisbauer
  • Reitlehrer
  • Nachtwächter
  • Reinigungskräfte
  • Ergotherapeuten
  • Estrichleger
  • Pflasterer und
  • Rangierbegleiter.

Berufsunfähig - und dann?

Es gibt zahlreiche Leiden, welche dazu führen können, dass kein Beruf mehr ausgeübt werden kann. Eine mögliche Berufsunfähigkeit ist deshalb eine Angstvorstellung vieler Arbeitnehmer. Doch was kommt überhaupt alles konkret auf jemanden zu, der aufgrund einer Krankheit oder Verletzung nicht mehr in der Lage ist, einer normalen beruflichen Tätigkeit nachzugehen?

Psychische und physische Belastungen

Zunächst einmal sieht sich ein Berufsunfähiger mit der Erkrankung oder Einschränkung selbst konfrontiert, welche überhaupt erst für diesen Status verantwortlich ist. Die Erkrankung zehrt dabei oftmals an den Kräften und stellt eine große psychische Belastung dar, da ständig unter Schmerzen gelebt werden oder mit dem eigenen Tod gerechnet werden muss. Des Weiteren muss ein Berufsunfähiger oftmals auch zahlreiche Therapiemaßnahmen über sich ergehen lassen, welche nicht in allen Fällen Linderung verschaffen, von den Versicherungen aber nichtsdestotrotz angeordnet werden.

Rechtsstreit mit der Versicherung

Des Weiteren muss man sich im Falle der beginnenden Berufsunfähigkeit oftmals auf einen ausgedehnten Rechtsstreit mit der Versicherung einstellen. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Berufsunfähigkeit als solche eher selten absolut feststeht, sondern man sich gesundheitlich in definitorischen Grenzgebieten bewegt.

Dies ist vor allem bei psychischen Leiden der Fall, wo sich beispielsweise die Frage stellt, ab wann eine Depression eine Arbeitsunfähigkeit rechtfertigt und wie lange noch mit dieser Erkrankung einer Arbeit nachgegangen werden kann. Solche Rechtsstreits mit der Versicherung können sich auch über mehrere Jahre hinziehen, in welchen auch regelmäßig neu überprüft wird, ob tatsächlich noch eine Berufsunfähigkeit vorliegt oder nicht doch eine Besserung des gesundheitlichen Zustands eingetreten ist.

Schwierigkeiten, sich an die neue Situation zu gewöhnen

Vielen Menschen fällt es zu Beginn der Berufsunfähigkeit aber auch schwer, sich auf die neue Situation einzustellen. Die frühere Arbeit, welche einen den ganzen Tag zeitlich beansprucht hat, ist nun weggefallen.

Nun stellt sich folglich die Frage, wie mit dieser ganzen Zeit umgegangen werden und diese sinnvoll genutzt werden soll. Wenn es in diesem Zusammenhang nicht gelingt, eine geordnete Struktur in den Alltag zu bringen, dann können auch noch Depressionen und soziale Isolation auf einen zukommen. Stattdessen sollte man sich bemühen, aktiv den Alltag anzugehen und neue Herausforderungen oder Hobbys zu suchen, die einen selbst und vielleicht auch dem Umfeld nützen und dieses bereichern.

Auch wenn der Fall einer Berufsunfähigkeit seitens der Versicherung nicht immer klar ist, lohnt es sich, diese abzuschließen...

Nützliche Tipps rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung

Im Falle einer Berufsunfähigkeit ist kaum eine Unterstützung seitens des Staates zu erwarten. Für die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung sind folgende Voraussetzungen wichtig:

  • es müssen in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Tätigkeit vorliegen
  • man muss mindestens fünr Jahre versichert sein

Es dürfte sich demnach lohnen, auch private Vorsorge im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu betreiben. Doch was sollte man rund um Berufsunfähigkeitsversicherungen wissen, um nicht nur den idealen Anbieter auszuwählen, sondern auch später optimal von den angebotenen Leistungen zu profitieren?

Versicherungsvergleich

Vor Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man natürlich zunächst einmal die Anbieter vergleichen. Ein solcher Vergleich ist dabei leicht mit entsprechenden seriösen Internetportalen möglich, welche lediglich mit einer Suchmaschine aufgesucht werden müssen.

Daneben widmen sich auch viele Finanzzeitschriften regelmäßig diesem Thema, so dass man auch in den Printmedien häufig auf diese Thematik stoßen kann. Derartige Tests beurteilen die Versicherer dann beispielsweise hinsichtlich der Beitragszahlungen und Leistungen, welche im Rahmen der Berufsunfähigkeitsversicherung geboten werden. Daraufhin kann man unter den besten Anbietern eine Entscheidung fällen, mit wem ein Vertrag eingegangen werden soll.

Wahl der passenden Vertragsart

Des Weiteren sollte aber auch die genaue Vertragsart beachtet werden, welche bei einem Anbieter abgeschlossen wird. Dabei gilt als Faustregel, dass alleinstehende Männer eher auf eine separate Berufsunfähigkeitsversicherung setzen sollten.

Es wird nämlich insgesamt so in der Regel weniger gezahlt als mit einer Kombiversicherung, bei welcher beispielsweise eine Risikolebensversicherung mit im Vertrag integriert ist. Frauen bietet sich hingegen zumeist eher ein Kombinationstarif an, welcher sich vor allem im Falle einer Familie lohnt.

Beachtung der Nachversicherungsgarantie

Auf was bei der Anbieterwahl auch geachtet werden sollte - hierauf legen jedoch nur wenige Tests Wert - ist die so genannte Nachversicherungsgarantie. Bei dieser handelt es sich um das Recht des Versicherten, auch später noch die möglichen Rentenbeiträge durch Mehreinzahlungen erhöhen zu können, ohne dass es zu einer erneuten Überprüfung des Gesundheitszustands kommt. Wird dies nicht beachtet, dann kann in vielen Fällen keine Erhöhung des Beitragssatzes wirksam gemacht werden, da der Gesundheitszustand seitens des Anbieters nicht als hierfür ausreichend befunden wird.

Sicherstellung wahrheitsgemäßer Angaben

Zuletzt sollte man beim Ausfüllen des Antragsbogens darauf achten, dass alle Angaben sicher der Wahrheit entsprechen. Vielleicht mag die Angabe zweifelhafter Werte nicht sofort auffallen. Sollte es aber im Ernstfall zu einer Überprüfung früherer Angaben kommen und festgestellt werden, dass falsche Angaben gemacht wurden, kann die komplette Versicherungsleistung entfallen.

Weitere Punkte, die beachtet werden sollten

Man sollte zudem auf folgende Punkte achten:

  • eine gute Bewertung durch internationale Ratingagenturen
  • eine akzeptable Beitragshöhe
  • es liegen keine Ausschlüsse von der Leistungspflicht vor, z.B. im Fall einer psychischen Erkrankung oder nach einer Straftat
  • eine rückwirkende Anerkennung der Berufsunfähigkeit und Zahlung auch bei unklarer Prognose in den ersten sechs Monaten
  • ein konkret gehaltener Fragenkatalog
  • Abfrage von Erkrankungen der lediglich letzten fünf Jahre
  • eine lange Laufzeit (bis zum 67. Lebensjahr)
  • eine weltweite Gültigkeit
  • die selben gültigen Kriterien bei einer Nachprüfung wie bei Erstprüfung
  • der Verzicht auf Anzeigepflicht, z.B. bei der Ausübung einer riskanten Sportart oder bei Berufswechsel

Nicht jeder kann sich gegen Berufsunfähigkeit versichern

Was beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu Problemen führen kann

Liste Versicherungen, Lebensversicherung rot markiert
Lebensversicherung © Christian Jung - www.fotolia.de

In vielen Berufen ist eine Versicherung bei Berufsunfähigkeit wichtig, doch wie auch die Stiftung Warentest ermittelte, gibt es dabei oftmals große Probleme. Für eine solche Versicherung gibt es auch viele sehr gute Tarife, aber leider erhält nicht jeder, der sich versichern möchte, diese Tarife. Laut einer von der Stiftung Warentest durchgeführten Umfrage bei 274 Personen, hatte nur jeder Vierte Glück beim Abschluss.

Probleme beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die meisten Probleme traten bei der Frage von Vorerkrankungen auf, hier hat die Versicherung drei Alternativen anzubieten, entweder den Antrag ablehnen, zweitens einen höheren Beitrag wegen des Risikos zu nehmen, oder einfach diese Erkrankung vorweg auszuschließen, was sich aber oft nicht im Beitrag niederschlägt. Aber auch bei den allgemeinen Gesundheitsfragen gibt es oftmals einige Probleme, denn wenn man keinen Hausarzt hat, kann man sich oft nicht an alle Krankheiten erinnern und angeben. Den Versicherungsvertreter sollte man es aber besser nicht überlassen diese Zeilen auszufüllen, denn der ist doch meistens nur am Abschluss interessiert. Aber oft besteht seitens der Versicherung eine Ablehnung, wenn der Antragsteller ein Rückenleiden oder auch psychische Erkrankungen hat. Doch oft ist dies auch von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich, wie beispielsweise "Finanztest" feststellte.

Besonders für die Jahrgänge nach 1961 ist dies wichtig, denn die bekommen nur eine Rente, wenn sie erwerbsunfähig werden, das bedeutet überhaupt nicht mehr arbeitsfähig sind. Aber vielleicht klappt ja auch alles reibungslos mit dem Abschluss der Versicherung für eine Berufsunfähigkeit, doch wollen wir hoffen, dass der Versicherungsfall nie eintreten muss, so wie man auch eine Feuerversicherung für das Haus abschließt.

Vorsorgen gegen eine Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeit kommt meist unerwartet, doch hier ist Vorsorge möglich

Seitenansicht Frau auf Bürostuhl macht Hohlkreuz, Rückenschmerzen
business woman back pain © fred goldstein - www.fotolia.de

Damit man seinen Lebensstandard auch beim Verlust der Berufsfähigkeit erhalten kann, lohnt es sich, sich für diesen Fall mit einer Versicherung abzusichern, denn oft reichen die Renten bei einer Erwerbsminderung nicht aus.

Zwar wird laut Statistik nur jeder vierte Deutsche im Laufe des Lebens berufsunfähig, doch meistens nicht durch einen Unfall und oftmals auch nur für einige Zeit, beispielsweise durch eine psychosomatische Erkrankung oder auch durch ein Rückenleiden sowie eine andere schwere Krankheit. Deshalb sollte man eine solche Versicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU) schon beizeiten abschließen, denn dann ist sie auch günstiger.

Vor Abschluss einer Versicherung umfassend informieren

Aber wie bei vielen Versicherungen sollte man sich hierbei genau erkundigen und auch die Tarife vergleichen. Es gibt nämlich Unterschiede bis zu 50 Euro in einem Monat. Ein besonderer Punkt ist auch, dass die Versicherung dem Versicherten, wenn er in seinem eigentlichen Beruf nicht mehr arbeiten kann, nicht zu einer anderen Tätigkeit auffordern kann.

Grundsätzlich ist aber auch erforderlich, dass man der Versicherung eventuelle Krankheiten nicht verschweigen darf, denn dann kann es später im Versicherungsfall zu großen Schwierigkeiten kommen. Schließlich sollte man auch noch auf die Auszahlung, beziehungsweise Verrechnung von Überschüssen, die die Versicherung macht, achten. Wer eine reine Unfallversicherung abschließen will, der sollte dies aber nur als Ergänzung sehen und auch hier sich ausführlich beraten lassen.

Neue Versicherungsverträge für eine Berufsunfähigkeit sind besser geworden

Bei Berufsunfähigkeit greifen jetzt neue Versicherungsverträge mit besseren Bedingungen

Ärztin schaut Röntgenbild eines Brustkorbs an
Female doctor examining an x-ray © Artur Gabrysiak - www.fotolia.de

Wie die Stiftung Warentest feststellte, sind die neuen Tarife bei einer Versicherung bei Berufsunfähigkeit wesentlich besser geworden. Eine Berufsunfähigkeit kann jeden treffen, sei es durch Unfall, eine Krankheit, beispielsweise auch Bandscheibenschaden, oder auch psychische Leiden sowie den sogenannten Burnout. So kann man also dagegen eine dementsprechende Versicherung abschließen, die dann eine Rente bezahlt.

Rückwirkende Zahlung nach neuer Regelung

Wie die Tester also jetzt feststellten, sind die Vertragsbedingungen heute besser als in den alten Verträgen, wo noch eine Klausel enthalten ist, die die Zahlung einer Rente ausschließt, wenn die Möglichkeit besteht einen anderen Beruf auszuüben. Aber bis eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird, kann manchmal auch dauern, aber nach den neuen Verträgen werden die Beträge auch rückwirkend bis zu drei Jahren bezahlt.

Versicherungsbeträge in den verschiedenen Berufen

Doch was kostet eine solche Versicherung monatlich? Die Tester haben für ihr Modell einen Arbeitnehmer im Alter von 30 Jahren zugrunde gelegt. So würde für eine monatliche Rente in Höhe von 2.000 Euro, die bis zum 67. Lebensjahr gezahlt wird, eine Diplomkauffrau zwischen 870 und 2.282 Euro jährlich bezahlen müssen. Ein Altenpfleger, der monatlich 1.000 Euro Rente haben möchte, der muss zwischen 645 und 1.742 Euro jährlich an die Versicherung bezahlen.

Doch nicht nur Handwerker lassen sich dementsprechend versichern, auch Gastwirte und Künstler. Bei den Schreibtischberufen oder auch bei den Ärzten sind die Beitragszahlungen meistens günstiger und man hat auch weniger Probleme bei der Aufnahme in die Versicherung. Da aber die Versicherungen auch bestimmte Vorerkrankungen für ihre Tarife berücksichtigen, sollte man eigentlich schon frühzeitig diese anschließen, bevor sich irgendwelche gesundheitliche Probleme bemerkbar machen.

Bewertung von Versicherungen

Wie auch "Finanztest" empfiehlt, sollte man bei verschiedenen Versicherungen sich nach den Tarifen und Beiträgen erkundigen. Bei den Fragen zur Gesundheit sollte man stets bei der Wahrheit bleiben, denn sonst könnten nicht angegebene Krankheiten die Rentenzahlung verhindern. Beim Ergebnis des Tests lag dann die Aachen Münchener Versicherung auf dem ersten Platz, aber auch auf dem zweiten Platz lagen gleichzeitig neun andere Anbieter, die ebenfalls mit "sehr gut" bewertet wurden. Besonders günstige Tarife bieten Huk24 und Huk-Coburg an. In der Juli-Ausgabe des Finanztest-Heftes sind die 52 besten und günstigsten Tarife aufgeführt.

Warum viele Berufstätige keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen

Berufsunfähigkeitsverischerung - Warum sie sinnvoll ist und wann sie abgeschlossen werden sollte

In Deutschland werden etwa 20 Prozent der Berufstätigen in ihrem Leben berufsunfähig, so dass sie dann oftmals ohne Einkommen dastehen. Für einen solchen möglichen Fall kann man sich aber mit einer dementsprechenden Versicherung absichern. Doch warum schließt man diese denn nicht ab? So hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag der Continentale-Versicherung eine Umfrage gemacht.

Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist

Als Ergebnis kam dabei heraus, dass vor allem die hohen monatlichen Beiträge, die zum Teil im dreistelligen Bereich liegen, der Hauptgrund sind, keine Versicherung abzuschließen. Auch ist es für einige Berufsgruppen sehr schwierig eine Versicherung abzuschließen, weil der Beruf ein hohes Risiko in sich birgt, wie beispielsweise Dachdecker.

Viele glauben auch, dass eine Unfallversicherung vollkommen ausreichend ist, doch Untersuchungen zeigten, dass ein Unfall nur in etwa fünf Prozent der Fälle zur Berufsunfähigkeit führt. Auch Rückenleiden sind nur in 17 Prozent der Fälle der Grund, anders sieht es bei den psychischen Erkrankungen aus, die bei einem Drittel der Betroffenen die Ursache waren.

Grundsätzlich sollte man schon in frühen Jahren eine solche Versicherung abschließen, denn dann sind einmal die Beiträge niedriger und auch die gesundheitlichen Probleme weniger. Mittlerweile haben die Versicherungen ihre Anträge in Bezug auf die Gesundheitsfragen präzisiert und auch kundenfreundlicher gestaltet, so dass später im Versicherungsfall keine Probleme auftreten dürften, wie die Stiftung Warentest feststellte.

Ist eine Versicherung bei Berufsunfähigkeit sinnvoll?

Laut Bund der Versichterten ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine der wichtigsten überhaupt

Wie der Bund der Versicherten (BdV) berichtet, ist eine Versicherung bei einer Berufsunfähigkeit eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, denn ohne sie können viele Menschen ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten, wenn sie wegen einer Krankheit oder auch Unfalls nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten. Doch wer sollte eine solche Versicherung abschließen?

Eine BU-Versicherung kann für jede Berufsgruppe lohnend sein

Vor allem bestimmte Berufsgruppen gehören dazu, wie die Handwerker und Krankenschwestern, doch auch wer in einem sogenannten ungefährdeten Beruf arbeitet, kann trotzdem im Falle einer schweren Krankheit oder eines Unfalls dann in diese Lage kommen. Auch ist die staatliche Unterstützung in diesen Fällen nicht besonders hoch und besonders sind heute diejenigen unter 50 Jahren betroffen.

Die Berechnung der Beiträge

Eine dementsprechende Versicherung sollte man möglichst frühzeitig abschließen, denn dann sind die Beiträge niedriger, auch könnten spätere Erkrankungen den Abschluss einer solchen Versicherung erschweren und teurer machen. Eine Versicherung zur Berufsunfähigkeit ist relativ teuer und so sollte man die einzelnen Angebote vergleichen, denn mehrere Faktoren sind bei der Berechnung der Beiträge ausschlaggebend, wie

  • Höhe der Rente,
  • Alter des Eintritts
  • die Laufzeit und vor allem
  • ob es sich um einen Risiko-Beruf handelt.

Bei der Höhe der Rente sollte man seine persönlichen monatlichen Ausgaben zugrunde legen, denn Miete und Lebensunterhalt müssen ja bezahlt werden.

Auf eine abstrakte Verweisung verzichten

Beim Abschluss einer BU-Versicherung sollte man unbedingt darauf achten, dass auf eine sogenannte abstrakte Verweisung verzichtet wird, denn sonst könnte die Versicherung im Falle der Inanspruchnahme die Rente verweigern und auf einen anderen Beruf verweisen, in dem der Betroffene trotz Krankheit arbeiten könnte, egal ob er auch eine Stelle findet. Wenn der Betroffene eine andere gleichwertig bezahlte Arbeit findet, so brauchen die Versicherungen aber nicht zahlen.

Laut Stiftung Warentest sollte man sich auf jeden Fall vor Abschluss mehrere Angebote, zwischen fünf bis zehn, einholen und vergleichen. Die Fragen zur Gesundheit müssen wahrheitsgetreu beantwortet werden, denn sonst gibt es später Ärger im Versicherungsfall.

Anonyme Risikovoranfrage stellen

Wer schon Vorerkrankungen und Angst vor Ablehnung hat, der kann auch eine anonyme Risikovoranfrage stellen, die vermeidet, dass man bei den Versicherungen auf einer sogenannten "schwarzen Liste" steht. Diese Anfrage muss aber eine andere Person vornehmen, beispielsweise der Versicherungsvertreter.

Für viele ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung viel zu teuer

Wenn es nach den Verbraucherschützern geht, sollte jeder Erwerbstätige eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, um im Notfall abgesichert zu sein. Laut dem TNS Infratest haben jedoch nur 30 Prozent der Männer und 20 Prozent der berufstätigen Frauen solch eine Police. Viele denken sich, dass gerade ihnen sowieso nichts passiert oder andere haben einfach nicht das nötige Geld für solch eine Versicherung. Das Verbrauchermagazin "Öko-Test" hat jetzt in einem Test zahlreiche Versicherer unter die Lupe genommen und erstaunliches festgestellt.

Gerade bei den Berufsunfähigkeitsversicherungen suchen die Anbieter diese Risiken heraus, wo die Zahlung an den Versicherten eher unwahrscheinlich ist. Beim Test konnte keine Versicherung auf ganzer Linie überzeugen. Natürlich gibt es Anbieter mit akzeptablen Preisen und einem perfekten Schutz - allerdings liegt hier die Hürde bei der Kundenannahme gleich zu Beginn.

Finanzielle Absicherung der Arbeitskraft durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Für eine finanzielle Absicherung der Arbeitskraft ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung das Beste, denn dadurch wird eine Rente gesichert, wenn der Versicherte zu mindestens 50 Prozent nicht mehr seinen ursprünglichen Beruf ausüben kann.

Aber manche können wegen finanziellen Problemen oder irgendwelcher Vorerkrankungen diese Versicherung nicht abschließen und müssen Aufschläge oder auch Abschläge in Kauf nehmen. Aber, wie die Zeitschrift "Finanztest" berichtet, gibt es für diejenigen, die sich diese Versicherung nicht leisten können, eine andere Möglichkeit. So zum Beispiel, was auch für Selbstständige interessant ist, eine sogenannte Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die wesentlich günstiger ist. Diese Versicherung kostet jährlich zwischen 600 bis 708 Euro für Frauen, bei den Männern liegt der Jahresbeitrag bei 556 bis 666 Euro.

Aber es gibt noch weitere Versicherungen, so beispielsweise bei Invalidität, bei "schwerer Erkrankung" (Krebs, MS sowie auch Alzheimer) und natürlich auch die private Unfallversicherung, die aber nur einen eingeschränkten Schutz bieten, wie die Stiftung Warentest auch feststellte.

Welche Möglichkeiten gibt es außer der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Winzige Personen stehen vor riesigen Euroscheinen
Personen vor Euroscheinen © Thomas Weißenfels - www.fotolia.de

Normalerweise sollte jeder Arbeitnehmer sich gegen ein eventuelle Berufsunfähigkeit versichern, doch oftmals fehlt dafür das nötige Geld oder die Versicherungen lehnen den Antrag ab, beziehungsweise nur gegen einen Risiko-Aufschlag. Aber welche Möglichkeiten gibt es sonst noch, wenn man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann?

Hier steht noch an erster Stelle, die Versicherung bei einer Erwerbsunfähigkeit, also wenn man überhaupt nicht mehr in der Lage ist eine Arbeit zu verrichten, also nicht nur in dem erlernten Beruf. Diese Versicherung ist um einiges preiswerter als die klassische BU-Versicherung. Diese Art der Versicherung ist für Selbstständige nicht uninteressant, weil bei einer BU eventuell die Mitarbeiter die eigentliche Arbeit übernehmen können.

Auch gibt es noch eine Versicherung, die bei uns in Deutschland wenig angeboten wird im Gegensatz zu Großbritannien, beim Eintritt einer schweren Erkrankung, beispielsweise Krebs oder MS (Multiple Sklerose) sowie schwere Herz-Kreislauferkrankungen. Beim Eintritt dieser Versicherung wird aber keine Rente, sondern nur ein einmaliger Betrag ausgezahlt.

Bei einer Unfallversicherung sollte man auf eine möglichst hohe Versicherungssumme achten, doch nur in fünf Prozent der Fälle kommt es nach einem Unfall zu einer Berufsunfähigkeit. In Deutschland gibt es seit dem Jahr 2000 auch eine Versicherung über die Grundfähigkeiten, zum Beispiel Sehen, Hören oder die motorischen Fähigkeiten. Wenn dann die Fähigkeit verloren geht, zahlt die Versicherung eine Rente. Doch ist oftmals der Nachweis mit Problemen behaftet. Dies ist auch ähnlich bei einer Versicherung gegen Invalidität, wo es aber nur Geld ab einem bestimmten Schweregrad gibt.

Versicherungen zahlen ungern bei Berufsunfähigkeit durch Depressionen und Burnout-Syndrom

Wer eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit abgeschlossen hat, der hofft auch, wenn es eines Tages zu dem Fall kommt, dass dann auch die Versicherung die entsprechende Leistungen bezahlt, sprich eine Rente. Aber bei einigen Erkrankungen wie beispielsweise dem Burnout-Syndrom ("Ausgebranntsein") oder auch den Depressionen versuchen die Versicherer hartnäckig die Zahlungen zu verweigern.

So ist es auch aus medizinischer Sicht oft schwer, das Burnout-Syndrom als echte Krankheit zu diagnostizieren, weil oftmals nach gewisser Zeit der betroffene Patient in der Lage ist, entweder seiner ursprünglichen oder auch einer anderen Tätigkeit nachzugehen. Anders sieht es bei Depressionen aus. Aber trotzdem ist es oft schwierig und nur mittels Gutachten seine Ansprüche gegenüber der Versicherung durchzusetzen.

Manche Versicherungen bieten auch Policen an, bei denen bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen werden oder mit einem Zuschlag. Aber da gerade in der heutigen Zeit das Burnout-Syndrom und auch Depressionen immer häufiger auftreten, so haben diese beiden Erkrankungen die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rückenleiden schon längst von der Spitze verdrängt, sollte man zusehen, dass diese auch bei einer Berufsunfähigkeit zum Tragen kommen.

Mann verschweigt frühere Erkrankungen - Berufsunfähigkeitsversicherung erlischt

Vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es Plicht, den Gesundheitsfragebogen der Versicherung auszufüllen. Wenn der Versicherte dort nicht alle früheren Erkrankungen erwähnt, riskiert er, im Ernstfall von der Versicherung keinen Cent zu erhalten. So ist es einem Bauschlosser und Lagerarbeiter ergangen, der die Gesundheitsfragen im Antragsformular nicht vollständig beantwortet hatte.

Die Frage, ob er in den letzten zehn Jahren an Krankheiten, gesundheitlichen Störungen oder Beschwerden gelitten habe, beantwortete er mit nein. Tatsächlich war er in dem Zeitraum mehrmals krankgeschrieben gewesen, u.a. wegen eines Hexenschusses, einer Bindehautentzündung und Hämorrhoidalleiden.

Nachdem er die Berufsunfähigkeitsversicherung dann wegen Rückenproblemen in Anspruch nehmen wollte, fechtete die Versicherung den Vertrag wegen arglistiger Täuschung an. Bei Nachforschungen hatte sie von den Vorerkrankungen des Mannes erfahren. Der Bauschlosser wollte dies nicht hinnehmen und verklagte die Versicherung auf Zahlung einer monatlichen Berufsunfähigkeitsversicherung. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat nun gegen den Kläger entschieden.

Wie die Richter in dem Urteil mitteilten, habe der Mann die Fragen der Versicherung zu seiner Gesundheit falsch beantwortet. Laut dem Gericht stellt schon das Verschweigen von Vorerkrankungen ein arglistiges Verhalten dar, weil es den Krankheitszustand in ein falsches Licht rückt.

Berufsunfähigkeitsversicherungen im Test – Tipps zum Sparen

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt: je früher man einsteigt, desto besser sind die Konditionen. In einem aktuellen Vergleich hat Stiftung Warentest aber auch große Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherern ermittelt. Während das Urteil der Tester bei den Leistungen gut ausfällt, gibt es Kritik für die Preise. Gerade junge Leute und Arbeiter können sich die Police oftmals nicht leisten.

Wie teuer der Vertrag wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Alter und Gesundheit spielen das Risikoprofil des Berufes und die gewünschten Rentenhöhe eine wesentliche Rolle. Handwerker werden kräftiger zur Kasse gebeten als Kaufleute, wer mit Chemikalien oder Werkzeugen zu tun hat, muss mehr zahlen als die Bürokraft. In risikoreichen Berufsgruppen liegen die Jahresbeiträge teilweise über der Höhe der gewünschten Monatsrente.

Man kann es aber günstiger machen. Experten empfehlen etwa, die Rentenhöhe und Laufzeit nur am tatsächlichen Bedarf festzulegen. Auch wenn der Versicherungsmakler eine höhere Rente verkaufen möchte, steigen Berufsanfänger am besten mit einer niedrigen Police ein. Auf einzelne Leistungen sollte man allerdings nicht verzichten. Die Ersparnis ist meist so gering, dass sie das erhöhte Risiko nicht auffängt.

"Öko-Test" konnte keiner Berufsunfähigkeistversicherung die Gesamtnote "sehr gut" vergeben

Das Magazin "Öko-Test" hat jetzt einmal die Berufsunfähigkeitsversicherungen näher unter die Lupe genommen. Dabei konnte die Tester aber nicht ein einziges Mal die Note "sehr gut" verteilen.

Insgesamt wurden von 35 Versicherungsgesellschaften 116 verschiedene Policen untersucht, wobei die Hälfte auch Verträge über Zusatzversicherungen enthielten, die nach dem Todesfall auch noch eine Summe an die Hinterbliebenen auszahlen.

Oft sehr hohe Anforderungen zur Aufnahme

Etwa 20 Prozent der Berufstätigen in Deutschland werden im Laufe ihrer Arbeit berufsunfähig, so dass viele dafür diese Versicherung abschließen. Doch oft sind die Prüfungen bei der Aufnahme so hoch, dass viele Anträge abgelehnt werden oder die Versicherten hohe Risikobeiträge bezahlen müssen. So ist auch bei bestimmten Hobbys, wie bespielsweise dem Reiten schon ein Aufschlag fällig.

Ein guter Berater informiert umfassend

Wer eine solche Versicherung abschließen möchte, der sollte auf jeden Fall, wie "Öko-Test" schreibt, einen seriösen Berater hinzuziehen, der über die einzelnen Tarife, die Gesundsheitsprüfung und auch über bestimmte Vertragsflexibilitäen informiert.

Auch bei den Laufzeiten gibt es große Probleme, denn viele Versicherungen bieten dies nur bis zu einem Alter von 60 oder 62 Jahren an, wobei dann noch nicht das reguläre Rentenalter beginnt. Deshalb konnten die Tester insgesamt auf alle Kriterien bezogen keine Note "sehr gut" vergeben, aber im Bereich der Tarifbedingungen waren zwei Drittel der Policen entweder "gut" oder sogar auch "sehr gut".

Berufsunfähigkeitsversicherung: Versicherer lehnen viele Bewerber ab

Jeder Beschäftigte oder Selbständige sollte sich vor den finanziellen Folgen der Berufsunfähigkeit schützen. Die Mehrheit der Deutschen besitzt jedoch keine gute Police. Neben hohen Preisen schrecken Gesundheitsprüfungen und ungünstige Tarifbedingungen die Kunden ab. Die Prüfer von Öko-Test kritisieren außerdem die mangelnde Flexibilität der Verträge.

Ablehnen von Bewerbern um Risiko gering zu halten

Insgesamt nahmen die Tester 116 Tarife unter die Lupe, 56 reine Berufsunfähigkeitsversicherungen und 57 Kombi-Verträge mit Hinterbliebenenschutz. Top-Konditionen in allen Bereichen fanden sie bei keinem Versicherer.

Am schlechtesten fielen die Noten für die Annahmepolitik aus. Um ihr Risiko gering zu halten, lehnen die Gesellschaften zahlreiche Bewerber ab. Berufsgruppen mit erhöhten gesundheitlichen Risiken werden häufig ganz ausgeschlossen. Und auch Verbraucher, bei denen bereits Vorerkrankungen bestehen, haben kaum Chancen auf eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wer in seiner Freizeit reitet, taucht oder Freeclimbing betreibt, muss Risikozuschläge zahlen – ebenso wie Menschen mit psychischen Problemen. Eine weitere Schwäche vieler Policen ist ihre zeitliche Limitierung. Beschäftigte aus bestimmten Branchen können sich nur bis zum 60. oder 62. Lebensjahr gegen Berufsunfähigkeit absichern. Im Falle der Invalidität sind die Betroffenen dann doch auf die niedrige Erwerbsunfähigkeitsrente vom Staat angewiesen.

Berufsunfähigkeitsversicherung – günstige Aktionsangebote genau prüfen

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Jedes Jahr zum Ausbildungs- und Studienbeginn locken die Versicherer mit Sonderaktionen für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Interessenten sollten sich jedoch nicht vom Preis blenden lassen. Auch wenn die Beiträge bei frühem Abschluss günstiger sind, sollte man die Vertragsbedingungen genau prüfen.

Stimmen die Leistungen?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung tritt ein, wenn jemand durch Unfall oder Krankheit nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Statt Lohn bekommt er dann eine monatliche Rente. Damit der Versicherte tatsächlich seinen Lebensstandard halten kann, sollte die Versicherungssumme jedoch ausreichend hoch gewählt werden.

Gesundheitsfragen ehrlich beantworten

Bei Sonderaktionen müssen Interessenten oft nur einen reduzierten Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Das ist ein Vorteil. Dennoch sollten Bewerber die Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Zwar liegen die Beiträge für gesunde Kunden niedriger, sollte sich später herausstellen, dass sie einen Sportunfall oder kleinere Krankheiten verschwiegen haben, kann die Versicherung jedoch die Leistungen kürzen.

Wer unsicher ist, fragt am am besten seinen Hausarzt.

Auf tückische Klauseln achten

Eine häufige Falle in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist die "abstrakte Verweisung". Enthält der Vertrag eine entsprechende Klausel, sollte man auf die Police verzichten. Denn im Ernstfall sehen Kunden kein Geld, sondern müssen sich in einen anderen Beruf verweisen lassen. Ob sie tatsächlich eine freie Stelle finden, ist dabei unerheblich.

Für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit entscheidend

Ausschlaggebend für die Höhe der Rente ist nicht etwa der ursprüngliche Ausbildungsberuf

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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird dann wirksam, wenn Versicherte ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Entscheidend für die Höhe der Rente ist der Job, den Arbeitnehmer zum Zeitpunkt ihrer Arbeitsunfähigkeit haben.

Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken (Az.: 5 U 236/12-28) entschieden. Demnach besteht kein Anspruch für den ursprünglichen Ausbildungsberuf.

Rente nach Motorradunglück

Im vorliegenden Fall hatte ein gelernter Stuckateur als Maschinenbediener gearbeitet, als er mit seinem Motorrad verunglückte. Nach einer dabei erlittenen Wirbelsäulenverletzung war es dem Mann möglich, zumindest einige Stunden am Tag als Maschinenbediener tätig zu sein.

Es war ihm jedoch nicht möglich, in seinen ursprüng­lichen Ausbildungs­beruf als Stuckateur zurück­zukehren. Daher verlangte er von seiner Versicherung nun die vereinbarte Rente, da er bei Versicherungsabschluss noch als Stuckateur gearbeitet habe.

Gründe für Berufs­wechsel

Das OLG lehnte dieses Ansinnen jedoch ab. Nach einem Berufs­wechsel, der nicht aus gesundheitlichen, sondern aus anderen Gründen erfolgt sei, sei bei der Frage der Berufs­unfähigkeit die neue Tätig­keit entscheidend.

Zumal wenn ein Arbeitnehmer diesen Job bereits einige Zeit ausgeübt habe. Es spiele demnach keine Rolle, was im Versicherungsvertrag angegeben ist.

Berufsunfähigkeitsversicherung - für wen lohnen Dread-Disease-Policen?

Bei der sogenannten Funktionsinvaliditätsversicherung können Interessierte aus rund 100 Tarifen wählen

Nahaufnahme Hand am Tropf im Krankenhausbett
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Gegen Berufsunfähigkeit sollte sich jeder absichern. In vielen Berufen sind die Tarife und Gesundheitsanforderungen jedoch so hoch, dass Beschäftigte sich nicht versichern lassen.

Sogenannte Dread-Disease-Policen können eine Alternative sein. Diese Funktionsinvaliditätsversicherung (FIV) zahlt nur bei Einschränkungen in bestimmten Körperfunktionen. Je nach Job können Interessierte aus rund 100 Tarifen auswählen.

Niedrige Eingangshürden

Um eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen, müssen Beschäftigte eine umfassende Gesundheitsprüfung absolvieren. Viele Bewerber scheitern. Bei den FIV sind die gesundheitlichen Hürden niedriger.

Da nicht alle Risiken abgedeckt werden, schaut der Arzt nicht überall so genau hin. Entsprechend geringer fallen auch die Prämien aus.

Versicherung im Baukastensystem

FIV-Policen, auch als Körperschutzpolice oder Optirente angeboten, bestehen meist aus drei Modulen. Basis ist die Absicherung von Grundfunktionen wie

Viele Tarife decken auch geistige Funktionsverluste ein. Das zweite Modul besteht aus einer Pflegezusatzrente.

Interessant ist Baustein Nummer drei: hier können Versicherte individuellen Schutz aushandeln, etwa Leistungen bei Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Krebs. Auch eine Unfallrente und Zahlungen für Schäden an bestimmten Organen sind möglich.

Generell ist die FIV also ein günstiger Weg, um die Berufsunfähigkeit abzusichern. Zwar bieten die Policen weniger Leistungen als eine klassische BU, aber sie sind besser als gar kein Versicherungsschutz. Wie bei allen Versicherungen sollten Interessenten jedoch das Kleingedruckte lesen.

Berufsunfähigkeitsversicherung – 60 Prozent der Tarife sind "sehr gut"

40 von 70 Policen haben im Test der Stiftung Warentest mit der Bestnote abgeschnitten - ein paar Haken gibt es dennoch

Nahaufnahme Euroscheine und Münzen auf Tisch, Geld
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Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als wichtige Police für alle Angestellten und Selbständigen. Im Test von Stiftung Warentest schneiden auch 40 von 70 Policen mit "sehr gut" ab. Ein paar Punkte sollte man beim Abschluss aber beachten.

Schärfere Kriterien

Im Vergleich zu früheren Tests haben die Prüfer 2015 ihre Bewertungskriterien verschärft. Einige Tarife schnitten daher schlechter ab als noch vor zwei Jahren.

Demgegenüber haben viele Versicherer ihre Konditionen verbessert. Das zeigt sich etwa bei den Klauseln zu rückwirkenden Zahlungen oder dem Verzicht auf die sogenannte abstrakte Verweisung. Damit bekommt der Versicherte auch dann Geld, wenn er in noch in einem anderen Beruf tätig sein könnte.

Neue Kriterien für den Test waren außerdem:

Punktabzug gab es für einige Tarife, weil die Prüfer ein höheres Mindestendalter voraussetzten.

Tipp: Wer sparen möchte, lässt den Vertrag nur bis zum 65. Lebensjahr laufen. Der Preis für den Versicherungsschutz steigt für Ältere unverhältnismäßig an.

Nicht jeder hat Chancen

Die Konditionen der Versicherer sind so kundenfreundlich wie nie zuvor. Das wäre Grund zur Freude. Dennoch hat die Berufsunfähigkeitsversicherung nach Ansicht der Tester einen Haken: nicht jeder schafft es, eine Police zu bekommen. Wer einen Beruf mit erhöhten gesundheitlichen Risiken ausübt, etwa

hat bei den meisten Gesellschaften keine Chance.

Gesundheit entscheidet

Auch Menschen mit

werden nicht aufgenommen. Da psychische Probleme mittlerweile die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind, prüfen die Gesellschaften besonders streng. Wenn ein Versicherter bei der Aufnahme eine Behandlung oder einen Klinikaufenthalt verschweigt, riskiert er seinen Anspruch auf Rente.

Je älter die Versicherungswilligen sind, desto teurer wird es außerdem. Experten raten deshalb, möglichst früh einen Basistarif abzuschließen – idealerweise mit der Option, diesen später ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erweitern. Die Preisunterschiede zwischen Top-, Komfort- und Premiumtarifen lassen sich online einfach vergleichen.

Gute Tarife ab 430 Euro

Für ihren Vergleich legten die Tester drei verschiedene Modellkunden zugrunde,

  • eine 25-jährige Arzthelferin,
  • einen 30-jährigen Diplomkaufmann und
  • einen gleichaltrigen Industriemeachniker.

Am günstigsten schnitt die Arzthelferin ab: für eine monatliche Rente von 1000 Euro monatlich, zahlt sie im "sehr guten" Tarif nur 430 Euro im Jahr. Spätestens wenn der Kunde auch seine Familie absichern möchte, sollte die Summe jedoch höher sein. Risikoarme Berufsgruppen können sich eine Rente von 2000 Euro bereits für 770 Euro sichern.

Grundinformationen und Hinweise zur Berufsunfähigkeit

  • Berufsunfähigkeit - Betroffene Berufe, mögliche Gründe und Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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